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Vorlage - 2012/0325  

Betreff: Satzung zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 210 - Logistikpark Schloß Grimberg / ehemaliges Wanit-Gelände - Stadtbezirk Wanne
1. Entscheidung über die im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingegangenen Stellungnahmen
2. Entscheidung über die redaktionellen Änderungen und Ergänzungen
3. Satzungsbeschluss gemäß § 10 Baugesetzbuch (BauGB)
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Herr Menke
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Fortnagel, Bettina
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
24.05.2012 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
30.05.2012 
des Ausschusses für Umweltschutz      
Bezirksvertretung Wanne Vorberatung
19.06.2012 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
26.06.2012 
des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen   
Rat der Stadt Vorberatung
03.07.2012 
des Rates der Stadt beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.:                  ./.

Bez.:

Nr.:                 ./.

Bez.:

                     ./.

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:                    ./.

Bez.:

Nr.:                    ./.

Bez.:

                    ./.

 

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Stadt nimmt zur Kenntnis, dass alle Anlagen dieser Beschlussvorlage vollständig zur Verfügung stehen und beschließt:

 

1.      Dem Abwägungsergebnis (Stellungnahmen der Verwaltung zu den im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfes und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange eingegangenen Stellungnahmen, (siehe Anlage) wird zugestimmt.

2.      Der geänderten bzw. ergänzten Begründung vom 19.03.2012 wird zugestimmt.

3.      Der Bebauungsplan Nr. 210 - Logistikpark Schloß Grimberg / ehemaliges Wanit-gelände - in der Fassung vom 19.03.2012 (mit den in violetter Farbe eingetragenen Änderungen) wird gemäß § 10 Baugesetzbuch (BauGB) in Verbindung mit § 7 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (GO NRW) als Satzung beschlossen.

 

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

A. Geltungsbereich

Der Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplanes wird im Westen durch die ge­meinsame Stadtgrenze mit der Stadt Gelsenkirchen, auf deren Gebiet sich hier ein Natur­schutzgebiet und der industriell / gewerblich genutzte Hafen Grimberg anschließen, begrenzt. Die nördliche Plangebietsgrenze bildet der Rhein-Herne-Kanal. Im Osten schließt sich der Gel­tungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 181 -„Kanalbereich Unser Fritz“-an, in dem ein westlich der Alleestraße liegender Teil als öffentliche Grünfläche (Ausgleichsflä­che) festgesetzt ist. Im Süden wird der Geltungsbereich durch die Schloßstraße begrenzt.

 

B. Planungsanlass und - erfordernis

Nachdem die Herstellung von Asbestzementprodukten durch die Firma WANIT im Dezember 1987 eingestellt wurde, hat die Firma DIBAG (Doblinger Industriebau AG, München) diese Fläche im Jahre 1995 mit dem Ziel erworben, in diesem, im Stadtbezirk Wanne peripher ge­legenen Bereich, neue Gewerbebetriebe anzusiedeln.

 

Nur wenige Teilflächen im östlichen Bereich des Plangebietes konnten durch die Voreigen­tümerin DIBAG in der Vergangenheit vermarktet und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Von der Stadt Herne wurde, angesichts der Knappheit vermarktungsreifer Gewerbeflächen, das Ansinnen der DIBAG, sich nach rd. 12 Jahren gescheiterter Vermarktungsbemühungen, von dieser Industriebrache wieder zu trennen, im Jahre 2005 zum Anlass genommen, unter Einschaltung ihrer städtischen Beteiligungsgesellschaft WFG, (Wirtschaftförderungsgesell­schaft Herne mbH) die Fläche zu erwerben, um somit die Reaktivierung der Industriebrache WA­NIT zu beschleunigen. Der zwischen WFG und DIBAG geschlossene Grundstückskaufvertrag verpflichtete die Vorei­gentümerin zum Abriss der aufstehenden Gebäude und zur gesetzeskonformen Entsorgung bzw. Verbringung (Sicht-und Lärmschutzwälle) des nicht asbestzementhaltigen Abbruch -und Aushubmaterialsmaterials auf dem Gelände, sowie die Entsorgung asbestzementhaltiger Materialien auf Sondermülldeponien.

