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Vorlage - 2013/0501  

Betreff: Bildungsbericht 2014
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Neumann, Dennis
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Dolatowski, Annette
Beratungsfolge:
Schulausschuss Entscheidung
12.09.2013 
des Schulausschusses beschlossen   
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
19.09.2013 
des Jugendhilfeausschusses beschlossen   
Kultur- und Bildungsausschuss Entscheidung
25.09.2013 
des Kultur- und Bildungsausschusses beschlossen   
Integrationsrat Entscheidung
02.10.2013 
des Integrationsrates      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Die o.g. Gremien nehmen den Bericht der Verwaltung zur Bildungsberichterstattung  zur Kenntnis und beauftragen die Verwaltung, den Herner Bildungsbericht fortzuschreiben und den nächsten Bildungsbericht 2014 schwerpunktmäßig um die thematischen Bereiche Weiterbildung und Non-formale Bildung zu erweitern.

 


Sachverhalt:

Kommunale Bildungsberichterstattung - Rückblick

Im Jahr 2007 wurde die Verwaltung durch den Schulausschuss beauftragt, eine regelmäßige Berichterstattung zur „kommunalen Bildungssituation der Herner Schülerinnen und Schüler“ aufzulegen, um den Rat der Stadt Herne und seine Ausschüsse bei bildungspolitischen Entscheidungen zu unterstützen (Vorlage: 2007/0019). Im Oktober 2008 wurde der erste Herner Bildungsbericht im Schulausschuss vorgestellt und durch diesen zur Kenntnis genommen (Vorlage 2008/0572). Neben grundlegenden Kennzahlen zum lokalen Schulwesen umfasste der Bericht auch Daten zum vor- und nachschulischen Bildungsgeschehen in Herne. Die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgte in enger Anlehnung an den sogenannten Anwendungsleitfaden des statistischen Bundesamtes, der den Ansatz des  „lebenslangen Lernens“ verfolgt und Kennzahlen zu allen Bereichen einer modernen Bildungsbiografie, von der frühen Bildung bis hin zur Weiterbildung im Seniorenalter, umfasst.

Im Nachgang zur Präsentation im Schulausschuss, wurde der Bericht 2008 durch den Dortmunder Schulentwicklungsforscher Dr. Rösner begutachtet. Seinen Empfehlungen entsprechend wurde der Berichtsturnus mit Beschluss des Schulausschusses vom 12. Juni 2009 auf drei Jahre festgelegt (Vorlage 2009/0472). Außerdem resultierte der Auftrag an die Verwaltung, dem Schulausschuss einen inhaltlichen Schwerpunkt für den nächsten Bericht zur Beschlussfassung vorzulegen. In der Folge wurde die Verwaltung am 27.05.2010 damit beauftragt, „die Übergänge im Bildungswesen einschließlich der Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse und unter besonderer Berücksichtigung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte“ (Vorlage 2010/0293) in den Blick zu nehmen.

Der Beschlusslage zum Berichtsturnus entsprechend, wurde der zweite Herner Bildungsbericht im Jahr 2011 veröffentlicht und dem Schulausschuss sowie dem Jugendhilfeausschuss und dem Integrationsrat zur Kenntnis vorgelegt (Vorlage 2011/0705).

Wie sein Vorgänger basiert auch der zweite Herner Bildungsbericht grundsätzlich auf der Darstellung statistischer Kennzahlen. Gleichwohl wurde der Versuch einer konzeptionellen Überarbeitung unternommen. Wesentliche Änderungen waren:

  • Reduktion der betrachteten Kennzahlen auf einen überschaubaren Satz an Daten mit gleichwohl hoher Aussagekraft
  • Verknüpfung von Kennzahlen zu Indikatoren, die jeweils für einen bestimmten Teilaspekt des Bildungsgeschehens stehen und im Kontext der lokalen Bildungssituation von Relevanz sind
  • Problemorientierte Interpretation der Indikatoren
  • Darstellung und Erläuterung von Zusammenhängen zwischen Indikatoren und Bildungsbereichen
  • Reduktion der betrachteten Bildungsbereiche zugunsten des thematischen Schwerpunktbereichs Bildungsübergänge und zu Lasten der datenmäßig weniger gut erschlossenen Bildungsbereiche Weiterbildung und Non-formale Bildung.

 

Mit der Kenntnisnahme des Berichts durch die Fachausschüsse erging der Auftrag an die Verwaltung, die Datenbasis des Bildungsmonitorings zu erweitern und einen dialogischen Prozess zur Entwicklung strategischer Handlungsziele, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu initiieren (Vorlage 2011/0705).

Im Rahmen der Bildungskonferenz 2012 wurden die zentralen Ergebnisse des Bildungsberichts 2011 einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt und ein diskursiver Prozess zur Entwicklung strategischer Handlungsziele initiiert.

Bildungsbericht 2014

Der Bildungsbericht soll das Bildungsgeschehen in Herne transparent machen und die bildungspolitischen Akteure bei ihren Entscheidungen unterstützen. Im Zusammenspiel mit dem Leitbild „Lernen! in Herne“ soll er außerdem regelmäßig Grundlage für Diskussionen um die strategische Ausrichtung im Bildungsbereich sein. Dahinter steckt die Idee einer stärker an den Ergebnissen und Wirkungen von Bildungsprozessen orientierten Steuerung über strategische Zielvorgaben. Die bildungspolitische Strategie einer Kommune soll dabei auf Basis einer empirisch fundierten Datengrundlage entwickelt werden.

Um die zum Teil sehr komplexen Entwicklungen und Zusammenhänge im Bildungswesen abzubilden, baut der Bildungsbericht auf einer Auswahl regelmäßig aktualisierbarer Indikatoren auf, die jeweils einen bestimmten Aspekt des Bildungsgeschehens beleuchten. Beispiele für Indikatoren sind etwa das „Angebot an allgemeinbildenden Schulen“ oder die „Inanspruchnahme von Angeboten der institutionellen Kindertagesbetreuung“. Zur Bildung der Indikatoren kann die Bildungsberichterstattung auf Daten zurückgreifen, die im Rahmen des kommunalen Bildungsmonitorings gewonnen werden. Welche Kennzahlen und Indikatoren letztlich Eingang in den Bericht finden, orientiert sich zum einen an ihrer inhaltlichen Relevanz, zum anderen daran, ob sie mit den vorhandenen Daten aussagekräftig dargestellt werden können.

Bei der Konzeption des zweiten Herner Bildungsberichts 2011 führte die Beurteilung der verfügbaren Daten vor dem Hintergrund des zu bearbeitenden Schwerpunktthemas letztlich dazu, die Bereiche Weiterbildung sowie Non-formale Bildung nicht in den Bericht aufzunehmen. Diese Bereiche sollen nun Eingang in den Bericht 2014 finden.

Diese Erweiterung des inhaltlichen Spektrums, die auch auf Empfehlung des Lenkungskreises des regionalen Bildungsnetzwerkes erfolgt, ermöglicht eine Gesamtschau des kommunalen Bildungsgeschehens entlang des Lebenslaufs. Wichtige Bereiche des lebenslangen Lernens,  wie beispielsweise Weiterbildung, Jugendarbeit, die Angebote der Musikschule oder die Arbeit in den Sportvereinen werden nun berücksichtigt und vervollständigen das Bild der kommunalen Bildungslandschaft. Um diese Bereiche im Bildungsbericht abzubilden, sind zusätzliche Datenerhebungen notwendig und teilweise schon erfolgt. So wurde etwa eine schriftliche Befragung der Weiterbildungsanbieter sowie eine Sonderauswertung der kommunalen Bürgerbefragung durchgeführt. Weiterhin geplant sind insbesondere qualitative Erhebungen der aktuellen Angebotssituation in den o.g. Bereichen.

Daneben sollen aber auch die bereits im Bericht 2011 dargestellten Indikatoren erneut berücksichtigt und fortgeschrieben werden. Dies ist wichtig um Entwicklungen im kommunalen Bildungsgeschehen aufzeigen zu können. Um dabei den Gesamtumfang des Bildungsberichts nicht übermäßig zu erhöhen, sollen diejenigen Bereiche fokussiert betrachtet werden, in denen sich relevante Entwicklungen ergeben haben.

Auch der dritte Herner Bildungsbericht wird den Ansatz einer möglichst kleinräumigen Darstellung verfolgen, um die zum Teil erheblichen räumlichen Disparitäten im Stadtgebiet zu berücksichtigen.

 

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin

   


Anlagen: