Ratsinformationssystem

Vorlage - 2012/0183  

Betreff: Flächeninformationssystem Ruhr (ruhrFIS)
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Rogge, Tel. 3015
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Dill, Sabine
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Anhörung
22.03.2012 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Gemäß § 4 Abs. 4 Landesplanungsgesetz NRW gehört die Raumbeobachtung zu den Aufgaben der Regionalplanungsbehörden. Der Regionalverband Ruhr (RVR) als Regionalplanungsbehörde für sein Verbandsgebiet hat danach – zusammen mit den Gemeinden – ein Siedlungsflächenmonitoring durchzuführen.

Der RVR hat sich entschlossen, ein regelmäßiges Siedlungsflächenmonitoring unter dem Titel „ruhrFIS – Flächeninformationssystem Ruhr“ in den drei Modulen

        Flächennutzung (Realnutzungskartierung)

        Wandel der Flächennutzung (zeitlicher Vergleich der Realnutzungskartierung) und

        Flächenreserven

abzubilden. Nunmehr wurde der erste Bericht zu den Flächenreserven vorgelegt. Die Kenntnisnahme durch die Verbandsversammlung erfolgte am 19.12.2011. Eine Fortschreibung ist in dreijährigem Turnus vorgesehen. Die Kurzfassung des Berichts ist dieser Sitzungsvorlage als Anlage beigefügt, die 144 Seiten umfassende Langfassung ist auf der Website des Regionalverbandes Ruhr www.metropoleruhr.de unter dem Menupunkt Regionalplanung \ Flächenmonitoring abrufbar.

Wesentliche Funktion des ruhrFIS ist die Schaffung einer aktuellen und belastbaren Informations- bzw. Datengrundlage für die räumliche Planung, insbesondere die Regionalplanung. Das ruhrFIS ist aber auch von den Kommunen als Datenbank der Bauflächenpotenziale sinnvoll nutzbar und fortschreibungsfähig und bildet damit eine wichtige Grundlage z.B. für Flächenbedarfsermittlungen oder Flächenentwicklungsprogramme. Die dem ruhrFIS zugrunde liegende Geodatenbank löst in Herne eine nicht mehr aktuelle Erfassung von Bauflächenpotenzialen ab. Die Weiterentwicklung zu einem Baulückenkataster für Herne wird geprüft.

Der Prozess zur Erhebung / Erarbeitung der Informationen stellt sich zusammenfassend folgendermaßen dar: In einer Pilotphase wurden 2010 zwischen dem RVR und insgesamt zehn Pilotkommunen (ohne Beteiligung der Stadt Herne) inhaltliche, technische und verfahrensmäßige Rahmenbedingungen der Erhebung geklärt. Im Anschluss wurden durch den RVR als Ergebnis eines Geodatenabgleichs von aus Luftbildern abgeleiteter Realnutzungskartierung und Flächennutzungsplänen (bzw. Regionalem Flächennutzungsplan) Rohdaten zu den Wohnbauflächenpotenzialen ab einer Größe von 500 m2 und den gewerblichen Flächenpotenzialen ab einer Größe von 1.000 m2 produziert und als Geodaten an die Kommunen geliefert. Durch die Kommunen erfolgte eine Überprüfung und Ergänzung der Daten, zudem wurden zahlreiche Sachinformationen zu den einzelnen Flächen ergänzt. Die Validierung, Zusammenführung und Auswertung der Daten erfolgte wiederum durch den RVR.

Zu den einzelnen Flächen sind verschiedene Informationen zu Verfügbarkeit, Vornutzung und Planungsrecht erfasst. Die Daten haben die Aktualität März 2011.

Wesentliche Ergebnisse für Herne:

Wohnbauflächenreserven:

        Die Stadt verfügt über 34,8 ha (netto) nutzbare bzw. anzurechnende Wohnbauflächenreserven, davon 57,7% in Flächen < 1 ha.

        Das entspricht 0,2 ha pro 1.000 Einwohner, was deutlich unterhalb des regionalen Durchschnitts von 0,5 liegt.

        51,7 % der Wohnbauflächenpotenziale besteht aus vorgenutzten Brachflächen, das ist der dritthöchste Wert in der Region.

        Der planerisch verfügbare Anteil aller im (R)FNP dargestellten Wohnbauflächen liegt in Herne bei 1,7 % und ist der drittniedrigste in der Region.

Gewerbeflächenreserven:

        Die Stadt verfügt über 80,9 ha (netto) nutzbare bzw. anzurechnende Gewerbeflächenreserven mit einer ausgewogenen Größenstruktur.

        Das entspricht 1,8 ha pro 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, was exakt dem regionalen Durchschnitt entspricht.

        83,2 % der Gewerbeflächenpotenziale besteht aus vorgenutzten Brachflächen, das ist der fünfthöchste Wert in der Region.

        Der planerisch verfügbare Anteil aller im (R)FNP dargestellten Gewerbeflächen liegt in Herne bei 9,8 % und damit knapp oberhalb des regionalen Durchschnitts von 8,7%.

        Neben den anzurechnenden Gewerbeflächenreserven bestehen in Herne weitere 21 ha betriebsgebundene Reserven. Das entspricht 20,7% aller Reserven (regionaler Durchschnitt 31,9%).

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

Friedrichs

(Stadtrat)

   

Anlagen:

Anlagen:

        Kurzfassung - ruhrFIS – Flächeninformationssystem Ruhr, Erhebung der Siedlungsflächenreserven 2011

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Kurzfassung RuhrFIS (319 KB)