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Vorlage - 2012/0020  

Betreff: Bericht der Verwaltung zum Verfahren "Schüler-Online" - die zentrale Anmeldung für Berufskollegs sowie die gymnasiale Oberstufe der Gymnasien und Gesamtschulen im Internet
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:1. Becker, Joachim
2. Jäkel, Dietmar
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Winkler, Barbara
Beratungsfolge:
Schulausschuss Anhörung
26.01.2012 
des Schulausschusses zur Kenntnis genommen     

Sachverhalt

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

In den vergangenen Jahren wurde die Berufsschulpflicht der von der allgemeinbildenden Schule abgebenden Schülerinnen und Schüler anhand sogenannter EBK-Bögen überwacht. Auf diesen Fragebögen wurden die persönlichen Daten und der zukünftige Verbleib vermerkt. In einem gemeinsamen Treffen gegen Ende eines Schuljahres glichen die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer der beteiligten abgebenden Schulen und der Berufskollegs die EBK-Bögen mit den aktuellen Anmeldungen an den Berufskollegs ab. Die dabei ermittelten unversorgten Jugendlichen wurden zu Beratungsgesprächen eingeladen.

Dieses „händische“ Verfahren war mit vielen Unwägbarkeiten behaftet. Eine kurzfristige Änderung des Schülerwunsches zum zukünftigen Verbleib z. B. konnte kaum noch erfasst und bearbeitet werden.

Es fehlte die eindeutige Sicherheit und Kontrollmöglichkeit, dass alle Bögen und damit alle Schülerinnen und Schüler erfasst wurden. Die Nachverfolgung per Hand war aufwändig und ungenau. So konnte es passieren, dass Jugendliche durch das Netz der Berufsschulpflichtüberwachung fielen und sich manchmal erst im Oktober an einem Berufskolleg meldeten. Passende Bildungsgänge zu finden war dann angesichts des angelaufenen Schuljahres kompliziert. Exakte Zahlen zum Ausmaß dieser späten Anmeldungen fehlten ebenfalls.

 

 

Neues Anmeldeverfahren

 

Zur Anmeldung für das Schuljahr 2011/12 führte die Stadt Herne parallel mit den Städten Bochum, Dortmund und Recklinghausen das internetbasierte Anmeldeverfahren „Schüler-Online“ zur Unterstützung der Schulen und Berufskollegs beim Übergang der Schülerinnen und Schüler von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II und beim Übergang zu den Berufskollegs ein. Gelsenkirchen ist die einzige angrenzende Stadt, die ohne „Schüler-Online“ die Anmeldung zum Berufskolleg durchführt. Im Rahmen des Einführungsprozesses wurden Schulungsveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen in den Sekretariaten sowie für die BeratungslehrerInnen durchgeführt. Eine weitere Fortbildungsveranstaltung ist für Ende Januar 2012 geplant.

 

Alle abgebenden Schulen exportieren bis eine Woche vor der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse die Stammdaten ihrer Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus den Schulverwaltungsprogrammen in die Datenbank von „Schüler-Online. Der Schulträger kontrolliert, ob alle abgebenden Schulen ihre Schülerdaten in das System eingegeben haben.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung erhalten alle abgehende Schülerinnen und Schüler mit dem Halbjahreszeugnis ein eigenes und geheimes Passwort zum einloggen bei „Schüler-Online“ sowie einen Informationsflyer. Mit dem Passwort können sie sich in dem Anmeldezeitraum über „Schüler -Online“ an einer Berufsschule, für einen Bildungsgang an einem Berufskolleg oder für die gymnasiale Oberstufe an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule anmelden. Für jede dieser drei Möglichkeiten kann nur eine Anmeldung abgegeben werden. Doppel- und Mehrfachanmeldungen (manchmal bis zu 10 verschiedene Anmeldungen) sind daher in der Regel ausgeschlossen. In der Datenbank sind die angebotenen Bildungsgänge vollständig und detailliert dargestellt. Alle Schülerinnen und Schüler können sich jederzeit über ihren aktuellen Anmeldestatus im System informieren. Eine Abgabe von schriftlichen Unterlagen inkl. der Unterschrift ist weiterhin notwendig. Bei fehlendem Internetanschluss besteht das Angebot der Anmeldung entweder über die aufnehmende oder die abgebende Schule. Sehr häufig erfolgt die Anmeldung im Rahmen des Unterrichts und des Klassenverbandes. Die Klassenleitungen der allgemeinbildenden Schulen können jederzeit den Anmeldestatus der gesamten Klasse einsehen.

 

 

Ergebnisse des letztjährigen Anmeldeverfahrens

 

Im Jahr 2011 wurden zum Ende des Anmeldeverfahrens ca. 100 Schülerinnen und Schüler ermittelt, die keinen Schul- oder Ausbildungsplatz erhalten haben. Im Projekt „JugendStärken“, dass u. a. ein Übergangsmanagement für Herne entwickelt, wurde in enger Kooperation mit Herner Beratungsstellen ein Beratungsangebot organisiert.

Alle 100 Schülerinnen und Schüler wurden angeschrieben und zu Beratungsgesprächen eingeladen. Bis auf 12 Schülerinnen und Schüler, zu denen kein Kontakt hergestellt werden konnte, erhielten alle anderen entweder einen Schul- oder Ausbildungsplatz.

Dank „Schüler-Online“ und der intensiven Mitarbeit aller beteiligten Schulen konnte die Lücke der „Unversorgten“ nahezu geschlossen werden.

 

Vorteile

Durch die vollständige Erfassung der Schulabgänger aus den allgemeinbildenden Schulen in einer geschlossenen Datenbank ergeben sich zahlreiche positive Effekte:

 

·         Datenbankbasierte Verfahren beschleunigen und erleichtern die Auswertung.

·         Die Erfassung und Kontrolle aller Schulabgänger ist sichergestellt und damit auch eine konsequente Überwachung der  gesetzlichen Berufsschulpflicht.

·         Durch den Wegfall der Mehrfachanmeldungen erhöht sich die Wahr-scheinlichkeit für eine schnelle Aufnahme am Berufskolleg.

·         Eine schnelle und nahezu lückenlose Ermittlung der „Unversorgten“ ist gewährleistet.

·         Individuelle Beratungen können schnell erfolgen.

·         Herner Beratungseinrichtungen kooperieren eng.

·         Das Herner Leitbild „In Herne zählt jede individuelle Bildungsbiografie wird an dieser Schnittstelle des Übergangs konsequent umgesetzt.

 

Die Einführung des neuen Anmeldeverfahrens ist in enger Kooperation zwischen dem kommunalen Bildungsbüro, der Verwaltungsabteilung des Fachbereichs Schule und Weiterbildung und dem Projekt „JugendStärken“ realisiert worden. Die schnelle Kooperation mit den Herner Schulen war dabei ein weiterer unerlässlicher Baustein.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin