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Vorlage - 2013/0140  

Betreff: Bericht zur Umgestaltung der Bochumer Straße im Bereich zwischen dem Höllkeskampring und der Südstraße
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Klein Altstedde, Jürgen
Federführend:FB 53 - Tiefbau und Verkehr Bearbeiter/-in: Strauch, Simone
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
07.03.2013 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
18.04.2013 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt

 

1.              Allgemeines

Das Thema Radweganlage / Sanierung / Umgestaltung im Bereich der Bochum Straße zwischen dem Hölkeskampring und der Südstraße wird seit Anfang des Jahres 2009 im Rahmen von Sitzungen der BV Herne-Mitte und des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung diskutiert.

Mit Beschluss der BV Herne-Mitte vom 25.11.2010 wurde die Verwaltung gebeten, eine Gesamtsanierung der Bochumer Straße mit Neuanlage von Radfahrstreifen unter Berücksichtigung von Förder- und Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen.

 

 

2.              Machbarkeitsstudie

Anfang des Jahres 2012 hat die Verwaltung der Stadt Herne das Ingenieurbüro Kühnert aus Berg-kamen beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Bochumer Straße zu erarbeiten.

Folgende Aspekte sollten in der Gesamtbetrachtung als wesentliche Eckpunkte zur Entscheidungsfindung betrachtet werden:

?           Ersatzlose Entnahme des Gleiskörpers

?           Anlegen einer Radwegeführung

?           Verbesserung der Verkehrslärmsituation

?           Berücksichtigung der vorhandenen Beleuchtungssituation

?           Variantenentwicklung (2-spurige / 4-spurige Verkehrsführung)

?           Kostenermittlung

?           Aussage zu möglicher Refinanzierung aus dem KAG

?           Aussage zu möglicher Refinanzierung im Rahmen einer Fördermaßnahme

 

 

2.1          Lage der Maßnahme

 

 

 

 

2.2              Verkehrszählung

Eine Verkehrserhebung in Form von zwei Querschnittszählungen hat am 20.03.12 stattgefunden. Die Zählstelle 1 war im südlichen Abschnitt, auf Höhe der alten Tankstelle/Reifen Center Herne, zwischen der Strehlener Straße und der Berninghausstraße. Die Zählstelle 2 wurde zwischen den Straßen Regenkampund Am Westbach, etwa auf Höhe der Hausnummer 140 eingerichtet.

Die Auswertung ergab, dass für beide Zählstellen die morgendlichen Spitzenstunden maßgebend sind. Die Ergebnisse dieser Zählung korrespondieren mit der amtlichen Zählung aus dem Jahr 2005. Eine Kalibrierung wurde aufgrund dessen nicht durchgeführt.

Zählstelle 1

Maßgeblicher Zeitabschnitt: 6:00-10:00h

DTVw = 16.500 Kfz/24h

MSVw = 1.570 Kfz/h

Zählstelle 2

Maßgeblicher Zeitabschnitt: 6:00-10:00h

DTVw = 15.900 Kfz/24h

MSVw = 1.510 Kfz/h

 

 

2.3              Nachweis der erforderlichen Fahrspuren

Mit Hilfe der Verkehrszählung an zwei Abschnitten auf der Bochumer Straße wurde die Verkehrsbelastung neu ermittelt.

An der Zählstelle 1, südlicher Abschnitt, wurde ein MSVw von 1.570 Kfz/h und an der Zählstelle 2, nördlicher Abschnitt wurde ein MSVw von 1.510 Kfz/h errechnet.

Gemäß der RASt 06 (Richtlinien für die Anlagen von Stadtstraßen) liegt die Kapazität von 2-streifigen Streckenabschnitten bei 1.400 – 2.200 Kfz/h. Somit ist ein vierspuriger Ausbau aus verkehrstechnischer Sicht nicht erforderlich.

 

2.4              Konzeptvarianten

Für die Konzeptentwicklung waren folgende wesentliche Kriterien für die Bochumer Straße von der Stadtverwaltung Herne als maßgebend vorgegeben:

-           Ersatzlose Entnahme des Gleiskörpers

-          Anlegen einer Radwegeführung

-          Grundsätzlich Erneuerung der vorhandenen Beleuchtungsanlage.

Es wurden drei Konzeptvarianten entwickelt.

 

2.4.1              Konzeptvariante 1

Dieses Konzept behält den 4-spurigen Straßenquerschnitt, in den ein beidseitiger Radfahrstreifen integriert wurde.

Die Randanlagen bleiben weitestgehend unberührt, jedoch gibt es Bereiche in denen die vorhandenen Verkehrsflächen in der Breite nicht ausreichend sind. Somit müssen die Randanlagen verjüngt werden.

Es verringern sich Gehwegbreiten und vorhandene Parkspuren entfallen. Die schlechte Verkehrsqualität für Fußgänger bleibt bestehen, die unzureichende Querbarkeit wird nicht verbessert.

Eine neue Straßenraumqualität und ein einheitliches Bild des Straßenzuges werden durch diese Veränderungen nicht geschaffen.

Eine neue Beleuchtung wird in den Randanlagen integriert.

Durch diese Maßnahme ergibt sich kein neues Gestaltungskonzept für den Straßenraum in diesem Konzept.

 

 

2.4.2              Konzeptvariante 2

Grundsätzlich erhält die Bochumer Straße im Konzept 2 ein verbessertes Straßenbild. Durch den Rückbau auf einen zweispurigen Straßenquerschnitt in Verbindung mit beidseitigen Radfahrstreifen ist der Fahrzeugverkehr konzentriert in der Mittellage angeordnet und es bleibt Raum für Grünflächen und Gestaltungselemente.

Dennoch entfallen Parkspuren. Die Gehwegbreiten bleiben unverändert oder müssen durch bauliche Veränderung weiter eingeschnürt werden und weisen dadurch meist geringe Breiten auf, die nicht den Regelwerken entsprechen.

Eine neue Beleuchtung wird in den Randanlagen integriert.

Ein homogenes und charakterisierendes Straßenbild kann aber durch die beschriebenen Veränderungen nicht geschaffen werden.

 

 

2.4.3         Konzeptvariante 3

In diesem Konzept wird die Bochumer Straße vollständig neu ausgebaut. Somit kann ein neues, charakterisierendes Straßenraumbild, gegliedert durch Alleen und im Mittelabschnitt eine dreifache Baumreihe, entstehen.

Sie bekommt ein stadtgestalterisch höherwertiges Bild durch eine verbesserte Wiedererkennung als Folge der abschnittsbezogenen, wechselnden Querschnittsausbildung.

Es wird eine Straße mit guten, funktionalen Eigenschaften für alle Verkehrsteilnehmer geschaffen werden. Der Gewinn an Breite für die Nebenanlagen und die zusätzlichen Querungshilfen ermöglichen es, in diesem Konzept die Belange der Menschen mit Mobilitätseinschränkung in besonderem Maße zu berücksichtigen.

 

 

2.5          Bewertungsmatrix

 

Konzept 1

Konzept 2

Konzept 3

Verkehrsflächen (gesamt)

o

+

+

Ruhender Verkehr/Liefer- & Ladeverkehr

-

-

+

Radverkehr

+

+

+

Fußgängerverkehr

-

-

+

Flächen für den ÖPNV/Aufenthaltsflächen

o

o

+

Erfordernis zum Umbau von Knotenpunkten, Lichtsignalanlagen

o

o

o

Möglichkeit zum Ersatz von LSA durch Kreisverkehr

-

+

+

Grünflächen/Bäume

-

+

+

Straßenbild/Raumwirkung

-

o

+

 

2.6          Kostenschätzung

Für alle Konzepte wurde eine Kostenschätzung durchgeführt. Die vorläufigen Kosten lauten wie folgt:

 

Konzept 1:              1.600.000 €

Konzept 2:              1.075.000 €

Konzept 3:               3.675.000 €

 

 

 

3.              Beteiligung Dritter

Die BOGESTRA (beauftragtes Verkehrsunternehmen) übernimmt die Kosten für den Ausbau des Gleiskörpers.

 

 

4.              Maßnahmenförderung

Ein erstes Sondierungsgespräch mit der Bezirksregierung Arnsberg zum Thema mögliche Maßnahmenförderungwurde bereits geführt. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Förderung der Maßnahme grundsätzlich im Rahmen des Entflechtungsgesetzes möglich ist. Der Förderhöchstsatz beträgt insgesamt 65% der förderfähigen Kosten. Eine Erneuerung der Beleuchtungsanlage könnte gleichfalls gefördert werden, jedoch sind hier nur 60% vom Förderhöchstsatz in Ansatz zu bringen.

Grundsätzlich wurde herausgestellt, dass bei dem Nachweis einer ausreichenden Leistungsfähigkeit in zweispuriger Ausbauweise, ein vierspuriger Ausbau nicht förderfähig ist.

Derzeit kann keine konkrete Einplanungsperspektive seitens des Fördergebers aufgezeigt werden.

 

 

5.              Finanzierung / Auswirkung auf den Haushalt

Die tabellarische Zusammenstellung der Finanzierungsmodelle für die Konzepte 1 3 wurde auf Grundlage der Schätzkosten und einer möglichen Förderung nach dem Entflechtungsgesetz gefertigt.

