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Vorlage - 2013/0547  

Betreff: Sachstandsbericht zum Brand auf dem Betriebsgelände der AGR - DAR (vormals Kost), Bochum
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Herr Zimmermann
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Thielemann, Annette
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
18.09.2013 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Anhörung
26.09.2013 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Am Morgen des 27.08.2013 etwa ab 05.00 Uhr ist es auf dem Betriebsgelände der AGR – DAR, Rensingstraße 14, Bochum-Riemke zu einem Großbrand gekommen, bei dem zwei Betriebshallen vollständig abgebrannt sind.

 

Das Feuer ist zunächst in der Halle 1 (Holzaufbereitung) ausgebrochen. Vermutet wird ein technischer Defekt im Bereich eines Förderbandes. Dieser Brand ist später auf die Halle 2 übergetreten. Hier werden DSD Abfälle (Kunststoffe) sortiert und gelagert.

 

Nach einer Pressemitteilung wird Brandstiftung von der Polizei und dem Brandsachverständigen ausgeschlossen.

 

Zu Personenschäden ist es nicht gekommen. Lediglich ein Feuerwehrmann wurde verletzt, als er in einer Böschung in ein Wespennest getreten ist und von mehreren Wespen gestochen wurde.

 

Die Rauchwolke war weithin sichtbar und erstreckte sich in südöstlicher Richtung über die Herner Ortsteile Eickel und Röhlinghausen weiter bis nach Essen und Duisburg.

 

Über den Brand wurde auch in den überörtlichen Medien (Tagesschau) berichtet.

 

Zwischenzeitlich sind beide Hallen abgerissen worden, der Brandschutt ist abtransportiert worden.

 

Bei der Firma AGR handelt es sich um eine nach Bundes- Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftige Anlage. Zuständige Genehmigungs- und Überwachungsbehörde ist die Bezirksregierung Arnsberg. Eine Zuständigkeit der Stadt Herne besteht auch deshalb nicht, weil sich der Betrieb ausschließlich auf Bochumer Stadtgebiet befindet.

 

Die Bezirksregierung war am Schadenstag vor Ort und hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zur Prüfung der Umweltauswirkungen eingeschaltet.

 

Der Sondereinsatzdienst des LANUV hat im Einwirkungsbereich des Feuers Schadstoffmessungen vorgenommen. Pressemitteilungen war zu entnehmen, dass zu keiner Zeit Gefahren für die Bevölkerung vorgelegen haben.

 

Auch die Feuerwehr Herne hat auf Herner Stadtgebiet Schadstoffmessungen durchgeführt. Auch hierbei kam heraus, dass Gefahren für die Bevölkerung durch hohe Schadstoffkonzentrationen nicht zu befürchten waren.

 

Die Stadt Herne hat trotzdem vorsorglich über Radio Herne und auf ihrer Homepage Verhaltensempfehlungen veröffentlicht (Fenster und Türen geschlossen halten).

Die Bezirksregierung Arnsberg hat nach dem Brand eine Pressemeldung veröffentlicht. Darin wurden weitere, vom LANUV vorgeschlagene Vorsichtsmaßnahmen für die von Brandniederschlägen betroffenen Bereiche veröffentlicht.

  • Bei Luftmessungen durch Feuerwehr und LANUV im Bereich Bochum und Herne konnten keine Schadstoffe nachgewiesen werden. In der Rauchfahne wurde keine erhebliche Schadstoffbelastung festgestellt.
     
  • Brandreste können soweit möglich zusammengefegt und im Hausmüll entsorgt werden

 

  • Verunreinigte Rasenflächen können gemäht und der Grünschnitt soll im Hausmüll entsorgt werden

 

  • Gegenstände mit denen ein Hautkontakt entstehen kann (Spielgeräte, Geländer Sitzgelegenheiten, Gartenmöbel etc.) sollen abgewaschen werden (Haushaltsreiniger verwenden). Das Waschwasser kann mit dem normalen Abwasser entsorgt werden.

 

  • Bei den Reinigungsmaßnahmen ist ein Hautkontakt zu vermeiden (Haushaltshandschuhe tragen)

 

  • Auf den Verzehr von verunreinigten Nahrungspflanzen (Obst und Gemüse) aus dem eigenen Garten sollte daher zunächst vorsorglich verzichtet werden.
     
  • Verunreinigte Nahrungsmittel wurden vom LANUV beprobt und werden derzeit untersucht. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich in der kommenden Woche vor.

 

Nach einer Pressemitteilung der Bezirksregierung Arnsberg vom 03.09.2013 liegen erste Ergebnisse zwischenzeitlich vor.

 

Demnach sind Brandrückstände, die beim Großbrand in Bochum-Riemke am           27.08. 2013 mit der Rauchgasfahne verteilt wurden, vom LANUV untersucht worden.

 

Aus der Untersuchung der Wischprobe, d.h. dem Abwischen der Brandrückstände gemeinsam mit anderen Verunreinigungen, ergeben sich keine Hinweise, dass erhöhte Gehalte an Dioxinen, Furanen, PCB (polychlorierte Biphenyle) und PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) freigesetzt worden sind.

 

Die verwehten Brandreste selbst sind allerdings hinsichtlich ihrer Gehalte an dl-PCB (dioxinähnliche PCB) und des Gesamtgehaltes an PCB nicht völlig unbelastet.

 

 

Die Bezirksregierung Arnsberg empfiehlt daher nochmals und konkretisierend:

 

  • verunreinigte Pflanzen und Obst aus dem Garten vor dem Verzehr aus hygienischen Gründen intensiv zu waschen,

 

  • verunreinigten Gras- und Rasenschnitt im Restmüll zu entsorgen,

 

  • Spielgeräte oder Geländer ggf. mit Haushaltsreiniger zu reinigen,

 

  • verunreinigte Flächen durch Zusammenfegen zu reinigen und Brandreste im Restmüll zu entsorgen. Dies sollte aus hygienischen Gründen mit Handschuhen erfolgen.

 

Vorsorglich untersucht das LANUV derzeit auch Gemüsepflanzen aus Gärten auf ihren möglichen Gehalt an Dioxinen, Furanen und PCB.

Die Untersuchungsergebnisse sind in der 37. KW  zu erwarten.

 

 


Anlagen: