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Vorlage - 2006/0099  

Betreff: Einführung der erweiterten Ganztagshauptschule in Herne
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Seppmann, Jürgen
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Winkler, Barbara
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
09.02.2006 
des Schulausschusses beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
09.03.2006 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Wanne Vorberatung
14.03.2006 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
15.03.2006 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Eickel Vorberatung
16.03.2006 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel zur Kenntnis genommen   
Integrationsrat Vorberatung
16.03.2006 
des Integrationsrates (offen)     
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
21.03.2006 
des Haupt- und Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen:

 

Finanzielle Auswirkungen:

Ausgaben/Einnahmen in €:

Haushaltsstelle:

Verw.-/Vermögenshaushalt

Investitionskosten für Bau, Einrichtung und Außenanlagen sowie Landeszuweisungen (90 %)

 

 

 

Lehr- und Unterrichtsmittel

je Schule 450,-- EUR

 

 

 

Weitere Personal- und Sachkosten

 

- vgl. insgesamt beigefügte Anlage 1 -

 

 

 

 

 

 

 

 

215.607.000.7

215.607.210.7

215.607.400.2

215.607.600.5

 

 

 

 

jeweils im

Vermögenshaushalt

 

Verwaltungshaushalt

 

 

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt beschließt:

 

1.      Die Stadt Herne beteiligt sich an dem Programm des Landes NW „Qualitätsoffensive Hauptschule / Ausbau des Ganztagsangebotes an Hauptschulen“.          

2.      Die Stadt Herne bewirbt sich zur Teilnahme an dem Ausbauprogramm mit folgenden Hauptschulstandorten                 

Gustav-Adolf-Hauptschule (Stadtbezirk Eickel)

zum 1. 2. 2006        

Hauptschule Neustr. (Stadtbezirk Herne-Mitte)       
Hauptschule Melanchthon (Stadtbezirk Wanne)                
Hauptschule Jürgens Hof (Stadtbezirk Sodingen)

jeweils zum Schuljahr 2006/2007.               


3.      An der Hauptschule Neustr. (Stadtbezirk Herne-Mitte) wird gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) vom 15. 2. 2005 ab dem Schuljahr 2006/2007 der Ganztagsbetrieb eingeführt, und zwar beginnend mit den Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie danach schrittweise jährlich mit einer weiteren Jahrgangsstufe bis zum vollständigen Ausbau in den Jahrgangsstufen 5 bis 10.

 

4.      An der Hauptschule Melanchthon (Stadtbezirk Wanne) wird gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) vom 15. 2. 2005 ab dem Schuljahr 2006/2007 der Ganztagsbetrieb eingeführt, und zwar beginnend mit den Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie danach schrittweise jährlich mit einer weiteren Jahrgangsstufe bis zum vollständigen Ausbau in den Jahrgangsstufen 5 bis 10.

 

5.      An der Hauptschule Jürgens Hof (Stadtbezirk Sodingen) wird gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) vom 15. 2. 2005 ab dem Schuljahr 2006/2007 der Ganztagsbetrieb eingeführt, und zwar beginnend mit den Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie danach schrittweise jährlich mit einer weiteren Jahrgangsstufe bis zum vollständigen Ausbau in den Jahrgangsstufen 5 bis 10.

 

6.      Zur Schaffung der räumlichen, personellen und sächlichen Ausstattung für die Aufnahme des Ganztagsbetriebes werden die für Errichtung, Einrichtung und Betrieb benötigten Finanzmittel in den städtischen Haushalt eingestellt.

Voraussetzung ist, dass die Stadt die noch zu beantragenden Zuwendungen für die erforderlichen investiven Maßnahmen aus dem IZBB-Programm des Bundes bewilligt bekommt und insofern nur der städtische Eigenanteil von 10 % aufzubringen ist.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

In seinen Erlassen vom 25.01.2006 „Ganztagsschulen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I / Neue erweiterte Ganztagshaupt- und Ganztagsförderschulen“ sowie „Qualitätsoffensive Hauptschule / Ausbau des Ganztagsangebotes an Hauptschulen“ nennt das Land folgende zentrale Ziele für die Gestaltung des Ganztagsbetriebes in Schulen gem. § 9 Abs. 1 des Schulgesetzes (SchulG):

 

-          die Schaffung verbesserter Bildungs- und Abschlusschancen durch individuelle Förderung der Stärken und durch den Ausgleich von Lernrückständen insbesondere von Lernschwächeren

-          der Ausgleich von Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern aus bildungsfernen Milieus

-          die Verbesserung der Chancen beim Übergang in Ausbildung und Beruf nach Abschluss der Sekundarstufe I

-          die Förderung der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familienarbeit durch verlässliche Unterrichts- und Betreuungszeiten am Vormittag und am Nachmittag

 

 

Wesentliche Inhalte der Erlasse des Landes

 

Wesentliche Inhalte der Erlasse, und zwar hier insbesondere hinsichtlich unmittelbarer oder mittelbarer Beteiligung des Schulträgers, sind:

 

Das Ganztagskonzept der Schule wird von der Schulkonferenz beschlossen und ist der zuständigen Schulaufsicht vorzulegen. Hinsichtlich des Konzeptes muss zwischen Schule und Schulträger Einvernehmen hergestellt werden.

 

Das Ganztagskonzept der Schule ist wesentlicher und integrierter Bestandteil des Schulprogramms. Zudem gelten darüber hinaus u. a. folgende Maßgaben.

 

Das Ganztagskonzept ist für alle Klassen und Jahrgangsstufen verbindlich.

 

Für die Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 liegt der Schwerpunkt auf Förderung im Bereich der grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten, insbesondere in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, sowie der überfachlichen Kompetenzen und der Persönlichkeitsbildung. Für die Klassen 8, 9 und 10 ist ein verbindliches Ganztagskonzept je nach pädagogischem Bedarf zu entwickeln. Hier soll der Schwerpunkt zunehmend auf die Förderung der Berufs- und Ausbildungsreife gelegt werden.

 

Der Ganztagsbetrieb umfasst ein Angebot an vier Tagen der Woche von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie an einem von der Bezirksregierung einheitlich festgesetzten Tag ein Angebot von 8.00 bis 14.45 Uhr. Bei früherem oder späterem Unterrichtsbeginn verändern sich die Zeiten entsprechend.

 

Für die Jahrgangsstufen 8 bis 10 wird das Ganztagskonzept je nach pädagogischem Bedarf ein altersgerechtes, modifiziertes Angebot vorsehen. Es soll an mindestens drei Tagen der Woche sichergestellt werden.

 

Außerunterrichtliche Aktivitäten und Angebote von nichtlehrendem Personal können im Ganztagsbetrieb über den ganzen Tag verteilt werden.

 

Das Ganztagskonzept soll Aussagen über die Entwicklung von Angeboten in den Schulferien enthalten.

 

 

Schulen profitieren von der Einrichtung des Ganztagsbetriebes u.a. durch Gewährung eines Ganztagszuschlags (Zuschlag zur Grundstellenzahl) in Höhe von 30 %.

 

Von den Stellen des Ganztagszuschlags sind zwei Drittel durch Lehrkräfte zu besetzen. Eine Stelle je Schule kann mit einer sozialpädagogischen Fachkraft besetzt werden, bei Vorliegen besonderer weiterer Voraussetzungen mit Zustimmung der oberen Schulaufsicht auch eine weitere Stelle. Der Ersatz von kommunalen Schulsozialarbeitern durch Landesbeschäftigte läuft der Zielsetzung des Ganztagsprogramms zuwider.

 

Im Umfang von bis zu einem Drittel (10-Prozent-Punkte) können die Mittel für freie und besetzbare Stellen des Ganztagszuschlags (Gegenwert 51.000 EUR je Stelle und Jahr) im Rahmen des Ganztagskonzepts zur Finanzierung von pädagogischen Angeboten zur Unterstützung und Ergänzung des Unterrichts verwendet werden. Über den Umfang der Nutzung von Mitteln aus Stellen bzw. Stellenanteilen und deren Verwendung entscheidet die Schule. Die Bereitstellung der Mittel ist durch die Schule jeweils bis zum 31. März für das folgende Schuljahr bei der Bezirksregierung zu beantragen. Die Mittel sind zu verwenden für die Finanzierung der personellen Kosten von zusätzlich oder ergänzend zum Regelunterricht bereitgestellten pädagogischen Angeboten im Ganztagsbereich, die nach Maßgabe des Ganztagskonzepts der Schule durch Dritte erbracht werden. Dies sind insbesondere Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, Sportvereinen, Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstlern sowie zur Förderung der Berufs- und Ausbildungsreife in Zusammenarbeit mit Betrieben, Institutionen des Handwerks und der Wirtschaft oder Einrichtungen der Berufsbildung. Die Zusammenarbeit mit Berufskollegs ist erwünscht.

 

Der Einsatz nicht lehrenden Personals kann im Rahmen von Gestellungs- oder Werkverträgen erfolgen. In den Fällen, wo der Abschluss von Arbeitsverträgen mit Einzelpersonen unabweisbar ist, sollen zunächst befristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden.

 

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen (§ 59 Abs. 4 SchulG – Übertragung von Zuständigkeiten und Befugnissen in Personalentscheidungen auf die Schulleitung) erfolgt der Abschluss der Verträge durch die Schulleitung, in den übrigen Fällen auf Vorschlag und im Einvernehmen mit der Schule durch die zuständige Schulaufsichtsbehörde. Die Bewirtschaftung der bereitgestellten Mittel erfolgt durch die Bezirksregierung.

Die Finanzierung sonstiger Kosten der personellen oder sächlichen Ausstattung aus diesen Mitteln ist ausgeschlossen.

 

Der Schulträger stellt sicher, dass die Unterrichtsräume der Schule sowie die Fachräume einschließlich der Sporthallen bis mindestens 16.00 Uhr durch die Schule genutzt werden können.

 

Über die für den Unterricht an der Halbtagsschule hinaus notwendigen Räume sind für eine Ganztagschule Schüleraufenthaltsräume für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere für Spiel und Entspannung, für Ruhe und für fachbezogene Einzel- und Gruppenarbeit vorzusehen.

 

Zur Förderung besonderer fachlicher Schülerinteressen sollen Fachunterrichtsräume gegebenenfalls mit zusätzlicher Ausstattung und zusätzliche Räume mit einer dem Ganztagskonzept entsprechenden Ausstattung zur Verfügung gestellt werden.

 

Den Schülerinnen und Schülern ist die Einnahme eines Mittagessens oder eines Mittagimbisses zu ermöglichen. Die angebotene Verpflegung muss sich an den Grundsätzen gesunder Ernährung und den entsprechenden Zielsetzungen der Gesundheitserziehung orientieren.

 

Die Räumlichkeiten dazu einschließlich der notwendigen Sach- und Personalausstattung sowie die sächlichen Betriebskosten stellt der Schulträger, die Erziehungsberechtigten tragen in der Regel die Kosten für die Mahlzeiten.

Im Rahmen der Qualitätsoffensive Hauptschule stellte das Land nach Maßgabe des Haushalts aufbauend bis 2012 Mittel für Einrichtung erweiterter, gebundener Ganztagsangebote an Hauptschulen bereit. Im Jahr 2006 stellt das Land für die erste Ausbaustufe 26 Mio EUR für rund 500 zusätzliche Stellen an Hauptschulen bereit. Dies ermöglicht die Einrichtung von mehr als 30.000 Ganztagsplätzen mit erweitertem Angebot an Hauptschulen ab 2006. Landesweit gibt es zur Zeit 733 Hauptschulen, davon im Stadtgebiet Herne 7.

 

Darüber hinaus öffnet das Land die Mittel aus dem Bundesprogramm „Initiative Bildung und Betreuung“ (IZBB) für investive Maßnahmen der Schulträger.

