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Vorlage - 2009/0749  

Betreff: Teilnahme an der Pilotphase für den Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung Ausbau der Paul-Klee-Schule (Städt. Förderschule mit demFörderschwerpunkt Lernen) zum Kompetenzzentrum für die sonderpädagogische Förderung für den Stadtbezirk Sodingen
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Schöbel, Ellen - Tel.: 3301
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Bartkowiak, Heike
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
19.11.2009 
des Schulausschusses beschlossen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
02.12.2009 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
08.12.2009 
des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
15.12.2009 
des Rates der Stadt beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:  ---

Nr.:

Bez.:  ---

 

                   ---

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.: ---

Nr.:

Bez.: ---

 

                   ---

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt beschließt die Beteiligung der Stadt Herne an der Pilotphase für den Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren für die sonderpädagogische Förderung. Die Paul-Klee-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) wird zu einem Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung für den Stadtbezirk Sodingen ausgebaut.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Grundlage

 

Der Gesetzgeber hat im § 20 Abs. 5 des Schulgesetzes NRW den Schulträgern die Möglichkeit eingeräumt, Förderschulen zu Kompetenzzentren für die sonderpädagogische Förderung (KsF) auszubauen.

 

 

Konzeption und Ziele eines Kompetenzzentrums

 

Mit dem Ausbau von Förderschulen zu KsF werden die bisher unterschiedlichen Organisationsformen sonderpädagogischer Förderung zu einem System zusammengeführt. Die sonderpädagogische Förderung findet weiterhin sowohl an Förderschulen als auch an den übrigen allgemeinen Schulen statt. Mit Hilfe der KsF erfolgt eine effektive Bündelung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten zur Förderung von Kindern und Jugendlichen, wohnortnah und präventiv.

 

Das im Oktober 2007 veröffentlichte Eckpunktepapier des MSW NW (s. Anlage 1) formuliert die konkreten Aufgabengebiete der KsF:

 

       Unterricht

       Diagnostik

       Beratung

       Prävention.

 

Zu einer zum KsF ausgebauten Förderschule gehört immer ein Netzwerk allgemeiner Schulen und gegebenenfalls weiterer Förderschulen in einem klar definierten Einzugsgebiet. In diesem Netzwerk entwickelt die Leitung des KsF gemeinsam mit den Leitungen der anderen Schulen ein Gesamtkonzept pädagogischer Förderung unter Einschluss sonderpädagogischer Förderung, organisiert die sonderpädagogische Förderung und koordiniert den Personaleinsatz.

 

Ziel der KsF ist es, Kinder und Jugendliche so frühzeitig zu fördern, dass sich Unterstützungsbedarfe dort, wo dies durch präventive sonderpädagogische Förderung möglich ist, nicht immer zu einem sonderpädagogischen Förderbedarf verfestigen. Darüber hinaus sollen Schülerinnen und Schüler möglichst integrativ in allgemeinen Schulen gefördert werden. Die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen und Zuständigkeiten sowie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen und Anbietern soll unabhängig vom Förderort eine qualitativ hochwertige sonderpädagogische Förderung ermöglichen.

 

 

Ausgangslage

 

Im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase haben 20 Pilotregionen zum Schuljahr 2008/2009 KsF eingerichtet und erproben neue Konzepte und Organisationsstrukturen der sonderpädagogischen Förderung. Mit Schreiben vom 12.06.2009 hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSW NW) mitgeteilt, dass die Zahl der Pilotregionen bis August 2010 auf bis zu 50 erhöht werden soll. 10 Pilotregionen wurden bereits über die Reserveliste der Jurysitzung vom April 2008 ausgewählt und haben ihre Arbeit am 01.08.2009 aufgenommen. Für die weiteren Ausbauphasen zum 01.02.2010 und 01.08.2010 konnten sich Schulträger bis zum 15.10.2009 bewerben. Um den neuen KsF einen ausreichenden Zeitraum zur Erprobung und Implementierung ihrer Konzepte in der Region einzuräumen und ausreichend fundierte Erkenntnisse zu gewinnen, wird die Pilotphase für jedes neu einsteigende KsF ebenfalls auf drei Jahre befristet. Im Anschluss daran erfolgt eine Überführung in die noch zu erstellende Rechtsverordnung, sofern die Pilotphase erfolgreich verlaufen ist und alle Beteiligten auch weiterhin nach diesem Konzept arbeiten möchten.

 

Das Schulamt für die Stadt Herne hat am 14.09.2009 im Rahmen einer Informationsveranstaltung die Schulleitungen der Herner Schulen sowie Vertreter aus Politik, Wohlfahrtsverbänden und Schulverwaltung ausführlich über das Modellprojekt informiert. Bei dieser Veranstaltung berichteten auch zwei Referentinnen des zum Schuljahr 2008/2009 eingerichteten KsF der Stadt Dorsten über ihre Erfahrungen und stellten sich den Fragen der Zuhörerschaft. Die Paul-Klee-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) erklärte die Bereitschaft, Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung zu werden. Die Erich-Kästner-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache) und die Janosch-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) erklärten sich zur Kooperation mit einem KsF Paul-Klee-Schule bereit. Andere Förderschulen haben sich nicht beworben.