 

Konzept 1

( )

Konzept 2

( )

Konzept 3

( )

PSP-Element

7.5411006

7.5411006

7.5411006

Gesamtkosten

1.600.000

1.075.000

3.675.000

Kosten Straßenbau

1.290.000

765.000

3.427.000

Kostenbeteiligung BOGESTRA

-110.000

-110.000

-110.000

Förderfähige Straßenbaukosten

0

655.000

3.317.000

Zuwendungen (65%)

0

425.750

2.156.050

Eigenanteil Straßenbau

1.180.000

229.250

1.160.950

Kosten Beleuchtung

310.000

310.000

248.000

Summe Eigenanteile

1.490.000

539.250

1.408.950

 

 

6.              Beleuchtung

Sofortiger Handlungsbedarf im Sinne der Verkehrssicherungspflicht zeigt sich im Themenfeld „Straßenbeleuchtung“. Die in Teilen vorhandene Beleuchtungshochkette ist an alten Betonabspannmasten aus Schleuderbeton befestigt. Das Prüfamt für Standsicherheit der Zweigstelle Würzburg hat diesen Typ Schleuderbetonmast untersucht und festgestellt, dass die Standsicherheit solcher Maste im Normalbetrieb nicht gewährleistet werden kann. Die vorhandenen Maste weisen bereits Schäden auf, die im Normalbetrieb zum plötzlichen Versagen führen können.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zu Schäden an Spannbetonbrücken und deren vorsorglicher Sperrung, werden in Abstimmung mit den Stadtwerken Herne, zur Gefahrenabwehr und zur Vermeidung möglicher Haftungsansprüche, die Hochkettenbeleuchtung sowie die Spannseile sofort entfernt. Die Stadt Herne hat bereits einen Gutachter beauftragt, der die Standsicherheit der Betonmaste im Entlastungzustand prüfen und eine Zeitschiene zur Demontage zu entwickeln wird.

Die Straßenbeleuchtung wird unabhängig von der Demontage der Betonmasten unter Berücksichtigung der Konzeptvarianten sofort wieder hergestellt. Die neue Beleuchtung ist in einseitiger, westlicher Lage mit 14 Standorten geplant. Die zukünftige Masthöhe beträgt zehn Meter. Es kommt eine Aufsatzleuchte mit einem Keramikbrenner zum Einsatz.

Zurzeit werden die Varianten provisorische Luftverkabelung oder endgültige Erdkabelverlegung, unter möglicher Beteiligung anderer Versorger, geprüft. Unabhängig von dieser Entscheidung wird in beiden Fällen die Beleuchtung über eine Baustellenverkabelung schnellst möglich wieder in Betrieb genommen. Beide Varianten sind für eine spätere Konzeptentscheidung verträglich.

Die Finanzierung der notwendigen Sanierungsmaßnahme ist durch den derzeitigen Haushaltsansatz gesichert.

 

 

7.              KAG

Die Erneuerung der Hochkettenbeleuchtung ist gemäß dem Kommunalen Abgabegesetz abzurechnen. Der Beitrag beträgt 40 % der beitragsfähigen Kosten.

 

 

8.              Fazit

Unter Berücksichtigung aller in Punkt 2 genannten Aspekte zur Gesamtbetrachtung und vor dem Hintergrund einer möglichen Förderung des Neu- / Umbaus mit gleichzeitiger Erneuerung der restlichen Beleuchtungsanlage (Verflechtungsgesetzt läuft im Jahr 2019 aus) favorisiert der Fachbereich Tiefbau und Verkehr das Konzept 3. Gemäß der aktuellen Haushaltseinplanung wäre die Umsetzung der Maßnahme derzeit finanziell nicht gesichert.

Wenn z. B. aus Gründen der Finanzierung kein Um-/Ausbau erfolgen kann, bleiben die Themen Radverkehrsangebot und Lärmsanierung weiter offen.

Die Finanzierung evtl. notwendiger Sanierungsmaßnahmen zur Instandsetzung der Fahrbahnoberfläche in einigen Teilbereichen ist durch den derzeitigen Haushaltsansatz gesichert.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs


Anlagen:

130227_Perspektiven_UmgestaltungBochumerStraße.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-4.1#.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-4.2#.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-5.1#.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-5.2#.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-6.1#.pdf 

130227_LP_M500_Studie_11-6.2#.pdf 

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich 130227_Perspektiven_UmgestaltungBochumerStraße (2762 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-4.1# (314 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-4.2# (234 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-5.1# (313 KB)      
Anlage 5 5 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-5.2# (233 KB)      
Anlage 6 6 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-6.1# (329 KB)      
Anlage 7 7 öffentlich 130227_LP_M500_Studie_11-6.2# (246 KB)