 

 

Auswahlkriterien und Auswahl der Standorte

 

Bewerben können sich alle Hauptschulen des Landes. Voraussetzung ist eine nach schulfachlicher Einschätzung voraussichtlich dauerhaft gesicherte Schulgröße mit mindestens zwei Parallelklassen in den Jahrgangsstufen 7 bis 10. Vorrangig berücksichtigt werden Hauptschulen, die ihren Bildungsauftrag unter besonders schwierigen Bedingungen erfüllen. Indikatoren dafür sind insbesondere

 

-          ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

-          besonders schwierige sozialräumliche Gegebenheiten am Schulstandort

-          ein hoher Anteil von Schülerinnen und Schülern mit besonders ausgeprägtem individuellem Förderbedarf, der sich z. B. in hohen Quoten von Klassenwiederholungen, Abgängern ohne Schulabschluss oder der Zahl der Hilfen zur Erziehung niederschlägt.

 

Darüber hinaus können unter Berücksichtigung der regionalen schulfachlichen Erfordernisse auch Schulen berücksichtigt werden, die die o.g. Indikatoren nicht ausgeprägt aufweisen, die jedoch als Ganztags- oder Halbtagshauptschulen zum Beispiel unter dem Aspekt der individuellen Förderung vorbildhafte Konzepte für Nachmittagsangebote oder besondere pädagogische Konzepte zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund entwickelt und umgesetzt haben. Dies ist von der zuständigen Schulaufsicht zu überprüfen und nach schulfachlichen Gesichtspunkten zu bewerten.

 

Die Schulverwaltung hat Mitte Dezember 2005 zusammen mit der Unteren Schulaufsicht die Schulleitungen aller Herner Hauptschulen in einem gemeinsamen Termin über die Absichten und Konzeptionen des Landes informiert sowie die Thematik auf der Grundlage der bis zu diesem Zeitpunkt bekannt gewesenen Eckpunkte und Inhalte erörtert. Danach haben alle sieben Herner Hauptschulen, und zwar auch die bereits in bisheriger Form als Ganztagsschule geführte Gustav-Adolf-Schule, ihr Interesse bekundet, zu einer Ganztagsschule im Sinne der Erlasse umgewandelt zu werden.

 

In der Zeit vom 16. bis 24. Januar 2006 wurden alle Hauptschulen von Vertretern der Schulverwaltung und des Gebäudemanagements zusammen mit den Schulleitungen begangen, um vor Ort die konzeptionellen Vorstellungen der Schulleitungen mit den räumlichen und technischen Gegebenheiten abzugleichen sowie notwendige Neu- und Ersatzinvestitionen zu ermitteln.

 

Auf dieser Grundlage erstellen zur Zeit das Gebäudemanagement und die Schulverwaltung Kostenkalkulationen für die sich abzeichnenden Investitionen in baulicher Hinsicht sowie notwendiger Einrichtungen.

 

Wie erwähnt, haben alle Herner Hauptschulen ihr grundsätzliches Interesse am erweiterten Ganztagsbetrieb geäußert; es ist jedoch unrealistisch anzunehmen, dass das Land einem derartigen „flächendeckenden“ Antrag des Schulträgers seine Zustimmung geben würde. Von daher bedarf es auf Schulträgerebene einer Vorauswahl der Schulen, für die durch den Schulträger bei der Bezirksregierung Arnsberg ein entsprechender Antrag gestellt wird.

 

Die im Beschlusstenor genannten Schulen beabsichtigen, den Ganztagsbetrieb zunächst nur mit den Jahrgängen 5 und 6 zu starten und dann schrittweise auszubauen. Die Gustav-Adolf-Hauptschule ist bereits in allen Jahrgangsstufen im Ganztagsbetrieb.

 

Die für diese Auswahl im wesentlichen bedeutsamen Kriterien hat die Schulverwaltung in  einer Matrix zusammengestellt und dieser Vorlage als Anlage 2 beigefügt.

