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Vorlage - 2008/0461  

Betreff: Bericht zur Bildung eines Grundschulverbundes
Grundschule Diedrichstr. (Stammschule) Diedrichstr. 7, 44628 Herne
und
Grundschule Pantrings Hof (Teilstandort) Eberhard-Wildermuth-Str. 43, 44628 Herne
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Schöbel, Ellen
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Winkler, Barbara
Beratungsfolge:
Schulausschuss Anhörung
21.08.2008 
des Schulausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

Die aufgrund des demografischen Wandels sinkenden Schülerzahlen sind im Rahmen des am 13.11.2007 vom Rat beschlossenen Schulentwicklungsplanes 2004 - 2010 (Teilplan Grundschulen) für die Schuljahre 2005/2006 und 2006/2007 und Ausweitung der Prognosen bis 2012 berücksichtigt worden. Es wurde u. a. darauf verwiesen, dass einige Grundschulen nicht mehr zweizügig sind und es nicht auszuschließen sei, dass diese Schulen in einen Schulverbund überführt werden müssen.

 

 

Rechtliche Grundlage

 

Nach § 81 Abs. 1 SchulG ist die Stadt Herne verpflichtet, durch schulorganisatorische Maßnahmen angemessene Klassen- und Schulgrößen zu gewährleisten. Hierbei sollen nach § 82 Abs. 3 SchulG Grundschulen mit weniger als zwei Klassen pro Jahrgang zur Erreichung angemessener Klassen- und Schulgrößen gem. § 81 Abs. 1 SchulG möglichst als Teilstandort (Schulverbund) geführt werden. Dabei entsteht eine einheitliche Grundschule mit einem Lehrerkollegium, einer Schulleitung, einer Schulkonferenz und einer Schulpflegschaft, wobei an den Teilstandorten auch Teilpflegschaften gebildet werden können (s. § 75 Abs. 5 SchulG).

 

 

Entwicklung 2008/2009

 

Die Zahl der Schulanfänger 2008/2009 an den Grundschulen ist wie prognostiziert zurückgegangen. Das führt u. a. dazu, dass die Grundschule Pantrings Hof, die bereits seit dem Schuljahr 2006/2007 in allen Jahrgangsstufen einzügig geführt wird, auch im Schuljahr 2008/2009 weiterhin durchgängig einzügig bleibt.

 

 

Stellungnahme der unteren Schulaufsicht

 

In ihrer Stellungnahme vom 21.04.2008 (s. Anlage 1) teilt die untere Schulaufsicht mit, dass die Grundschule Pantrings Hof nur kommissarisch geleitet werde. Die Schulleiterstelle ist seit dem Schuljahr 2007/2008 vakant. Trotz dreimaliger Ausschreibungen (im März, Mai und August 2007) konnte kein Bewerber für diese Schule gefunden werden.

 

Handlungsbedarf sei u. a. aus folgenden Gründen gegeben:

 

-           Die Schule könne nicht dauerhaft kommissarisch geleitet werden.

 

-           Die Versorgung mit Lehrerstellen dürfe nicht zulasten anderer Grundschulen gehen.

 

-           Die Unterrichtserteilung durch Fachlehrer könne in einem Grundschulverbund eher ermöglicht werden.

-           Die Vertretung in Krankheitsfällen könne besser geregelt werden.

-           Durch höhere Schülerzahlen stehe der Schulleitung mehr Leitungszeit zur Verfügung.

-           Durch den Schulverbund bleibe die Konrektorstelle und damit ein Schulleitungs-team erhalten.

-           Zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung stehen größere personelle Ressourcen zur Verfügung.

 

Da der Schulstandort erhalten werden solle, werde ein Grundschulverbund mit der benachbarten Grundschule Diedrichstr. befürwortet. Die Schulleiterin der Grundschule Diedrichstr. berate die kommissarisch mit der Schulleitung beauftragte dienstälteste Kollegin der Grundschule Pantrings Hof seit Beginn des Schuljahres 2007/2008. Die Schulleiterin der GS Diedrichstr. sei bereit, die Schulleitung auch für den Grundschulverbund zu übernehmen.

 

 

Prüfung der Voraussetzungen

 

§ 82 Abs. 3 SchulG: Grundschulen mit weniger als zwei Klassen pro Jahrgang sollen, wenn der Schulträger deren Fortführung für erforderlich hält, zur Erreichung angemessener  Klassen- und Schulgrößen im Sinne von § 81 Abs. 1 möglichst als Teilstandort geführt werden (Grundschulverbund).

 

Die Verwaltung hat die erforderlichen  Voraussetzungen für die Bildung des Grundschulverbundes mit der Grundschule Dierichstr. als zweizügiger Stammschule und der Grundschule Pantrings Hof als einzügigem Teilstandort mit folgendem Ergebnis geprüft:

 

1.       Die GS Pantrings Hof (zukünftiger Teilstandort) ist durchgehend einzügig. Eine Zweizügigkeit wird nicht erwartet (s. auch Ausführungen auf Seite     ).

2.       Die Fortführung der GS Pantrings Hof wird vom Schulträger für erforderlich gehalten. Eine Verlagerung in die benachbarte Grundschule Diedrichstr ist selbst bei einer jahrgangsweisen Auflösung der GS Pantrings Hof aus räumlichen Gründen zur Zeit nicht möglich. Zudem bleibt dadurch auch die von den Eltern gewünschte wohnortnahe Beschulung erhalten.

 

3.       Für die GS Diedrichstr. (Stammschule) wird eine Zweizügkeit lt. Schulentwicklungsplanung im Prognosezeitraum bis 2012/2013 trotz Schülerrückgangs erwartet. Der Bestand der GS Diedrichstr. ist daher langfristig gesichert.

 

4.       Durch Bildung des Grundschulverbundes können angemessene Klassen- und Schulgrößen erreicht werden.

5.       Zum jeweiligen anderen Standort gibt es zumutbare Schulwege.

 

 

Ergebnis der Prüfung:

 

Nach Prüfung aller Kriterien liegen die Voraussetzungen für die Bildung eines Grundschulverbundes für die Grundschule Diedrichstr. als Stammschule und für die Grundschule Pantrings Hof als einzügigem Teilstandort vor.

 

 

 

Information

 

Ein erster Sachstandsbericht erfolgte am 03.06.2008 im Schulausschuss (s. auch Berichtsvorlage 2008/0341). Die Bezirksvertretung Sodingen wurde in der Sitzung am 04.06.2008 ebenfalls über die Überlegungen der Verwaltung zum o. g. Grundschulverbund informiert. In beiden Sitzungen wurde Eltern und Funktionsträgern der Grundschule Pantrings Hof ein Rederecht eingeräumt.

Außerdem wurde in Schreiben an die Schulpflegschaft, den Förderverein und Eltern die Maßnahme erläutert und auf die zwischenzeitlich geäußerten Einwände eingegangen.

 

 

Beteiligung

 

Gem. § 76 Nr. 1 SchulG ist die Schule bei Teilung, Zusammenlegung, Änderung und Auflösung zu beteiligen. Die Schulleitung / kommissarische Schulleitung der Grundschule Diedrichstr. und der Grundschule Pantrings Hof wurden mit Schreiben vom 14.05.2008 um Stellungnahme gebeten.

 

Im Rahmen der Schulkonferenzen informierten Vertreter des Fachbereichs Schule und Weiterbildung und des Schulamtes der Stadt Herne über den beabsichtigten Grundschulverbund.

 

Die Schulkonferenz der Grundschule Diedrichstr. hat dem Grundschulverbund in ihrer Sitzung am 19.06.2008 zugestimmt (s. Anlage 2).

 

Die Schulkonferenz der Grundschule Pantrings Hof hat dem Grundschulverbund in ihrer Sitzung am 10.06.2008 nicht zugestimmt (s. Anlage 3)

 

Die Schulkonferenz begründet ihre Entscheidung wie folgt:

(Anmerkung: Die Stellungnahme der Schulkonferenz ist nachfolgend als kursiver Text wiedergegeben. Zu der einzelnen Begründung erfolgt jeweils anschließend die Stellungnahme der Verwaltung u. a. )

 

1.        „Eine Überführung in einen Grundschulverbund ist nach Auffassung der Schulkonferenz der Grundschule Pantrings Hof nicht sinnvoll, da sie für die Grundschule Pantrings Hof, die Schülerinnen und Schüler sowie für die Elternschaft keine Vorteile sondern nur Nachteile erbringt. Exemplarisch sei an dieser Stelle bei Gründung eines Schulverbundes auf die Festlegung der Einzügigkeit hingewiesen. Diese nimmt der Schule nachhaltig Wachstumspotenzial.

2.        Die Schulverwaltung und die Schulkonferenz haben das gleiche Ziel. Die Erhaltung eines wohnortnahen Schulangebotes für die Siedlungen Pantrings Hof und Eichenforst. Aufgrund unterschiedlicher Wachstumsprognosen der Schülerzahl unterscheiden sich jedoch unsere Wege zu diesem Ziel. Um dem Willen der Eltern nach einer wohnortnahen Grundschulversorgung Rechnung zur tragen, muss die Grundschule Pantrings Hof nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt in einen Grundschulverbund überführt werden. Die bestehende eigenständige Grundschule Pantrings Hof gewährleistet eine wohnortnahe Grundschulversorgung. Der Wegfall der Schulbezirksgrenzen – somit die freie Wahl der Eltern auf eine Grundschule (Elternwille) - lässt eine zuverlässige Vorhersage der Schülerzahlen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu. Die Anmeldungen an der Grundschule Pantrings Hof für das Schuljahr 2008/2009 übersteigen die Prognosen des Schulentwicklungsplans der Stadt Herne um 22 %. Aus folgenden Gründen sieht die Schulkonferenz ein höheres als im SEP prognostiziertes Wachstum der Schülerzahlen:

 

3.        Junge Familien mit Kindern ziehen im Zuge eines Generationenwechsels verstärkt in das Wohngebiet Pantrings Hof.“

 

Eine hierzu beim FB Stadtentwicklung, Stadtforschung und Wahlen erbetene Datenabfrage führte zu folgenden Ergebnissen:

§      In den Jahren 2003 - 2007 liegen bei Kindern unter 6 Jahren die Fortzüge über denen der Zuzüge (- 6)

§      Die Haushalte mit Kindern haben sich in den Jahre 2001 - 2007 von 309 auf 265 verringert.

§      Die Zahl der Kinder der für die Einschulung relevanten Jahrgänge liegt in den kommenden Jahren zwischen 24 und 12, und damit weiterhin im Bereich der Einzügigkeit (Jahrgang 2003: 23, 2004: 24, 2005: 12, 2006: 20, 2007: 15)

Insoweit ist das von der Schulkonferenz erwartete Wachstum der Schülerzahlen nicht begründet.

 

§       „Der Familienbericht der Stadt Herne sagt aus, dass der Anteil der Familien mit Kindern unter 18 Jahren in Pantrings Hof 22,5 % beträgt.“

Der von der Schulkonferenz zitierte Familienbericht der Stadt Herne enthält folgende Angaben:

Der Anteil von Familien mit Kindern unter 18 Jahren für Pantrings Hof beträgt 15,61 bis 18,31 %. Der o. g. Wert von 22,5 % bezieht sich auf Familien mit Kindern unter 18 Jahren im gesamten Stadtbezirk Sodingen.

Der Anteil der für die zukünftigen Schülerzahlen der Grundschule relevanten Bevölkerung im Alter von unter 7 Jahren wird für Pantrings Hof mit 5,14 bis 6,47 % angegeben. Die Geburtenrate im Jahr 2005 gehört mit 2,53 bis 4,7 % zu der geringsten Gruppe in Herne.

Fazit: Auch auf der Grundlage dieser Daten kann für die nächsten Jahre kein für die Klassenbildung relevanter Anstieg der im Ortsteil Pantrings Hof einzuschulenden Kinder erwartet werden.

 

§       „Die städt. Kindertagesstätte Pantrings Hof bietet seit mehreren Jahren eine Kindergartengruppe mit „kleiner Altersmischung“, dadurch wächst der Bekannheitsgrad der Grundschule Pantrings Hof über die Bezirksgrenzen hinaus. Darüber hinaus neigen Eltern dazu, das soziale Netzwerk ihrer Kinder zu unterstützen, in dem sie die dem Kindergarten nächstliegende Grundschule wählen. Erst die in 2007 erfolgte Aufhebung der Schulbezirksgrenzen ermöglicht den Eltern ihre Kinder in Pantrings Hof an der Grundschule anzumelden.“

 

Die Auswirkungen der freien Grundschulwahl auf eine einzelne Schule können wegen der kurzen Zeitspanne noch nicht prognostiziert werden. Die Erfahrungswerte aus dem Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2008/2009 für die Grundschule Pantrings Hof (22 Anmeldungen, mit 2 Zugängen aus anderen Bezirken, aber auch 2 Abgängen an andere Bezirke) lassen die Entwicklung in Richtung einer gesicherten Zweizügigkeit jedoch nicht erwarten.

 

Aufgrund der vom Rat der Stadt Herne am 27.3.2007 beschlossenen Zweizügigkeit hat die Grundschule Pantrings Hof ausreichende Kapazitäten mit Blick auf Schulraum und Lehrpersonal, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Sollten die Schülerzahlen hingegen in dem Maße sinken, dass keine angemessene Klassen- und Schulgröße erreicht werden kann, besteht zu jeder Zeit die Möglichkeit, einen Grundschulverbund herbei zu führen. Von einem drastischen Rückgang der Schülerzahlen ist jedoch nicht auszugehen, berücksichtigt man den SEP.

 

3.      Eine angemessene Klassen – und Schulgröße ist an der Grundschule Pantrings Hof gegeben und muss nicht durch Bildung eines Grundschulverbundes erreicht werden.“

 

Angemessene Klassengrößen:

Klassengrößen GS Pantrings Hof lt. Statistik  2007/2008: Die Klassen liegen mit 15, 19 und 22 Schülern in den Klassen 1 bis 3 unter dem Klassenfrequenzrichtwert* für Grundschulen von 24 Schülern. Die Schulanfänger 2008/2009 liegen mit 22 Anmeldungen ebenfalls unter diesem Richtwert, so dass danach in allen 4 Jahrgängen im Schuljahr 2008/2009 der Klassenrichtwert nicht erreicht wird.

*§ 6 Abs 2 der Verordnung zu Ausführung von § 93 Abs. 2 SchulG: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler einer Klasse soll den Klassenfrequenzwert nicht unterschreiten.

 

Angemessene Schulgröße:

Aus § 82 Abs. 3 Satz 1 SchulG ist zu folgern, dass nur bei einer grundsätzlich durchgängigen Zweizügigkeit von einer angemessenen Schulgröße auszugehen ist. Ohne sie lässt sich aus schulfachlicher Sicht auf Dauer weder das zum Erreichen der Bildungsziele notwendige unterrichtliche Angebot noch die dazu benötigte Lehrerinnen- und Lehrerversorgung garantieren.

 

Stellungnahme der unteren Schulaufsicht (s. Anlage 4):

„Angemessene Klassen- und Schulgröße: Hier sind Wunschvorstellungen und gesetzliche Vorgaben nicht immer deckungsgleich. Im Falle der GS Pantrings Hof befinden sich alle Klassen unter dem landesweit vorgegebenen Richtwert. Dieser Richtwert bestimmt die Zuweisung der Lehrerstellen. Die GS Pantrings Hof kann mit den ihr rechnerisch zustehenden Lehrerstellen den durch die Ausbildungsordnung Grundschule vorgegebenen Aufgaben nicht nachkommen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben benötigte die Schule bereits in der Vergangenheit höhere Stellenzuweisungen und wird sie auch in Zukunft weiterhin benötigen. Diese Stellenzuweisungen stehen nicht in einem neutralen Stellenbudget zur Verfügung, sondern werden anderen Grundschulen in Herne abgezogen. Bei kleinen Systemen besteht zusätzlich das Problem, dass durch die geringe Anzahl der Lehrkräfte eine fachbezogene Ausbildung und Vertretungskonzepte schwieriger zu sichern sind.“

 

Die Bildung eines Grundschulverbundes bedarf einer Vorlaufzeit von über einem Jahr. Bereits zum Zeitpunkt des Anmeldeverfahrens für die Schulanfänger des nächsten Schuljahres muss die Maßnahme beschlossen und genehmigt sein. Falls der Beschluss nicht zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt, würde ein Grundschulverbund frühestens zum Schuljahr 2010/2011 wieder gebildet werden können. D.h., die Schule müsste noch 2 Schuljahre mit dann ggf. verschlechterten Bedingungen weitergeführt werden.

 

4.    „Eine Verbesserung des Unterrichtsangebotes in Bezug auf Differenzierung bzgl.

·       Sport- und Religionsunterricht

·       spezieller Förderangebote

·       fachlicher Spezialisierungen sowie

·       Verbesserung der Schulprogrammarbeit

kann an der Grundschule Pantrings Hof durch die Bildung eines Grundschulverbundes mit der Grundschule Diedrichstraße nicht erfolgen. Die beiliegende Stellungnahme des Kollegiums der Grundschule Pantrings Hof vom 01.05.2008 sowie die beiliegende Informationsschrift über die Grundschule Pantrings Hof weisen auf das qualitative und differenzierte Unterrichtsangebot hin, das die Forderungen der Richtlinien und Lehrpläne voll erfüllt.“(s. Anlage 3)

 

5. Die Weiterführung und -entwicklung der pädagogischen Konzeption der Grundschule Pantrings Hof erfordert eine vollwertige, nur für diese Schule zuständige Schulleitung. Der Verwaltung und der Schulaufsicht ist mit Schreiben des Kollegiums der Grundschule Pantrings Hof vom 01.05.2008 mitgeteilt worden, dass Frau Kuschkewitz als dienstälteste Lehrerin mit Beginn des Schuljahres 2007/08 die Schulleitungsaufgaben wahrnimmt. Wenn die Grundschule Pantrings Hof als eigenständige Schule weitergeführt wird, kann die Schulleitungsstelle von der Bezirksregierung Arnsberg neu ausgeschrieben werden. Frau Kuschkewitz wird sich in diesem Fall auf die Schulleiterstelle bewerben.“

 

Stellungnahme der unteren Schulaufsicht:

„Schulleitung: Die Frage der Schulleitung ist nachrangig zu betrachten. Grundsätzlich muss bei jeder Schule die Bildung von Schulverbünden in Betracht gezogen werden, unabhängig davon, ob eine Schulleitung vorhanden ist oder nicht. Im Falle der GS Pantrings Hof löste die nach 3maliger öffentlicher Ausschreibung nicht besetzte Schulleiterstelle lediglich erhöhten Handlungsbedarf aus.

Durch eine Zusammenführung der GS Diedrichstraße mit der GS Pantrings Hof stünde mit der Schulleitung der GS Diedrichstraße eine Schulleitung für beide Schulen zur Verfügung. Zusätzlich hätte dies mit Blick auf die Schulleitung den Effekt, dass die zur Zeit noch zur Verfügung stehende Konrektorstelle der GS Diedrichstraße durch stabile Schülerzahlen langfristig gesichert bleibt.

Dass die Weiterentwicklung der an der GS Pantrings Hof praktizierten pädagogischen Konzepte eine vollwertige und nur für diese Schule zuständige Schulleitung erfordere, deckt sich nicht mit den Vorgaben des Schulgesetzes und unterstellt, dass die vorgesehene zukünftige Schulleitung ihren Aufgaben nicht gerecht würde.“

 

6.         „Die Elternschaft fordert eine eigenständige Grundschule, da nur so die Weiterführung der pädagogischen Konzepte wie jahrgangsübergreifende Eingangsstufe, projektorientierter Unterricht, Gruppenunterricht und das Schulprogramm gewährleistet werden kann. Nach Aussage des Regierungspräsidenten der Bezirksregierung Arnsberg würden nach der Auflösung der Grundschule Pantrings Hof, die vor der Überführung in den Grundschulverbund erfolgen würde, das vorliegende Schulprogramm und das pädagogische Konzept der Grundschule Pantrings Hof nicht mehr gelten. Die gemeinsame neue Schulkonferenz würde über ein neues gemeinsames Schulprogramm entscheiden. In dieser Schulkonferenz sind dann die Vertreter der Teilstandortschule nur anteilig vertreten, d.h. in der Minderheit.“

Auszug aus dem Schreiben des Regierungspräsidenten Arnsberg vom 4.6.2008 (s. Anlage 5 ):

“In Ihrem Schreiben äußern Sie die Befürchtung, dass das Konzept der Grundschule Pantrings Hof verloren gehen würde. Es ist richtig, dass nach Auflösung der Grundschule Pantrings Hof das zur Zeit vorliegende Schulprogramm und auch das Konzept nicht mehr gelten würde. Im Rahmen der Schulkonferenz haben Eltern und Schüler jedoch die Möglichkeit, über das Schulprogramm zu entscheiden (s. § 65 Abs.2 SchulG). Das von „Ihrer“ Schule erfolgreich gelebte Programm könnte sich somit auch positiv auf die Grundschule Diedrichstraße ausweiten, was zu positiven Synergieeffekten für beide Schulen führen und durchaus weiter in einer gemeinsamen Schule existieren kann.“

 

Stellungnahme der unteren Schulaufsicht:

„Schulprogramm:

Es ist richtig, dass durch die Zusammenführung von Schulen in einem Schulverbund eine neue Schule entsteht und damit die Schulkonferenz einer neuen Schule ein neues Schulprogramm beschließen muss. Dies bedeutet nicht, dass in einer Schule nur ein einheitliches Konzept umgesetzt werden muss. Vielmehr wird ein Schulprogramm immer die auch in einem Schulverbund weiterhin unterschiedlichen Standortbedingungen berücksichtigen. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die zukünftige Schulkonferenz beabsichtigt, Konzepte, die sich an einem Standort bewährt haben, mit einer Mehrheitsentscheidung zu verwerfen. Im Gegenteil ist eher zu erwarten, dass erfolgreiche Konzepte auch die Arbeit des jeweiligen anderen Schulstandortes bereichern.

Auch an Schulen mit einem Standort, gibt es teilweise unterschiedliche Konzeptionen, dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Schulen einen Ganztagszweig und einen Halbtagszweig organisieren. Abschließend ist anzumerken, dass jedes Schulprogramm immer auch prozesshaft angelegt und nicht dauerhaft gültig ist. Das belegt  auch die jährlich wechselnde  Zusammensetzung der Schulkonferenz.“

 

„Fazit:

Die Überführung der Grundschule Pantrings Hof in einen Schulverbund mit der Grundschule an der Diedrichstraße stellt nach Auffassung der Schulkonferenz keine Sicherung des Standortes für die Grundschule Pantrings Hof dar. Daher lehnt die Schulkonferenz der Grundschule Pantrings Hof die Bildung eines Grundschulverbundes mit der Grundschule an der Diedrichstraße ab.“

 

Die Prüfung aller Fakten hat als Ergebnis, dass der Fortbestand die Grundschule Pantrings Hof als einzügiger Teilstandort der Grundschule Diedrichstr. gesichert ist (s. S.      ).

 

 

Ergebnis:

Trotz der Argumente, die für einen Grundschulverbund sprechen, soll den Bedenken der Schulkonferenz und der Eltern der Grundschule Pantrings Hof Rechnung getragen und zunächst die weitere Entwicklung der Schülerzahlen abgewartet werden.

 

Für das Schuljahr 2009 / 2010 wird daher auf die Bildung eines Grundschulverbundes verzichtet.

 

Die Verwaltung wird die Entwicklung der Schülerzahlen beobachten und die Bildung eines Grundschulverbundes ggf. erneut prüfen.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin

 

 

Anlagen

 

Anlagen:

Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 039EFE98Schulamt Stellungnahme (86 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich ~5517507 Pantrings Hof Anlage 2 (26 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich 039AC240 Pantrings Hof Anlage 3 (313 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich 039C4D10 Pantrings Hof Anlage 4 (62 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich 039EFE98 Pantrings Hof Anlage 5 (72 KB)