 

 

C. Allgemeine Ziele und Zwecke der Planung

Für den in Kooperation der Städte Gelsenkirchen, Herne und Herten, zur Stärkung der Logis­tikwirtschaft in der Region, entwickelte „Last Mile Logistik Park“ ist die Reaktivierung des Standortes WANIT ein vorrangig zu entwickelnder Baustein, der die Möglichkeit schafft, das Arbeitsplatzangebot um gut 750 neue Arbeitsplätze zu verbessern und die seit Anfang der 90er Jahre im Standortraum Herne erfolgte Herausbildung des Kompetenzfeldes Logistik­wirtschaft weiter zu verbessern. Seit Anfang 2005 sind bis einschl. Mai 2006 bei der Last Mile Logistik Netzwerk GmbH für rund 120 ha Flächenanfragen nach potenziellen Logistikstandorten eingegangen, die auf Grund der knappen Flächenverfügbarkeit in Herne und angrenzender Umgebung nicht be­friedigt werden konnten. Die anhaltenden Nachfragen nach Logistikstandorten belegen die Attraktivität des Standortes „WANIT“ und zeigen gleichzeitig die Grenzen der Flächenverfügbarkeit auf. Um einem Engpass zu entge­hen, und vor allem um den angelaufen wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu bremsen, ist die Flächenentwicklung des ehemaligen WANIT -Geländes dringend erforderlich. Für die Durchführung der Maßnahme stehen Fördermittel aus dem regionalen Wirtschafts­förderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen (RWP) zur Verfügung. Im Rahmen der Förderzusage wurde festgehalten, dass die Baureifmachung des Geländes einschl. der Herstellung der inneren Erschließung bis Ende Juni 2008 abgeschlossen sein musste.

 

Neben der Zeit für die Bauphase umfasst der Projektzeitraum weitere 5 Jahre für die Ver­marktung, so dass die abschließende Realisierung des Projektes bis Juni 2013 stattgefun­den haben muss.

 

Das Nutzungskonzept für den Planbereich beinhaltet westlich der, in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten, gebietsinternen Erschließungstrasse eine logistische Nutzung. Diese Flä­chen sind demzufolge als Industrie (GI-) Gebiete festgesetzt. Die östlich dieser Erschließung liegenden Flächen und eine ca. 0,5 ha große Teilfläche im Süden werden als Gewerbe-(GE-) Gebiete festgesetzt. Nicht in die Wiedernutzung einbezogen sind die Flächen des früheren Absetzbeckens und die Freiflächen im Osten im Bereich der Hochspannungsmasten.

 

Das Plangebiet wird hinsicht­lich der nach § 9 BauNVO (Industriegebiete) allgemein oder ausnahmsweise zulässigen Anlagen durch Ausschluss von –

  • Einzelhandel jeder Art,
  • Bordellen, bordellartige Betrieben, Eroscenter (als Gewerbebetriebe aller Art)
  • Anlagen für sportliche Zwecke
  • Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke

Beschränkungen unter­worfen.

 

In den als Gewerbegebiet festgesetzten Baugebieten 2 und 3 werden folgende gem. § 8 BauNVO allgemein oder ausnahmsweise zulässigen Anlagen -

  • Einzelhandelsbetriebe jeder Art,
  • Bordelle, bordellartige Betriebe, Eroscenter (als Gewerbebetriebe aller Art)
  • Anlagen für sportliche Zwecke
  • Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke
  • Vergnügungsstätten

ebenfalls zur Sicherung des Nutzungskonzeptes ausgeschlossen.

 

Nutzungsausschlüsse gemäß § 1 Abs. 9 BauNVO

Insbesondere in Industriegebieten, bedingt aber auch in Gewerbegebieten, ist die Ansiedlung von sog. „Störfallbetrieben“ grundsätzlich denkbar. Der Artikel 12 der Seveso-II-Richtlinie fordert zur Begrenzung von Unfallfolgen für Mensch und Umwelt aufgrund schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen angemessene Abstände zwischen Betriebsbereichen und schutzbedürftigen Gebieten im Sinne der Richtlinie mit den Mitteln der Raum- und Flächenplanung sicherzustellen.

Dem Planungsgrundsatz des § 50 Abs.1, Satz 1 (BImSchG) - immissionsschutzrechtlicher Trennungsgrundsatz - zu Folge sind bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen, die für eine bestimmte Nutzung vorgesehenen Flächen einander so zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen und von schweren Unfällen so weit wie möglich vermieden werden.

