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Vorlage - 2009/0290  

Betreff: Stadtumbau Wanne-Mitte
Umgestaltung des Platzes und der ÖPNV-Haltestelle Am Buschmannshof
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr BehrensAktenzeichen:53/2
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Heßmann, Britta
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Wanne Vorberatung
28.04.2009 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne beschlossen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Entscheidung
05.05.2009 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung geändert beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

Finanzielle Auswirkungen:

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:51.04

Bez.: Stadterneuerung

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlagen

33.215 / Jahr

ab Fertigstellung

(voraussichtlich 2013)

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

- 46.240 / Jahr

ab Fertigstellung

(voraussichtlich 2013)

Nr.: 54.01

Bez.: Öffentliche Verkehrsflächen

Nr.: 2

Bez.: Zuwendungen und allgemeine Umlagen

62.915 / Jahr

ab Fertigstellung

(voraussichtlich 2013)

Nr.: 14

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

- 78.125 / Jahr

ab Fertigstellung

(voraussichtlich 2013)

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.: I 51.04 M 00006

Bez.: Stadtumbau West – Wanne-Mitte

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen

1.660.500

 

Nr.: 8

Auszahlungen für Baumaßnahmen

- 2.312.000

Nr.: I.54.01.M.00050

Bez.: Umbau Haltestelle Am Buschmannshof

Nr.: 1

Bez.: Einzahlungen aus Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen

3.145.500

 

 

Nr.: 4

Bez.: Einzahlungen aus Beiträgen u.ä. Entgelten

165.500

 

 

Nr.: 8

Bez.: Auszahlungen für Baumaßnahmen

- 3.906.000

 

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung beschließt, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt, der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg zur Förderung der Platzgestaltung sowie der Förderung des ÖPNV-Bereiches „Am Buschmannshof“ durch den VRR, die Umgestaltung der Platzfläche zwischen dem Peckelsen-Hochhaus und dem Sparkassengebäude sowie die Umgestaltung des Haltestellenbereiches „Am Buschmannshof“ gemäß den Planunterlagen des Architekturbüros Hummert und der Verwaltung - Planungsstand 02.04.2009 - sowie der nachfolgenden Baubeschreibung.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

  1. Allgemeines

 

1.1 Beschreibung der Situation

Der Buschmannshof und der Fußgängerzonenbereich der Hauptstraße in Herne-Wanne liegt im Focus des Projekts Stadtumbau Wanne. In diesem Zusammenhang sind bereits verschiedene Gestaltungs- und Baumaßnahmen umgesetzt worden oder befinden sich in der Phase der Entwurfsplanung. Beispielhaft sind in diesem Zusammenhang die Wanner Straße, der Postpark und die Gerichtsstraße zu nennen. In Verbindung mit diesen Projekten wird die Erneuerung des Buschmannshofs eine deutliche Aufwertung für das nähere und weitere Umfeld bedeuten, die sicherlich auch Auslöser für weitere positive Entwicklungen des Stadtgebiets sein kann.

 

Der Kernbereich der Hauptstraße bildet als zentrale Geschäftsstraße das Rückgrat des Zentrums von Wanne. Für die Hauptstraße ist eine Abfolge von Plätzen, langgestreckten Straßenräumen und Kreuzungspunkten mit Nebenstraßen charakteristisch. Die Platzbereiche sollen sich als besondere Orte des Aufenthalts darstellen und zum Verweilen einladen. So muss durch eine ansprechende Gestaltung der Platzbereiche ihre wichtige Funktion im städtischen Raum hervorgehoben werden. Der Buschmannshof ist aufgrund seiner exponierten Lage mit der direkten Anbindung an den ÖPNV als stadtgestalterisch besonders prägend hervorzuheben.

 

 

1.2 Bürgerbeteiligung

Der Fachbereich Stadtplanung (FB 51) hat die Planungsgruppe „Stadtbüro“ mit der Durchführung der Bürgerbeteiligung und –information beauftragt. Während der Planungs- und Bauphase ist die Planungsgruppe als Ansprechpartner im Stadtumbaubüro Wanne präsent.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wird sichergestellt, dass betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie ansässige Gewerbetreibende in den Planungsprozess einbezogen und umfassend informiert sind.

Die folgenden Beteiligungs- und Informationsveranstaltungen/ -foren wurden bis dato durchgeführt:

 

  • Diskussion erster grundsätzlicher Ideen der Gestaltungsrahmenkonzeption am 26.04.2007, Termin des Forums Wanne-Zentrum (ca. 20 Besucher)
  • Informationsstand zur Planung Buschmannshof auf dem Buschmannshof am 04.07.2008
  • Vorstellung der Planung durch Herrn Terhoeven im Rahmen der Aktion "Ab in die Mitte" (ca. 80 Besucher) am 07.07.2008


  • Präsentation des Umbaubuchs, Darstellung der Planung zum Buschmannshof im Gesamtüberblick der Stadtumbau-Maßnahmen - erstellt im Rahmen der Aktion "Ab in die Mitte", verteilt an Bewohner, Eigentümer und Gewerbetreibende (Auflage: 5.000 Stück)
  • Ausstellung des Entwurfsmodells in einem Baucontainer während der Aktion "Ab in die Mitte" vom 04.07. bis 11.07.2008
  • Informationsveranstaltung für Anrainer am 05.03.2009 (ca. 10 Besucher)
  • Ausstellung des Entwurfsmodells im Stadtumbaubüro am Buschmannshof dauerhaft seit dem 05.03.2009
  • Informationsstand zur Planung Buschmannshof auf dem Buschmannshof am 18.03.2009
  • Bewohnerversammlung zur Diskussion der Planung am 24.03.2009 (ca. 10 Besucher)

 

 

 

  1. Begründung

 

Die Bauarbeiten der Emschergenossenschaft zur Renaturierung des Dorneburger Mühlenbachs im Bereich des Buschmannshofs werden in der 2. Jahreshälfte 2009 beginnen und voraussichtlich Ende 2010 abgeschlossen sein. Die städtischen Umbaumaßnahmen für den Buschmannshof sowie den angrenzenden Teil der Wibbeltstraße können erst im Anschluss durchgeführt werden. Geplant ist, die Renaturierungsmaßnahme in offener Bauweise durchzuführen. Hierdurch werden Teile des Platzes in Anspruch genommen.

Zur Umsetzung der Maßnahme ist unter anderen der Abriss der Pavillons erforderlich. Zusätzlich soll während der Bauzeit ein Teil der Platzfläche zur Baustelleneinrichtung und Materiallagerung genutzt werden.

Die geplante Baumaßnahme stellt einen wesentlichen Eingriff in die vorhandene Bausubstanz dar. Nach Abschluss der Maßnahme ist eine umfangreiche Wiederherstellung der betroffenen Platzoberfläche zu erwarten.

 

 

2.1 Beschreibung der vorhandenen Situation

Der Buschmannshof befindet sich am Beginn der Fußgängerzone im Stadtteil Wanne und bildet das Entree zur Wanner Innenstadt. Mit seinen markanten Gebäuden, seiner Eigenschaft als zentraler ÖPNV-Knotenpunkt und der regelmäßigen Nutzung als öffentlicher Veranstaltungsort ist er der wohl wichtigste städtische Platz in Wanne.

 

 

2.2 Verkehrsführung im Bereich Hauptstraße Am Buschmannshof

Die vorhandene Verkehrsführung im Bereich der Hauptstraße zwischen der Gerichtsstraße und der Berliner Straße L 639) lässt eine Befahrung in beiden Fahrtrichtungen zu. Die Straßenbahngleise befinden sich in Mittellage und werden durch den Individualverkehr (IV) mitbenutzt.

Die vorhandene Verkehrsführung im Bereich der Straße Am Buschmannshof lässt derzeit eine Befahrung von der Hauptstraße aus in Fahrtrichtung Wibbeltstraße zu.

