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Vorlage - 2005/0733  

Betreff: Anbindung der Gewerbegebiete Wanit und Unser Fritz I / IV
an die Autobahn-Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau HarwegAktenzeichen:53/2
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Heßmann, Britta
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
19.10.2005 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Bezirksvertretung Wanne Vorberatung
25.10.2005 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne beschlossen   
Bezirksvertretung Eickel Vorberatung
27.10.2005 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel beschlossen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Entscheidung
08.11.2005 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben in €:

 Haushaltsstelle:

 Verw.-/Vermögenshaushalt:

ca. Mio 11.210.000,00 €

XXXXX

XXXXX

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt:

 

1.)     Den Bau der Anbindung der Gewerbegebiete Wanit und Unser Fritz I/IV an die Autobahn-Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck entsprechend den Planunterlagen vom 08. August  2005 sowie der nachfolgenden Baubeschreibung vorbehaltlich der Bereitstellung entsprechender Förder- und Haushaltsmittel.

 

2.)     Die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach den Vorschriften des Straßen- und Wegegesetzes des Landes NRW und des Verwaltungsverfahrensgesetzes des

Landes NRW.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

1. Anlass und Aufgabenstellung

 

Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Last-Mile-Logistik entwickeln die Städte Gelsenkirchen, Herten und Herne unter Federführung der Stadt Herne im unmittelbaren Bereich der Bundesbahn-Autobahn-Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck (A 42 / Emscherschnellweg) die gewerbliche Nutzung der Flächen Wanit und der ehemaligen Zeche Unser Fritz I / IV im Stadtgebiet Herne sowie den Hafen Grimberg im Stadtgebiet Gelsenkirchen.

Grundvoraussetzung für dieses Projekt ist eine leistungsfähige Anbindung der neuen Gewerbeflächen an das überregionale Straßennetz.

In diesem Zusammenhang hat der Rat der Stadt Herne am 18. Februar 2003 die Verwaltung ermächtigt, die Planung für den Bau einer leistungsfähigen Anbindung an die Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck zu erstellen.

Ein Jahr später beschließt der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung am 01. Juni 2004 auf Grundlage der Ergebnisse einer Variantenuntersuchung ausgewählter Planalternativen mit Prüfung der Umweltverträglichkeit, die Variante C der weiteren Planung der Hauptverkehrsstraße zu Grunde zu legen.

 

2. Verfahren

 

Nach § 35 Abs. 5 StrWG NRW ist für den Bau oder die Änderung von Gemeindestraßen im Außenbereich (§ 35 BauGB ) die Planfeststellung oder die Plangenehmigung zulässig.

Zur planrechtlichen Sicherung des Vorhabens der „Anbindung der Gewerbegebiete Wanit und Unser Fritz I / IV an die AS Gelsenkirchen-Bismarck“ ist deshalb die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach den Vorschriften des Straßen- und Wegegesetzes des Landes NRW (StrWG NRW vom 23. September 1995) und des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Landes NRW (VwVfG NRW vom 12. November 1999) erforderlich. Die abschließende Prüfung der Umweltverträglichkeit der ausgewählten Variante wird im Rahmen dieses Verfahrens erfolgen.

Die Bezirksregierung Arnsberg ist nach § 39 a StrWG NRW Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde.

 

3. Beschreibung der Baumaßnahme

3.1 Streckencharakteristik

 

Die in der Entwurfsplanung dargestellte Linienführung der neuen Hauptverkehrsstraße erstreckt sich von dem bestehenden Knotenpunkt der Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck der BAB A 42 über das Gelände der ehemaligen Zeche Unser Fritz I / IV bis zum geplanten Kreisverkehrsplatz an der Schloßstraße. Östlich des neu herzustellenden Knotenpunktes an der Anschlussstelle überbrückt der Straßenverlauf zunächst den Hüller Bach.

Für diese Überführung muss südlich der bestehenden Hüller-Bach-Brücke ein neues Brückenbauwerk errichtet werden, um eine optimale Anbindung der Hauptverkehrsstraße an den bestehenden Knotenpunkt der Reckfeldstraße und der Anschlussstelle GE-Bismarck zu gewährleisten. Im weiteren Straßenverlauf verschwenkt die neue Trasse in nördlicher Richtung parallel des Hüller Baches westlich und der sogenannten Erzbahntrasse östlich davon auf die Reckfeldstraße im Bestand. An dieser Stelle soll die Wegeführung der Reckfeldstraße Richtung Norden über den beschrankten Bahnübergang in Richtung Norden bis zur späteren Fertigstellung der Baustufe II auf Gelsenkirchener Stadtgebiet und der anschließenden Bahnübergangsbeseitigung aufrechterhalten bleiben.

Nach ca. 50 m beginnt der Übergangsbogen der Rechtskurve  und der gleichzeitigen Überbrückung der Erzbahntrasse. Bei der Trasse handelt es sich um eine ehemalige Gütergleisstrecke zwischen Bochum und dem Hafen Grimberg in Gelsenkirchen. Die Strecke ist für den Bahnbetrieb nicht mehr vorgesehen. Es bestehen jedoch konkrete Planungen zur Umnutzung für den Fuß- und Radverkehr vom RVR und die vorübergehende Benutzung für den LKW-Verkehr zur Rekultivierung einer Bergbauhalde in unmittelbarer Nähe. Das geplante Brückenbauwerk gewährleistet eine lichte Durchfahrtshöhe von ca. 4,80 m.

Östlich der beschriebenen planfreien Erzbahntrassenquerung wird die neue Hauptverkehrsstraße in östlicher Richtung zwischen der Gleistrasse der DB im Norden und der Gichtgasdeponie im Süden geführt. Auf dem Areal der ehemaligen Zeche Unser Fritz I/IV verläuft die Straße zwischen den beiden Hochspannungsfreileitungsmästen und unter der DB-Bahnstrecke in nördliche Richtung. Nach der neu zu errichtenden Gleisüberführung soll die Hauptverkehrsstraße westlich der bestehenden und geplanten Gebäude des Pumpwerkes auf dem Grundstück der Emschergenossenschaft bis zum Kreisverkehrsplatz an der Schloßstraße geführt werden. Aus Gründen der ungünstigen Wasserhaltung im Tiefpunkt der Trasse berücksichtigt die geplante Gradiente eine freizuhaltende Mindestdurchfahrtshöhe von 4,50 m an der Eisenbahnüberführung. Die Plateaulage der Hochspannungsmaststandorte südlich des Bahnkörpers kann höhengleich, also ohne aufwendige Stützkonstruktionen, an den westlichen Straßenraum angrenzen.

3.2 Querschnitte

 

Für den Entwurf der zweistreifigen Hauptverkehrsstraße wurde eine Entwurfsgeschwindigkeit von 50 km/h gewählt. Die künftige Querschnittsbelastung wird je nach Querschnitt mit ca. 8.000 –12.000 Kfz Fahrten prognostiziert.

Der Regelquerschnitt der neuen Planstraße baut sich wie folgt auf:

§          Bankett am Geh- und Radweg (0,50 m)

§          3,50 m breiter, gemeinsamer Geh- und Radweg (Zweirichtungsverkehr) inklusive einem 0,50 m breiten Sicherheitsstreifen zur Fahrbahn

§          7,00 m Fahrbahn

§          Bankett neben der Fahrbahn (1,00 m)

In Teilbereichen ist eine Muldenentwässerung sowie die Errichtung einer Lärmschutzwand angedacht. Die dafür benötigten Breiten werden mit zusätzlichen 2 – 5 m angegeben.

3.3 Straßenentwässerung

 

Die geplante Straße kann, wie in der Abb. dargestellt, in vier entwässerungstechnische Abschnitte gegliedert werden. Der Abschnitt I liegt westlich des Hüller Bachs, der Abschnitt II wird durch den Hüller Bach und der privaten Werksbahntrasse begrenzt, der Abschnitt III liegt östlich der privaten Werksbahntrasse und der Abschnitt IV im Bereich der Eisenbahnstrecke der Deutschen Bahn AG.

 

Abb.: Übersichtsplan Straßenplanung mit Darstellung der Entwässerungsabschnitte

 

Die Sammlung und Behandlung des von den vier Entwässerungsabschnitten anfallenden Oberflächenwassers ist wie nachfolgend beschrieben vorgesehen:

 

Abschnitt I

 

Das von dem Entwässerungsabschnitt I anfallende Oberflächenwasser wird über straßenbegleitende Versickerungsmulden mit belebter Bodenpassage dem Grundwasserstrom zugeführt. Aufgrund der abschnittsweisen nur geringen Versickerungsleistung werden Rigolen als Retentionsräume vorgesehen. Die chemische Beschaffenheit des anstehenden Bodens wird vorbehaltlich entsprechender noch durchzuführender Untersuchungen als versickerungswürdig betrachtet. Der Abstand zum Grundwasserhorizont ist ausreichend.

