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Vorlage - 2012/0806  

Betreff: Aufstellung eines Grünflächenentwicklungsprogramms (GEP)
Sachstandsbericht
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Görling, Eckhard Tel.: 23 85
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Schulz, Susanne
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
07.03.2013 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
13.03.2013 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   
Landschaftsbeirat Vorberatung
30.04.2013 
des Landschaftsbeirates zur Kenntnis genommen     

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

Der Rat der Stadt Herne hat mit Beschluss vom 18. 10. 2011 die  Verwaltung beauftragt, ein Grünflächenentwicklungsprogramm (GEP) aufzustellen. Erste Ergebnisse liegen für die Stadtbezirke Eickel und Wanne vor, die den bürgerschaftlichen Gremien vorgestellt werden.

 

Beispielhaft ist dieser Vorlage der Steckbrief der Grünverbindung Gustavpark als Anlage beigefügt.

 

Folgende Vorgehensweise wurde gewählt:

 

1.           Erhebung des Grünbestandes

 

Zugrunde liegen die Auswertung der Flächennutzungskartierung des RVR, die im Zusammenhang mit der Aufstellung des RFNP (Regionaler Flächennutzungsplan) durchgeführt wurde, die Auswertung des NKF Katasters (Neues kommunales Finanzmanagement), die Auswertung des Waldkatasters und die Stadtbiotopkartierung. Hiermit wurde der Grünbestand in der Stadt Herne sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich erfasst, und zwar von der Begrünung einer Verkehrsinsel, Grünflächen, Privatgärten, Stadtparks bis hin zu land- und forstwirtschaftlichen Flächen.

 

Dieser Plan ist Grundlage dafür, in Suchräumen vorhandene Grünstrukturen zu identifizieren, um z. B. bei Boden- oder Grundstücksverkehr oder der Aufstellung von Bebauungsplänen eine entsprechende Entscheidungsgrundlage zu haben.

 

2.           Auswertung von Planwerken

 

Da planerische Aussagen zu einzelnen Grün- und Freiflächen in diversen Planverfahren vorliegen, ist es sinnvoll, hier eine Auswertung vorzunehmen, um festzustellen, welche Vorgaben für einzelne Flächen bestehen.

 

Ausgewertet wurden

 

-              der RFNP (Regionaler Flächennutzungsplan) unter anderem mit der

 

              -              Kartierung des landesweit bedeutsamen Biotopverbundflächen der LANUV (Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz) für das Stadtgebiet Herne

              -              die Themenkarte „schutzwürdige Böden“ des geologischen Dienstes NW

 

        -  die Grünzüge D und E des RVR

 

-              der Landschaftsplan Herne mit ausgewiesenen Natur- und Landschaftsschutzgebieten

 

- der StöB (Stadtökologischer Beitrag) insbesondere mit den Karten 6 + 7 Grünversorgung (Wohnbauflächen mit und ohne Zugang zu Grünflächen)

 

-              die Klimafunktionskarte der Stadt

 

-              die Pflegeflächen des Grünflächeninformationssystems und

 

-              die Dauergrünlanderhaltungsverordnung NW

 

3.           GEP-Konzeption

 

Gegenwärtig liegt der Entwurf für die Stadtbezirke Eickel und Wanne vor, der verwaltungsintern noch abzustimmen ist.

 

Der Entwurf beinhaltet

 

-              Entwicklungsziele zur Verbesserung des innerstädtischen Biotopverbundes. Im Wesentlichen handelt es sich um einen innerstädtischen Lückenschluss zum landesweiten Biotopverbundsystem der LANUV, für das Maßnahmen zur Ergänzung oder Vervollständigung auf  lokaler Ebene vorzusehen sind. Stillgelegte Bahntrassen und Industriebrachen bieten sich hier besonders an.

 

-              Entwicklungsziele zur Stärkung der öffentlichen Erholung, insbesondere im Bereich der Kleingärten und Friedhöfe. Die Erschließung dieser Flächen zur Wohnbebauung und das Angebot für eine öffentliche Erholung sollen gestärkt werden, Fuß- und Radwege, z. B. entlang von Gewässern sind vorzusehen. Ferner ist die Stärkung der ökologisch – wasserwirtschaftlichen Funktion anzustreben, um die Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser zu optimieren

 

-              Neuplanung von Grünflächen, Pocket Parks und Trittsteinbiotope sind in unterversorgten Stadtquartieren vorzusehen oder zu sichern. Gerade im Innenstadtbereich haben diese Flächen auch positive Auswirkungen auf das

              Klein-/Stadtklima.

 

-              Vorschläge zur Entsiegelung von Verkehrsflächen zur Stärkung kleiner Grünbestandteile.

 

-              Aussagen zur Klimafunktion von Grünflächen bezüglich Durchlüftung, Kaltluftzufuhr bzw. Kaltluftentstehung und

 

-              Erhaltung schutzwürdigen Boden hinsichtlich hohem Filter-/ Puffer- und Wasserspeicher vermögen

 

Analog zum Wohnbauflächen Entwicklungsprogramm (WEP) werden im GEP bestimmte Räume identifiziert, für die Handlungsbedarf besteht. Für den Stadtbezirk Eickel wurden die nachstehend genannten Räume ermittelt:

 

Eickel:

 

              E  1              Grünverbindung Gustavpark

 

              E  2               Lohofer Feld

 

              E  3              Grünverbindung Görresstraße

 

              E  4              Grünverbindung Salzstrecke

 

              E  5              Grünverbindung Hibernia

 

              E  6              Grünverbindung Blumenthal

 

              E  7              Böckenbusch

 

              E  8              Eickeler Bruch

 

              E  9              Erweiterung Dorneburger Park

 

              E 10              Grünverbindung Her – WAN –BO

 

In Form von Steckbriefen werden diese Flächen auf die derzeitige Nutzung, Eigentumsverhältnisse, ihre Bedeutung für den Biotopverband, Erholung und Klimaschutz, ökologische Grundlagen und planungsrechtliche Vorgaben genauer untersucht und detaillierte Entwicklungsziele formuliert.

 

Mit diesen Arbeiten ist die Biologische Station östl. Ruhrgebiet beauftragt worden. Für den Stadtbezirk Eickel liegen Ergebnisse vor. Im Bezirk Wanne sind insgesamt sieben Suchräume definiert worden. Hier wird mit den ersten Ergebnissen durch die Biologische Station im Sommer diesen Jahres gerechnet.

 

4.           Ausblick

 

Nach den Stadtbezirken Herne-Eickel und -Wanne werden auch für die Stadtbezirke Herne-Mitte und -Sodingen die Arbeiten am GEP weitergeführt.

 

Anschließend erfolgen die verwaltungsinterne Abstimmung und die ggf. letzten inhaltlichen und redaktionellen Überarbeitungen. Der GEP kann danach voraussichtlich im Jahr 2014 den Bürgerschaftlichen Gremien zur Beschlussfassung vorgestellt werden.

 

 

 

 

In Vertretung                                                                                                 

 

 

 

(Friedrichs)

Stadtrat

 


Steckbrief Grünverbindung Gustavstraße (E 1)

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage zur Vorlage_2012_0806_E 1 (243 KB)