 

Aufgrund des sehr kurzen Zeitraums zwischen schulischer Entscheidungsfindung und Antragstellung beim Land bis zum 15.10.2009 wurde zur Fristwahrung zunächst der nachstehende Beschluss im Schulausschuss am 01.10.09 gefasst:

„Die Verwaltung wird beauftragt, beim Land NRW in enger Abstimmung mit dem Schulamt für die Stadt Herne fristgerecht die Teilnahme am Modellprojekt zum Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren für die sonderpädagogische Förderung zu beantragen.“

 

Die Stadt Herne hat mit Schreiben vom 09.10.2009 fristgerecht die Teilnahme an der Pilotphase für den Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt.

 

 

Konzept in Herne

 

Die untere Schulaufsicht für Förderschulen hat zusammen mit den Schulleitungen der nachfolgend genannten Förderschulen folgende Planung für Herne erstellt:

Die Paul-Klee-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen im Stadtbezirk Sodingen) wird zum Kompetenzzentrum ausgebaut. In enger Kooperation mit der Erich-Kästner-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache im Stadtbezirk Sodingen) und der Janosch-Schule (Städt. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung im Stadtbezirk Herne-Mitte) soll das Kompetenzzentrum die sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen organisieren und die integrative Förderung in den allgemeinen Schulen im Stadtbezirk Sodingen weiterentwickeln.

Die vom Land geforderten Förderschwerpunkte im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen (Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache) sind damit abgedeckt.


Das mit der unteren Schulaufsicht für Förderschulen abgestimmte Konzept enthält Angaben zu Aufgabenbereichen und die Organisationsformen des KsF und seiner Kooperationsschulen und ist als Anlage 2 beigefügt.

 

 

Schulfachliche Stellungnahme

 

Lt. schulfachlicher Stellungnahme der unteren Schulaufsicht wird das Konzept zur Errichtung eines „Kompetenzzentrums Sonderpädagogische Förderung“ für den Stadtbezirk Sodingen unterstützt. Die Zielsetzungen der Landesregierung bezüglich des Ausbaus von Förderschulen zu „Kompetenzzentren Sonderpädagogische Förderung“ würden in dem vorliegenden Konzept berücksichtigt. Die relativ kleinräumige Orientierung in der Startphase ziele darauf ab, erste Erfahrungen in der Handlungsfeldern des Kompetenzzentrums zu sammeln. Die schulfachliche Stellungnahme ist als Anlage 3 beigefügt.

 

 

Einzugsgebiet

 

Als Einzugsgebiet wird der Stadtbezirk Sodingen definiert. Wie im Eckpunktepapier gefordert, ist mit der Beschränkung auf den Stadtbezirk Sodingen ein klares Einzugsgebiet benannt. Da sowohl die Paul-Klee-Schule als auch die Erich-Kästner-Schule in diesem Stadtbezirk liegen, können bereits bestehende Kooperationen mit den allgemeinen Schulen sinnvoll ausgebaut werden.

 

Wenn der Ausbau des o. g. Kompetenzzentrums genehmigt wird, ist der Erlass einer Rechtsverordnung über die Bildung des Einzugsbereiches gem. § 84 SchulG  erforderlich.

 

Als Anlage 4 ist der Plan des Stadtbezirks Sodingen mit allen Schulen des Stadtbezirks beigefügt.

 

 

Netzwerk allgemeiner Schulen

 

Zu der zum KsF ausgebauten Förderschule Paul-Klee soll ein Netzwerk der allgemeinen Schulen im Stadtbezirk Sodingen gehören.

 

Im Stadtbezirk Sodingen befinden sich folgende elf allgemeine Schulen:

 

 

Grundschulen

 

Schule

Anschrift

Sonstiges

Regenbogenschule

Diedrichstr. 7, 44628 Herne

Schwerpunktschule GU

Pantrings Hof

Eberhard-Wildermuth-Straße 43,

44628 Herne

 

Langforthstraße

Jürgens Hof 67, 44628 Herne

 

Vellwigstraße

Vellwigstr. 28, 44628 Herne

 

Max-Wiethoff-Straße

Max-Wiethoff-Str.14a, 44627 Herne

Schwerpunktschule GU

Börsinghauser Straße

Börsinghauser Str. 64, 44627 Herne

 

Wiescherstraße

Wiescherstr.184, 44625 Herne

 

 

 

Weiterführende Schulen

 

Schule

Anschrift

Sonstiges

Hauptschule Jürgens Hof

Jürgens Hof 61, 44628 Herne

integrative Lerngruppen

Realschule Sodingen

Castroper Str. 251, 44627 Herne

 

Otto-Hahn-Gymnasium

Hölkeskampring 168, 44625 Herne

 

Mont-Cenis Gesamtschule

Mont-Cenis-Str. 180, 44627 Herne

 

 

Die beiden Herner Berufskollegs konnten ebenfalls als Kooperationsschulen gewonnen werden. Diese Kooperation ist in besonderem Maße wegen der Gestaltung der Übergänge
(z. B. Übergang Schule und Beruf) von Bedeutung.

 

Die Paul-Klee-Schule informierte die allgemeinen Schulen des Stadtbezirks Sodingen und die 2 Berufskollegs in zwei Schreiben und telefonischen Kontakten über den geplanten Ausbau der Paul-Klee-Schule zum Kompetenzzentrum. Der Fachbereich Schule und Weiterbildung übersandte diesen Schulen den Beschluss des Schulausschusses vom 01.10.2009 und bat um schriftliche Stellungnahme zu der vorgesehenen Maßnahme und um Erklärung der jeweiligen Schulleitung zur grundsätzlichen Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum und seinen Partnern. Neun der elf allgemeinen Schulen in Sodingen und die beiden Berufskollegs haben Anfang Oktober 2009 ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Kooperation schriftlich mitgeteilt.

 

Am 27.10.2009 stellte die Paul-Klee-Schule das Konzept des KsF den Schulleitungen der    v. g. Schulen und den außerschulischen Kooperationspartnern vor.

 

Die für den Antrag erforderliche Befürwortung von drei Viertel aller allgemeinen Schulen des Einzugsgebietes Sodingen (8 von 11 Schulen) liegt vor und wurde durch entsprechende Gremienbeschlüsse bestätigt.

 

 

Netzwerk außerschulischer Partner

Voraussetzung für den Ausbau von Förderschulen zu KsF ist eine Vernetzungsstruktur mit weiteren Schulen, mit Trägern der Jugendhilfe, mit außerschulischen und medizinischen Einrichtungen sowie Beratungsstellen unterschiedlicher Zielrichtungen. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen und Anbietern soll unabhängig vom Förderort eine qualitativ hochwertige sonderpädagogische Förderung ermöglichen.

 

In Herne sind lt. o. g. Konzept Kooperationen insbesondere mit folgenden Partnern geplant:

 

  • Agentur für Arbeit (Reha-Bereich: Bochum)
  • Beratungsstellen Ludwigstraße (Kinderpsychiatrie, Erziehungsberatung)
  • Familienzentrum Mont-Cenis
  • Gesundheitsamt
  • Schulpsychologischer Dienst (IHP)
  • Jugendhilfe (unterschiedliche Einrichtungen)
  • RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien)
  • Die Wache e.V. (Kinder- und Jugendbetreuung)

 

Die Zusammenarbeit soll im FORUM sonderpädagogische Förderung Herne Sodingen erfolgen, in dem sowohl Vertreter der Kooperationsschulen als auch der außerschulischen Kooperationspartner vertreten sind.

 

Das KsF wird außerdem mit weiteren Partnern bedarfsbezogen zusammenarbeiten. Beim Aufbau der Vernetzung mit außerschulischen Partnern wird das KsF vom Kommunalen Bildungsbüro der Stadt Herne unterstützt.

 

Finanzielle Auswirkungen

 

Ziel der Einrichtung von KsF ist die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen und Zuständigkeiten zum effektiveren und effizienteren Einsatz vorhandener Ressourcen. Ob und inwieweit nennenswerte finanzielle Auswirkungen für den kommunalen Haushalt zu erwarten sind, ist derzeit nicht erkenn- bzw. bezifferbar.

 

Schlussbemerkung

 

Der bei Bezirksregierung Arnsberg gestellte Antrag wurde an das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW weitergeleitet und muss von diesem genehmigt werden. Eine Entscheidung wird lt. Auskunft des Ministeriums für Schule und Weiterbildung voraussichtlich Ende November 2009 erfolgen.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin

 

Anlagen:

Anlagen:

- Eckpunktepapier MSW, Stand 17. Oktober 2007 und Grundsatzpapier des MSW,
   Stand 13. Juli 2009 (Anlage 1)

- Konzept zum Ausbau der Paul-Klee-Schule zum Kompetenzzentrum (Anlage 2)

- Schulfachliche Stellungnahme des Schulamtes für die Stadt Herne (Anlage 3)

- Stadtplan – Schulstandorte im Stadtbezirk Sodingen (Anlage 4)

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 - Eckpunkte_Fassung_17-10-07 (39 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 1 - Grundsatzpapier 13.7.09 (78 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 2 - Konzept zum Ausbau der Paul-Klee-Schule zum Kompetenzzentrum (101 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 3 - Schulfachliche Stellungnahme des Schulamtes für die Stadt Herne (64 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 4 - Schulstandorte im Stadtbezirk Sodingen (259 KB)