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Vorlage - 2013/0702  

Betreff: Informationen zum Projekt "Kultur trifft Quartier", Kreativ.Quartier.Wanne, Hauptstr. 272/274
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Gülck, Klaus-Dieter
Federführend:FB 32 - Kultur Bearbeiter/-in: Grabowski, Andrea
Beratungsfolge:
Kultur- und Bildungsausschuss Entscheidung
05.11.2013 
des Kultur- und Bildungsausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Der Kultur- und Bildungsausschuss nimmt den Bericht zum Projekt „Kreativquartier Wanne“ zur Kenntnis.

 

 

Sachverhalt:

 

 

Vorbemerkungen

Bereits im Jahr 2009 gab es im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres 2010 erste Überlegungen, ein Areal in Herne-Wanne zum Kreativquartier auszubauen. Die ehemalige Grundschule Dannekamp wurde als attraktiver Ort für eine kreativwirtschaftliche Nutzung identifiziert, zumal sich mit der Künstlerzeche Unser Fritz bereits eine Einrichtung für Kunst und Kultur in unmittelbarer Nachbarschaft befand. Diese Überlegungen ließen sich jedoch nicht verwirklichen.

Da weiterhin ein Bedarf der Herner Kreativwirtschaft an geeigneten Räumlichkeiten bestand, haben der. Pottporus e.V. und einige weitere Kulturschaffende seit Beginn des Jahres 2013 das Objekt Hauptstraße 272/274 (ehemaliges Karstadt-Gebäude) für eine entsprechende Nutzung in den Focus genommen und erste Gespräche mit der Immobilienverwaltung geführt.

Mit Datum vom 23.09.2013 hat Pottporus e.V. über  die Kulturhauptstadt-Nachfolge-organisation „ecce“ (European Centre for Creative Ecconomy)  einen Antrag auf Förderung für ein Auftaktprojekt vom 6. - 15.12. 2013 beim Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Kultur und Sport ( „Kreativ.Quartiere Ruhr“)  gestellt.

Kultur- und Kreativwirtschaft ist der gemeinsame Nenner von elf kreativen und künstlerischen Branchen: von Kunst über Musik, Literatur, Film, Medien, Design, Architektur bis zur Games-Entwicklung. Im Ruhrgebiet steht die Kreativwirtschaft für ca. 86.000 Erwerbstätige und über 10.000 Betriebe. Sie berührt Kultur, Stadtentwicklung, Bildung und eben Wirtschaft gleichermaßen.

Für das Strukturprojekt Kreativ.Quartiere Ruhr arbeitet „ecce“ nach dem Konzept der integrativen Stadtentwicklung mit städtischen Behörden, Planungsämtern, Kulturbüros und Wirtschaftsförderungen zusammen. In enger Kooperation mit Initiativen der freien Szene, Künstlern, Kreativschaffenden sowie Unternehmen und Eigentümern moderierte „ecce“ Prozesse, die bereits  in erfolgreiche Ergebnisse mündeten.

 

Kreativquartiere im Entwicklungsprozess gibt es in Dinslaken (Kreis Wesel), Oberhausen, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum, Dortmund. In Dorsten und Herne gibt es entsprechende  Planungen

Die Planung des Kreativquartiers Wanne wird begleitet durch Abstimmungsgespräche und unterstützende positiven Stellungnahmen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH (WFG), des Fachbereiches Stadtplanung und des Fachbereiches Kultur. Koordiniert durch die WFG finden regelmäßige Abstimmungsgespräche statt, so werden derzeit baurechtliche Fragen zur Durchführung der Aktionswoche geklärt.

 

Der Förderantrag liegt mit Stand vom 23.10.13 noch zur Prüfung bei ecce bzw. beim Land NRW, ein vorzeitiger Maßnahmebeginn für vorbereitende Arbeiten ist beantragt.

 

 

Projektbeschreibung (Kurzbeschreibung aus dem Antrag)

 

„Kultur trifft Quartier“ versteht sich als Startschuss für die Entwicklung des Herner

KREATIV.QUARTIERS.WANNE (KQ). Ausgehend von der Schlüsselimmobilie (ehemaliges Karstadt-Gebäudes, Hauptstraße 272/274 in Wanne) soll die Kreativwirtschaft Fuß fassen und sich langfristig im Stadtteil etablieren. Das Gebäude eignet sich durch seine zentrale Lage in der Wanner Fußgängerzone hervorragend als impulsgebender Ort und somit als Dach und anmietbare Arbeitsstätte für Kreative. Der Schwerpunkt wird auf die urbane Kultur gelegt.

 

Mit dem Projekt und der damit eingebundenen Aktionswoche vom 06. bis 15.12.2013 präsentiert sich das KQ erstmals in der Öffentlichkeit, positioniert sich im städtischen Umfeld und erreicht wichtige und neue Interessenten und Multiplikatoren. Die Aktionen und Veranstaltungen folgen in ihrem künstlerischen Ansatz dem Leitgedanken des KQs. Sie entstehen bereits im Vorfeld der Aktionswoche in den Räumen des KQs aus der direkten Auseinandersetzung und durch den Austausch mit dem Ort, seinem urbanen Umfeld, mit der Stadt, ihrer Geschichte und den Menschen. Dahinter steht die Grundidee, das KQ von Beginn an in das Stadtleben einzubinden. Mit unterschiedlichen Vermittlungsfunktionen werden kreative Impulse ins Quartier gesetzt und auch Impulse aus dem urbanen Kontext in den schöpferischen Prozess aufgenommen.

 

In der Aktionswoche selbst werden die vorbereiteten künstlerischen Aktionen und

Veranstaltungen aus den urbanen Bereichen Wort, Bild, Klang und Tanz dem Besucher des KQ präsentiert. Begleitend treffen sich Vertreter aus Politik, Bildung und Wissenschaft sowie Wirtschaft und Kreativwirtschaft zu drei Round Tables („Treffpunkt KREATIV.QUARTIER.WANNE“). Ziel ist es, Kreativwirtschaft, Kulturschaffende und Bildungseinrichtungen wie auch Anwohner und Gewerbetreibende als kreative Mitgestalter ihres Umfeldes zu aktivieren und einzubinden. Es gilt, das Standortpotenzial partizipativ und offensiv zu entwickeln.

 

Wie das Konzept des KQs verfolgt das Profil der Künstlerinnen, Künstler und Kollektive und somit das Programm selbst einen interdisziplinären Ansatz. Die Akteure und deren Projekte lassen sich in unterschiedlichen Teilmärkten der Kreativwirtschaft verorten, wie zum Beispiel Design, Musik, Darstellende Kunst und Film. Eingeladen sind zum einen Akteure aus der Region, für die eine zukünftige Nutzung des KQs als Arbeitsstätte interessant ist, und die darüber hinaus als wichtige Multiplikatoren (Empfehlungsmarketing) fungieren. Daneben konnten bundesweit und aus dem europäischen Umland Akteure gewonnen werden. Hier ist es für die weitere Quartiersentwicklung durchaus vorstellbar, dass zukünftig national und international agierende Künstler das Gebäude als temporären Produktionsort nutzen.

 

Das Projekt gilt als erster Schritt für Herne, als Gemeinschaftsaufgabe das KQ als

wirtschaftlich funktionierenden und zukunftsfähigen Standort zu entwickeln. Dies wird durch Synergien sowohl innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft, als auch mit der Gesamtwirtschaft, der Wissenschaft und der Politik und die Vernetzung auf regionaler, bundesweiter wie europäischer Ebene erreicht. Der Projektverlauf und die Projektergebnisse werden umfassend dokumentiert.

 

 

Die Immobilie

 

Verortet ist das Kreativ.Quartier in einer weitgehend leer stehenden Immobilie, Hauptstraße 272/274 im Stadtteil Wanne. Das ehemalige Karstadt-Gebäude ist mit seiner Zentralität ein idealer Ort. Das Haus hat vier Etagen à 900 qm; zwei Etagen mit einer Gesamtfläche von rd. 2.000 m² sind anmietbar und können für das Kreativ.Quartier genutzt werden. Die Flexibilität der Räumlichkeiten – jeweils 900 m² ohne Trennwände – unterscheidet sich von vielen anderen Objekten. Keine vorgegebenen Strukturen, keine starren Aufteilungen – der Raum kann sich entwickeln, kann sich veränderten Bedürfnissen anpassen, sich durch neue Einflüsse und Entwicklungen in der Gesellschaft, Kultur, Region, Architektur und Kunst modifizieren; Entwicklungen, mit denen sich auch die urbane Kultur in ihrem Kern auseinandersetzt und die sie aufgreift.

 

In der Nähe gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants etc., der Hauptbahnhof Wanne-Eickel ist fußläufig erreichbar. Die Hauptstraße hat einen großen attraktiven Altbaubestand. Im Stadtteil selbst finden sich ca. 30 Kreativunternehmen, darunter auch private Theater.

 

Für die Bedürfnisse des Kreativ.Quartiers muss das Gebäude auf einen Stand gebracht werden, der den Sicherheitsvorschriften entspricht und den Anforderungen an die Nutzung gerecht wird. Bei der Herrichtung hat der Immobilienbesitzer Unterstützung signalisiert und dies durch das Angebot von günstigen Mietkonditionen dokumentiert.

 

 

Aktionswoche vom 6.-15.12.2013

 

Ein Schwerpunkt der Aktionswoche künstlerische Aktionen, die an den Wochenenden vom 06. bis 08.12.2013 und vom 13. bis 14.12.2013 stattfinden. Das breite künstlerische Programm soll verstärkt Aufmerksamkeit in der Presse und Öffentlichkeit generieren, wodurch die Möglichkeit besteht, Interessenten und Multiplikatoren über das Konzept des KQs zu informieren.