Ausgeschlossen werden in den Industrie- und Gewerbegebieten Anlagen oder Tätigkeiten in Betriebsbereichen mit Störfallpotential, bei denen die Stoffe der Klassen I bis IV der Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung zum Einsatz  kommen und die dort genannte Mengenschwelle der Spalte 4 überschreiten.

Die Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung ist auf Blatt 4 des Bebauungsplans dargestellt.

 

D. Bisheriges Planverfahren

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hat in seiner Sitzung am 07.03.2006 die Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 (1) BauGB beschlossen, die am 05.09.2006 erfolgte.

Die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB erfolgte am 03.03.2006 (Datum des Anschreibens). Der Fristablauf wurde auf den 05.04.2006 festgelegt.

Das Verfahren nach § 4 Abs. 2 BauGB (Beteiligung der Behörden) wurde in der Zeit vom 18. September (Datum des Anschreibens) bis 22.Oktober 2007 und auf Grund von jeweils wesentlichen Änderungen der Planinhalte nochmals in der Zeit vom 25. Oktober (Datum des Anschreibens) bis 26. November 2010 und  vom 28.11.2011 (Datum des Anschreibens) bis 20.01.2012 durchgeführt.

 

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung vom 11. Oktober 2011 die Beteiligung der Öffentlichkeit  gemäß § 3 Abs. 2 BauGB beschlossen. Dieser Verfahrensschritt wurde in der Zeit vom 28.11.2011 bis 20.01.2012 durchgeführt.

 

 

Die nachfolgend aufgeführten Änderungen bzw. Ergänzungen im Textteil, die sich gegenüber der zum Beschluss über die öffentliche Auslegung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB vorliegenden Planentwurfsfassung vom 09.05. 2011 ergeben, sind in violetter Farbe und Streichungen ebenfalls in  violetter Farbe eingetragen.

 

1.

Der Textteil A. Festsetzungen auf Blatt 1 wird wie folgt um den Pkt. 1. 3 ergänzt:

1.3      § 1 Abs. 9 BauNVO:

Ausgeschlossen sind in den mit GI 1a und GI 1b und bezeichneten Industriegebieten und in den mit GE 2 und GE 3 bezeichneten Gewerbegebieten Anlagen, die einen Betriebsbereich

im Sinne von § 3 Abs. 5a BImSchG bilden oder Teil eines solchen Betriebsbereichs wären.

Dieser generelle Ausschluss kommt hier deshalb in Betracht, weil In den o.a. Gebieten durchgängig die Abstandsempfehlungen des KAS-Leitfadens nicht eingehalten werden können.

Entsprechend dem KAS-Leitfaden „Empfehlungen für Abstände zwischen Betriebsbereichen nach der Störfall-Verordnung [12. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes -Störfall-Verordnung-12. BImSchV ] und schutzbedürftigen Gebieten im Rahmen der Bauleitplanung – Umsetzung § 50 BImSchG“ der SFK/TAA – Arbeitsgruppe „Überwachung der Ansiedlung“ vom 18. Oktober 2005 gehören hierzu Anlagen und / oder Tätigkeiten in Betriebsbereichen mit Störfallpotential,

bei denen die Stoffe

 

-    der Klasse IV  (Abstandsempfehlung 1500m) :

                      Phosgen(DN 15), Acrolein und Chlor 

 

-    der Klasse III  (Abstandsempfehlung 900m) :

                     Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff,

                     Formaldehyd (>90%), Blausäure, HCN

 

-    der Klasse II  (Abstandsempfehlung 500m) :

                     Oleum65%(Schwefeltrioxid), Brom,

                     Ammoniak, Fluorwasserstoff, Fluor

 

-    der Klasse I   (Abstandsempfehlung 200m) :

                     Ethylenoxid, Acrylnitrit, Methanol(DN 50),

                     Propan (DN 50) Benzol (DN 50)

 

-          der Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung zum Einsatz  kommen und die dort genannte Mengenschwelle der Spalte 4 überschreiten. Das gilt auch für weitere Stoffe des Anhangs I der Störfallverordnung, die entsprechend ihren physikalischen und toxischen

Eigenschaften mit einem der oben genannten Leitstoffe vergleichbar ist.

