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Vorlage - 2010/0291  

Betreff: Projektvorhaben "Ausbildung für alle"
- Bildungs-/Qualifizierungsprojekt im Rahmen des Programms "Wachstum für Bochum"
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Hartmann, Klaus - Tel.: 3411
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Bartkowiak, Heike
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
27.05.2010 
des Schulausschusses zur Kenntnis genommen     

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

Programm „Wachstum für Bochum“

Das Programm „Wachstum für Bochum“ verfolgt das Ziel, nach der Schließung des Nokia-Standortes Bochum den Strukturwandel in der Region zu intensivieren. Gefördert                      werden vor allem Vorhaben aus den Bereichen Bildung, Energie, Umwelttechnik,                                      Informationstechnologien, Maschinenbau, Medizintechnik und Infrastruktur. Schwerpunkt der Maßnahmen ist das Stadtgebiet Bochum; die gleichfalls betroffene Region mit den Städten Herne, Herten, Castrop-Rauxel und Recklinghausen ist einbezogen. Regional abgestimmte Gemeinschaftsprojekte stehen in besonderem Maße im Fokus einer Förderung und                Unterstützung. Mit den Bildungs-/Qualifizierungsprojekten

 

·         „Ausbildung für alle“ und

·         „Virtuelle Schule – Regionales Bildungsnetzwerk“

 

beteiligt sich die Stadt Herne an zwei für die Region relevanten Kooperationsvorhaben, die im Verantwortungsbereich des Fachbereiches Schule und Weiterbildung liegen. Für beide Projekte liegen zwischenzeitlich Zuwendungsbescheide des Landes für den Förderzeitraum 2010 bis 2013 vor.

 

 

 

Projektvorhaben „Ausbildung für alle“

 

Ausgangslage „Der Bochumer Grundantrag“

Der Bochumer Grundantrag greift die bestehende Problematik der unzureichenden Teilhabe von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte an bestehenden Ausbildungsplatz-möglichkeiten auf. Neben der Erarbeitung gezielter, individueller schulfachlicher und                        sozialpädagogischer Unterrichtsangebote für die SchülerInnen sowie dem Aufbau einer           Informationsdatenbank, sollen insbesondere auch Betriebe aus der Migrantenökonomie durch spezifische Beratungsangebote und Ansprachen zur Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze aktiviert werden. Das Projekt richtet sich an SchülerInnen der Hauptschulen ab Klasse 7, vorrangig mit Zuwanderungsgeschichte.

 

Die Städte Herne, Recklinghausen und Castrop-Rauxel sind Kooperationspartner im Projekt „Ausbildung für alle“. Grundlage der Zusammenarbeit ist die Überzeugung der Partner, dass Begleit- und Unterstützungsangebote für Jugendliche mit Migrationshintergrund intensiviert, individuell angepasst und aus- bzw. aufgebaut werden müssen. Gemeinsames Ziel ist es, die Ausbildungs- bzw. Berufschancen und die Erwerbsbeteiligung der Jugendlichen zu verbessern.

 

Die Kooperationspartner im Projekt „Ausbildung für alle“ waren aufgefordert, in Anlehnung an den Bochumer Grundantrag eigenständige Projektbeiträge zu erarbeiten. Hierbei wurden unterschiedliche Ausprägungen und Akzentuierungen ausdrücklich begrüßt. Die Integration eines kontinuierlichen Erfahrungsaustausches der am Projekt beteiligten Partner wurde als obligatorisch vorausgesetzt.  

 

 

 

Projektbeitrag der Stadt Herne

Der Herner Projektbeitrag wurde federführend durch die RAA erarbeitet und orientiert sich an dem Grundgedanken, dass der Ausbildung junger Menschen in einer wissensbasierten           Gesellschaft eine große Bedeutung zukommt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen hierbei die Jugendlichen, die an der sogenannten „ersten Schwelle“ die Hauptschule verlassen und über geringe Einstiegsqualifikationen für eine berufliche Ausbildung verfügen. Das Projekt richtet sich insoweit an die SchülerInnen aller Herner Hauptschulen im Prozess der Berufswahlvorbereitung und -orientierung und setzt sich aus drei Modulen zusammen:

 

a)            Erwerb von IT – Basiskompetenzen

Die Vermittlung von IT-Handlungskompetenzen im Kontext von Berufsorientierung und -findung stellt die Zielrichtung der Aktivitäten im Rahmen der Projektumsetzung dar. Gleichzeitig soll die individuelle berufliche Orientierung, die meist einseitig auf nur sehr wenige Berufsbilder fixiert ist, verbreitert werden – in Vorbereitung auf zukünftige Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse.

Das Modul „IT – Basiskompetenzen“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 in den Herner Hauptschulen. In dem Zeitraum von 2 Schuljahren werden in insgesamt 64 Unterrichtswochen (je 2 Stunden) die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Schülerinnen und Schüler mit zwei Xpert-Prüfungen das Masterzertifikat zum Nachweis ihrer EDV-Kompetenz in Word, Excel, PowerPoint und Internet erreichen können.

Durch sichere IT-Kompetenz erhalten Jugendliche die Grundvoraussetzung für
den Einstieg in den Ausbildungsmarkt. Als Nachweis ihrer erlangten
IT-Handlungskompetenzen erhalten die Schülerinnen den Xpert Europäischer Computerpass (ECP) - einen berufsrelevanten, wirtschaftsnahen und europaweit anerkannten IT-Qualitätsstandard. Die Jugendlichen haben damit in der Bewerbungsphase um einen Ausbildungsplatz anfangs der 10. Klasse einen qualifizierten und anerkannten Nachweis ihrer EDV-Kompetenz.