Die Planung sieht für den Bereich der Hauptstraße zwischen der Gerichtsstraße und der Berliner Straße (L 639) keine Änderung der Verkehrsführung vor. Der IV wird auch weiterhin die Straße Am Buschmannshof in Fahrtrichtung Wibbeltstraße nutzen können. Die Straße Am Buschmannshof soll künftig zwischen der Wibbeltstraße und der westlichen Gebäudekante Haus Nr. 2 in beiden Fahrtrichtungen durch den IV nutzbar sein. Die Trennung zur Fußgängerzone erfolgt, in Höhe des Gebäudes Haus Nr. 2, durch eine bepflanzte Mauer. In östlicher Richtung wird sie nach wie vor in die Wibbeltstraße münden. Eine ausreichende Wendeanlage ist im westlichen Bereich der Straße Am Buschmannshof geplant.

Die Verkehrsführung des ÖPNV ändert sich durch die geplante Baumaßnahme nicht.

 

 

2.3 Amtmann-Winter-Straße

 

Die Amtmann-Winter-Straße zweigt in westlicher Richtung vor dem Sparkassengebäude (Haus Nr. 5-9) von der Wibbeltstraße ab. Zurzeit sind dort 43 Senkrechtstellplätze (beidseitige Anordnung) und zwei Behindertenstellplätze markiert. Der westliche Anschluss an die Fußgängerzone ist als Feuerwehrzufahrt definiert. Die Fahrbahn weist Schäden in der Asphaltoberfläche auf.

Aufgrund des Planungskonzeptes zur Verlegung der Wegeachse des Postparkes, soll unter anderen auch die Amtmann-Winter-Straße städtebaulich aufgewertet  und die Fahrbahnoberfläche fachgerecht wieder hergestellt werden. Die Stellplatzoberflächen werden mit anthrazitfarbenem Pflaster hergestellt.

Die Planung zur Umgestaltung der Amtmann-Winter-Straße sieht vor, den nördlichen Gehweg mit einer Breite von ca. 5,75 m großzügig auszubauen. Diese Maßnahme hätte eine Reduzierung der vorhandenen Stellplatzzahl auf dann verbleibende 24 Parkplätze plus 2 Behindertenstellplätze zur Folge. Die vorhandene Sparkassengebäudedurchfahrt (Haus Nr. 5) sowie die Feuerwehrzufahrt bleiben erhalten. Die Fahrbahn wird nach der Umgestaltung eine Breite von 6,0 m aufweisen.

 

Durch die Einbeziehung der Gebäudekanten des Peckelsen-Hochhaus und der Sparkasse in die Platzgestaltung, kann die Amtmann-Winter-Straße in Richtung Hauptstraße verlängert und um zwei Senkrechtstellplätze erweitert werden. Eine klare Abgrenzung zur Hauptstraße erfährt die Amtmann-Winter-Straße durch die Weiterführung der Mauer im westlichen Kopfbereich. Ein fußläufiges, barrierefreies Erreichen des Platzes ist durch zwei als Rampen ausgestaltete Zugänge zwischen den Stellplätzen möglich.

 

 

2.4 Am Buschmannshof

 

Die Straße Am Buschmannshof verbindet die Hauptstraße (Bereich zwischen der Gerichtsstraße und der Berliner Straße) mit der Wibbeltstraße. Wie im Punkt 2.2. bereits beschrieben, lässt die Verkehrsführung derzeit eine Befahrung von der Hauptstraße aus nur in Richtung der Wibbeltstraße zu.

Auf der südlichen Straßenseite ist ein Längsparkstreifen ohne klare Gliederung vorhanden. Die Oberfläche des südlichen Gehweges weist einen sanierungsbedürftigen, unregelmäßigen Plattenbelag auf.

Durch die notwendige Verschiebung der Gleistrasse in nördlicher Richtung ergibt sich die Möglichkeit, den geschaffenen Raum zur positiven Umgestaltung des Straßenraumes zu nutzen.

Das Planungskonzept sieht auf der nördlichen Straßenseite einen 2,00 m breiten mit Baumbeeten gegliederten, Längsparkstreifen vor. Die Stellplatzoberflächen werden analog zur Amtmann-Winter-Straße mit anthrazitfarbenen Pflaster ausgestaltet Die Fahrbahn lässt bei einer Ausbaubreite von 5,70 m künftig eine Befahrung in beiden Fahrtrichtungen zu. Die Fahrbahnoberfläche soll in Asphaltbauweise hergestellt werden.

Nördlich der Fahrspur ist eine durch Baumbeete gegliederte Stellplatzanlage mit 22 Parkplätzen in Senkrechtaufstellung geplant.

In Höhe des Gebäudes Am Buschmannshof Nr. 2 wird eine Wendefläche hergestellt. Die Trennung zur Fußgängerzone erfolgt, analog zur Amtmann-Winter-Straße, durch eine bepflanzte Mauer. Der IV aus der Hauptstraße erhält in Form einer Mauerlücke die Möglichkeit, die Straße Am Buschmannshof in Fahrtrichtung Wibbeltstraße zu nutzen.


2.5 ÖPNV – Haltestelle, Dach und Trassenführung

 

Die Haltestelle „Am Buschmannshof“ ist eine der wichtigsten Haltestellen im Stadtgebiet Herne. Der Haltepunkt wird täglich von ca. 6.000 ÖPNV Kunden zum Ein- und Umsteigen genutzt. Neben der Straßenbahnlinie 306 fahren 12 Buslinien die Haltestelle an.

Der derzeitige bauliche Zustand wird weder den Qualitäts- noch den Sicherheitsanforderungen gerecht.

Bedingt durch die Baumaßnahme der EG (Renaturierung des Dorneburger Mühlenbaches) und der notwendigen Verschiebung der Gleistrasse (Radienvergrößerung der Straßenbahnlinie 306) ist ein kompletter Umbau des Haltepunktes „Am Buschmannshof“ möglich.

Der zukünftige Haltestellenbereich soll im Süden an die neu zu gestaltende Platzfläche anschließen

 

Der Haltestellenbetrieb wird wie bisher als Halt in Fahrbahnmitte mit zwei Seitenbahnsteigen ausgebildet. Die Haltestelle ist für die Nutzung durch Buslinien und Straßenbahnen (KOM/STRAB) vorgesehen.

Die Bahnsteiglänge beträgt jeweils 75,00 m. Die Bordkante erhält eine Auftrittshöhe von 0,20 m. Die Fahrspur zwischen den Bahnsteigkanten wird mit einer Breite von 6,50 m (Vorgabe der BOGESTRA) ausgebildet.

Die Bahnsteige werden zukünftig mit jeweils 7,00 m Breite komfortable Wartebereiche für die ÖPNV-Nutzerinnen und –Nutzer darstellen.

Der nördliche Bahnsteig wird in Teilbereichen eine niveaugleiche Nutzung des anschließenden Platzes ermöglichen. Andere Teilbereiche sind dagegen über eine Stufenanlage mit dem neuen Platz verbunden.

In der Mitte des nördlichen Bahnsteiges ist der Bau eines Kiosks mit Fahrkartenvekauf sowie einer öffentlichen Toilettenanlage geplant.

Die Haltestelle wird behindertengerecht ausgebaut. Ein niveaugleiches Queren der Gleisanlage wird ermöglicht.

Zum Schutz der ÖPNV-Nutzrinnen und –Nutzer vor widrigen Witterungseinflüssen soll der komplette Haltestellenbereich, einschließlich der Fahrtrasse überdacht werden.

Die Gestaltung der Dachkonstruktion orientiert sich hier vom Grundprinzip her an der Überdachung des ZOB Herne-Bahnhof. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der umliegenden Gebäudegeometrie ist, im Gegensatz zum Dach in Herne, eine gerade Außenkante geplant.

 

 

2.6 Stellplatzbilanz

 

Derzeit werden im Bereich der Amtmann-Winter-Straße und der Straße Am Buschmannshof insgesamt 73 Parkplätze angeboten; davon sind 2 Parkplätze auf der Amtmann-Winter-Straße als Behindertenparkplätze ausgewiesen.

Die Parkplätze an der Amtmann-Winter-Straße werden in Form von Parkscheinautomaten bewirtschaftet.

Die Nutzung der Stellplätze im Bereich der Straße Am Buschmannshof ist durch eine angeordnete Parkzeitbegrenzung (2 Std.) definiert.

Im Bereich der umliegenden Straßen, Wibbeltstraße und Wanner Straße werden weitere 164 Parkplätze angeboten.

Durch die Umgestaltung der Amtmann-Winter-Straße entfallen 19 Parkplätze (siehe Punkt 2.39. Im Bereich der Straße Am Buschmannshof werden 16 zusätzliche Parkplätze entstehen. Durch die geplante Baumaßnahme werden gegenüber dem jetzigen Zustand künftig drei Parkplätze weniger zur Verfügung stehen. Die Nutzungsart wird sich voraussichtlich nicht ändern.

Als Kompensation des geringfügig verminderten Parkplatzangebotes wird auf den geplanten Bau der P+R-Anlage an der Herner Straße verwiesen.

 

 

 

 

Die P+R-Anlage wird 97 weitere Stellplätze beinhalten. Davon sind drei Stellplätze für die Nutzung durch Menschen mit Behinderung vorgesehen (siehe Beschluss 2003.321 vom 16.06.2003 der BV Wanne).

Im Ergebnis zeigt die Stellplatzbilanz ein positives und ausreichendes Parkplatzangebot.

 

 

2.7 Zukünftige Platzgestaltung

 

Die zukünftige Gliederung des Platzes soll sich aus den begrenzenden Gebäuden entwickeln. Das Peckelsen-Hochhaus und die Sparkasse bilden jeweils den Kopf für die nach Osten anschließenden Wohngebäude. Dies gibt eine räumliche Aufteilung vor, die durch die Lage des Haltestellenbereichs unterstützt wird. Grundlage für den Entwurf des Haltestellenbereichs bildet die Verkehrsplanung welche vom Fachbereich Tiefbau und Verkehr der Stadt Herne erarbeitet wurde. Die Fahrgasse soll gegenüber der derzeitigen Position parallel nach Norden, in Richtung der Verlängerung der Gerichtsstrasse, verschoben werden. Dies ist nötig um die Abbiegeradien und Gleisabstände der von Süden kommenden Gleisanlage der Linie 306 für die neue Niederflurbahn anzupassen und so das Projekt zur Beschleunigung der Line 306 zu komplettieren.

 

Um die vorgesehene Gliederung des Platzes zu stärken, sollen sich weitere Elemente an einer gedachten Linie ausrichten, die von der Nordost-Ecke des Peckelsen-Hauses parallel zur Hauptstraße nach Norden verläuft. Diese Linie begrenzt die Aufweitung der Hauptstraße von Westen her, so dass eine definierte Fläche für Veranstaltungen, Märkte oder weitere Publikumsnutzungen entsteht. Durch die Ausbildung eines geometrischen Musters in der Pflasterfläche wird die Platzfläche gegenüber den monochrom gepflasterten Bereichen der Fußgängerzone und der angrenzenden Gehwege vor den Wohnbebauungen hervorgehoben.

 

Von Osten bildet die gedachte Linie die Begrenzung für die Amtmann-Winter-Straße und die Straße Am Buschmannshof mit ihren durchgrünten Stellplatzanlagen.

Der gesamte Platz fällt von der Wibbeltstraße zum Eingang der Sparkasse hin leicht ab. Im mittleren Platzbereich soll ein ebenes Plateau entstehen, welches an der Wibbeltstraße beginnt und an der oben erwähnten gedachten Linie endet.

