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Vorlage - 2013/0674  

Betreff: Landschaftsplanänderung Nr. 26 für den Bereich "Naturschutzgebiet Voßnacken Nord" – Stadtbezirk Sodingen
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Schulz, Cornelia
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Schulz, Cornelia
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
05.11.2013 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
06.11.2013 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
26.11.2013 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen beschlossen   
Landschaftsbeirat Vorberatung
03.12.2013 
des Landschaftsbeirates beschlossen   
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
03.12.2013 
des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
10.12.2013 
des Rates der Stadt beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

 

Der Rat der Stadt Herne beschließt:

 

  1. Der Rat der Stadt Herne beschließt gemäß § 27 Abs. 1 Landschaftsgesetz die Aufstellung der Änderung Nr. 26 des Landschaftsplanes für den Bereich Naturschutzgebiet Voßnacken Nord“ – Stadtbezirk Sodingen.

Der Änderungsentwurf besteht aus der Entwicklungskarte (Anlage 1) und der Festsetzungskarte (Anlage 2).

 

  1. Der Ausschuss für Umweltschutz beschließt die frühzeitige Beteiligung der Bürger gemäß § 27 b Landschaftsgesetz.

Der Änderungsentwurf besteht aus der Festsetzungskarte (Anlage 1) und der Festsetzungskarte (Anlage 2).

 

 

Sachverhalt


In seiner Sitzung am 04.12.2012 hat der Landschaftsbeirat die Verwaltung gebeten zu prüfen, ob eine Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes Voßnacken-Nord nach entsprechender Optimierung als Naturschutzgebiet möglich ist.

 

Der Ausschuss für Umweltschutz hat in der Sitzung am 13.03.2013 beschlossen, die jetzt im Eigentum des Regionalverbandes Ruhr (RVR) stehende renaturierte Aufhaldungsfläche der BAG Lippe nordöstlich des Voßnackens in das Naturschutzgebiet Voßnacken einzubeziehen und die Verwaltung beauftragt, die für die Ausweisung als Naturschutzgebiet notwendigen Herrichtungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer RVR zu erarbeiten.

 

Die Bergehalde wurde Anfang der 80er-Jahre geschüttet und z. T. aufgeforstet, z. T. als Grünland hergerichtet. 1984 wurde als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft ein Folienteich angelegt.

Das Gebiet ist randlich durch umfangreiche Abpflanzungen zu den Verkehrstrassen (Bundesautobahn, Bahnlinien) abgeschirmt.

 

Die Vegetationsbestände besitzen ein hohes ökologisches Potential.

Aufgrund der guten Pflege und des Verzichtes auf Einsatz von Dünger oder Pestiziden zeigen insbesondere die Wiesenflächen eine günstige Entwicklung.

2011 wurden auf der Fläche Orchideenbestände nachgewiesen, die sich durch Samenflug aus der Orchideenwiese im Naturschutzgebiet Voßnacken weiterverbreitet haben.

 

Der Folienteich wurde vom Eigentümer im Herbst 2012 von Gehölzen freigestellt. Die dadurch nicht mehr beschatteten Röhrichtbestände zeigten in der darauffolgenden Vegetationsperiode bereits wieder Ausbreitungstendenzen.

 

Obwohl die Fläche noch nicht ihre höchste ökologische Wertigkeit erreicht hat ist eine Ausweisung als Naturschutzgebiet gerechtfertigt.

Gemäß dem Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen können Naturschutzgebiete auch zur Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten ausgewiesen werden.

Das Gebiet dient als wichtige Ausbreitungsfläche für Arten des Naturschutzgebietes Voßnacken, sowie als Pufferzone zu den benachbarten intensiv genutzten Verkehrsflächen.

 

Die wertgebenden Strukturen des Planungsraumes sind hochgradig pflegeabhängig. Zur Erreichung eines höheren ökologischen Wertes ist eine kontinuierliche Pflege erforderlich.

Dazu ist ein Pflege- und Entwicklungsplan zu erstellen, der die Maßnahmen zur Erhaltung und Optimierung des Gebietes beinhaltet.

Die Aufstellung des Pflegekonzeptes erfolgt in enger Abstimmung mit dem Eigentümer.

 

Aufgrund der Planung ergeben sich gegenüber dem rechtskräftigen Landschaftsplan folgende Änderungen:

 

Festsetzungskarte

Das Landschaftsschutzgebiet 7.2.2.4 (LSG Voßnacken Nord) wird Naturschutzgebiet (NSG 7.1.2.7). Das zukünftige Naturschutzgebiet umfasst auch die Abpflanzungen zur Bundesautobahn A 42.

 

Entwicklungskarte

Der Entwicklungsraum 10.2 (Biotopentwicklung wegen der überdurchschnittlichen ökologischen Bedeutung des Raumes) wird nach Norden bis zur Autobahn A 42 ausgeweitet und umfasst Teile der bisherigen Entwicklungsräume 5.5 (Maßnahmen zum Sicht- und Lärmschutz entlang der Autobahnen A 42 und A 43) und 6.4 (Gewerbliche Bauflächen zwischen der Köln-Mindener Eisenbahn und der A 42).

 

Gemäß § 42 e Satz 5 des Landschaftsgesetzes tritt mit dem Zeitpunkt der frühzeitigen Beteiligung der Bürger (§ 27 b Landschaftsgesetz) bis zur Rechtskraft der Landschaftsplanänderung, längstens jedoch 3 Jahre eine Veränderungssperre für das Naturschutzgebiet ein.

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

(Friedrichs)

 

 

 

    


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Entwicklungskarte (908 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Entwicklungskarte Legende (445 KB)      
Anlage 3 3 öffentlich Festsetzungskarte (1053 KB)      
Anlage 4 4 öffentlich Festsetzungskarte Legende (441 KB)