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Vorlage - 2003/0876  

Betreff: Grundwasserreinigungsanlage im Bereich der ehemaligen Zeche Friedrich der Große an der Von-Waldthausen-Straße
hier: Sachstandsbericht
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Piel, 27 48Aktenzeichen:54/3
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Säger, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
26.11.2003 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
05.12.2003 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

1. Vorgeschichte

 

Nach Schließung der ehemaligen Zeche Friedrich der Große im Jahre 1978 wurden die aufstehenden Gebäude und Förderanlagen abgerissen. Für die Aufbereitung der Fläche zur Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben wurde Bergematerial in einer Mächtigkeit von bis zu sieben Metern verteilt. Die teils gewaltigen Fundamente und Altlasten verblieben im Boden.

 

Das Grundwasser in diesem Bereich ist durch den langjährigen Betrieb der Kokerei und der Nebengewinnungsanlagen erheblich mit Schadstoffen belastet und floss bisher unbehandelt dem Landwehrbach zu. Die Verwaltung hat mehrfach über die Situation und die durchgeführten Untersuchungen berichtet.

 

 

 

 

2. Planung und Beauftragung der Sanierungsmaßnahmen

 

Da diese Belastungen im Bereich des heutigen Hochregallagers liegen, ist ein direkter Zugriff auf den Schadensherd nicht möglich. Die Verwaltung hat deshalb das Ingenieurbüro Halbach & Lange beauftragt, eine Sanierungsmaßnahme aufgrund der Sanierungsuntersuchung des Erdbaulaboratoriums Ahlenberg aus dem Jahre 1997 zu konzipieren. Ziel sollte sein, eine möglichst umfassende Reinigung des Grundwassers bei vertretbaren Kosten zu realisieren.

 

Nach Auswertung der Unterlagen und Abstimmung mit dem staatlichen Umweltamt Hagen stellte sich heraus, dass eine Förderung des Grundwassers mittels Brunnen und Reinigung in einer entsprechend dimensionierten Anlage die effektivste Lösung darstellt. Deshalb wurden an der Von-Waldthausen-Straße unterhalb des heutigen Industriegebietes 23 Brunnen gebohrt. Das kontaminierte Wasser wird mittels Druckluftpumpen gefördert und der in zwei Containern untergebrachten Reinigungsanlage zugeführt. Dabei wird das Wasser zunächst in einem Vorlagebehälter gesammelt, dann einer Vorbehandlung in einem Schrägklärer und Kiesfilter zugeführt, bevor die Schadstoffe in zwei Aktivkohlefiltern endgültig entfernt werden.

 

Die Kosten wurden auf  532.766,14 € geschätzt. Ein Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung über ein 80%ige Förderung liegt vor. Die Bezirksvertretung Sodingen hat die Durchführung der Maßnahme in der Sitzung am 16.06.2000 beschlossen. 

 

Auftragnehmer für die gesamte Anlage ist die Firma Züblin, die nach Ausschreibung der Leistungen nach vorangegangenem Teilnahmewettbewerb das günstigste Angebot abgegeben hatte.

 

 

 

 

3. Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage

 

Die Anlage wurde am 21.08.2003 in Betrieb genommen. Nach Einjustierung der Anlage wird zur Zeit eine Reinigungsleistung von 98 % der relevanten kokereispezifischen Schadstoffe erreicht, d. h. das abgereinigte Wasser kann unbedenklich der Kanalisation zugeführt werden. Eine Aussage, wann und wie oft die Aktivkohle gewechselt werden muss, kann derzeit noch nicht gemacht werden. Zur Kontrolle werden sowohl innerhalb der Anlage als auch aus mehreren Grundwassermessstellen im Umfeld fortlaufend Wasserproben entnommen und analysiert.

 

Ursprünglich war vorgesehen, die Schadstoffe in einer biologischen Stufe zu reinigen. Da aber Vorversuche des Hygiene-Instituts Gelsenkirchen zunächst negativ verliefen, wurde die Stufe zwar ausgeschrieben, aber zunächst nicht beauftragt. Nach dem nun zweimonatigen Betrieb hat sich herausgestellt, dass im Wasser ausreichend Mikroorganismen vorhanden sind und somit eine biologische Reinigung sinnvoll ist. Die Betriebskosten können durch den geringeren Verbrauch an Aktivkohle dann deutlich gesenkt werden. Deshalb soll diese zusätzliche Stufe als dritter Container auf den beiden vorhandenen kurzfristig installiert werden.

 

Mit dem Betrieb der Anlage ist ebenfalls die Firma Züblin beauftragt worden, damit gerade in der Einfahrphase eine optimale Anpassung an wechselnde Grundwasserverhältnisse und schwankende Schadstoffbelastungen gewährleistet ist.

 

Anfang November wurde in die Anlage eingebrochen und der zur Steuerung installierte Rechner entwendet. Es ist davon auszugehen, dass der Schaden kurzfristig behoben werden kann und die Anlage den Betrieb (nach Verbesserung des Einbruchschutzes) wieder aufnehmen wird.

 

Die Verwaltung wird über die weitere Entwicklung der Grundwassersituation  und die Reinigungsleistung berichten.

Anlagen:

Anlagen:

1 Lageplan