Die Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung ist auf Blatt 4 zum Bebauungsplan abgebildet.

 

2.

Der Pkt. 3a des Textteils A. Festsetzungen wird wie folgt ergänzt:

Die maximale Wuchshöhe im Bereich der Freileitung mit 37 m breitem  (gemessen von der Leitungsmittellinie) Schutzstreifen beträgt 50,00 m über NN.

Die maximale Wuchshöhe im Bereich der Freileitung mit 40 m breitem  (gemessen von der Leitungsmittellinie) Schutzstreifen beträgt 50,00 m über NN.

 

3.

Der Pkt. 3c des Textteils A. Festsetzungen wird wie folgt ergänzt:

Die genannte maximale Bauhöhe von 56,00 m über NN gilt auf den Teilen der Bauflächen, die im Überlappungsbereich der beiden Freileitungsschutzstreifen liegen.

 

 

 

 

4.

Der Pkt. 3d des Textteils A. Festsetzungen -

              d) Im Schutzstreifen der 110-/220-/380-kV-Leitung Bochum - Pkt. Wanne, Bl.4385, können im Bereich zwischen den Masten 228 und 229 Gebäude bis zu einer Höhe von maximal 58,00 m über NN errichtet werden.

 

wird ersatzlos gestrichen.

 

5.

Der Textteil A. Festsetzungen wird wie folgt um den Pkt. 5. ergänzt:

 

5.  § 9 Abs. 1 Nr. 16 BauGB

     Regelung des Niederschlagswasserabflusses

Für die Baugebiete 1a und 1b (Industriegebiete) wird festgesetzt, dass bis zur Inbetriebnahme des neuen Pumpwerks (in 2015) das anfallende Niederschlagswasser in Summe durch geeignete dezentrale Regenwasserrückhaltung auf das Maß von 20l/sec. als Gesamtdrosselwassermenge zu reduzieren ist. Die gewählten Maßnahmen sind mit der Unteren Wasserbehörde der Stadt Herne und der Stadtentwässerung Herne abzustimmen.

 

6.

Der Textteil C. Hinweise wird wie folgt um den Pkt. 5. ergänzt:

5. Vorhaben im Bereich der Freileitungsschutzstreifen

Von den einzelnen, auch nicht genehmigungspflichtigen Bauvorhaben im Schutzstreifen der Leitung bzw. in unmittelbarer Nähe dazu sind der Amprion GmbH Bauunterlagen (Lagepläne und Schnittzeichnungen mit Höhenangaben in m über NN) zur Prüfung und abschließenden Stellungnahme bzw. dem Abschluss einer Vereinbarung mit dem Grundstückseigentümer/Bauherrn zuzusenden. Alle geplanten Maßnahmen bedürfen der Zustimmung durch die Amprion GmbH.

 

7.

Die Nutzungschablonen der Baugebiete werden bezüglich der geänderten Hinweise auf textliche Festsetzungen entsprechend angepasst.

 

Änderungen bzw. Ergänzungen der Begründung Teil A (Fassung vom 19.03.2012) :

 

Nachstehend angeführte Änderungen bzw. Ergänzungen in der Begründung (Fassung vom 19.03.2012) sind in kursiver Schrift oder durch Streichungen kenntlich gemacht.

 

Der Pkt. 3.6 Nutzungsbeschränkungen / Nutzungsausschlüsse wird wie folgt ergänzt:

 

Betriebsbereiche nach Störfallverordnung / Umsetzung § 50  BImSchG

 

Insbesondere in Industriegebieten, bedingt aber auch in Gewerbegebieten, ist die Ansiedlung von sog. „Störfallbetrieben“ grundsätzlich denkbar. Der Artikel 12 der Seveso-II-Richtlinie1 fordert zur Begrenzung von Unfallfolgen für Mensch und Umwelt aufgrund schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen angemessenene Abstände zwischen Betriebsbereichen und schutzbedürftigen Gebieten im Sinne der Richtlinie mit den Mitteln der Raum- und Flächenplanung sicherzustellen.

Die Anforderungen des Art. 12 Abs. 1der Seveso-II-Richlinie wurden im Wesentlichen durch Novellierung des § 50 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)und in deutsches Recht umgesetzt.

Dem Planungsgrundsatz des § 50 Abs.1, Satz 1 (BImSchG) - immissionsschutzrechtlicher Trennungsgrundsatz - zu Folge sind bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen, die für eine bestimmte Nutzung vorgesehenen Flächen einander so zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen und von schweren Unfällen im Sinne des Artikels 3 Nr. 5 der Richtlinie 96/82/EG in Betriebsbereichen hervorgerufene Auswirkungen auf die ausschließlich oder überwiegend dem Wohnen dienenden Gebiete sowie auf sonstige schutzbedürftige Gebiete, insbesondere öffentlich genutzte Gebiete, wichtige Verkehrswege, Freizeitgebiete und unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes besonders wertvolle oder besonders empfindliche Gebiete und öffentlich genutzte Gebäude, so weit wie möglich vermieden werden.

Da an das Plangebiet allseitig schutzbedürftige Gebiete, insbesondere im Norden, Osten und Süden Wohngebiete und im Südwesten ein Naturschutzgebiet, angrenzen, wird, um dem v.g. Planungsgrundsatz / Trennungsgrundsatz Rechnung zu tragen, der Textteil des Bebauungsplanes unter A. –Festsetzungen- auf Basis des   § 1 Abs. 9 BauNVO um eine entsprechende Festsetzung (Nr. 5) ergänzt.

Ausgeschlossen werden in den Industrie- und Gewerbegebieten Anlagen oder Tätigkeiten in Betriebsbereichen mit Störfallpotential, bei denen die Stoffe der Klassen I bis IV der Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung zum Einsatz  kommen und die dort genannte Mengenschwelle der Spalte 4 überschreiten.

Die Stoffliste des Anhangs I der Störfallverordnung ist auf Blatt 4 des Bebauungsplans dargestellt.

 

1Richtlinie 96/82/EG des Rates zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen 

vom 9. Dezember 1996 (Seveso-II-Richtlinie) ABL. EG. Nr. 10 vom 14.Januar 1997, S. 13, geändert durch Richtlinie RL 2003/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2003, ABL. EG. Nr. L345 vom 31. Dezember2003, S. 97.

 

 

Der Pkt. 6 Niederschlagswasserbehandlung / Entwässerung wird wie folgt geändert bzw.ergänzt:

 

Nach Bewertung der festgestellten Bodenbelastungen wird seitens der Unteren Wasserbe­hörde eine Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers auf Teilflächen vor Ort ge­duldet. Eine Verpflichtung besteht gemäß § 51a Landeswassergesetz NW dazu nicht. Für das Plangebiet ist die Entwässerung in ein Trennsystem vorgesehen; in diesem Fall kann auf ein Entwässerungsgutachten verzichtet werden. Die Versickerung von unver­schmutztem Niederschlagswasser ist im Einzelfall genehmigungsfähig. (Genehmigungsbehörde: Untere Wasserbehörde Stadt Herne).

Die Entwässerung wird zurzeit über die vorhandenen Mischwasserkanäle in Richtung Schloßstraße gewährleistet. Für die Gesamtfläche ist eine getrennte Fassung nach Schmutz-und Regenwasser vorge­sehen.

Eine ungedrosselte Ableitung des gesamten Niederschlagswassers zum vorh. Pumpwerk der Emschergenossenschaft ist vor der für 2015 geplanten Inbetriebnahme  des neuen Pumwerks ohne eine geeignete Zwischenlösung (zB. Stauraumkanal oder Regenrückhalte- becken) auf Grund der mangelnden Aufnahmekapazität des bestehenden Pumpwerks nicht möglich. Mit dem Neubau des PW Grimbergstraße / Kleine Emscher wird eine Entflechtung des Poldergebietes Unser Fritz erfolgen. Dann wird das Regenwasser der Trenngebiete und das Mischwasser getrennt den jeweiligen geplanten Anlagenteilen zugeführt. Zur Vermeidung der hydraulischen Überlastung des Kanalnetzes / der Pumpwerkapazität wird daher -primär als Zwischenlösung bis zur Inbetriebnahme des neuen Pumpwerks- für das Plangebiet eine dezentrale Regenwasserrückhaltung festgesetzt. Der Drosselwasserabfluss ist auf den natürlichen Abfluss von

20 l/s zu begrenzen.

 

Durch die Änderungen, Ergänzungen und Streichungen sind die Grundzüge der Planung nicht berührt. Demzufolge ist eine erneute öffentliche Auslegung nicht erforderlich.

 

Der Bebauungsplan Nr. 210, - Logistikpark Schloß Grimberg / ehemaliges Wanit-Gelände -, Stadtbezirk Wanne - in der Fassung vom 19.03.2012 kann somit als Satzung beschlossen werden.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

(Stadtrat)

Anlagen:

Anlagen:

 

1.    Abwägungsergebnis (Stellungnahmen der Verwaltung zu den im Rahmen der

       frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, der öffentlichen Auslegung des Bebau

       ungsplanentwurfes und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentli-

       cher Belange eingegangenen Stellungnahmen)

2.    Übersichtplan Maßstab 1:10000

3.     Bebauungsplanentwurf - Blatt 1 -Maßstab 1:1000 (Planstand: 19.03.2012)

              i.d.F. zum Satzungsbeschluss

4.    Bebauungsplanentwurf - Blatt 2 -Maßstab 1:1000 (Planstand: 19.03.2012)

             (Kennzeichnung der Kompensationsmaßnahmen)

5.    Bebauungsplanentwurf - Blatt 3 - (Planstand: 19.03.2012)

6.    Bebauungsplanentwurf - Blatt 4 -Maßstab 1:1000 (Planstand: 19.03.2012)

            (Stoffliste des Anhang 1-12. BImSchV)

7.   Begründung Teil A und Teil B [Umweltbericht] -Stand 19.03.2012

            i.d.F. zum Satzungsbeschluss + Anlagen

     7a.  DIN 45691 [Anlage zur Begründung]

     7b.  Hinweise zur Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen (LAI)

      [Anlage zur Begründung]

8.   Steckbrief Umweltprüfung RFNP

9.   Landschaftspflegerischer Begleitplan 15.03.2010

   10.   Artenschutzrechtliche Prüfung vom 18.5.2008

   11.   Fachgutachten zu Luftschadstoffimmissionen vom 02.August2010

           Büro simuPlan / Dorsten

   12.   Schalltechnische Untersuchungen zur Geräuschkontigentierung

           vom 20.Juni 2006 / Büro Uppenkamp und Partner / Ahaus

     13.   Flächenentwicklung WANIT-Gelände in Herne –Verkehrsuntersuchung

           Büro Verkehr/ Infrastruktur Ambrosius / Blanke -Bochum aus November 2004

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 10 000 Übersicht BP 210 (2064 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 100802 B-Plan 210 Herne Lufthygienisches Gutachten simuPLAN (2889 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Anlage zum Satzungsbeschluss Abwägungsergebnis (281 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Artenschutzprüfung vom 18.05.2008 (43 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich Begründung zur Offenlage Stand 19.03.2012-Endfassung zum S.-Beschluss (1084 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich BP 210 Wanit Blatt 2 Ausgleichsflächen Plan zum Satzungsbeschlus (2274 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich BP 210 Wanit Blatt 1 Planentwurf zum Satzungsbeschluss (4202 KB)      
Anlage 8 8 öffentlich BP 210 Wanit Blatt 3 Textteil Plan zum Satzungsbeschluss (3604 KB)      
Anlage 9 9 öffentlich BP 210 Wanit Blatt 4 Stoffliste Plan zum Satzungsbeschluss (510 KB)      
Anlage 10 10 öffentlich DIN45691 (329 KB)      
Anlage 11 11 öffentlich LAI NRW (234 KB)      
Anlage 12 12 öffentlich Umweltsteckbrief RFNP HER 01 (905 KB)      
Anlage 13 13 öffentlich Schallgutachten (3493 KB)      
Anlage 14 14 öffentlich Seiten aus LBP zum BP 210 (Teil 1) (5345 KB)      
Anlage 15 15 öffentlich Seiten aus LBP zum BP 210 (Teil 2) (5409 KB)      
Anlage 16 16 öffentlich Seiten aus VK-Untersuchung Wanit-Büro abvi (Teil 1) (7803 KB)      
Anlage 17 17 öffentlich Seiten aus VK-Untersuchung Wanit-Büro abvi (Teil 2) (7565 KB)      
Anlage 18 18 öffentlich Seiten aus VK-Untersuchung Wanit-Büro abvi (Teil 3) (6783 KB)