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Vorlage - 2011/0705  

Betreff: Bildungsbericht 2011
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Neumann, Dennis - Tel.: 2160
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Bartkowiak, Heike
Beratungsfolge:
Schulausschuss Anhörung
24.11.2011 
des Schulausschusses beschlossen   
Jugendhilfeausschuss Anhörung
30.11.2011 
des Jugendhilfeausschusses geändert beschlossen   
Integrationsrat Anhörung
30.11.2011 
des Integrationsrates zur Kenntnis genommen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:

Bez.:               ---

Nr.:

Bez.:           ---

 

                  ---

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:              ---

Nr.:

Bez.:           ---

 

                 ---

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

Der Schulausschuss,

der Jugendhilfeausschuss,

der Integrationsrat

 

1.            nimmt den Herner Bildungsbericht 2011 zur Kenntnis,

2.            beauftragt die Verwaltung, die Datengrundlage des Bildungsmonitorings durch geeignete Maßnahmen zu erweitern und

3.            beauftragt die Verwaltung einen dialogischen Prozess zur Entwicklung strategischer Handlungsziele zu initiieren und zu steuern. Über den gegenwärtigen Prozessverlauf soll die Verwaltung regelmäßig berichten.

Sachverhalt:

Sachverhalt:

Im Januar 2007 hat der Schulausschuss des Rates der Stadt Herne die Verwaltung beauftragt, eine erste Bestandsaufnahme zur kommunalen Bildungssituation der Herner Schülerinnen und Schüler, in Form eines kommunalen Bildungsberichtes zu erstellen und regelmäßig fortzuführen (Vorlagen-Nr. 2007/0019). Der hieraus resultierende erste Herner Bildungsbericht gehörte bundesweit zu den ersten seiner Art. Im Oktober 2008 wurde er im Schulausschuss vorgestellt. Mit dem nun vorliegenden Bericht erfährt er seine erste Fortschreibung.

 

 

Entgegen erster Überlegungen, wonach der Bericht alljährlich fortgeschrieben werden soll, wurde der Berichtsturnus mit Beschluss des Schulausschusses zum                 12. Juni 2009 auf drei Jahre verlängert (Vorlagen-Nr. 2009/0472). Hieraus ergibt sich der aktuelle Zeitpunkt der vorliegenden Berichtslegung.

 

Ein wesentliches Ziel kommunaler Bildungsberichterstattung ist es, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit regelmäßig über Entwicklungen und Ergebnisse des lokalen Bildungsgeschehens zu informieren, um die Diskussion um Bildung und um Bildungsziele in einer Stadt zu bereichern.

Sie will ihren Adressaten ermöglichen, sich einen Gesamtüberblick über die zum Teil sehr komplexen Prozesse und Wirkungszusammenhänge des lokalen Bildungssytems zu verschaffen, um hieraus Schlüsse für bildungspolitische Handlungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten zu ziehen.

Insofern handelt es sich bei der kommunalen Bildungsberichterstattung nicht um ein Instrument der Datenerhebung oder -sammlung, sondern um eine besondere Form der Aufbereitung und Darstellung von Informationen. Bildungsberichterstattung will einen adressatengerechten Zugang zu empirischen Bildungsdaten ermöglichen und damit eine fundierte, objektive Meinungsbildung ermöglichen.

Wie sein Vorgänger basiert auch der zweite, aktuelle Bildungsbericht auf der systematischen Verknüpfung und Darstellung statistischer Kennzahlen die - jeweils für sich oder im Zusammenspiel - bestimmte Aspekte des Bildungswesens beschreiben. Dabei wurde großen Wert auf die Erläuterung der dargestellten Datengrundlage gelegt. Ziel war es, erste Interpretationshinweise zu geben und Zusammenhänge aufzuzeigen. Um den Überblickcharakter des Berichtes zu erhöhen wurde die Zahl der Indikatoren - im Vergleich zum ersten Bildungsbericht - reduziert. Im Gegenzug wurden thematische Schwerpunkte gesetzt und diese mit einer höheren Detailschärfe analysiert. Außerdem wurden nach Möglichkeit regionale und zeitliche Vergleichsdaten als Referenzgrößen für die dargestellten Bildungsindikatoren aufgeführt.

Die thematische Schwerpunktsetzung des zweiten Herner Bildungsberichts entspricht im Wesentlichen dem Auftrag des Schulausschusses vom 27.05.2010. Danach sollen insbesondere „Übergänge im Bildungswesen einschließlich der Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse […] unter besonderer Berücksichtigung der Bildungsbeteiligung von Kindern mit Zuwanderungshintergrund“ (Vorlagen-Nr. 2010/0293) in den Blick genommen werden.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass erhebliche Disparitäten der Bildungsteilhabe und Bildungschancen zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund sowie entlang des sozialen Status von Kindern bestehen.

 

Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung

 

Es besteht eine enge Verknüpfung zwischen der kommunalen Bildungsberichterstattung und dem kommunalen Bildungsmonitoring.

Bildungsmonitoring bezeichnet den umfassenden und systematischen Prozess der Gewinnung und Aufbereitung von Informationen zu Rahmenbedingungen, Prozessen und Ergebnissen des Bildungssystems. Bildungsberichterstattung ist ein Element in diesem Prozess. Ihr geht es darum, Monitoringdaten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben den regelmäßig erscheinenden Bildungsberichten sind beispielsweise vertiefende Analysen, Expertisen oder Evaluationen weitere „Produkte“ des Bildungsmonitorings.