 

Innovation durch Interdisziplinarität:

 

Die künstlerischen Aktivitäten und Ausdrucksformen sind interdisziplinär und bewegen sich in den Bereichen Wort, Klang, Bild und Tanz. Indem verschiedene Künstlerinnen und Künstler, sei es aus den Bereichen Multimedia, Darstellende Kunst oder Objekt-Installation, gemeinsam in den Räumlichkeiten des KQ ihre künstlerischen Visionen entwickeln und zeigen, bietet sich Raum für kreativen Austausch, wechselseitige Inspiration und Synergieeffekte. Die Räume sind auch vor der Aktionswoche für Interessierte zugänglich.

 

Kreative Milieubildung durch Offenheit und Flexibilität:

 

Die Projekte werden etwa zehn Tage vor der Aktionswoche in den Räumlichkeiten des KQs entwickelt. Es handelt sich also nicht um „fertige“ Ideen, die auf jedes beliebige Gebäude übertragen werden können. Sie setzen sich vielmehr konkret  mit den Räumlichkeiten des KQs auseinander und treten mit der Stadt, den Menschen, dem Gebäude und seiner Geschichte in Kontakt. So wird das KQ selbst zum Protagonisten und positioniert sich von Beginn an als lebendiger Ort, der kreative Impulse setzt und zu aktiver Mitgestaltung einlädt.

 

Zukunftsfähigkeit durch starke Vernetzung:

 

Orte wie das KQ leben durch eine breite Vernetzung. Das betrifft die Vernetzung der

kreativwirtschaftlichen Teilmärkte untereinander, die Vernetzung mit örtlicher Kultur,

Wirtschaft und Politik, sowie eine starke bundesweite und internationale Vernetzung. So kommen während der Aktionswoche nationale und internationale Kreative der verschiedensten Sparten, Kulturinteressierte aus der Region, Unternehmer und Gewerbebetreiber aus der direkten Nachbarschaft sowie Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Bildung zusammen.

 

Die Künstler und die Programmbeiträge sollen diese genannten Leitideen wiederspiegeln:

 

Klang-Bild-Wort

Steppenhexe (Licht- und Objektinstallationen)

 

Raumzeitpiraten (Experimentelle Licht- und Klanginstallationen)

 

Akrylonumerik (Audiovisuelle Multimedia-Performance)

 

Wort

Spielkinder (Theater)

 

Tanz

Renegade (Tanztheater)

 

Junges Pottporus (Tanz/Performance)

 

Bild

Martin Klukas Kollektiv (Video Mapping)

 

Wort-Klang

Heldermann’s Sohn (Konzert)

 

Susanne Blech (Konzert)


Round Tables – Runde Tische

 

Während der Aktionswoche finden in den Räumlichkeiten des KQ drei Treffen / Round Tables mit Vertretern und Repräsentanten aus folgenden Bereichen statt:

 

1. Politik / Kulturpolitik

2. Bildung und Wissenschaft

3. Wirtschaft und Kreativwirtschaft

 

Die Round Tables finden jeweils um 16.00 Uhr am

 

Montag, 9. Dezember 2013

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Freitag, 13. Dezember 2013

 

statt.

 

Informieren, kommunizieren, vernetzen – die Entwicklung und Etablierung des KQ ist ein Prozess, der sich von Anfang an im engen Austausch etwa mit Vertretern aus Kulturpolitik, Stadtmarketing, Kreativwirtschaft, mit Akteuren bereits etablierter Kreativ.Quartiere und Kulturorte, mit Verantwortlichen aus Schulen, Universitäten und anderen Bildungsorten vollziehen soll. Die Round Tables tragen diesem Anspruch Rechnung und zielen auf den gemeinsamen Austausch über Möglichkeiten und Perspektiven des KQs sowie auf die Entwicklung von neuen Kooperationen, Maßnahmen und gemeinsamen Veranstaltungen. Die Round Tables beginnen mit einer Ortsbegehung und der Präsentation des Konzepts des KQs. Danach folgen moderierte Gespräche, in denen Fragen beantwortet werden und Überlegungen zu Nutzungsmöglichkeiten der Räumlichkeiten sowie weiterführende Impulse und Strategien zur Entwicklung des Kreativstandortes angeregt werden. Hierbei soll sowohl innerstädtisch, aber auch regional für das Ruhrgebiet gedacht werden, insbesondere im Bezug auf die Anbindungsmöglichkeiten der angrenzenden Städte Bochum, Gelsenkirchen und Herten.

 

Aus der Aktionswoche sollen sich weitere Netzwerktreffen für die Weiterentwicklung des KQs etablieren.

 

 

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

 

Friedrichs

(Stadtrat)

 

 

                            2013/0702

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