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Vorlage - 2007/0575  

Betreff: Gewässerplanung städtischer Schmiedesbach-Mittellauf
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Schnepel, 2884
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Säger, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
16.10.2007 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
24.10.2007 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
25.10.2007 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 Finanzposition:

 Verw.-/Vermögenshaushalt:

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Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Die Bezirksvertretung Herne-Mitte beschließt die Öffnung des Schmiedesbach-Mittellaufes und beauftragt die Verwaltung, für die geplante Öffnung des Schmiedesbaches eine Genehmigungsplanung aufstellen zu lassen. Diese soll auf der Grundlage des Entwicklungskonzeptes zur Öffnung des Schmiedesbaches und mit dieser Vorlage dargelegten konzeptionellen Planung bearbeitet werden.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Veranlassung

 

Die Umgestaltung des Schmiedesbaches ist Teil des Umbaus des Emscher-Systems.

 

Das Gewässer ist Vorfluter für die Schmutz- und Reinwasserströme im westlichen Teil des Herner Stadtgebietes. Das Einzugsgebiet des Schmiedesbaches kann grob betrachtet einem südlichen und einem nördlichen Bereich zugeordnet werden.

 

Der südliche Bereich des Einzugsgebietes ist der städtische Abschnitt des Schmiedesbaches. Der städtische Abschnitt ist auf seiner gesamten Länge verrohrt.

 

Der nördliche Bereich ist der genossenschaftliche Abschnitt und beginnt südlich der Rottbruchstraße bei km 2,45. Der Schmiedesbach fließt der Emscher bei km 34,35 zu.

 

Im Rahmen der Vorplanungen zum Umbau des genossenschaftlichen Schmiedesbaches in Herne wurde durch die Emschergenossenschaft auch die mögliche offene Anbindung des kanalisierten städtischen Mittellaufes untersucht. Es sollen alle heutigen Abwassereinleitungen in den Schmiedesbach beseitigt werden. Der Schmiedesbach soll zu einem überwiegend offen geführten Reinwasserlauf umgestaltet werden.

 

Die Stadt Herne plant Quell-, Grund- und Oberflächenwasser aus Teilbereichen des Stadtteils Holsterhausen von der Mischwasserkanalisation abzukoppeln und an den Schmiedesbach über ein weitgehend offen geführtes Grabensystem anzubinden.

 

Für die Öffnung des städtischen Mittellaufes wurde ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt. Die Maßnahme wurde mit Schreiben vom 24.07.2007 von der Bezirksregierung Arnsberg bewilligt. Die Zuwendung wird in der Form der Anteilsfinanzierung in Höhe von 80 % der zuwendungsfähigen Kosten als Zuweisung gewährt. Wegen des Interesses der Emschergenossenschaft an der Realisierung der Maßnahme wird die Emschergenossenschaft in Abstimmung mit der Stadt die weitere Planung vorfinanzieren, beauftragen und betreuen.

 

Nach Abschluss der Planung wird der Eigenanteil für die Planungskosten von 20 % von der Emschergenossenschaft im Rahmen eines sogenannten Sonderinteresses für die Verbandsbeiträge 2009 veranlagt.

 

 

 

 

Darstellung der Ist-Situation des städtischen Mittellaufes

 

Der Schmiedesbach-Mittellauf nimmt seinen Ausgang auf einem ehemaligen Zechengelände, dass später auch als Standort des Chemiewerkes „Hibernia“ genutzt wurde. Das Gebiet wurde saniert und einer neuen Nutzung als Gewerbepark  „Hibernia“ zugeführt. Das Gewerbegebiet „Hibernia“ entwässert im Trennverfahren. Das auf dieser Fläche anfallende Regenwasser wird in ein bereits gebautes Grachtensystem eingeleitet.

 

Der Ablauf des gedichteten Grachtensystems wird derzeit gedrosselt in den städtischen hydraulisch stark belasteten Abschnitt des Schmiedesbaches an der Holsterhauser Straße eingeleitet.

 

Der Schmiedesbach führt in nördliche Richtung auf einer Länge von ca. 1.000 m bis zur Straße „An der Ziegelei“, wo er bei km 2,45 in den genossenschaftlichen Abschnitt übergeht.

Der städtische Abschnitt der Gewässertrasse liegt abschnittsweise im Straßenbereich, quert auf längeren Strecken Park- und Kleingartenflächen sowie private Grundstücksflächen.

Die städtische Kanalisation entwässert bis auf die Gewerbefläche „Hibernia“ im Mischsystem.

 

 

Vorplanung

Entwicklungskonzept  Schmiedesbach-Mittellauf (Stand: Dezember 2004)

 

Das im Auftrag der Emschergenossenschaft erarbeitete Konzept zur ökologischen Verbesserung  des städtischen Schmiedes-Mittellaufes sieht folgende Umgestaltungsmaßnahmen vor, die abschnittsweise beschrieben werden:

 

 

Abschnitt 1:

Spielplatz Im Hasenkamp bis Karl-Bosch-Straße (km 3,67 bis km 3,34)

 

Der Bach soll unmittelbar nördlich der Holsterhauser Straße offen beginnen. Die offene Gewässertrasse wird in östlicher Richtung bis zur Straße Im Hasenkamp geführt. Aufgrund der geringen Hochwasserabflüsse sieht die Vorplanung hier ein kleines Gewässer mit einer Sohlbreite von ca. 1 m und einer schmalen Aue vor. Der Bach quert die Straße Im Hasenkamp und wird verrohrt auf einer Länge von ca. 40 m zu einer Rasenfläche westlich der Albert-Einstein-Straße geführt. Bei der weiteren Planung soll überprüft werden, ob eine Offenlage als Trogprofil mit 1-1,5 m Breite am nördlichen Straßenrand möglich ist.

 

Innerhalb der Grünfläche an der Albert-Einstein-Straße wird das Gewässer bis zur Karl-Bosch-Straße offen geführt.

 

 

Abschnitt 2:

Karl-Bosch-Straße bis Friedhof (km 3,34 bis km 2,8)

 

Zwischen der Karl-Bosch-Straße und der Grabenstraße soll ein kleines leicht mäandrierendes Gewässer in der Grünfläche gestaltet werden mit einer Sohlbreite von ca. 1m.

 

Die Gewässertrasse verläuft zunächst am Nordrand der Wiese und quert die Kleingartenanlage parallel zu einem Weg. Hiernach verläuft der Bach nach Westen bis zum östlichen Eingang des Friedhofes.

 

Es ist ein Entwicklungsstreifen für den Schmiedesbach von 10 – 15 m Breite geplant.

 

 

 

Abschnitt 3:

Friedhof bis Bielefelder Straße (km 2,8 bis km 2,49)

 

Die Gewässertrasse soll offen entlang eines Weges am Ostrand der Erweiterungsfläche des Friedhofes geführt werden. Die Offenlegung ist hier abhängig von der Zustimmung der Friedhofsverwaltung und der Grundstückseigentümer.   Aufgrund der angrenzenden Privatgrundstücke und den damit verbundenen engen Platzverhältnisse kann das Gewässer nur als Graben gestaltet werden. Im weiteren Verlauf muss das Gewässer innerhalb der Straße Am Schmiedesbach bis zur Bielefelder Straße verrohrt geführt werden.

 

 

Abschnitt 4:

Bielefelder Straße bis Rottbruchstraße (km 2,49 bis km 2,16)

 

Für den 250 m langen Gewässerabschnitt innerhalb der breiten Bielefelder Straße wird die Anlage eines offenen Stadtgewässers mit einem 2 m breiten Trogprofil vorgeschlagen. Die Offenlegung würde hier das Wohngebiet städtebaulich aufwerten. Das Gewässer müsste mit Geländern gesichert werden. Die vorhandenen Garagenzufahrten würden entsprechend  überdeckelt werden. Um den Gewässerverlauf  gestalterisch zu betonen und den Straßenraum aufzuwerten wird eine Baumreihe innerhalb des Parkstreifens vorgeschlagen.

 

Auf dieser Strecke ist das Gefälle relativ groß (ca. 25 Promille). Die Einschnitttiefe kann von anfänglich 2,5 m (im Anschluss an die Verrohrungsstrecke) auf ca. 1 m am Ende der Offenlage (Rottbruchstraße) reduziert werden. Aufgrund des Höhenunterschiedes zur Sohle des genossenschaftlichen Gewässers nördlich der Rottbruchstraße müssen entsprechende Abstürze im neuen Durchlass in der Rottbruchstraße geplant werden.

 

Durch das starke Gefälle müssen mehrere Sohlschwellen zur Minderung der Fliessgeschwindigkeit angelegt werden.

 

Die Vorplanung gibt einen Planungsstand wieder, der noch nicht auf einer konkreten Geländevermessung basiert, sondern auf Grundlage des digitalen Geländemetalls der Überfliegung sowie punktueller Geländehöhen.

 

 

 

 

Weiteres Vorgehen

 

Eine Offenlegung des Schmiedesbaches des Mittellaufes ist in absehbarer Zeit möglich. Es wird angestrebt die Planung nach dem Beschluss konkreter zu planen.  Die Genehmigungsplanung soll den bürgerschaftlichen Gremien im Frühjahr nächsten Jahres vorgestellt werden. Die Einreichung der Genehmigungsplanung nach § 31 WHG  ist im Sommer nächsten Jahres vorgesehen. Mit der Ausführungsplanung wird direkt im Anschluss der Einreichung der Genehmigungsplanung begonnen. Die Bauausführung für die Offenlegung des Schmiedesbaches  ist für den Sommer 2009 vorgesehen. Es wird ein Planfeststellungsverfahren angestrebt. (Ergänzt durch mündlichen Vortrag der Verwaltung)

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

(Terhoeven)

 

Anlagen:

Anlagen:

Lageplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Plan für Sitzungsvorlage2 (547 KB) PDF-Dokument (79 KB)