 

Die Gustav-Adolf-Schule ist bereits Ganztagsschule und hat beantragt, bereits zum 1. 2. 2006 den erweiterten Ganztagsbetrieb aufnehmen zu können, um insbesondere auch zu diesem Zeitpunkt schon den zusätzlichen (hier noch 10 – %igen) Lehrerstellenanteil zu erhalten. Die Antragsfrist bei der Bezirksregierung Arnsberg war der 19. 1. 2006, die Verwaltung hat diesen Antrag vorab gestellt. Anders als bei den übrigen Hauptschulen bedurfte es hier nicht einer Entscheidung des Schulträgers nach § 9 Abs. 1 und § 81 Abs. 2 SchulG durch Beschluss des Rates der Stadt. Als bereits bestehende Ganztagsschule erfüllt diese Schule insofern auch die Auswahlkriterien des Landes, so dass die im Stadtbezirk Eickel gelegene Gustav-Adolf-Hauptschule im weiteren Auswahlverfahren sozusagen „gesetzt“ ist.

 

Im Stadtbezirk Herne-Mitte erfüllt die Hauptschule Neustraße in weitaus ausgeprägterer Form die vorgegebenen Kriterien des Landes als die HS Hölkeskampring. Das gilt für alle zugrundegelegten Indikatoren, wie Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler (55,39 % zu 10,54 %), Klassenwiederholer (6,81% zu 1,93 %), Abgänge ohne Schulabschluss (4,54 % zu 2,81 %) und Befreiung vom Eigenanteil bei den Lernmitteln (32,67 % zu 10,36 %).

 

Vergleichbares gilt für die Situation im Stadtbezirk Wanne zugunsten der HS Melanchthon gegenüber der HS Königin-Luisen. Hier ist lediglich der Anteil der Abgänger ohne Schulabschluss bei der HS Melanchthon geringer (1,93 % zu 3,10 %). Entscheidend ist aber zudem, dass die HS Königin-Luisen in der bedeutsamen Jahrgangsstufe 7 keine Zweizügigkeit aufweist und insofern dieses vom Land vorgegebene und nicht lediglich an benannten Indikatoren interpretierbare Kriterium nicht erfüllt.

 

Im Stadtbezirk Sodingen ist die HS Jürgens Hof (nach Auflösung der HS Castroper Str.) die einzig verbliebene Hauptschule. Mit einem Anteil von mehr als 80 % besuchen die HS Jürgens Hof Schülerinnen und Schüler aus Grundschulbezirken des Stadtbezirks Sodingen. Die Schule hat damit eine herausgehobene Bedeutung für ein Hauptschulangebot im näheren Wohnumfeld. Im Vergleich dazu besteht die Schülerschaft der HS Hölkeskampring zu ca 11 % aus Schülerinnen und Schülern aus Grundschulbezirken des Stadtbezirks Sodingen.

 

Noch einige Aspekte aus schulentwicklungsplanerischer Sicht: Längerfristig wird die Schülerzahl vor dem Hintergrund der allgemeinen demografischen Entwicklung abnehmen. Diese Entwicklung ist bereits im Schulentwicklungsplan für die Grundschulen dargestellt und wird mit einem zeitlichen Verzug auch die Sekundarstufe I erreichen. Damit einhergehen wird auch, dass die Übergangsquote zu den Hauptschulen von zuletzt noch 14,3 % weiter sinken wird (vor Rücklauf von abgewiesenen Schülern an den Gesamtschulen beträgt die Quote 11,2 %). Grund dafür ist, dass dann zukünftig kaum oder keine Ablehnungen aus dem Gesamtschulbereich mehr eintreten werden, da diese Schulform die dort angemeldeten Schüler dann vollständig aufnehmen kann. Dieser Entwicklung muss die Schulinfrastruktur längerfristig zwangsläufig angepasst werden. Das wird auch die Aufgabe einzelner Schulstandorte und Gebäude zur Folge haben. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass die Standorte, in die jetzt im Rahmen der erweiterten Ganztagshauptschulen investiert werden soll, auch auf längere Sicht weiter schulisch genutzt werden.

 

Finanzen und Ressourcen

 

Investitionen

 

Zu den erforderlichen investiven Maßnahmen erhält der Schulträger nach Maßgabe verfügbarer Haushaltsmittel auf Antrag Zuwendungen im Rahmen des Bundesprogramms „Initiative Zukunft, Bildung und Betreuung“ (IZBB). Das ist dasselbe Programm, aus dem auch schon die Offenen Ganztagsschulen im Primarbereich finanziert werden. Für jeweils 20 Schülerinnen und Schüler wird ein Festbetrag in Höhe von 115.000,-- EUR zu den tatsächlichen Ausgaben gewährt. Wird in einer Schule die Zahl von 200 Schülern überschritten, wird für jeweils weitere 20 Schülerinnen und Schüler ein Festbetrag in Höhe von 62.500,-- EUR gewährt. Für die Gustav-Adolf-Hauptschule als bereits bestehende Ganztagsschule werden 50 % der o.a. Sätze gewährt. Diese Beträge setzen sich zusammen aus Einzelbeträgen für die Baukosten, die Einrichtungskosten und für die Außenanlagen. Das System entspricht der Förderung bei der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich. Der Festbetrag darf 90 % der Gesamtkosten nicht überschreiten; die Festbeträge sind miteinander deckungsfähig, wenn die Durchführung aller geförderten Maßnahmen nachgewiesen wird. Der von der Stadt aufzubringende Eigenanteil beträgt 10 %.

 

In der bereits oben erwähnten Matrix sind die auf dieser Basis errechneten Gesamtausgaben für Investitionen incl. städtischer Eigenanteil standortbezogen dargestellt. Grundsätzliches Ziel ist es, die jeweils maximale Fördersumme auszuschöpfen.

Dies würde standortbezogen das Aufbringen folgender städtischer Eigenanteile bedingen:

 

Hauptschule

10 % Eigenanteil für Investitionen

HS Gustav-Adolf

71.000

HS Neustr.

176.300

HS Melanchthon

141.800

HS Jürgens Hof

115.200

 

 

Personeller Aufwand

 

Schulsekretariat

 

Die zur Zeit in der Verwaltung in der Entwicklung befindliche neue Konzeption bei den Schulsekretariaten erkennt bei Ganztagsschulen als sog. Baustein u.a. einen Mehrbedarf von 5 Stunden wöchentlich für die im Schulsekretariat zu erledigenden Arbeiten an, so z. B. an der Gustav-Adolf-Hauptschule. Ebenso ist danach anerkannt ein Mehrbedarf von 1 Stunde wöchentlich für Über-Mittag-Betreuung und eingerichteten 13plus-Maßnahmen. Diese Betreuungsmaßnahmen würden bei Aufnahme des Ganztagsbetriebes entfallen.

 

Die Anwendung dieser Konzeption bei den Schulsekretariaten hätte standortbezogen folgende Auswirkungen:

 

Hauptschule

Soll-Std.

Ist-Std.

Mehr-Std.

HS Gustav-Adolf

5

5

0

HS Neustr.

5

1

4

HS Melanchthon

5

1

4

HS Jürgens Hof

5

0

5

 

 

Die dafür entsprechend notwendigen zusätzlichen Personalkosten müssten bereitgestellt werden.

 

Hausmeisterdienste

 

Der Ganztagsbetrieb an den Hauptschulen ist bis 16.00 Uhr vorgesehen. Der Dienst der Schulhausmeister endet um 17.00 Uhr. In Abstimmung mit dem Gebäudemanagement ist ein personeller Mehraufwand nicht zu erwarten.

 

Küchenbereich/Essensausgabe

 

Für den Küchenbereich, die Essensausgabe und damit zusammenhängenden Tätigkeiten werden an bestehenden Ganztagsschulen überwiegend Portioniererinnen eingesetzt, so z.B. auch an der Gustav-Adolf-Hauptschule. Nach den von den Schulleitungen vorgelegten und beschriebenen Konzepten besteht überwiegend die Absicht, diese Dienste z. B. über Schülerfirmen, Fördervereine, durch Schule selbst finanzierte 400,-- EUR-Kräfte zu erbringen. Die tatsächliche Entwicklung muss hier aber abgewartet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass – etwa orientiert am Beispiel der Gustav-Adolf-Schule – hier auch der Einsatz städt. Kräfte nachgefragt und ggf. notwendig wird.

 

Sächlicher und sonstiger Aufwand

 

Für Lehr- und Unterrichtsmittel im sog. dezentralen Schulhaushalt erhalten die Schulen im Ganztagsbetrieb pro Schule und Jahr einen Betrag von 450,-- EUR, so z. B. bereits die Gustav-Adolf-Hauptschule. Dieser Betrag wäre auch für die neu hinzukommenden Ganztagschulen je Standort aufzubringen.

 

Für den Betrieb einer Ganztagsschule ist des Weiteren mit zusätzlichen Kosten für Energie (Wärme, Strom, Wasser) zu rechnen.

 

An einzelnen Standorten zusätzlich geschaffene Räume und Flächen verursachen zusätzlichen Unterhaltungs- und auch Reinigungsaufwand, der im einzelnen zur Zeit noch nicht beziffert werden kann. Demgegenüber ist aber auch zu erwarten, dass z. B. Kosten für Heizenergie an den Standorten zurückgehen wird, an denen alte Pavillongebäude durch Neubauten ersetzt werden.

 

Fristen, Termine, Verfahren

 

Der Antrag auf Umwandlung der Halbtagshauptschulen in Ganztagshauptschulen zum Schuljahresbeginn 2006/2007 muss spätestens am 15. 3. 2006 bei der Bezirksregierung vorliegen. Hierbei handelt es sich um eine schulorganisatorische Maßnahme im Sinne des § 81 Abs. 2 SchulG für die ein entsprechender Beschluss des Rates der Stadt erforderlich ist und die letztlich der Genehmigung der Bezirksregierung als obere Schulaufsichtsbehörde bedarf. Über die genannten Bestimmungen des Schulgesetzes hinaus muss der Antrag enthalten:

 

-          die verbindliche Erklärung des Schulträgers, dass die räumlichen, ggf. personellen und sächlichen Voraussetzungen für die Aufnahme des Ganztagsbetriebes gegeben sind bzw. bis zur Aufnahme des Ganztagsbetriebes geschaffen werden

-          die verbindliche Erklärung des Schulträgers und der Schule, zu welchem Zeitpunkt der Ausbau des Ganztagsbetriebs begonnen wird

-          das Ganztagskonzept der Schule mit einer verbindlichen Zeitplanung zur Umsetzung.

 

Die Bezirksregierung prüft und bewertet die Anträge der Schulträger unter schulaufsichtlichen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung der im Erlass genannten Kriterien und erstellt eine Rangfolge der Bewerbungen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Genehmigungen werden in Abstimmung mit dem MSW erteilt. Hierzu finden gemeinsame Dienstbesprechungen statt.

 

Soweit die rechtlichen, sächlichen, personellen und konzeptionellen Voraussetzungen gegeben sind, kann die Schule entsprechend der Genehmigung durch die Bezirksregierung den Ganztagsbetrieb aufnehmen. Laut Erlass erfolgt die Aufnahme des Ganztagsbetriebs in der Regel schrittweise ab der Jahrgangsstufe 5. 

 

Für die darüber hinaus zu stellenden Anträge auf Zuwendungen aus dem IZBB-Programm gelten die gleichen Vorgaben wie bei der Offenen Ganztagsschule im Primarbereich, das heißt, diese Anträge müssen spätestens am 30. 4. 2006 bei der Bezirksregierung eingegangen sein.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin

 

Anlagen

Darstellung benötigter Finanzen und Ressourcen

Matrix mit Auswahlkriterien

Anlagen:

Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Ganztagshauptschule_Finanzen und Ressourcen (16 KB) PDF-Dokument (5 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich Auswahlkriterien (20 KB) PDF-Dokument (8 KB)