Ratsinformationssystem

Vorlage - 2013/0113  

Betreff: Sachstandsbericht Albert-Klein-Straße 1, Herne
Abbruch eines Verwaltungsgebäudes
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Frau Lewandowski, 3021
Federführend:FB 51 - Umwelt und Stadtplanung Bearbeiter/-in: Böhnke, Bianca
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
07.03.2013 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   
Kultur- und Bildungsausschuss Vorberatung
14.03.2013 
des Kultur- und Bildungsausschusses zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
20.03.2013 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Sachverhalt:

    

Das Gebäude Albert-Klein-Straße 1, 44628 Herne, wurde mitsamt dem linkem Pförtnerhaus und dem Ziergarten, 1992 gemäß § 3 DSchG NRW in die Liste der Baudenkmäler der Stadt Herne eingetragen.

 

Mit Datum vom 10.02.2012 stellte das evangelische Kreiskirchenamt Herne einen Bauantrag für den Abbruch des Verwaltungsgebäudes Albert-Klein-Str. 1. Da es sich bei dem Bauvorhaben um eine erlaubnispflichtige Maßnahme im Sinne des § 9 DSchG NRW handelt, wurde die Untere Denkmalbehörde im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens beteiligt und um Stellungnahme gebeten.

 

Das ehemalige Hauptverwaltungsgebäude der Bergwerksgesellschaft „Friedrich der Große“ wurde 1918/1919 errichtet. Von 1971 bis 2007 wurde das Gebäude vom evangelischen Kreiskirchenamt Herne als Verwaltungsgebäude genutzt. Die erhebliche Schieflage von ca. 1,10 m ist erst im Laufe der Jahre entstanden. Auf Grund von Strukturänderungen des Kreiskirchenamtes musste der Standort 2008 aufgegeben werden. Das Kreiskirchenamt bezog Räumlichkeiten an der Overwegstraße.

 

In den darauffolgenden Jahren entwickelte ein Planungsbüro für das Gebäude unterschiedliche Nutzungskonzepte, wie z. B. Seniorenbetreuung/Seniorenwohnen und barrierefreies und betreutes Wohnen in einer Parkanlage „ID 55“. Die Projekte scheiterten an den Kaufpreisvorstellungen der Interessenten und an Investoren für die Finanzierung.

 

Um Substanzverluste durch Witterungseinflüsse abzuwenden, führte das Kreiskirchenamt immer wieder Sicherungsmaßnahmen im Rahmen der Zumutbarkeit durch.

 

Für die Liegenschaft wurde von einem Architekturbüro eine gutachterliche Untersuchung über bauliche Mängel und Kosten erstellt. In dem vorgelegten Gutachten vom 04.01.2012, stellt sich die Kostensituation für die Erhaltung des Gebäudes nach der eingereichten Kostenschätzung als unwirtschaftlich dar.

 

Das Kreiskirchenamt teilte in einem Schreiben vom 17. Jan. 2012 der Unteren Denkmalbehörde mit, dass dem Kirchenkreis die erforderlichen Finanzmittel für die Sanierung des Gebäudes fehlen.

 

Die Untere Denkmalbehörde forderte am 18.04.2012 den ev. Kirchenkreis Herne auf, zur Überprüfung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorzulegen.

 

Auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung vom 13.06.2012 und 26.06.2012 konnte jedoch das erforderliche Benehmen mit dem LWL (Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen), nicht hergestellt werden.

 

Das Planungsbüro reichte mit Schreiben vom 17.12.2012 eine aktualisierte Kostenschätzung mit präzisierten Nachweisen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung ein.

 

In der Wirtschaftlichkeitsberechnung (Stand 04.11.2012) konnte aus Sicht der Unteren Denkmalbehörde nunmehr plausibel dargestellt werden, dass sich das Objekt in den nächsten 10-15 Jahren nicht trägt.

Da die Kosten der Erhaltung und Bewirtschaftung nicht durch Erträge aus dem Denkmal aufge-wogen werden können, ist die wirtschaftliche Belastung für den Denkmaleigentümer unzu-mutbar.

 

Nach nochmaliger Überprüfung der Sachlage und eingehender Abwägung von privatem und öffentlichen Interesse, soll die Erlaubnis für den Abbruch des ehemaligen Verwaltungsge-bäudes unter der Voraussetzung, dass sowohl die gesamte Parkanlage mit der baumbe-standenen Zufahrt und mit dem historischen Pavillon erhalten bleiben, erteilt werden.

 

Das Gesamtpaket der gutachterlichen Untersuchung mit Kostenschätzung für die Sanierung des Gebäudes, einschließlich der unterschiedlichen Planungsalternativen und Wirtschaftlich-keitsberechnung, wurde an den LWL - Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur zur Be-nehmensherstellung versendet.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs