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Vorlage - 2008/0481  

Betreff: Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissions-
schutzgesetz -BImSchG-;
Antrag der Firma Müntefering-Gockeln Wertstoffrecycling &
Containerdienst GmbH, Hafenstraße 4 a/b auf Genehmigung zur
wesentlichen Änderung der Abfallbehandlungsanlage
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Krüwel, Tel. 2842
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Böhnke, Bianca
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
27.08.2008 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Die Firma Müntefering-Gockeln hat bei der Bezirksregierung Arnsberg, Umweltverwaltung eine wesentliche Änderung der Abfallbehandlungsanlage am Standort Hafenstraße 4a/b beantragt. Der Antrag umfasst die Erweiterung des bestehenden Betriebsgeländes sowie Verlagerungen und Umstrukturierungen von Betriebseinheiten. Die Tages- und die Jahreskapazität der Gesamtanlage bleibt unverändert.

 

Die Antragstellerin betreibt auf dem Betriebsgelände Hafenstraße 4a/b eine Abfallbehandlungsanlage, die im Wesentlichen aus folgenden Anlagenteilen (Betriebseinheiten) besteht:

 

- Brecher- und Siebanlage für Böden

 

- Behandlungsanlage für Baustellen- und Siedlungsabfälle (Sperrmüll)

 

- Holzrecyclinganlage

 

- Anlage zur Behandlung und Lagerung von gefährlichen Abfällen (A IV Holz[1], Elektronikschrott)

 

- Anlage zur Behandlung, Umschlag und Lagerung von Garten- und Parkabfällen

 

- Schüttgutlager

 

- Nebeneinrichtungen wie Waage, Containerstellplatz, Waschanlage

 

Bei der beantragten Änderung handelt es sich überwiegend um Maßnahmen die sicherstellen, dass die Abfallbehandlungsanlage an den Stand der Technik angepasst wird (Anpassung an die Anforderungen der TA Luft 2002). Um diese Anforderungen umsetzen zu können, wird nach Angaben der Antragstellerin die Erweiterung des Betriebsgeländes zwingend erforderlich. Beantragt wird folgende Erweiterung:

 

-           das bestehende Betriebsgelände Hafenstraße 4 a/b wird erweitert um ca. 1.400 m²

 

-           neu hinzu kommt das Gelände Heerstraße 93 (ehemaliges Overesch Gelände) mit einer Gesamtgröße von rd. 28.000 m².

 

Die beiden Betriebsgelände werden direkt miteinander verbunden. Aufgrund der räumlichen Ausweitung und einem angestrebten optimierten Betriebsablauf sollen einige der Betriebseinheiten räumlich verschoben bzw. umstrukturiert werden:

 

-                     Neubau einer zweiten Zufahrt im Bereich der Heerstraße 93 einschließlich einer zweiten Waageneinrichtung.

 

-                     Verlagerung der Behandlungsanlage für Baustellen- und Siedlungsabfälle vom Betriebsgelände Hafenstraße zum Betriebsgelände Heerstraße.

 

-                     Verlagerung der Betriebseinheit Lagerung und Behandlung von gefährlichen Abfällen (A IV Holz) in die Aufbereitungsanlage auf dem Betriebsgelände Hafenstraße.

 

-                     Verlagerung der Betriebseinheit Containerabstellplatz von dem Betriebsgelände Hafenstraße auf das Betriebsgelände Heerstraße für Leercontainer.

 

-                     Errichtung eines Feuerlöschteiches.

 

 

 

Beschreibung der Umweltauswirkungen

 

Luftverunreinigungen

 

Im Vordergrund stehen bei der Art der Anlage die staubförmigen Emissionen aus diffusen Quellen. Die Verminderung der diffusen staubförmigen Emissionen kann gem. TA Luft nur durch ein umfassendes Konzept für bauliche und betriebliche Maßnahmen erreicht werden. Dieses Konzept muss von der zuständigen Behörde im Genehmigungsverfahren festgelegt werden.

 

Nachfolgend sind Beispiele für Maßnahmen zur Vermeidung von Staubemissionen genannt, die Maßnahmen sind im Genehmigungsbescheid als Auflage festgelegt:

 

-           Die staubförmige Abluft aus der Sortierhalle 2 ist zu fassen und einer Entstaubungsanlage zuzuführen. Die gereinigte Abluft ist über einen Kamin mit einer Höhe von 25 m abzuleiten.

 

-            Auflagen für die Reinigung der Betriebsflächen und der Fahrwege (Besenwagen).

 

-            Auflagen für die Befestigung der Lagerfläche für ungebrochenes Holz einschließlich Vorgaben zur Reinigung.

 

-            Kapselung der Brechanlage.

 

-            Auflagen zur Lagerung des zerkleinerten Holz.

 

-            Festsetzung von Emissionsgrenzwerten für Staub und organische Stoffe (Entstaubungsanlage)

 

Beispiele für Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsemissionen:

 

-           Das Hallentor für die „Nassfraktion“ der Betriebseinheit Behandlungsanlage für Baustellen- und Siedlungsabfälle ist mit einer Luftschleieranlage auszurüsten.

 

-            Auflagen zur Lagerung von Park- und Gartenabfällen

 

-            Festsetzung eines Grenzwertes für geruchsintensive Stoffe (Abgas Kamin).

 

 

 

Geräusche

 

Die Anlage wird  tagsüber in der Zeit von 6.00 bis 22.00 Uhr betrieben, ein Nachtbetrieb findet nicht statt. Die von dem Betrieb und den innerbetrieblichen Transportverkehr verursachten Geräuschimmissionen dürfen im Einwirkungsbereich der Anlage nicht zu einer Überschreitung der von den betriebsfremden und betriebseigenen Anlagen (Gesamtbelastung) einzuhaltenden Immissionsrichtwerte beitragen.

 

Im Genehmigungsbescheid sind für die nächst benachbarten Wohngebäude im Einwirkungsbereich des Betriebes Beurteilungspegel festgelegt. Die Geräuschimmissionen sind nach Inbetriebnahme der geänderten Anlage durch Messungen feststellen zu lassen.

 

 

Verkehrsaufkommen

 

Die beantragte Änderung der Abfallbehandlungsanlage hat keine Auswirkungen auf das Fahrzeugaufkommen.

 

 

 

 

Stellungnahme der Verwaltung

 

Die Verwaltung hat im Rahmen der Beteiligung das beantragte Vorhaben geprüft und zu dem Vorhaben Stellung genommen. Einwendungen gegen das beantragte Vorhaben wurden von Seiten der Verwaltung nicht erhoben. Nebenbestimmungen zur beantragten Genehmigung ergaben sich aus der baurechtlichen, brandschutztechnischen, abfallwirtschaftlichen, wasser- und bodenschutzrechtlichen Prüfung des Vorhabens.

 

Die Verwaltung hat der Genehmigungsbehörde im Beteiligungsverfahren mitgeteilt, dass die im Rahmen des Luftreinhalteplans erstellten Ampelkarten, auf einen deutlichen industriellen Anteil an der Feinstaubbelastung im Raum Crange hinweisen. Die Genehmigungsbehörde hat deshalb ein spezielles Gutachten zu den Staubemissionen und -immissionen des Betriebes erstellen lassen.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

Terhoven

 



[1] A IV Holz = Altholzkategorie gemäß der Altholzverordnung, A IV Holz ist mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz wie beispielsweise Bahnschwellen.