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Vorlage - 2012/0224  

Betreff: Nachbarbeschwerden über Lärmbelästigungen durch die Straßenbahnlinie 306 in Herne-Eickel
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Zimmermann, 2743
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Säger, Susanne
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Eickel Vorberatung
10.05.2012 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

In der Sitzung der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Eickel am 02.02.2012 wurde die Problematik der im Kurvenbereich des Eickel Centers auftretenden Quietschgeräusche durch Straßenbahnen erörtert.

 

Es wurde angekündigt, dass im 1. Quartal 2012 ergänzende Lärmmessungen durch einen anerkannten Gutachter erfolgen sollen, bei denen auch Frequenzanalysen durchgeführt werden. Für die Durchführung der Messungen soll trockenes, kaltes Wetter mit Minustemperaturen abgewartet werden.

 

Es wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung am 02.02.2012 angekündigt, die Bezirksvertretung nach Abschluss der Messungen zu informieren.

 

Die Messungen sind zwischenzeitlich erfolgt. Zusammenfassend ergeben sich danach folgendes Ergebnis und die weitere Vorgehensweise:

 

Die Messungen sind auf Veranlassung des Fachbereichs Umwelt in der Nacht vom 11.02.2012 auf den 12.02.2012 im Bereich Rainerstraße/ Eickeler Straße/ Richard-Wagner-Straße Lärmmessungen durchgeführt worden.

 

Mit der Durchführung der Lärmmessungen hat die BOGESTRA das Ingenieurbüro Hoppe, Dortmund, beauftragt.

 

Der Bericht über die Durchführung der Messungen, bei denen auch Frequenzanalysen durchgeführt worden sind, liegt zwischenzeitlich vor.

 

Folgende Erkenntnisse konnten gewonnen werden:

 

Bei den Messungen an 2 Messpunkten lagen optimale, für die Immissionssituation ungünstige Bedingungen vor. Es war trocken mit Temperaturen von bis – 8 ° C.

 

Neben der neueren Straßenbahn Typ Variobahn (Niederflur) wurden auch die älteren Fahrzeugtypen Typ NF6D (Niederflur) und M - Wagen (Hochflur) gemessen.

 

Die Messungen wurden in den Kurvenbereichen der Richard-Wagner-Straße und der Eickeler Straße bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Fahrzuständen durchgeführt.

 

Die Messungen bestätigten die Ergebnisse einer bereits durch den Fachbereich Umwelt durchgeführten orientierenden Messung, durch das Ingenieurbüro wurden aber weitergehende Untersuchungen durchgeführt.

 

Es wurde versucht, festzustellen, ob ein Benetzen der Schienen mit Wasser eine spürbare Verbesserung der Situation verspricht. Theoretisch ist es möglich, die Schienen in Kurvenbereichen mit einer Emulsion einzusprühen. Quietschgeräusche treten dann kaum mehr auf. Der Einsatz derartiger Emulsionen auf öffentlichen Verkehrswegen, die auch von Autofahrern und insbesondere Fahrradfahrern benutzt werden, ist aber gefährlich. Es gibt nach Angabe der BOGESTRA kein Schmiermittel, was über eine entsprechende straßenverkehrsrechtliche Zulassung verfügt.

 

Bei der Messung am 11./12.02.2012 ist versucht worden, die Schienen mit Wasser einzusprühen. Dazu gab es bereits früher Überlegungen. Man wusste, dass bei regennassen Schienen kaum Quietschgeräusche auftreten.

 

Das Wasser wurde mit einem handelsüblichen Frostschutzmittel versetzt, wie es üblicherweise in Scheibenwaschanlagen bei PKW zum Einsatz kommt.

 

Diese Versuche waren sehr erfolgreich. Bei den Erprobungen hat sich herausgestellt, dass es nach dem Benetzen der Schienen zu einer Pegelabnahme von bis zu            6 dB (A) und damit zu einer sehr deutlichen Pegelabnahme kommt. Der Gutachter hat dazu ausgeführt, dass danach auch subjektiv keine deutlich wahrnehmbaren Einzeltöne mehr vorlagen.

 

Herr Huesmann kündigte an, dass die BOGESTRA diesen Weg aller Voraussicht nach weiter verfolgen wird.

 

Sämtliche Straßenbahnen der neueren Bauart sollen mit bauseitigen Tanks ausgerüstet werden, in denen Wasser mit ggf. Frostschutzmittel bevorratet werden soll, um die Schienen in Kurvenbereichen bei Bedarf einsprühen zu können. Diese Bedüsung soll ggf. sogar GPS–gesteuert automatisch in Kurven erfolgen können.

 

Die BOGESTRA steht wegen der gesamten Problematik mit der zuständigen Betriebsaufsichtsbehörde für Straßenbahnen (Bezirkregierung Düsseldorf) in Verbindung. Einzelheiten sind dazu noch zu klären, insbesondere Belange der bautechnischen Zulassung der Umbauten zum Einbau der Tanks und der Bedüsungseinheiten.

 

Die Bezirkregierung Düsseldorf hat die BOGESTRA gebeten, die Maßnahmen, insbesondere den Einsatz von Wasser, mit Frostschutzmittel versetzt, mit dem Träger der Straßenbaulast abzustimmen.

 

Träger der Straßenbaulast ist hier die Stadt Herne. Der Fachbereich Tiefbau und Verkehr prüft derzeit die Freigabe der vorgesehenen Maßnahmen in Verbindung mit der Stadtentwässerung Herne.

 

Stellungnahme der Verwaltung

 

Nach den bei den Messungen gewonnen Erkenntnissen versprechen die durch die BOGESTRA vorgesehenen Maßnahmen Erfolg. Der Fachbereich Umwelt wird die Angelegenheit weiter verfolgen und zu gegebener Zeit abschließend berichten.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs