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Vorlage - 2010/0704  

Betreff: Abwasseranlage Hibernia-Zulaufgraben
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Reinholz, Rolf-Dieter
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Schulz, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
18.11.2010 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
24.11.2010 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
25.11.2010 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

Die Stadtentwässerung Herne GmbH & Co. KG (SEH) plant, mit dem Hibernia-Zulaufgraben einen neuen Regenwasserlauf zu bauen. Diese Maßnahme ist wegen der ehemaligen Werksbrunnen der Fa. Flottmann erforderlich. Seit der Werksstilllegung läuft das Brunnenwasser aus einem gespannten Grundwasserleiter in die städtische Mischwasserkanalisation.

 

Die Brunnen können mit einem wirtschaftlich zu vertretenden Aufwand nicht verschlossen werden. Zur Reduzierung des Fremdwasseranteils in der Kanalisation soll das Brunnenwasser nun in einem neuen Wasserlauf zum Schmiedesbach abgeleitet werden. Durch die Stilllegung des Rangierbahnhofes Constantin der Wanne- Herner Eisenbahn- und Hafen GmbH besteht die Möglichkeit, hier eine Trasse für einen neuen Wasserlauf zum Schmiedesbach zu schaffen.

 

Da bei der Maßnahme die Reduzierung des Fremdwasseranteils in der Mischwasserkanalisation im Vordergrund steht, handelt es sich um den Bau einer Abwasseranlage.

 

Darüber hinaus ist der Hibernia-Zulaufgraben der erste Abschnitt der ökologischen Umgestaltung des Schmiedesbaches und somit Teil der Konzeption zum Umbau des Emschersystems. Als weitere Abschnitte folgen bis zur Einmündung in die Emscher der Mittellauf und der Unterlauf des Schmiedesbaches.

 

Anfang April 2011 soll mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Ende September 2011 vorgesehen.

 

Die Baukosten betragen ca. 1.258.000 €. Die Maßnahme wird über die Emschergenossenschaft mit Mitteln der Europäischen Union gefördert.

 

Das Teilstück von den Flottmannquellen bis zur Straße des Bohrhammers wurde bereits im Rahmen der Umgestaltung des Flottmann-Geländes fertig gestellt und ist nicht Bestandteil dieses Verfahrens. Da die Flottmannbrunnen (10 l/s) bis zur Fertigstellung des Hibernia-Zulaufgrabens weiterhin in die Kanalisation eingeleitet werden, ist der schon in diesem Teilbereich vorhandene Bachlauf trocken.

 

Die Regenwasser-Entwässerung der neuen Siedlung an der Straße des Bohrhammers (Flottmann-Gelände) soll über einen neuen Regenwasserkanal in den Zulaufgraben Hibernia

erfolgen.

 

Zur Querung der Straße des Bohrhammers wird das Gewässer in einer Rohrleitung DN 500 durch den Straßenkörper geleitet. In der Ursprungsplanung war zunächst vorgesehen, den Bachlauf parallel zwischen der Kleingartenanlage Herne-Süd und der Straße Am Schrebergarten zu führen.

 

Diese Trassenplanung hat aber wegen der dort gegebenen räumlich sehr beengten Situation erhebliche gestalterische und ökologische Nachteile. Aus Platzmangel müsste dort das nordöstliche Ufer zur Kleingartenanlage hin aufwendig mit Gabionen (armierte Steinschüttungen) befestigt werden. Darüber hinaus müsste auf ca. 70 m der gesamte Baumbestand (ca. 40 tlw. wertvolle Bäume) gefällt werden, da diese mit ihrem Wurzelbereich in der geplanten Trasse stehen.

 

Als ökologische und gestalterische Alternativplanung besteht die Möglichkeit, die Trasse unter Inanspruchnahme von 5 Kleingartenparzellen nach Nordosten zu verlegen, was auch zu einer gestalterischen Aufwertung der Kleingartenanlage führen würde.

 

Mit dem Stadtverband der Kleingärtner und einem Teil der Pächter konnte bislang noch keine Einigung hinsichtlich einer Aufgabe mit Entschädigung und evtl. Umsiedlung erreicht werden. Es sind mehrere Planungsvarianten in der Diskussion. Zurzeit wird eine Wertermittlung der betroffenen Gärten durchgeführt, um eine bessere Verhandlungsbasis mit den betroffenen Pächtern zu haben.

 

Da gegenwärtig noch unklar ist, welche Planvariante letztendlich in diesem Bereich umgesetzt werden kann, wird der Bereich der genannten Kleingartenparzellen zurückgestellt. Das betroffene Teilstück wird bei der Realisierung der Maßnahme soweit nach hinten geschoben, dass es spätestens zum geplanten Ende der Gesamtmaßnahme (Ende September 2011) noch realisiert werden kann.

 

Im weiteren Verlauf bis zur Bochumer Straße wird wieder ein geböschtes Grabenprofil gebaut, dessen Sohle durch eine Bentonitbahn abgedichtet wird. So wird verhindert, dass Wasser ungewollt versickert und der Wasserlauf trocken fällt. Zur Kreuzung der Bochumer Straße wird der Wasserlauf erneut verrohrt, um die vorhandenen Abwasserkanäle und den U-Bahn-Tunnel zu queren.

 

Um in den tiefer gelegenen Einschnitt des ehemaligen Bahnhofs Constantin zu gelangen, fällt das Wasser über ein Absturzbauwerk zum neuen Graben ab. Zur Bewirtschaftung des Wasserlaufes wird von der Bochumer Straße ein Betriebsweg parallel zum Graben gebaut. Er soll auf dem noch vorhandenen Gleisbett aus Schotter errichtet werden.

 

Im weiteren Verlauf des Grabens wird die vorhandene Vegetation weitestgehend geschont, Einzelbäume werden durch den mäandrierenden Bachverlauf umgangen.

 

Das zum Schutz vor Hochwasser und als Rückhaltevolumen vor der Pumpstation geplante Rückhaltebecken soll vorwiegend die vorhandene Topographie nutzen. Lediglich im Bereich der ehemaligen Gleiseinbindung von Süden muss ein kleiner Damm geschüttet werden. Das Rückhaltebecken ist für ein 100-jähriges Regen-Ereignis bemessen.

 

Die Drosselabflussspende des Regenrückhaltebeckens mit 15 l/s entspricht der Pumpenleistung der nach geschalteten Pumpstation, die das Wasser in Richtung Gewerbepark Hibernia / Mittellauf Schmiedesbach weiterleitet.

 

Das Einzugsgebiet des Zulaufgrabens ist insgesamt 10,15 ha groß. Das Einzugsgebiet besteht überwiegend aus Grünflächen, so dass der abflusswirksame Anteil auf 10 % geschätzt wird. Die umliegenden Wohngebiete werden zurzeit im Mischsystem entwässert. Die Entflechtung wäre nur mit einem unverhältnismäßig hohen Finanzaufwand möglich.

 

Allein für den nördlich des Bahnhofs Constantin gelegenen Kindergarten und das benachbarte Gemeindehaus könnte Dachflächenwasser ohne weitergehende Maßnahmen abgekoppelt werden. Durch konsequente Bauleitplanung können neue Trennsysteme geschaffen werden. Der neue Oberlauf Schmiedesbach stellt dann die notwendige und ausreichende Vorflut dar.

 

Die Fläche des Entertainment-Centers könnte über den nördlich des Bahnhofs Constantin gelegenen Bahneinschnitt an den Schmiedesbach angeschlossen werden. So könnte ein weiteres Gewässer als Nebenarm entstehen.

 

Über den weiteren Verlauf der Verhandlungen mit den Kleingärtnern und die weitere Planung in dem betroffenen Bereich wird die Verwaltung zu gegebener Zeit den bürgerschaftlichen Gremien unaufgefordert berichten.

 

In dem Teilstück der Bachtrasse entlang der Straße Am Schrebergarten ist zwischen der Straße des Bohrhammers und der Bochumer Straße die Entfernung von nach der Baumschutzsatzung geschützten Bäumen erforderlich. Die Verwaltung wird mit einer gesonderten Vorlage zur Sitzung am 25.11.2010 die Genehmigung der Bezirksvertretung Herne-Mitte einholen.

 

Wie oben ausgeführt ist zurzeit noch unklar, welche Planvariante im Bereich der 5 betroffenen Kleingartenparzellen zur Ausführung kommt. Der in diesem Bereich möglicherweise betroffene Baumbestand wird  daher zunächst nicht Gegenstand der angekündigten Sitzungsvorlage sein. Falls notwendig, wird hier die Verwaltung zu gegebener Zeit eine weitere Sitzungsvorlage der Bezirksvertretung Herne-Mitte vorlegen.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

(Terhoeven)

Stadtrat

 


Anlage:

Übersichtsplan

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage Vorlage 704 (700 KB)