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Vorlage - 2010/0514  

Betreff: Entwicklungskonzept
"Interkommunales Gewerbegebiet HER-BO-43"
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Weichmann-Jaeger, 3017
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Böhnke, Bianca
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
16.09.2010 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
07.10.2010 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:     XXXXXX 

Bez.:   XXXXXX

Nr.:     XXXXXXX

Bez.:   XXXXXXX

 

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:      XXXXXX

Bez.:   XXXXXX

Nr.:     XXXXXXX

Bez.:   XXXXXXX

 

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung nimmt das Entwicklungskonzept für das interkommunale Gewerbegebiet HER-BO-43 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum die zur Umsetzung notwendigen Schritte einzuleiten.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Vor dem Hintergrund der Schließung des Standortes der Firma NOKIA im Jahr 2008 und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen für die Stadt Bochum und die ebenfalls betroffenen Nachbargemeinden wurden seitens der Landesregierung unter dem Stichwort „Wachstum für Bochum“ Mittel zur Kompensation der nachteiligen Auswirkungen zur Verfügung gestellt.

 

Neben der Förderung zahlreicher betriebsbezogener Projekte wurde auch die gutachterliche Erarbeitung einer langfristigen Entwicklungsperspektive für den ehemaligen Betriebsstandort der Firma NOKIA und der angrenzenden Gewerbeflächen in Bochum und Herne gefördert. Der Untersuchungsraum umfasst gemeindegebietsübergreifend mehr als 200 ha und ist somit einer der größten zusammenhängenden gewerblich und industriell genutzten Bereiche im mittleren Ruhrgebiet.

 

Das interkommunale Gewerbegebiet HER-BO-43 entsteht jedoch nicht auf der grünen Wiese. Während der nördliche Teil durch den erst wenige Jahre alten Gewerbepark Hibernia als städtebaulich geordnet bezeichnet werden kann, ist der südlich anschließende Bereich durch heterogene großgemengeähnliche Raum- und Nutzungsstrukturen mit zum Teil nicht mehr zeitgemäßen Nachbarschaften gewerblicher und immissionsempfindlicher Nutzungen geprägt.

 

Insbesondere die Erschließung kann trotz der  Nähe zu zwei Anschlussstellen der A43 heutige Anforderungen an einen effektiv organisierten Gewerbestandort nicht erfüllen. Diese Restriktionen begrenzen die Entwicklungsmöglichkeiten privater Investoren und verhindern eine zügige Nachnutzung und Arbeitsplatzentwicklung. Es gibt noch zahlreiche Gewerbe- und Grünbrachen mit Entwicklungsmöglichkeiten, aber keine übergreifende Strategie zu einer Standortprofilierung. Insofern geht es bei HER-BO-43 um die Qualifizierung und Weiterentwicklung heterogener Bestandsstrukturen zu einem zukunftsfähigen, attraktiven und profilbildenden Gewerbestandort.

 

Die mit der Erstellung des Entwicklungskonzepts beauftragte Arbeitsgemeinschaft von drei Planungsbüros (Büro für Kommunal- und Regionalplanung - BKR Essen, wpb Landschaftsarchitekten aus Bochum und Planersocietät aus Dortmund) hat nunmehr den Schlußbericht vorgelegt, der in enger Abstimmung mit den Planungsverwaltungen und den für Wirtschaftsförderung zuständigen Stellen der Städte Bochum und Herne erarbeitet wurde.

 

Im Rahmen der Erarbeitung wurden in zahlreichen Abstimmungsgesprächen und zwei Workshops die Ergebnisse der Bestandsanalyse, Szenarien der zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten sowie erste städtebauliche Entwürfe mit Vertretern relevanter Träger öffentlicher Belange und anderer öffentlicher Institutionen (IHK, Bezirksregierung Arnsberg, Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH) sowie mit den wichtigsten Eigentümern diskutiert

 

Aufbauend auf der Leitidee des Entwicklungskonzepts, den Gewerbestandort längerfristig zu einem attraktiven interkommunalen Gewerbepark im Herzen der Metropolregion zu entwickeln, wurden themenspezifisch Maßnahmen in den Bereichen Städtebau, Freiraum und Verkehr erarbeitet und in ein zeitlich gestuftes Handlungskonzept eingebunden.

 

Im Zuge der Erarbeitung des Entwicklungskonzepts stellte sich heraus, dass die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Erschließungsnetzes in vielen Bereichen als nicht ausreichend angesehen werden muss.  Ein Schwerpunkt der vorgeschlagenen Maßnahmen betrifft insofern verkehrsinfrastrukturelle Maßnahmen

 

Zu den Maßnahmen, die laut Gutachten mit hoher Priorität zu verfolgen sind, gehören somit:

 

  • Bau einer Bahnunterführung für die Rensingstraße als einleitende Maßnahme für die       Durchstreckung der Rensingstraße nach Norden zur Südstraße

 

  • Absiedlung von Wohnhäusern und Gewerbebauten an der Rensingstraße, die für die Entwicklung der ehemaligen NOKIA-Fläche und für die Durchstreckung der Rensingstraße gleichermaßen wichtig ist

 

  • Ausbau des Knotens Holsterhauser Straße / Koniner Straße sowie des Knotens Herner Straße / Rensingstraße zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit

 

  • Straßenraumaufwertung und ein Fassadenförderprogramm Herner Straße / Bochumer Straße zur Qualifizierung des Gewerbestandorts

 

  • Aufwertung des Eingangsbereichs Rensingstraße durch Beseitigung der dortigen Funktionsmängel

 

  • Flächensicherung von Freiraumkorridoren an der Meesmannstraße.

 

Zu den weiteren im Entwicklungskonzept vorgeschlagenen Maßnahmen zählen u. a. die Absiedlung von Wohnhäusern an der Südstraße, die Gliederung und Vernetzung durch Grünstrukturen, der Ausbau von Fuß- und Radwegeverbindungen sowie solche, die die verbesserte Wahrnehmung des Gebiets von der A43 bzw. die Schaffung eines Corporate Designs zum Ziel haben. Diese sind die Ausbildung von Grünstreifen bzw. Baumreihen auf beiden Seiten entlang der A43, welche durch Sichtschneisen auf das Gebiet unterbrochen werden, eine identitätsstiftende Farbgestaltung der Lärmschutzwand an der östlichen Autobahnseite sowie eine ansprechende Gestaltung der „Autobahnohren“ als wichtige Eingangsituationen in das Gebiet. Diese vorgeschlagenen Maßnahmen sollen im Zuge des Ausbaus der A43 realisiert werden und bedürfen noch weitergehender Abstimmungen mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW.

 

Das vorliegende Gesamtkonzept besitzt – vorbehaltlich der Zustimmung der bürgerschaftlichen Gremien in Bochum und Herne - den Charakter eines informellen, gleichwohl aber für die strategische Entwicklung des Gebietes zwischen den Städten abgestimmten  Rahmenplans. Die Planung einzelner Maßnahmen muss ggfs. auf der Grundlage weiterer Gutachten, eigenständiger Planverfahren und in Abstimmung mit den jeweils zuständigen Fördermittelgebern erfolgen.

 

Bereits zu jetzigen Zeitpunkt besteht Klarheit darüber, dass weitergehende, detailliertere Verkehrsuntersuchungen erforderlich sind, um zu einer entsprechenden Einschätzung des Verkehrsgeschehens im Gesamtraum sowie an neuralgischen Punkten zu kommen. Ein entsprechender Förderantrag wurde seitens der Stadt Herne bereits gestellt.

 

Von entscheidender Bedeutung für eine zügige Realisierung der angedachten Projekte zum Interkommunalen Gewerbegebiet HER-BO-43 ist das inhaltlich und zeitlich abgestimmte Handeln der beider Städte.

 

Hierzu ist beabsichtigt, die bereits eingeübte Arbeitsstruktur in eine dauerhafte Zusammenarbeit zu überführen. Die künftige Entwicklung des Gebiets und insbesondere die Erarbeitung weiterer Gutachten und Konzepte sollen gemeinsam begleitet werden. Förderanträge und für die Fördermittelakquirierung notwendige formale Voraussetzungen  werden abgestimmt und gemeinsam bearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

Das Entwicklungskonzept wird in der Sitzung durch einen Vertreter des Büros für Kommunal- und Regionalplanung – BKR – Essen erläutert.

 

Eine Zusammenfassung des Entwicklungskonzepts wird in Form einer 40-seitigen Broschüre zur Verfügung gestellt.

 

Die Büros der Fraktionen, Gruppen und des Einzelmitglieds erhalten je ein Exemplar des Endberichts auf CD.

 

Der Oberbürgermeister

I. V.

 

 

Terhoeven

(Stadtrat)

 

Anlagen: Übersichtsplan

  


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Lageplan-20090223-kl (170 KB)