Kleinere Teilflächen des neu gestalteten Kreuzungsbereiches können aufgrund des Quergefälles nur unter großem Aufwand einer Versickerung zugeführt werden. Vorbehaltlich hierzu noch vorzunehmender Abstimmung mit dem Landesbetrieb für Straßenbau NRW, NL BO, und der Stadt Gelsenkirchen ist für diese Flächen ein direkter Anschluss an das bestehende Kanalnetz vorgesehen.

 

Abschnitt II

 

Für den Entwässerungsabschnitt II bietet sich die Versickerung des anfallenden Oberflächenwassers in der vorhandenen großflächigen Geländemulde östlich des Hüller Baches an. Auch für diesen Abschnitt wird die Versickerungsleistung des anstehenden Bodens als gering eingestuft, so dass auch hier die Nachschaltung einer Rigole vorgesehen ist. Die Behandlung des Oberflächenwassers erfolgt wie bei dem Abschnitt I zuvor über die Passage einer belebten Bodenschicht. Die chemische Beschaffenheit des anstehenden Bodens wird vorbehaltlich entsprechender noch durchzuführender Untersuchungen als versickerungswürdig betrachtet. Der Abstand zum Grundwasserhorizont ist ausreichend.

 

Abschnitt III und IV

 

Die Entwässerungsabschnitte III und IV führen über die Bereiche der ehemaligen Schachtanlage Unser Fritz I / IV und werden aufgrund der nicht auszuschließenden Bodenbelastung als nicht versickerungswürdig eingestuft. Zudem wird die Versickerungsleistung für die beiden Abschnitte als nur gering bewertet. Der Grundwasserstand steht im Abschnitt IV teilweise nah der Geländeoberkante bzw. im Bereich der Bahnunterquerung u. U. über der Straßen- gradiente an.

Eine Versickerung des anfallenden Oberflächenwassers scheidet aus o. g. Gründen aus.

Alternativ hierzu wird nunmehr das anfallende Oberflächenwasser über das geplante Reinwasserpumpwerk der Emschergenossenschaft dem Hüller Bach zugeführt. Hierzu wird das anfallende Oberflächenwasser zunächst über einen in der Planstraße vorgesehenen Sammel- und Transportkanal gefasst und zur Vorbehandlung einer Leichflüssigkeitssperre zugeführt. Anschließend wird das so vorbehandelte Oberflächenwasser einem Zwischenpumpwerk mit Weiterleitung über eine Druckrohrleitung an das geplante Reinwasserpumpwerk der Emschergenossenschaft zugeführt. Das Zwischenpumpwerk wird aufgrund des einzuhaltenden Rückstauniveaus unter der Bahnunterführung benötigt. Sofern das geplante Pumpwerk der Emschergenossenschaft zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Planstraße noch nicht betriebsfertig ist, soll das anfallende Oberflächenwasser vorübergehend an das vorhandene Mischwasserpumpwerk der Emschergenossenschaft angebunden werden.

Für diesen vorübergehenden Zustand ist der Betrieb des Zwischenpumpwerkes nicht erforderlich, da die max. Wasserspiegellage im Mischwasserpumpwerk geringer ist, als die für das geplante Reinwasserpumpwerk prognostizierte Wasserspiegellage.

 

 

3.4 Knotenpunktform / Signalisierung

 

Der vierarmige, plangleiche Knotenpunkt an der BAB Anschlussstelle Nord GE-Bismarck / Grimbergstraße / Reckfeldstraße / Planstraße wird lichtsignalgeregelt. Jeder Knotenpunktarm erhält einen separaten Linksabbiegestreifen. Um den Rechtsabbiegestrom von der Autobahnabfahrt in die Reckfeldstraße Richtung Süden zu bewältigen, wird ein separater Rechtsabbiegestreifen eingerichtet.

Der dreiarmige plangleiche Knotenpunkt an der BAB Anschlussstelle Süd GE-Bismarck / Reckfeldstraße / Reckfeldstraße muss ebenfalls signalisiert werden.

Zusätzlich wurde berücksichtigt, dass bis zur Umsetzung der Baustufe II (Verlegung der Grimbergstraße auf Gelsenkirchener Gebiet) das Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt an der AS GE-Bismarck als Zwischenstufe über einen längeren Zeitraum über zwei versetzt hintereinanderliegende Knotenpunkte abgewickelt werden muss. Um die Leistungsfähigkeit der beiden hintereinanderliegenden Knotenpunkte zu gewährleisten, erhält die übergeordnete Planstraße (Reckfeldstraße) für die Umsetzung bis zur Baustufe II an der Einmündung einen separaten Linksabbiegestreifen. Der Knotenpunkt wird signalisiert.

Die Einmündung zum Gewerbegebiet Unser Fritz I / IV wird vorfahrtgeregelt.

Der Knotenpunkt Schloßstraße / Anbindung Wanit / Planstraße wird als dreiarmiger Kreisverkehrsplatz gestaltet. Das Wanit-Gelände sowie der Ginsterweg werden über den westlichen Knotenpunktarm angebunden.

 

3.5 Ingenieurbauwerke

 

Die neue Verkehrssstraße bedingt drei neue Brückenbauwerke. Dabei werden der Hüller Bach und im weiteren Verlauf die Erzbahntrasse von der neuen Planstraße mit einem Brückenbauwerk überquert und die DB-Trasse unterquert.

 

Nr.

Bauwerksbezeichnung des Verkehrsweges oder des Gewässers

Bau-km

bestehender Querschnitt des zu kreuzenden Verkehrsweges oder Gewässers

Brücken in der

geplanten Stra-

ße

Lichte Weite,

Lichte Höhe,

Brückenklasse

Brücken über

die geplante

Straße

Breite,

Lichte Weite,

Lichte Höhe,

Brückenklasse

1

Bahnlinie (Strecke 34)

Herne-Gelsenkirchen

0 + 083.482

10 m

 

LW = 12,00 m

LH =    4,60 m

Winkel = 60°

N Br = 10,50 m

2

Erzbahntrasse

0 + 397.338

9,35

LW = 17,50 m

LH =   4,80 m

Winkel = 49°

N Br = 13,75 m

 

3

Hüller Bach

0 + 542.383

8,60 m

LW = 17,50 m

LH =    4,80 m

Winkel = 49°

N Br = 13,75 m

 

 


3.6 Straßenausstattung

 

Die Hauptverkehrsstraße erhält die notwendigen Einrichtungen wie Verkehrsregelung durch Verkehrszeichen und/oder Signalisierung, Beschilderungen zur Wegweisung wie Markierung. Diese werden in Abstimmung bzw. gemäß Forderung der Straßenverkehrsbehörde erstellt.

Eine Straßenbeleuchtung wird aufgrund der Außerortsituation nicht geplant.

 

4. Landschaftspflegerischer Begleitplan

 

5. Zusammenfassung LBP

 

Die geplante Verkehrsanbindung Anschlussstelle GE-Bismarck stellt einen Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild dar. Im Landschaftspflegerischen Begleitplan (herbstreit landschaftsarchitekten 2005) werden die Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild fest­gestellt und Maßnahmen geplant, die die Eingriffsfolgen vermeiden, vermindern oder ausgleichen sollen.

Die Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild durch das Straßenbauwerk mit Brücken und Böschungen sowie Geh- und Radwegen werden die unmittelbar betroffenen Flächen irreversibel beeinträchtigen. Abgestimmte Vermeidungsmaßnahmen und Immissionsschutzeinrichtungen können die Auswirkungen der Bauvorhaben reduzieren. Geeignete Ausgleichs­maßnahmen, ergänzt durch Entsiegelungsmaßnahmen an anderer Stelle im Herner Stadtgebiet, können den Werte- und Funktionsverlust aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes einschließlich des Landschaftsbildes kompensieren. Die Ausgleichsmaßnahmen werden schwerpunktmäßig im direkten Einwirkungsbereich realisiert, um Funktionsverluste der betroffenen Lebensräume zu verhindern.

 

Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden geplant:

 

M 1      Wiederherstellung der Straßenböschung mit Wieseneinsaat

M 2      Strauchpflanzung an der Böschung südlich der Anschlussstelle GE-Bismarck

M 3      Gehölzpflanzung an der Böschung zur Erzbahntrasse

M 4      Abriss und Entsiegelung der alten Brücke über den Hüller Bach und Begrünung

M 5      Strauchpflanzung an der Böschung

M 6      Anpflanzung einer Baumreihe mit Wieseneinsaat

M 7      Entwicklung einer Ruderalfläche auf der ehemaligen Zechenbrache Unser Fritz I / IV

M 8      Gehölzanpflanzung auf der Ruderalfläche auf der ehemaligen Zechenbrache

            Unser Fritz I / IV

M 9      Gehölzpflanzung an der Böschung der Unterquerung der DB-Trasse

M 10    Begrünung des Kreisverkehrs auf der ehemalig versiegelten Parkplatzfläche

M 11    Entsiegelung und Begrünung einer Teilfläche der Grimberger Allee

M 12    Entsiegelung einer Teilfläche der Heerstraße und Pflanzung von Straßenbäumen

M 13    Entsiegelung einer Teilfläche der Görresstraße zwischen Plutostraße und Roland

            straße und Anlage eines Grünstreifens mit Gehölzen

 

Die neue Verkehrsanbindung wird den Straßenverkehr auf der Schloßstraße, auf der Gimberger Allee und auf dem Ginsterweg deutlich reduzieren. Gleichzeitig wird es zu einer Zunahme der Immissionen in dem Korridor der neuen Straße führen. Durch die vorgesehenen Lärmschutzwälle und -wände lassen sich die Immissionen (Lärm und Licht) in den angrenzenden Wohnbereichen auf das gesetzlich geforderte Maß reduzieren. Ein Gutachten zur Einhaltung der Grenzwerte der 22. BImSchV wird noch erstellt.

Die folgende Tabelle stellt die Funktionalität der Ausgleichsmaßnahmen dar.

 

Eingriff

 

Ausgleich / Ersatz

 

Boden

 

 

 

Neuversiegelung von ca. 5.500 qm Boden und starke Überformung im Bereich der Böschungen und Bankette von weiteren ca. 5.500 qm stark anthropogen verändertem und zum Teil bereits versiegelter Böden

K 5

Entsiegelung von 2.860 qm sowie Nutzungsintensivierung und Begrünung der Böschungen und Randbereiche

M 4, M 5, M 6, M 7, M 10, M 11, M 12, M 13

Wasser

 

 

 

Reduzierung der Grundwasserbildung und Beeinträchtigung des Grundwasserhaushaltes durch die Neuversiegelung auf Gelsenkirchener Stadtgebiet

K 6

Versickerung der Niederschlagswässer in straßenbegleitenden Gräben

 

Tiere / Pflanzen

 

 

 

Verlust von ca. 5.500 qm Gehölzfäche (Feldgehölz und Baumreihe im Bereich der Reckfeldstraße / Erzbahntrasse und am Hüller Bach)

K 1, K 3

Gehölzpflanzung von 5.500 qm im Bereich der Erzbahntrasse, des Hüller Baches, der DB Trasse sowie durch begleitende Baumreihe

M 2, M 3, M 5, M 6, M 8

Verlust von Böschungshecken an der DB Trasse und im Bereich des Pumpwerkes Unser Fritz auf ca. 1.100 qm

K 8

Gehölzpflanzung von 680 qm im Bereich der DB Trasse, Anpflanzung von Straßenbäumen als Ersatzmaßnahmen an der Heerstraße und der Görresstraße

M 8, M 9

 

M 12, M 13

 

Beeinträchtigung der Tiere und Pflanzen im Randbereich der Straße (insbesondere Deponiebereich)

K 7

Verkehrsberuhigung und Rückbau der Grimberger Allee nach Fertigstellung der neuen Planstraße – Aufwertung der angrenzenden Lebensräume

Entwicklung von Sukzessionsflächen auf dem Gelände Unser Fitz I/IV

 

E 1, M 11

 

 

 

M 7

Landschaftsbild / Erholung

 

 

 

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch den Brückenneubau und den Verlust das Landschaftsbild prägender Gehölze (insgesamt ca. 0.69 ha Fläche)

K 2

Abriss der alten Brücke über den Hüller Bach und Gehölzpflanzungen an den neuen Böschungen sowie einseitige Baumreihe zur Eingrünung der neuen Straße

Verbesserung des Ortsbildes durch Straßenbaumpflanzun­gen an der Heerstraße und Gehölzpflanzungen an der Görresstraße

(Aufwertung des Landschaftsbildes auf einer Fläche > 1 ha durch Eingrünung der neuen Straße)

M 3, M 4,

M 5, M 6

 

 

M 12, M 13

Zerschneidung des regionalen Grünzuges und Beeinträchtigung der Erholungsnutzung

K 4

Anbindung des Radweges der geplanten Straße an die Wegeverbindung der Erzbahntrasse sowie an die Wegeverbindung Consolidation

Eingrünung der geplanten Straßen

M 3, M 5,

M 6

Wohnen / Wohnumfeld

 

 

 

Beeinträchtigung der Wohnbereiche am Ginsterweg und der Schloßstraße durch Flächeninanspruchnahme der Gartenflächen und visuelle Beeinträchtigung durch eine Lärmschutzwall  /-wandkombination

Beeinträchtigung der Wohnbereiche durch Verkehrsimmissionen

K 9

Verkehrsberuhigung des Ginsterweges durch die neuen Planstraße

Verbesserung des Ortsbildes durch Straßenbaumpflanzun­gen an der Heerstraße und Gehölzpflanzungen an der Görresstraße

Minderung durch die Errichtung einer Lärmschutzwand/-wallkombination

E 1

 

M 12, M 13

 

6. Kosten

Grunderwerb insgesamt

 

 

 

 

     838.412,00 €

Brückenbauwerke

 

 

 

 

  2.700.000,00 €

Unterquerung DB-Trasse

 

 

 

 

  1.000.000,00 €

Straßenbau inklusive Bodenbewegung,Straßenabläufe usw.

 

  2.900.000,00 €

Bodenbewegungen außerhalb des Straßenkörpers

 

 

     300.000,00 €

Radweganbindung Erzbahntrasse

 

 

 

       35.000,00 €

Lichtsignalanlagen

 

 

 

 

     325.000,00 €

Entwässerungseinrichtungen Abschnitte III und IV

 

 

     375.000,00 €

Ausgleich Ersatz insgesamt

 

 

 

     307.902,00 €

Gesamtkosten (netto)

 

 

 

 

  8.781.314,00 €

Unvorhergesehenes (10%)

 

 

 

     878.131,40 €

Gesamtkosten (netto)

 

 

 

 

  9.659.445,40 €

Mehrwertsteuer (z.Zt. 16%)

 

 

 

  1.545.511,26 €

Gesamtkosten (brutto)

 

 

 

 

11.204.956,66 €

Gesamtkosten ca.

 

 

 

 

11.210.000,00 €

Die Ablösungsbeträge der Erhaltungskosten für die DB-Brücke sind in der Kostenschätzung nicht enthalten und müssen noch berechnet werden. Für die Stadt Gelsenkirchen und den Landesbetrieb Straßen NRW werden keine Ablösekosten eingeplant.

 

7. Durchführung der Maßnahme

7.1 Träger der Baumaßnahme

 

Die Baumaßnahme wird von der Stadt Herne (Fachbereich Tiefbau und Verkehr) durchgeführt.

Die erforderlichen Vereinbarungen mit den an der Planung und am Bau Beteiligten werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchgeführt.


 

7.2 Zeitliche Abwicklung

 

Parallel zu den Gängen durch die bürgerschaftlichen Gremien werden die Genehmigungsunterlagen für die Baumaßnahme erstellt. Das Anhörungsverfahren, mit dem das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wird, wird im Anschluss beantragt. Die Beantragung erfolgt noch in diesem Jahr. Gleichzeitig werden die erforderlichen Vereinbarungen mit den an der Planung und am Bau Beteiligten vorbereitet und abgeschlossen, die Planungen für die geplanten Brückenbauwerke vergeben und die fördertechnischen Bedingungen geklärt. Für die Dauer des Planfeststellungsverfahrens wird ein Jahr eingeplant. Rechtzeitig vor Baubeginn werden Verhandlungen mit den Eigentümern sowie Nutzungsberechtigten mit dem Ziel einer gütlichen Einigung geführt. Da für den Grunderwerb jedoch keine Erschwernisse bzw. schwerwiegende Betroffenheiten erwartet werden, soll die Baumaßnahme im Anschluss des Planfeststellungsverfahrens beginnen. Kalkuliert wird eine Bauzeit von ca. 2 Jahren. Die Durchführung von landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen werden innerhalb eines Jahres nach Fertigstellung der Fahrbahn und Ingenieurbauwerke durchgeführt werden.

Der Ablauf der zeitlichen Abwicklung wird noch einmal kurz zusammengefasst:

Dezember 2005 bis November 2006             Planfeststellungsverfahren

Januar 2007 bis September 2008                  Durchführung der Baumaßnahme

Oktober 2008 bis September 2009                Durchführung der landschaftspflegerischen

                                                                        Maßnahmen

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

 

(Terhoeven)

 Stadtrat

Anlage

Anlage

Übersichtsplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Übersichtsplan_AS Bismarck (144 KB) PDF-Dokument (112 KB)