 

 

Die Datensammlung des kommunalen Bildungsmonitorings orientiert sich an der Maßgabe, dass eine Verknüpfung der gewonnenen Informationen eine evaluative Gesamtschau des kommunalen Bildungssystems bzw. dessen Teilbereiche ermöglichen soll. Im Bereich der allgemeinbildenden Schulen kann eine solche systemische Betrachtung mit Hilfe der vorhandenen Datengrundlage, wenn auch mit einigen Abstrichen hinsichtlich der Kleinräumigkeit, bereits erfolgen. In den übrigen Bildungsbereichen besteht noch deutlicher Ausbaubedarf. Insbesondere in den Bereichen Weiterbildung und informelles Lernen ist die Datenlage, aufgrund der komplexen Angebotsstruktur, bzw. des informellen Charakters des Bildungsgeschehens noch sehr „dünn“. Um die Datengrundlage zu verbessern, werden zukünftig verstärkt eigene Bestandserhebungen und Befragungen notwendig sein. Daneben sollen weiterhin auch bestehende Datensammlungen erschlossen, systematisiert und in das Bildungsmonitoring integriert werden. So konnte im Rahmen des vorliegenden Bildungsberichts beispielsweise erstmals auf Daten der Sprachstandserhebung sowie der Schuleingangsuntersuchung des Fachbereichs Gesundheit zurückgegriffen werden.

 

Ausblick

 

Bundesweit ist in den vergangenen Jahren eine zunehmende Aktivität im Bereich Bildungsmonitoring/Bildungsberichterstattung zu beobachten. Im regionalen Kontext werden diese Instrumente von immer mehr Kommunen praktiziert. Dabei sind Bildungsmonitoring/Bildungsberichterstattung eng verknüpft mit der Idee einer stärker an den Ergebnissen und Wirkungen von Bildungsprozessen orientierten Steuerung über Zielvorgaben. Dabei geht es darum, den Erfolg bildungspolitischen und -administrativen Handelns über die Erreichung von zuvor gesetzten Zielen zu bewerten. In diesem Kontext besteht die Funktion von Bildungsmonitoring/ Bildungsberichterstattung darin, regelmäßig Informationen bereit zu stellen, die eine datenbasierte, d. h. objektive Bewertung der Zielerreichung sowie die Definition neuer Handlungsziele ermöglichen.

Bildungsberichterstattung als Teilelement des Bildungsmonitorings nimmt dabei eine spezifische, politische Steuerungsebene in den Blick. Hier geht es weniger um Detailplanungen, als um die strategische Definition von Handlungsschwerpunkten innerhalb eines normativen Leitrahmens sowie deren Bewertung zum Ende einer anschließenden Umsetzungsphase.

 

Mit dem bildungspolitischen Leitbild der Stadt Herne, das mit zahlreichen Bildungsakteuren diskutiert und zum 13.12.2011 im Rat der Stadt Herne beschlossen werden soll, liegt zukünftig ein normativer Leitrahmen des bildungspolitischen und -administrativen Handelns vor. Im Sinne eines strategischen Managements geht es nun darum, Handlungsschwerpunkte und Ziele zu definieren und diese in einem regelmäßigen Turnus zu überprüfen und anzupassen.

 

Um möglichst viele Bildungsakteure in diesem Prozess zu beteiligen soll im nächsten Jahr eine breite Zieldiskussion mit Politik und Herner Bildungsakteuren erfolgen. Der Bildungsbericht kann hierbei unterstützen, indem er eine objektive, an Daten und Fakten orientierte Zieldiskussion ermöglicht. Konkrete Meilensteine des geplanten Prozesses sind:

 

 

 

 

 

Anfang 2012: Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der bürgerschaftlichen Gremien

 

In einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Bildungsberichts sollen erste bildungspolitische Schlussfolgerungen - vor dem Hintergrund des Leitbilds Bildung in Herne - diskutiert werden.

 

1. März 2012: Dritte Herner Bildungskonferenz

 

Im Rahmen der Bildungskonferenz sollen die kommunalen Bildungspartner in den Diskussionsprozess eingebunden werden. Außerdem sollen themenspezifische Workshops, mit Beteiligung von Politik, Verwaltung und Herner Bildungsakteuren, konstituiert werden.

 

Ab Mai 2012: Konsolidierungsphase

 

In den themenspezifischen Workshops sollen die bisherigen Diskussionsergebnisse konsolidiert und beschlussfähige Handlungsziele zur Verbesserung der Bildungssituation in Herne entwickelt werden.

 

Ende 2012: Beschlussphase

 

Die im Rahmen dieses Prozesses entwickelten strategischen Handlungsziele sollen nachfolgend in den bürgerschaftlichen Gremien beraten und abschließend vom Rat der Stadt Herne beschlossen werden.

 

Der Oberbürgermeister                                                             

In Vertretung

 

 

Thierhoff

Stadträtin

Anlage:

Anlage:

Übersicht über den geplanten weiteren Prozess zur Entwicklung strategischer Ziele

 

Anmerkung

Der Herner Bildungsbericht 2011 wird gesondert versandt.

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich anlage_diskussionsprozess (52 KB)