 

b)            Soziale Kompetenzen erlangen, stärken und nachweisen

SchülerInnen der Hauptschulen haben aufgrund unterschiedlichster äußerer
Bedingungen in weiten Teilen Defizite im Bereich sozialer Kompetenzen. Dies ist
sicherlich auch ein wesentlicher Hinderungsgrund dafür, dass diese Jugendlichen
keinen Ausbildungsplatz erhalten. Teamfähigkeit, Konfliktmanagement und Motivation sind Bestandteil schulischer Inhalte, werden jedoch nur lückenhaft trainiert und im Schulalltag aufgrund des Leistungsdrucks oft ganz vernachlässigt.

Das Projekt soll in Form externer eintägiger Seminare als Ergänzung zu den Bewerberseminaren für den Berufswahlpass durchgeführt werden; externe Seminare aus dem Grund, um schulische Gewohnheiten auszuschließen und somit die
Themenbereiche

 

-  Teamfähigkeit / Kooperation

-  Respekt / Höflichkeit / Freundlichkeit

-  Konfliktfähigkeit

 

in neutraler und besonderer Form zu entwickeln. Um eine größere Nachhaltigkeit                  dieser Seminare zu erreichen, sollten sie sowohl in den Klassen 8 als auch 9 mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung durchgeführt werden. Die Gruppenstärke sollte bei ca. 10 bis 12 Personen liegen, so dass im Regelfall pro Klasse zwei Seminare eingeplant werden. Integraler Bestandteil ist immer ein Abschlussgespräch mit den                        Lehrerinnen und Lehrern der Klasse, um die Erfahrungen der externen Lehrkräfte an die Schule rückzukoppeln und eine Weiterarbeit an den Themenstellungen einzuleiten.                           Die Teilnahme an den Seminaren zur Stärkung der sozialen Kompetenz wird durch ein Zeugnis der Volkshochschule dokumentiert.

 

c)            Job – Coaching im Berufsorientierungsprozess

Die einzustellende sozialpädagogische Fachkraft soll AnsprechpartnerIn für die Herner Hauptschulen sein, um insbesondere die Jugendlichen zu begleiten, bei denen die               bereits in den Hauptschulen existierenden berufsorientierenden Maßnahmen nicht hinreichend greifen können.

Die Aufgaben des Jobcoachers umfassen die Beratung und Begleitung der                   entsprechenden Jugendlichen in ihrem Berufsorientierungsprozess, wobei ein Augenmerk auch auf die zielgerichtete Nutzung der vorher beschriebenen Module liegen soll. Damit soll erreicht werden, dass die beschriebenen  Module (IT-Training und Sozialkompetenztraining) als zusätzliche Ressource in den Berufswahlprozess sinnvoll integriert werden und somit zielführend wirken können.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit soll in der konkreten Kontaktaufnahme zu                  potentiellen Ausbildungsbetrieben und Unternehmen und in der Zusammenarbeit mit dem Jobakquisiteur der Stadt Bochum liegen, der ebenso über das Programm                 „Ausbildung für alle“ beschäftigt werden soll. Diese Kooperation ist nicht zuletzt auch aufgrund des gemeinsamen Arbeitsamtsbezirkes sinnvoll.

 

 

 

Grundlagen der Projektförderung 2010 bis 2013

                                                                                                                                                  

Projektrahmen

 

a)             Durchführungszeitraum für die Projektarbeiten:                     01.03.2010 bis 28.02.2013

b)             Bewilligungszeitraum:                                                             01.03.2010 bis 31.05.2013

c)             Zweckbindung des Projektes:                                                 3 J. (nach VW-Nachweis)

d)             Zuwendungshöhe (100 % - Vollfinanzierung):                         260.544 €

 

 

Bewilligungsrahmen

 

a)             Ausgabeermächtigung HHJahr 2010:                                       46.319 €

b)             Verpflichtungsermächtigung insgesamt:                                214.225 €

-         davon HHJahr 2011                                                            82.506 €

-         davon HHJahr 2012                                                            82.506 €

-         davon HHJahr 2013                                                            49.213 €                                   

 

Finanzierungsplan

 

a)             Personalausgaben (1 Stelle Sozialpädagoge/ 

-pädagogin S11 mit 26/39 Std.)                                                88.400 €

b)      Sachausgaben                                                             

          - Fremdleistungen (Honorare Bausteine IT

             und Sozialkompetenz)                                                         112.400 €

          - Weitere Sachausgaben (IT-Prüfungsgebühren

 und Lehrbücher)                                                                    47.730 €

          - Reiseausgaben (Job-Coacher)                                               4.014 €

c)       Investitionen (Notebooks / Beamer)                                           8.000 €

          Gesamtfinanzierung                                                               260.544 €

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Haushaltsmäßige Veranschlagung

Die Veranschlagung der bezeichneten Aufwendungen und Erträge erfolgt in Höhe des dargestellten Bewilligungsrahmens im Zuge der Haushalts-/Investitionsplanung 2011 bis 2013. Entsprechend der laut Zuwendungsbescheid vorgesehenen Ausgabeermächtigung 2010 werden die erforderlichen Haushaltsmittel außerplanmäßig beantragt.   

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin