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Vorlage - 2021/0939  

Betreff: Stadtumbau Herne-Mitte
hier: Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Brandl
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Deutsch, Christina
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
23.09.2021 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
23.09.2021 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   
Ausschuss für Digitales, Infrastruktur und Mobilität Entscheidung
07.10.2021 
des Ausschusses für Digitalisierung, Infrastruktur und Mobilität beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

 

Finanzielle Auswirkungen in Euro

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 5401

Bez.: Öffentliche Verkehrsflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allg. Umlagen

34.419 € p.a.

 

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

-43.024 € p.a.

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: 7.510411

Bez.: Stadtumbau West
Herne-Mitte

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Investitionszuwendungen

1.480.000 €

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

-1.850.000 €

           


Beschlussvorschlag:
 

Der Ausschuss für Digitalisierung, Infrastruktur und Mobilität beschließt die Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt sowie der Zustimmung des Zuwendungsgebers zur Förderung der Maßnahme und der Verfügbarkeit von Grundstücken gemäß den vorgelegten Planunterlagen (Planungsstand: 07.09.2021) und der nachfolgenden Baubeschreibung.

 

 

 

 

 

 

           


Sachverhalt:
 

1. Allgemeines

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 18.10.2011 (Vorlage 2011/0484) das Stadtumbaugebiet „Herne-Mitte“ festgelegt und das entsprechende städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen. Das Stadtumbaugebiet umfasst das Herner Hauptzentrum und angrenzende Quartiere. Mit dem städtebaulichen Entwicklungskonzept soll das Gebiet „Herne-Mitte“ in seiner Funktion als zentraler Versorgungsbereich und als Wohnstandort gestärkt werden. Hierzu ist ein Paket von Maßnahmen vorgesehen, die in einem Zeitraum von mehreren Jahren mit Hilfe von Mitteln der Städtebauförderung umgesetzt werden. Die geplante Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes ist Bestandteil dieses Maßnahmenpakets.

 

2. Gegenständlicher Bereich

 

Der Robert-Brauner-Platz befindet sich im Stadtteil Herne-Mitte und wird von der im Norden und Süden angrenzenden Bahnhofstraße (Fußngerzone), von der im Osten angrenzenden Viktor-Reuter-Straße, von der im Westen angrenzenden Von-der-Heydt-Straße und der Bebelstraße definiert.

 

3. Planungsrecht

 

Der unter Punkt 2 beschriebene Bereich der Maßnahme liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 183 Verweilplatz. Die geplanten Änderungen des Robert-Brauner-Platzes entsprechen den Planfestsetzungen.

 

4. Beschreibung vorhandene Situation

 

Der Robert-Brauner-Platz ist Teil der Bahnhofstraße in Herne-Mitte. Die Bahnhofstraße ist als Haupteinkaufsstraße in Herne-Mitte von entscheidender Bedeutung für die Innenstadtentwicklung. Sie verbindet die wesentlichen Bereiche des Stadtkerns, wie den Schlosspark Strünkede im Norden und den Europaplatz im Süden, untereinander. Der südliche Teil der Bahnhofstraße mit der Platzaufweitung des Robert-Brauner-Platzes ist als Fußngerzone ausgewiesen.

 

Die Platzbebauung ist zu unterschiedlichen Zeiten entstanden und beinhaltet Wohn-, Dienstleistungs- und Gastronomienutzungen. Dominierend für die Wirkung sind die Stadtgalerie aus den 1990er Jahren, das im Jahr 2018 sanierte Medienhaus und das ehemalige Hertiekaufhaus, an dem derzeit Umbaumaßnahmen mit Mischnutzungen aus Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Freizeitnutzungen durchgeführt werden. Die Größe der Platzfläche beträgt etwa 4000 m2.

 

An der Ostseite des Platzes und an der Einmündung zur Viktor-Reuter-Straße befinden sich der Treppenabgang und der Aufzug zur U-Bahn-Haltestelle „Herne-Mitte“ der Line U35. Unterhalb von Teilen des Platzes befindet sich ein sogenanntes „Basement“, das im Zuge des Baus der Stadtbahnhaltestelle hergestellt, aber nie in Betrieb genommen wurde. Dessen „Deckel“ weißt unterschiedliche Überdeckungen auf.

 

Des Weiteren werden der Haltepunkt Herne-Mitte (Bebelstraße) und die angrenzenden Bereiche mit Mitteln des ÖPNV und in Teilen über Fördermittel der Städtebauförderung zusammen neugestaltet. Ein multimodaler Verknüpfungspunkt soll hier entstehen.

