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Vorlage - 2010/0710  

Betreff: Realisierung des Bibliothekskonzeptes 2011 - 2015
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Frau Anlauf
Federführend:FB 32 - Kultur Bearbeiter/-in: Grabowski, Andrea
Beratungsfolge:
Kultur- und Bildungsausschuss Vorberatung
25.11.2010 
des Kultur- und Bildungsausschusses beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Kultur- und Bildungsausschuss stimmt dem Bibliothekskonzept 2011 - 2015 auf der Grundlage des vorgelegten Realisierungskonzeptes zu.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Der Rat der Stadt Herne hat in seiner Sitzung am 23.03.2010 im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes die Schließung der Stadtteilbibliotheken Eickel und Sodingen ab Mitte 2012 beschlossen. In diesem Zusammenhang wurde die Verwaltung gebeten, für die verbleibenden Standorte ein Zukunftskonzept zu erarbeiten, das die mit der Schließung verbundenen Auswirkungen berücksichtigt und zu den künftigen Anforderungen an ein zeitgemäßes Bibliothekssystem Stellung nimmt.

 

Dieses Zukunftskonzept wurde dem Kultur- und Bildungsausschuss in der Sitzung am 09.09.2010 vorgestellt. Der Ausschuss stimmte dem Bibliothekskonzept 2011-2015 unter dem Vorbehalt eines zur nächsten Sitzung vorzulegenden Realisierungskonzeptes (Zeitplanung, Kostenübersicht, Finanzierungsmöglichkeiten) zu.

 

Ziele der Stadtbibliothek

 

Vor dem Hintergrund der Handlungsfelder „sinkende Medienkompetenz“, „steigende Anzahl von virtuellen Angeboten“, „demografischer Wandel“ und „zunehmender Anteil von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund“ entwickelt die Stadtbibliothek mit ihrem Bibliothekskonzept 2011 – 2015 allgemeine Ziele und Schwerpunktziele, um ihre Arbeit in den kommenden Jahren zielgerichteter und effektiver gestalten zu können.

 

Wichtigste Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele ist ein Medienangebot, dessen Qualität sich in Aktualität, Attraktivität, Breite, Tiefe und Medienvielfalt (Printmedien, audio-visuelle und virtuelle Medien) zeigt. Hierzu ist zunächst eine schrittweise Erhöhung der Erneuerungsquote des Medienbestandes auf mindestens 8% bis zum Jahr 2015 notwendig.

 

Die Stärkung der Bibliothek als Lernort erfordert das Angebot zusätzlicher PC-Arbeitsplätze, Lese- und sonstiger Arbeitsplätze. Die zeitgemäße Präsentation der unterschiedlichen Medien setzt den weiteren Austausch des veralteten Regalsystems voraus.

 

Die Optimierung und Erweiterung der Angebote und die Serviceverbesserung für die Bibliothekskunden im Netz bedingt den Umstieg auf eine neue Bibliothekssoftware. Dieser Umstieg ist ebenfalls notwendig, um die Digitale Virtuelle Bibliothek in den Bibliothekskatalog einzubinden.

 

Die bessere Erreichbarkeit der Bibliothek wird durch die Installation/den Einbau von  Medienrückgabe-Boxen erreicht.

 

Die in 2011 geplante räumliche und organisatorische Zuordnung der Stadtbildstelle zur Stadtbibliothek birgt die zukunftsträchtige Chance, die Bestände beider Institutionen zu einem besonderen Angebot zu bündeln, wodurch Synergieeffekte genutzt und Effektivitätssteigerungen beider Einrichtungen erreicht werden können.

 

Die Medienbestände der Einrichtungen sollen zusammengeführt werden und über den Katalog der Stadtbibliothek recherchierbar sein. Die Zusammenführung erfolgt sukzessive ab dem Jahr 2011. Hierzu wird die Stelle einer fachlichen bibliothekarischen Leitung geschaffen, die zuständig ist für die Organisation des zukünftigen Medienzentrums, die Auswahl und Bestellung, die Information und Beratung bezogen auf die Bestände des Medienzentrums, die Vermittlung der allgemeinen Medienkompetenz und die Schulungen/Einführungen in die Online- Ausleihe EDMOND für Schulen.

 

Ressourcen

 

§    Einnahmen

 

Die Stadtbibliothek erzielt eigene Einnahmen durch die Erhebung eines Jahresnutzungsentgeltes, von Entgelten für die Ausleihe von DVDs, Versäumnisentgelten, Entgelten für die Fernleihe, Kopien, Internetnutzung sowie Eintrittsgelder für Veranstaltungen, sowie projektbezogene Sponsorings (2009: rd. 90.000,00 €).

In den Einnahmen enthalten sind Mittel im Rahmen der Bibliotheksförderung der Landes Nordrhein-Westfalen (2009: rd. 15.000,00 €)

Im laufenden Haushaltsjahr beläuft sich die Einnahmeerwartung auf rd. 110.000,00 €.

Kurz- und mittelfristiges Ziel ist die Anhebung von Entgelten, um die eigenen Einnahmen zu steigern. So sollen die geplanten Entgelterhöhungen in den Jahren 2011 und 2013 als Maßnahme des HSK jeweils 20.000,00 Haushaltsverbesserung nach sich ziehen. Die darüber hinausgehenden Mehreinnahmen entsprechend der in der Anlage prognostizierten Beträge sollen zur Refinanzierung der im Bibliothekskonzept dargestellten Maßnahmen im konsumtiven Bereich und damit zur Bestandssicherung eines zeitgemäßen Bibliothekswesens im Sinne der Regelungen des § 82 GO NW (Weiterführung notwendiger Aufgaben) verwendet werden.

 

§    Ausgaben

 

Die Qualität der Erfüllung der Aufgaben der Stadtbibliothek hängt neben den räumlichen und technischen Bedingungen sowie der Personalausstattung ursächlich wie bereits dargelegt von einem ausreichenden Medienetat ab.

Der Medienetat i. H. v 224.000 € (hiervon 5.000 € für die Verwaltungsbibliothek) ist seit Jahren weitgehend unverändert. Aufgrund der reduzierten Freigaben der Haushaltsansätze im Verwaltungshaushalt ist er in der Realität jedoch gesunken. So stehen bei einer 90%igen Freigabe rd. 202.000,0 € zur Verfügung, was einer Erneuerungsquote von nur 6 % entspricht. Ziel ist eine Mindestquote von 8 %.

§    Einnahmen / Ausgaben sowie Investitionen bis 2015

 

Wie aus der in der Anlage dargestellten Übersicht erkennbar ist, sind zur Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen des Bibliothekskonzeptes bis 2015 zusätzliche konsumtive Mittel i. H. v. knapp 84.000,0 € / jährlich und investive Mittel i. H. v. insgesamt 161.000,0 € erforderlich. Die vollständige Refinanzierung der Konsumtivmittel setzt eine schrittweise Entgelterhöhung in den Jahren 2011 und 2013 sowie eine vollständige Mittelfreigabe voraus.

Die vorgeschlagenen Entgelterhöhungen erlauben die Realisierung der Erneuerungsquote von 8 % bereits ab dem Jahr 2013 (Anlage).

Bei den geschätzten Mehreinnahmen handelt es sich um realistische Prognosen, die auch auf den Rechercheergebnissen bei anderen Bibliotheken beruhen.

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

Thierhoff

Stadträtin

 

Anlagen:

Anlagen:

- Übersicht über Mehreinnahmen 2011 - 2015

- Übersicht über Einnahme-/Ausgabeveränderungen

   sowie Investitionen 2011 - 2015

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage Übersicht Mehreinnahmen 2011-2015 (88 KB) PDF-Dokument (140 KB)