 

Ein flaches Mauerband bildet die Randeinfassung für dieses Plateau. Im Norden schirmt es die Stellplätze an der Amtmann-Winter-Strasse von den Aufenthaltsbereichen ab, im Osten schafft es eine klare Abgrenzung zur Wibbeltstraße. Gleichzeitig werden auf diese Weise die Höhenunterschiede zwischen dem ebenen Plateau und dem umgebenden natürlichen Gefälle aufgefangen. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sollen in dieses Band Pflanzbeete und zum Platz orientierte Sitzmöglichkeiten integriert werden.

 

Die Geländekanten vom Plateau zum „Sparkassenplatz“ und zu den Wartebereichen der Haltestellen werden in Form von langgestreckten Sitzstufen überwunden. Diese erzeugen eine sanfte Abgrenzung zwischen den einzelnen Bereichen und laufen jeweils flach aus, so dass alle Bereiche auch für gehbehinderte Personen leicht zu erreichen sind.

 

Das Plateau soll mit Bäumen bepflanzt werden, die gegenüber dem eher frei mit Bäumen bestandenen Postpark streng geometrisch angeordnet werden. Dadurch wird die bereits von den Gebäudefassaden begonnene klare Ordnung weiter fortgesetzt und die in den Platzflächen geschaffene Gliederung in die dritte Dimension gebracht. Angedacht wird hier eine Platane mit voluminösem Kronenschnitt.

 

Der Bereich des westlichen Baumfeldes kann bei Bedarf als erweiterte Veranstaltungsfläche genutzt werden. Zwischen den an der Wibbeltstraße angeordneten Bäumen soll ein Boulefeld entstehen, neben dem zusätzliche Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen.

 

 

 

Durch die Einrichtung eines Wasserspiels auf der Fläche zwischen den beiden Baumfeldern wird die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöht. Ein Wasserspiel ist hier besonders geeignet, um unvermeidliche Verkehrsgeräusche zu überlagern. Vorgesehen sind ebenengleich in den Boden eingelassene Wasserdüsen, welche im ausgeschalteten Zustand kaum in Erscheinung treten und somit ein stets ansprechendes Erscheinungsbild sicherstellen.

 

Die Wegeachse vom Hauptbahnhof durch den Postpark zum Buschmannshof soll entlang des Sparkassenblocks fortgesetzt werden, da dies die Hauptbewegungs­richtung für Fußgänger sein wird. Fußgänger in Richtung Glückaufplatz haben gleichermaßen die Möglichkeit, den Platz über das Plateau diagonal zu überqueren.

Da die Fenster der Erdgeschosswohnungen des Sparkassenblocks sehr niedrig angeordnet sind, sollen vor diesen Häusern Flächen angelegt werden, die den Fußgängerverkehr einige Meter vor dem Gebäude entlang führen, um die Privatheit für diese Wohnungen zu erhöhen.

 

Um die Belebung des Buschmannshof weiterhin zu fördern, wäre es anzustreben, in den Erdgeschossen der Gründerzeitbebauung im Westen neue Gastronomien anzusiedeln, die in den warmen Jahreszeiten die Möglichkeit zur Außenbestuhlung bekommen würden. Von hier aus könnte auch zeitweise ein Biergarten im vorderen Bereich der Plateaufläche betrieben werden.

 

Ferner wird die Atmosphäre auf dem Platz zwischen den oben beschriebenen Sitzstufen und der Außengastronomie durch die Einrichtung eines weiteren Wasserspiels erhöht, welches in Gestaltung und Funktion dem Wasserspiel im mittleren Bereich des Plateaus entsprechen soll.

 

Die Umsetzung der hier beschriebenen Gestaltungselemente für den Buschmannshof wird dem Platz eine Ordnung verleihen, die sich aus den umliegenden Gebäuden ableitet. Der westliche Platzbereich entlang der Hauptstraße, der eher von Bewegung und Publikumsverkehr geprägt ist, wird zukünftig wieder von der Sparkasse bis an das Peckelsen-Haus heranreichen. Der eher ruhige Mittelbereich mit dem neu gestalteten Plateau wird durch seine Übersichtlichkeit und Ordnung eine stark gesteigerte Aufenthaltsqualität erhalten.

Durch die Verschiebung der Haltestelle nach Norden kann die Wohnbebauung im Süden erheblich besser zu dem Platz in Beziehung treten.

 

 

2.8 Beschreibung der Baumaßnahme / Materialien

 

Die Hauptbewegungsflächen des Platzes, d. h. der Fußgängerbereich der Haupt­straße sowie die Gehwege entlang der Amtmann-Winter-Straße und der Straße Am Buschmannshof, sollen mit anthrazitfarbenem Pflaster 20/30 cm belegt werden.

 

Im Bereich der Aufweitung der Hauptstraße für Märkte und Veranstaltungen setzt sich die Pflasterung fort, allerdings in einer Flächengestaltung aus drei Helligkeitsstufen in warmen Grautönen.

 

Auf dem Plateau sowie auf den Bus-/Bahnsteigen sollen großformatige, hellgraue Betonplatten 80/80 cm verlegt werden. Hierbei ist besonders auf durchlaufende Fugen und die strikte Rasterung des Platzes zu achten. Sowohl die Bäume als auch die Stützen der noch zu planenden Überdachung (Achsabstand voraussichtlich 8,00 m) sollen exakt mit dem Fugenraster der Plattierung koordiniert sein.

Die Baumscheiben sollen analog befestigt werden, allerdings mit einer speziell für diesen Fall perforierten Betonplatte, die ausreichende Belüftung und Bewässerung der Baumwurzeln sicherstellt.

 

 

 

 

 

Der gesamte Haltestellenbereich wird entsprechend den Vorschriften mit taktilen Leitsteifen für sehbehinderte Fahrgäste ausgestattet.

 

Vor den Erdgeschossfenstern des Sparkassenblocks befinden sich langgestreckte Felder aus kleinformatigem Granitpflaster, das mit einer etwas gröberen Oberfläche die Fußgänger subtil vom Gebäude entfernt hält.

 

Das Wasserspiel in der Mitte der Plateaufläche soll als farbige Asphaltfläche mit einer leichten Höhenstaffelung (jeweils ca. 2 cm) ausgeführt werden.

Je nach Füllstand der Flächen soll sich auf diese Weise ein unterschiedlich weit ausgedehnter flacher Wasserfilm auf der Oberfläche bilden.

Sind die Bodendüsen ausgeschaltet, bleibt die gesamte Fläche trocken und kann betreten und befahren werden, so dass sie für größere Veranstaltungen als Erweiterungsfläche zur Verfügung steht.

 

Im Bereich des dreifarbigen Pflasters auf der Veranstaltungsfläche sollen analoge Bodendüsen integriert werden.

 

Beide Flächen um die Wasserspiele herum sind von bodengleichen Schlitzrinnen aus Edelstahl eingefasst, die das überlaufende Wasser auffangen, so dass dieses dem Zirkulationssystem wieder zugeführt werden kann.

 

Im östlichen Platzbereich befindet sich eine durch Betonfertigteile eingefasste Boulebahn, die als Oberfläche eine wassergebundene Decke erhalten soll.

 

Das Mauerband soll aus rotem Ziegel gemauert und mit einer Mauerkrone aus Betonfertigteilen versehen werden.

Zur Platzseite hin sind in unregelmäßigen Abständen und Längen Sitzflächen mit Holzauflagen in die Mauer integriert. Zwischen den Bänken soll die Mauerkrone als Pflanztrog ausgebildet und begrünt werden.

 

 

2.9 Beleuchtung

 

Entlang der bebauten Platzkanten befinden sich nach unten strahlende Mastleuchten, die die ausreichende Beleuchtung der Verkehrswege gewährleisten. Die exakte Positionierung sowie Bestimmung der Lichtpunkthöhen erfolgen in Abstimmung mit den Stadtwerken Herne. Die Auswahl der Leuchten wird auf den für den Stadtumbau Wanne charakteristischen Leuchttyp analog zum Hbf Wanne, Postpark, Wanner Straße, Gerichtsstraße abgestimmt.

Für die Beleuchtung der Hauptwege auf dem Plateau sollen in die Seiten des Mauerbandes Leuchten eingelassen werden, die flach über den Boden strahlen.

 

Ferner erhalten die beiden Baumgruppen unterschiedliche Beleuchtungen. Die Bäume im westlichen Teil des Platzes sollen mittels überfahrbarer Bodeneinbauleuchten von unten angestrahlt werden. Hierdurch werden die Baumkronen zum Leuchten gebracht und unterstützen auch bei Dunkelheit die räumliche Gliederung des Platzes. Die Bäume, die das Boulefeld umgeben werden ihrerseits zum Leuchtobjekt, indem in ihren Kronen mit geeigneten Baugurten Strahler befestigt werden, die zum Boulefeld gerichtet nach unten strahlen. Damit erhält auch der „hintere“ Teil des Platzes bei Dunkelheit ausreichend Licht.

 

Die technische und auch die dekorative Beleuchtung der Haltestellenbereiche und des Daches wird vollständig in die noch zu planende Dachkonstruktion integriert und dementsprechend speziell entwickelt.

 


  1. Sonstiges (Bauzeit und Finanzierung)

 

Die Bauzeit für das Gesamtprojekt beträgt ca. 13 Monate.

Die Maßnahme Umgestaltung des Platzes Am Buschmannshof wird im Rahmen des Stadtumbaus Wanne-Mitte mit 80 % der zuwendungsfähigen Kosten gefördert.

Die ÖPNV-Haltestelle, das Dach sowie die Umtrassierung des schienengebundenen ÖPNV werden aus Mitteln der ÖPNV-Förderung mit 85% der zuwendungsfähigen Kosten gefördert.

 

 

3.1 Finanzierung Platzfläche

 

Der Umbau der Platzfläche sowie der Straßen „Am Buschmannshof“ und der Amtmann-Winter-Straße ist mit ca. 2.312.000,00 € veranschlagt.

Zurzeit ist davon auszugehen, dass die Förderung ca. 1.660.500,00 € beträgt, d. h. bei der Stadt Herne, FB 51 ein Eigenanteil von ca. 651.500 € verbleibt.

Die Haushaltsmittel stehen im Haushaltsplan 2011 und 2012 unter der Nummer I. 51.04 M 00006 der Investitionsmaßnahme zur Verfügung.

Die Umsetzung der Maßnahme ist vorbehaltlich der Mittelbewilligung und Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg und vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Haushalt geplant.

Die Maßnahme ist in den Bereichen der Straße „Am Buschmannshof“ und der Amtmann-Winter-Straße nach § 8 KAG beitragspflichtig.

 

3.2 Finanzierung ÖPNV – Haltestelle, Dach, Trassenführung

 

Der Umbau des Haltestellenbereichs, die Dachkonstruktion sowie die Trassierungsflächen des ÖPNV sind mit ca. 3.906.000,00 € (Haltestellenflächen, Dach, Fahrtrasse) veranschlagt.

Zurzeit ist davon auszugehen, dass die Förderung ca. 3.145.500,00 € beträgt, d. h. bei der Stadt Herne, FB 53 ein Eigenanteil von ca. 760.500,00 € verbleibt.

Die Haushaltsmittel stehen im Haushaltsplan 2011 unter der Nummer der Investitionsmaßnahme I.54.01.M.00050 zur Verfügung.

Die Umsetzung der Maßnahme ist vorbehaltlich der Mittelbewilligung und Zustimmung des VRR als Fördergeber und vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Haushalt geplant.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

(Terhoeven)

Stadtrat

2009/0290

Seite: 1/9


Anlagen: