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Vorlage - 2005/0751  

Betreff: Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz -BImSchG-;
hier: Antrag der Firma entsorgung herne auf Erteilung einer Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Sammelstelle für Elektroaltgeräte und eines Recyclinghofes sowie eines Zwischenlagers für Straßenkehricht gemäß § 4 BImschG
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Krüwel, 2842
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Säger, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
19.10.2005 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Die Anstalt öffentlichen Rechts „entsorgung herne“, hat beim Staatlichen Umweltamt Hagen die Erteilung einer Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Sammelstelle für Elektroaltgeräte und eines Recyclinghofes sowie eines Zwischenlagers für Straßenkehricht beantragt.

 

Das gesamte Vorhaben untergliedert sich in folgende Betriebseinheiten (siehe hierzu auch die als Anlage beigefügte Übersichtsskizze):

 

§            Kassenhäuschen mit Zufahrtkontrolle

§            Elektroaltgerätesammelstelle und Recyclinghof

§            Betriebliches Zwischenlager

§            Eingangskontrolle Pförtner Betriebshof

§            Straßenkehricht Zwischenlager

 

 

Die Elektroaltgerätesammelstelle wird nach den Vorgaben des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) mit 30 m³ Abrollcontainern und einem 3 m³ Spezialbehälter für Leuchtstoffröhren ausgestattet. In den Großcontainern werden die Elektrogeräte nach folgenden Gruppen sortiert: Haushaltsgroßgeräte, Haushaltskleingeräte, Kühlgerät, Bildschirmgeräte, IT- und UT-Geräte, Leuchtstoffröhren.

 

Der Recyclinghof ist für die Sammlung folgender Abfallarten vorgesehen:

 

Papier/Pappe/Kartonagen, Sperrmüll, Grünabfälle, Holz, Metallschrott, Bauschutt, Altreifen, Styropor, Folien, Glas, DSD-Materialien, Altkleider.

 

 

Angeliefert werden darf nur Abfall aus privaten Herner Haushaltungen in einer Größenordnung von max. 2 m³. Erwartet wird eine Input-Menge von 8.000 – 9.000 t pro Jahr. Für den Bereich Recyclinghof/Elektroaltgerät wird mit bis zu 300 PKW-Anfahrten pro Tag gerechnet. Die Anlage soll an Werktagen in der Zeit von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr betrieben werden.

 

Das betriebliche Zwischenlager besteht aus mehreren Press- und Abrollcontainern für folgende Materialarten: Gemischter Siedlungsabfall, Papier/Pappe/Kartonagen, Holz, Metallschrott, Styropor, Folien. Entsorgung Herne hat den Auftrag, das Umfeld von Wertstoffcontainern für Papier und Glas zu reinigen. Das betriebliche Zwischenlager dient zur Aufnahme der dabei eingesammelten Materialien. Der Durchsatz beträgt ca. 700 t/a.

 

Auf dem Betriebshof wird ein Zwischenlager für Straßenkehricht eingerichtet. Das Lager besteht aus 2 Abrollcontainern (20 m³). Die Container werden von den im Einsatz befindlichen Kehrmaschinen werktäglich befüllt. Im Tagesdurchschnitt werden ca. 10 t Straßenkehricht angeliefert. Die Lagerkapazität der beiden Container beläuft sich auf zusammen 30 t.

 

 

Das Vorhaben soll in 2 Bauabschnitten realisiert werden:

 

Bauabschnitt 1:

 

Der erste Bauabschnitt umfasst den Ausbau der gesetzlich vorgeschriebenen Elektroaltgerätesammelstelle sowie das betriebliche Zwischenlager und Straßenkehrichtzwischenlager. Diese Anlagenteile sollen am 01. März 2006 in Betrieb genommen werden.

 

 

 

Bauabschnitt 2:

 

Der zweite Bauabschnitt umfasst den Ausbau der Elektroaltgerätesammelstelle zum Recyclinghof auf dem Herner Bürgern die Möglichkeit gegeben wird, über die Kapazität der Hausmülltonne hinausgehende Abfälle kostengünstig zu entsorgen.

 

Der Recyclinghof soll am 01. Dez. 2006 in Betrieb gehen.

 

 

 

Beschreibung der Umweltauswirkungen

 

Luftverunreinigungen

 

Luftverunreinigungen und Geruchsentwicklungen durch die Anlage werden in nur geringem Maße erwartet. Die angenommenen Abfallstoffe werden in geschlossenen Containern gesammelt, die kurzfristig gewechselt und zur Verwertungsanlage transportiert werden. Insbesondere die Container mit Grünabfällen werden alle 2 – 3 Tage abtransportiert.

 

Sämtliche befahrbaren Flächen sind befestigt und werden durch die betriebseigene Kehrmaschine gereinigt, so dass Staubemissionen minimiert werden.

 

 

Geräusche

 

Für das Vorhaben wurde eine Geräuschprognose erstellt. Neben den Geräuschen durch die geplante Anlage, werden in dem Gutachten auch die Geräusche durch den nördlich der Recyclinganlage geplanten Mitarbeiterparkplatz untersucht. Der Mitarbeiterparkplatz ist nicht der geplanten Anlage zuzurechnen, sondern muss gesondert betrachtet werden.

 

 

Anlagengeräusche

 

Der nächstgelegene Immissionsort ist das Wohnhaus Südstraße 12 unmittelbar nordöstlich der geplanten Anlage. Der Bereich ist als Mischgebiet einzuordnen.

 

Für den nächstbenachbarten Immissionsort ergibt sich folgender Beurteilungspegel:

 

Immissionsort

Immissionsrichtwert in dB(A)

Beurteilungspegel in dB(A)

tags

nachts

tags

nachts

Südstraße 12

60

45

53

-

         Tab. 1: Immissionsrichtwerte und Beurteilungspegel Recyclinghof

 

Gemäß den Ergebnissen der Geräuschimmissionsprognose unterschreitet die geplante Anlage den zulässigen Immissionsrichtwert um 7 dB(A).

 

 

 

Mitarbeiterparkplatz

 

Für den gesondert zu betrachtenden Mitarbeiterparkplatz ergibt sich der in Tabelle 2 aufgeführte Beurteilungspegel. Aus den Berechnungen geht hervor, dass der geplante Mitarbeiterparkplatz den zulässigen Immissionsrichtwert am Tag um 11 und während der Nacht um 9 dB(A) unterschreitet.

 

Immissionsort

Immissionsrichtwert in dB(A)

Beurteilungspegel in dB(A)

tags

nachts

tags

nachts

Südstraße 12

60

45

49

36

         Tab. 2: Beurteilungspegel Mitarbeiterparkplatz

 

 

Wohngebiet westlich des städtischen Bauhofes

 

Westlich und nordwestlich des Betriebshofes befindet sich Wohnhäuser (Einstufung als allgemeines Wohngebiet). Nach Angaben des Gutachters ist allein aufgrund der Entfernung dieser Wohnhäuser nicht mit einer Überschreitung des Immissionsrichtwertes zu rechnen. Hinzu kommt, dass durch die Betriebs- und Verwaltungsgebäude eine schallabschirmende Wirkung gegeben ist.

 

 

 

Stellungnahme der Verwaltung

 

Einwendungen gegen das beantragte Vorhaben, wurden von Seiten der Verwaltung nicht erhoben. Nebenbestimmungen zur beantragten Genehmigung ergaben sich aus der baurechtlichen, abfallrechtlichen und bodenschutzrechtlichen Prüfung des Vorhabens.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

(Terhoeven)

Anlagen:

Anlagen:

1 Lageplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Recyclinghof (76 KB)