 

Der Platz präsentiert sich als weitgehend nicht begrünte und unmöblierte Fläche mit Natursteinpflaster. Im nordöstlichen (vor dem Medienhaus) sowie im westlichen Bereich (vor der Stadtgalerie) befindet sich teilweise Außengastronomie. Eine weitere Außengastronomie ist vor den Neuen Höfen entstanden. Zudem wird die Platzfläche durch Veranstaltungen ganzjährig in Anspruch genommen.

 

Grundsätzlich ist der Robert-Brauner-Platz nicht barrierefrei gestaltet. Eine Führung für seheingeschränkte Menschen über den Platz ist nicht vorhanden. Auf dem Robert-Brauner-Platz befindet sich überwiegend Kopfsteinpflaster. Das Kopfsteinpflaster stellt eine Barriere für Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle dar.

 

Die Platzfläche weist damit derzeit in seiner Funktion als wichtiger Stadtplatz funktionale und gestalterische Mängel auf.

 

5. Beschreibung der geplanten Maßnahme

 

5.1. Allgemein

 

Ziel der Maßnahme ist die gestalterische und funktionale Aufwertung des Platzes und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Eine klimagerechte und die Aufenthaltsqualität steigernde Gestaltung sollte im Vordergrund der Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes stehen. Auch an veranstaltungsfreien Tagen soll der Robert-Brauner-Platz als Aufenthalts- und Erholungsraum wahrgenommen und genutzt werden, was im Übrigen auch vom Verwaltungsvorstand (Beschluss: 11.05.2021) begrüßt wird.

 

Die Platzfläche wird als Zufahrt für die Feuerwehr genutzt. Die Bewegungsflächen für Rettungsfahrzeuge und die Flächen für die Außengastronomie sind von festen gestalterischen Elementen freizuhalten.

 

Eine Begrünung ist aufgrund der unter dem Robert-Brauner-Platz befindlichen Stadtbahnhaltestelle nur begrenzt möglich. Die unterschiedlichen Überdeckungen werden für die Detailplanung der Gelzstandorte und des Fontänenfeldes zu berücksichtigen sein.

 

5.2. Planungsvarianten

 

r die Öffentlichkeitsbeteiligung hat das Büro GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN zwei verschiedene Vorentwürfe erarbeitet:

 

Planungsvariante 1

 

Die Planungsvariante 1 ist geprägt durch vier kreisrunde, begrünte Aufenthaltsinseln mit Sitzbereichen / Sitzkanten. Die Inseln besetzen die Bereiche, welche nicht durch Feuerwehr-, Anlieferungs- oder Außengastronomieflächen bereits besetzt sind. Eine Begrünung ist aufgrund der unter dem Robert-Brauner-Platz befindlichen Stadtbahnhaltestelle nur begrenzt möglich. Durch den Einsatz von Hochbeeten kann ausreichend Wurzelraum zur Verfügung gestellt werden. Bepflanzt werden die Inseln mit robusten Gräser- oder Staudenpflanzungen unter schirmförmigen, standortgerechten Gehölzen, wie beispielsweise die Kupferfelsenbirnen. Ein Wasserspiel in Form eines bodengleichen Fontänenfeldes sorgt für Spielwert sowie Abkühlung. Ein über den Robert-Brauner-Platz verlaufender Pflasterteppich stellt die Zugehörigkeit zur Bahnhofstraße und ihre Funktion als Haupteinkaufsstraße heraus. Längs des U-Bahn-Aufzuges sind Fahrradabstellmöglichkeiten (Viktor-Reuter-Straße) vorgesehen.

 

Der Lageplan zur Planungsvariante 1 (Stand: 25.06.2021) kann den Anlagen entnommen werden.

 

Planungsvariante 2

 

Die Planungsvariante 2 stellt einen Bezug zur Grundform des Robert-Brauner-Platzes und der arrondierenden Bebauung her. Die Begrünung des Platzes erfolgt durch ein die westliche Platzkante begleitendes Hochbeet mit schirmförmigen Gehölzen. Weitere Gehölzpflanzungen finden sich entlang der Bahnhofstraße, welche jedoch nicht in Hochbeeten stehen, sondern Bereiche mit größerem zur Verfügung stehenden Wurzelraum besetzen und mit bodengleichen Baumscheiben auskommen, ohne eine Barrierewirkung zu entwickeln. Die Lage und Ausdehnung dieser Struktur richtet sich nach den zur Verfügung stehenden, nicht durch Feuerwehr, Anlieferung oder Außengastronomie belegten Flächen. Entlang der Hochbeete befinden sich großgige Sitzbereiche / Sitzkanten. Ein Wasserspiel in Form eines bodengleichen Fontänenfeldes sorgt für Spielwert sowie Abkühlung. Ein über den Robert-Brauner-Platz verlaufender Pflasterteppich stellt die Zugehörigkeit zur Bahnhofstraße und ihre Funktion als Haupteinkaufsstraße heraus. Längs des U-Bahn-Aufzuges sind Fahrradabstellmöglichkeiten (Viktor-Reuter-Straße) vorgesehen

 

Der Lageplan zur Planungsvariante 2 (Stand 25.06.2021) kann den Anlagen entnommen werden.

 

5.3. Beteiligung der Öffentlichkeit

 

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wird sichergestellt, dass Bürgerinnen und Bürger, ansässige Gewerbetreibende sowie die Politik in den Planungsprozess einbezogen und umfassend informiert sind.

 

Form der Beteiligung

 

Die Bürger*innen der Stadt Herne wurden aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie im Rahmen eines Online-Formats beteiligt. Die Veröffentlichung der Inhalte (zwei Planungsvarianten inkl. selbsterklärende Präsentation) erfolgte auf der Homepage der Stadt Herne. Durch die Teilnahme an einer Onlineumfrage konnten eigene Ideen und Anregungen eingebracht werden. Die Onlinebeteiligung fand vom 25.06.2021 bis zum 11.07.2021 statt. Vor Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden die Bürger*innen über diverse Medien (Presse, Bodenaufkleber mit QR-Code auf dem Robert-Brauner-Platz) über die Möglichkeit der Teilnahme informiert. Neben der Teilnahme an der Onlineumfrage, konnten Anregungen und Ideen per Email oder telefonisch eingereicht werden.

 

Aufgrund der besonderen Lage in der Innenstadt wurden die Gewerbetreibenden und direkten Anlieger*innen des Robert-Brauner-Platzes im Rahmen einer digitalen Veranstaltung separat in den Beteiligungsprozess eingebunden. Der gesonderte Dialog vor allem mit den Gewerbetreibenden hat sich bei den Beteiligungen der innenstadtrelevanten Maßnahmen in der Vergangenheit bewährt. Die Online-Veranstaltung fand am 01.07.2021 um 18:30 Uhr als Videokonferenz über „ZOOM“ statt.

 

Die relevanten bürgerschaftlichen Gremien (Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung, Ausschuss für Digitales, Infrastruktur und Mobilität, Bezirksvertretung Herne-Mitte) wurden über entsprechende Mitteilungen über die Öffentlichkeitsbeteiligung informiert und erhielten somit die Möglichkeit der Teilnahme.

 

Des Weiteren wurden die Planungsvarianten dem Gestaltungsbeirat (Sitzung vom 28.06.2021) vorgestellt.

 

Ergebnisse der Beteiligung

 

Die Gewerbetreibenden, Anwohner*innen und Eigentümer *innen sprachen sich im Rahmen der Online-Veranstaltung für die Planungsvariante 1 aus. Der Platz ist aufgrund der in Variante 1 gewählten Formgebung flexibler in der Nutzung.

 

Der Gestaltungsbeirat spricht sich für die Planungsvariante 1 aus. Diese Variante lässt in der Nutzung des Platzes mehr Optionen zu. Zudem ist der Platz als eigenständiger Raum erlebbar und keine Fortsetzung der Bahnhofstraße.

 

Insgesamt nahmen 1165 Bürger*innen an der Online-Umfrage teil. Etwa 730 Bürger*innen beendeten die Umfrage vollständig. Vier Bürger*innen reichten Ihre Ideen und Anregungen mittels Email ein. Zudem wurden zwei eigene Konzeptskizze eingereicht. Der Robert-Brauner-Platz wird als ungenutzte Freifläche und als Gastronomiestandort wahrgenommen. Zukünftig soll der Platz als Erholungs-/ Erlebnisraum, Begegnungsort und Gastronomiestandort genutzt werden. Als Ergebnis der Umfrage wünschen sich die Bürger*innen am häufigsten Begrünung, Sitzmöglichkeiten (unabhängig der Außengastronomie), Außengastronomie und schattenspendende Elemente. Zudem wurden Spiel-/ Sportgeräte, Wasserelemente, Trinkwasserspender, Kunstelemente (mit Bezug zur Stadt Herne), Raum für Veranstaltungen, Müllbehälter, öffentliche WC-Anlagen, Radabstellanlagen und Beleuchtung genannt. Beide Planungsvarianten werden als freundlich, strukturiert und hell wahrgenommen und überzeugen mit ihrer Begrünung. Bei Planungsvariante 1 wird die Einbindung der Außengastronomie als gut empfunden. Jedoch wirkt die Formgebung unstrukturiert. Planungsvariante 2 überzeugt mit mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Begrünung und einer strukturierten Formgebung. Jedoch fehlen Freiflächen für kleine Veranstaltungen. Die Bürger*innen wünschen sich bei beiden Varianten Spiel- und Sportgeräte, mehr Begrünung und mehr Sitzmöglichkeiten. Im direkten Vergleich gefällt den Bürger*innen Planungsvariante 2 besser als Planungsvariante 1 (62,13%) (20,03% der Bürger*innen gefällt Planungsvariante 1 besser als Planungsvariante 2).

 

Die Planungsgruppe hat gemeinsam mit dem Planungsbüro GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN die Ideen und Anregungen der Bürger*innen, Gewerbetreibenden und Eigentümer*innen auf Ihre Umsetzbarkeit überprüft und anschließend in eine Vorzugsvariante eingearbeitet. Als Basis für die Vorzugsvariante wird aufgrund der Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung die Variante 2 gewählt. Wobei auch planerisch wünschenswerte Aspekte der Variante 1 berücksichtigt werden.

 

5.4. Beschreibung der geplanten Vorzugsvariante (Basis: Variante 2)

 

In Anbetracht der engen Zeitschiene die geplante Maßnahme wird mit Hilfe von Mitteln der Städtebauförderung finanziert und der Förderantrag muss dazu bis Ende September eingereicht werden werden verschiedene Details in der sich noch anschließenden Ausführungsplanung abschließend zu klären sein.

 

Die Planungsvariante stellt weiterhin einen Bezug zur Grundform des Robert-Brauner-Platzes und der arrondierenden Bebauung her. Ein über den Robert-Brauner-Platz verlaufender Pflasterteppich stellt die Zugehörigkeit zur Bahnhofstraße und ihre Funktion als Haupteinkaufsstraße heraus. Die übrige Platzfläche erhält eine Platzoberfläche im Drittelverband aus Betonsteinen teilweise changierend (siehe Anlage, Beispielflächen Betonstein / Pflasterung).

Die Begrünung des Platzes erfolgt durch drei die westliche Platzkante begleitende Hochbeete mit einer Breite von 7m und einer Länge von 20m, 12m und 8m. Diese Hochbeete werden mit schirmförmigen Gehölzen bepflanzt. Die Art der Einfassung der Hochbeete wird im Rahmen der Ausführungsplanung und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes (Fassade der Neuen Höfe) abgestimmt. Weitere Gehölzgruppierungen befinden sich vor den Neuen Höfen und der Stadtgalerie (vor dem Floristikgeschäft), welche jedoch nicht in Hochbeeten stehen, sondern Bereiche mit größerem zur Verfügung stehenden Wurzelraum besetzen und mit bodengleichen Baumscheiben auskommen, ohne eine Barrierewirkung zu entwickeln. Die Ausgestaltung der Grünbeete sowie die standortgerechte Gehölzartenauswahl auf dem Platzbereich erfolgt in Abstimmung mit Fachbereich 55.

Ein Wasserspiel in Form eines bodengleichen Fontänenfeldes (Größe 25m², 5x5m) in der Mitte der Platzfläche sorgt für Spielwert sowie Abkühlung. Weitere Spielmöglichkeiten werden bspw. durch Wipptiere geschaffen. Über die Art der Spielelemente wird im weiteren Planungsverlauf entschieden. Entlang der Hochbeete befinden sich großgige Sitzbereiche / Sitzkanten (Material wird im Rahmen der Ausführungsplanung abgestimmt). Weitere Sitzbänke befinden sich im Bereich der U-Bahn-Abgänge.

Die Lage und Ausdehnung der Platzstruktur richtet sich nach den zur Verfügung stehenden, nicht durch Feuerwehr, Anlieferung oder Außengastronomie belegten Flächen.

ngs des U-Bahn-Aufzuges (Einmündung Viktor-Reuter-Straße) ist eine überdachte Fahrradabstellanlage vorgesehen. Die U-Bahn-Abgänge erhalten eine Überdachung. Die Überdachung wird begrünt. Zudem wird der Aufzugschacht erneuert.

Die Erneuerung des Aufzugschachtes sowie die begrünten Dächer der U-Bahnabgänge sind nicht Bestandteil dieses Beschlusses. Die Umsetzung ist im Rahmen einer zusätzlichen Fördermaßnahme geplant. Hierfür wird ein gesonderter Beschluss eingeholt. Für die Detailplanung der U-Bahn-Elemente wird ein separates Planungsbüro beauftragt. Die in der Anlage dargestellte Entwurfsplanung stellt daher nur eine grobe Planung (keine Technikplanung) der U-Bahn-Elemente dar und dient lediglich zur Darstellung des Gesamtgestaltungskonzeptes.

 

 

 

 

5.5. Veranstaltungen

 

Aufgrund der oben beschriebenen Planung sind Veranstaltungen zukünftig nur noch mit Einschränkungen oder in veränderter Form auf dem Robert-Brauner-Platz möglich. Damit Veranstaltungen weiterhin in der Herner Innenstadt stattfinden können, wird ein entsprechendes Veranstaltungskonzept in Abstimmung mit dem Fachbereich Kultur (FB 31/2), der IG City sowie der Stadtmarketing Herne GmbH entwickelt.

Der Robert-Brauner-Platz wird mit benötigter Infrastruktur (Wasser- und Stromentnahmestellen), soweit es sich auf dem Platz im Oberbau realisieren lässt, ausgestattet.

 

5.6. Digitalisierung

 

Das Thema Digitalisierung wird bei der Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes berücksichtigt. Der Robert-Brauner-Platz wird im weiteren Planungsverlauf mit einer digitalen Infrastruktur (bspw. WLAN, Solarbänke und Monitor/e) in einem separaten Verfahren ausgestattet.

Vorbereitend hierfür werden Leerrohre für eine spätere Strom- und Breitbandversorgung unter der Platzfläche (soweit es ich im Oberbau realisieren lässt) verlegt.

 

5.7. Barrierefreiheit

 

Die Planung (Stand: 23.07.2021) wurde am 19.08.2021 mit dem „Arbeitskreis Barrierefreies Bauen des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen“ abgestimmt und unter Vorbehalt der Einplanung eines Leitsystems und der von den Mitgliedern erfolgten Ergänzungen/ Hinweise beschlossen. Die daraus resultierenden Ergebnisse Einplanung eines Leitsystems, ebenerdige Ausführung und der Einsatz von rutschfesten Materialien werden im weiteren Planungsprozess berücksichtigt, so dass die Aspekte der Barrierefreiheit im gesamten Bereich der geplanten Umgestaltungsmaßnahme berücksichtigt und gemäß den Regelausbildungen der Stadt Herne geplant und ausgeführt wurden.

 

6. Straßenoberbau nach RStO 12

 

Gemäß RStO 12 wird der Oberbau des Robert-Brauner-Platzes in Anlehnung an die Belastungsklasse 1,8 hergestellt. Der vorhandene Oberbau (hier: Frostschutzschicht und Schottertragschicht) wird soweit wie möglich wiederverwendet. Zwischen der Forstschutzschicht und der Schottertragschicht wird ein Geogitter, wie auch in den Randbereichen der Fußngerzone, eingesetzt. Daraus resultiert folgender Aufbau des Oberbaus:


Aufbau Platzfläche

Betonsteinpflaster (30/10/12 bis 14)

       12 - 14 cm

Bettung (Brechsand-Splitt-Gemisch / Körnung 0/5)

                4 cm

Schottertragschicht, HKS 0/45

Geogitter

vorhandene Frostschutzschicht

        ca. 20 cm

               -

        ca. 29 cm

Gesamtaufbau

ca. 65 -  67 cm

 

7. Ver- und Entsorgungsleitungen

 

Im Maßnahmenbereich des Robert-Brauner-Platzes befinden sich zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen der Stadtentwässerung Herne, der Telekom AG, der Wasserversorgung Herne/ Gelsenwasser, der Stadtwerke Herne, Westnetz GmbH sowie von Unitymedia/ Vodafone.

 

8. Beleuchtung

 

Im Zuge von Umbaumaßnahmen wurden in der Fußngerzone und auf dem Robert-Brauner-Platz in den vergangenen Jahren eine Vielzahl unterschiedlicher Straßenleuchten entfernt und einheitlich durch die Herner Leuchte ersetzt. Deren Leuchtmittel wurden erst jüngst mittels LED-Technik modernisiert.

Die Planung sieht vor den Leuchtentyp zu erhalten und ggf. punktuell Lichteffekte zu ergänzen. Die Beleuchtungsplanung erfolgt in Abstimmung mit den Stadtwerken Herne.

 

9. Entwässerung

 

Die Oberflächenentwässerung der versiegelten Platzflächen erfolgt über die Ausbildung von Gefälle auf dem Platz in Kastenrinnen bzw. offene Pflasterrinnen und Hofabläufe. Das ankommende Oberflächenwasser wird dabei dem in der Bahnhofstraße bestehenden Regenwasser-Kanalsystem zugeführt.

 

10. Altlasten (Boden, Wasser)

 

Gemäß den Eintragungen im Altlastenkataster der Stadt Herne liegen für einzelne Grundstücke Verdachtsmomente vor, die ein Antreffen von belasteten Materialien nicht gänzlich ausschließen. Im Zuge des Umbaus werden alle vorgefundenen belasteten Materialien mit den entsprechenden Maßnahmen behandelt.

 

11. Grunderwerb

 

r die Baumaßnahme ist kein Grunderwerb geplant.

Einige Grundstücke der Platzfläche befinden sich im privaten Eigentum und sind nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet. Hierzu gehört tlw. das Flurstück 415 (Gemarkung Herne, Flur 3, ca. 98 m2) im Bereich der Außengastronomie vor den Neuen Höfen und tlw. das Flurstück 437 (Gemarkung Herne, Flur 9, ca. 96 m2) vor dem Gastronomiebetrieb Cafe Extrablatt.

Hierr sind mit den Eigentümern entsprechende Abstimmungen zu führen.

 

 

12. KAG

 

Die Arbeiten auf dem Robert-Brauner-Platz sind nach den Bestimmungen des §8 KAG NRW nicht beitragspflichtig.

 

13. Kosten / Finanzierung

 

Die Kosten wurden im Rahmen der Planung errechnet und belaufen sich brutto, einschl. Bauneben-/Planungskosten, auf ca. 1.85 Mio. €.

 

Die Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes ist eine Maßnahme des Stadtumbauprojektes Herne-Mitte und kann, vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Haushalt der Stadt Herne und der Bewilligung der Fördermittel, realisiert werden. Im September 2021 erfolgt eine Anmeldung zum Städtebauförderprogramm 2022. Die Kosten sollen zu 80 % aus Mitteln der Stadterneuerung refinanziert werden.

 

14. Bauzeit und Baubeginn

 

Die Bauzeit für die Umgestaltung des Robert-Brauner-Platzes beträgt insgesamt ca. 12 Monate. Der Baubeginn zur Umsetzung der Maßnahme ist für 2023 anvisiert. Die Bauausführung erfolgt in Abstimmung mit der Außengastronomie, so dass diese möglichst gering beeinträchtigt wird.

 

15. Umleitung

 

r die Dauer der Bauarbeiten wird der Robert-Brauner-Platz in großen Teilen nicht zugänglich sein. Für zu Fuß Gehende werden jedoch Wegeverbindungen zu der Stadtbahnhaltestelle und den öffentlichen und privaten Einrichtungen/Gebäuden am Robert-Brauner-Platz eingerichtet.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Friedrichs

Stadtrat

 

            


Anlagen:
 

  •              Übersichtplan
  •              Lageplan Planungsvariante 1 (Stand: 25.06.2021)
  •              Lageplan Planungsvariante 2 (Stand: 25.06.2021)
  •              Lageplan Vorzugsvariante
  •              Lageplan Vorzugsvariante inkl. Restriktionen
  •              Beispielflächen Betonstein / Pflasterung

           

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 6 1 öffentlich Übersichtsplan (438 KB)      
Anlage 4 2 öffentlich Lageplan Planungsvariante 1_Stand 25.06.2021 (2714 KB)      
Anlage 5 3 öffentlich Lageplan Planungsvariante 2_Stand 25.06.2021 (2707 KB)      
Anlage 3 4 öffentlich Lageplan Vorzugsvariante (3817 KB)      
Anlage 2 5 öffentlich Lageplan Vorzugsvariante inkl. Restriktionen (3893 KB)      
Anlage 1 6 öffentlich Beispielflächen – Betonstein_Pflasterung (1261 KB)