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Vorlage - 2013/0707  

Betreff: Entwässerung Bahneinschnitt Hibernia - Reinigung des Kanals von PAK-haltigem Schlamm
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:1. Herr Padligur
2. Frau Langner
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Thielemann, Annette
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Vorberatung
06.11.2013 
des Ausschusses für Umweltschutz beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

           Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 5601

Bez.: Umweltschutz

Nr.: 5601030000

Bez.: Bodenschutz

- 40.000,-- Euro

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

 

 


Beschlussvorschlag:

 

Der Ausschuss für Umweltschutz nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der Durchführung weiterer Maßnahmen, insbesondere dem Spülen von Teilen der Kanalisation.

 

 


Sachverhalt:

 

Historie

 

Zu Werkszeiten wurde zuerst ein Teil des auf der Hiberniafläche anfallenden Werksabwassers durch einen die Deponie Südstraße querenden Abwasserkanal in die städtische Kanalisation in der Südstraße im Freispiegelgefälle abgeleitet. Nach Errichtung eines hier zwischengeschalteten Pumpenhauses wurde dann das gesamte Werksabwasser über eine Druckrohrleitung direkt dem Schmiedesbach zugeführt. Mit Schließung des Werkes wurde auch das Pumpen eingestellt. Der die Deponie Südstraße querende Kanal  führt seitdem kein eingeleitetes Schmutzwasser mehr ab, sondern er dient lediglich zur Ableitung von Niederschlags- und Grundwasser aus dem Bahneinschnitt und seinem unmittelbarem Umfeld.  

 

 

 

Ausgangslage

 

Im September 2007 ist im Rahmen der Sicherung und Rekultivierung der Deponie Südstraße abfallrechtlich geregelt worden, dass der die Deponie querende private Abwasserkanal mit geeignetem Dämm-Material zu verschließen ist.. Da nicht auszuschließen war, dass es bei einer Verdämmung des Kanals unter der Deponie möglicherweise im Bahneinschnitt zu einem Aufstau von Grund-/ Sickerwasser auch über Gelände kommen könnte, wurden Nachforschungen / Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, zu erkunden, von welchen Flächen welche Mengen Wasser durch den privaten Abwasserkanal abgeführt werden und welche Qualität die einzelnen Wasserströme haben. Erschwert wurden diese Erkundungen durch einen Dauereinstau im Kanalsystem, der durch eine Wehrschwelle im o. g. Pumpenhaus hervorgerufen wurde.

 

Nach Absenken des Wasserspiegels in der Kanalisation im Sommer 2011 wurden Hinweise bestätigt, dass sich auf der Sohle der im Bahneinschnitt vorhandenen Kanäle PAK-belasteter Schlamm abgelagert hat. Im Bericht des die Maßnahme begleitenden Ingenieurbüros wird unter dem Punkt „Auswertung“ folgendes ausgeführt: „Das in der Kanalisation im Bahneinschnitt Hibernia eingestaute Wasser wird bei Kontakt mit der Schlammschicht durch diese kontaminiert. Ausgangspunkt der in der Kanalisation abgelagerten kontaminierten Schlammschicht ist sehr wahrscheinlich die ….. Kontamination nördlich der Holsterhauser Straße auf Höhe der Grundstücke Lidl / Schule am Schwalbenweg. Durch die Analytik konnte nicht geklärt werden, inwieweit das in einzelnen Teilabschnitten in die Kanalisation von außen einströmende Wasser bereits kontaminiert ist. Hierzu bedürfte es einer Reinigung der Kanalisation, durchgängiger Fließverhältnisse und einer erneuten Analytik.“

 

Für die im Jahr 2011 durchgeführten Erkundungen wurden ca. 9.000,- € ausgezahlt. 

 

Für die anschließende Reinigung der Kanalisation und der Schaffung durchgängiger Fließverhältnisse wurden  Aufträge in Höhe von  knapp 17.000,- € erteilt.

 

Für die im Januar und April 2013 erbrachten Leistungen wurden ca. 88.000,- € durch FB 54 ausgezahlt. Hierbei wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

 

  • Entschlammen der Kanalisation mit Ausnahme der Teilbereiche

-          zwischen den Schächten 2 und 516 sowie

-          ein ca. 60 m langer Abschnitt nördlich des Schachtes 100

 

  • Durchbrechen der Wehrschwelle im ehem. Pumpenhaus

Nach Durchführung dieser Arbeit sind durchgängige Fließverhältnisse in der Kanalisation vorhanden.

 

  • Schlamm-Wasser Gemisch zur Entsorgung

Es wurden ca. 155 t Schlamm-Wasser Gemisch entsorgt.

 

Eine Analytik des Drainagewassers in der Kanalisation aus August 2011 und August 2013 an verschiedenen Schächten zeigt eine eindeutige Abnahme des PAK-Gehaltes.

 

Eine Erhöhung des PAK-Gehaltes im Wasser des Schachtes 394, der auf dem Hibernia-Gelände liegt, ist nicht den Schlammablagerungen im übrigen Kanalnetz zuzuordnen und  gesondert zu betrachten.

 

Die durchgeführten Untersuchungen und Maßnahmen belegen, dass die Belastungen (Schlamm und Wasser) dem Bahneinschnitt von Norden zuströmen

 

 

Erhöhung der Kosten

 

Die Erhöhung der Kosten lässt sich insbesondere auf die folgenden Punkte zurückführen:

 

Die Menge des zu entsorgenden Schlamm-Wasser-Gemisches  war wesentlich größer als von dem die Maßnahme begleitenden Ingenieurbüro vorab geschätzt.

 

  • Die Menge an abgelagertem Schlamm konnte vorab nur durch Inaugenscheinnahme der bekannten Schächte während einer kurzfristigen Absenkung des Wasserspiegels im Jahr 2011 abgeschätzt werden.

 

  • Der Durchmesser der Kanalrohre war nur zum geringeren Teil bekannt.

 

  • Vor Reinigung der Rohre konnte aufgrund des Wassereinstaus und der vorhandenen Schlammschicht keine Kanalinspektion durchgeführt werden.

 

 

Aufgrund technischer Schwierigkeiten erhöhte sich die die Anzahl der Arbeitstage erheblich.

 

  • Aufgrund der kurzfristigen Nichterreichbarkeit eines Schachtes mussten die Kanalleitungen von der Brücke Holsterhauser Straße aus gespült werden. Aufgrund der großen Saughöhe kam es zu starken Einschränkungen der Förderleistung der Pumpe. Dieses führte zu erheblich längeren Reinigungszeiten als geplant.

 

  • Aufgrund von Schotter und Bauschutt in den Schlammablagerungen war deren Absaugung erschwert.

 

  • Der Aufwand zur Wasserhaltung erhöhte sich deutlich durch einen starken Abfluss von Drainagewasser nach Absenken des Wasserspiegels und Reinigung der Kanäle. Das Drainagewasser war offensichtlich zum Teil durch die vorhandene Schlammschicht zurückgehalten worden.

 

  • Während des Spülens wurde eine Drainageleitung entdeckt, die ebenfalls Schlammablagerungen enthielt und auf einer Strecke von ca. 150 m gespült wurde.

 

  • Das Auffinden einer Brandbombe im Kanal führte bis zum Eintreffen des Kampfmittelräumdienstes zu Stillstandszeiten.

 

 

 

 

Ordnungsrechtliche Notwendigkeiten

 

Die Analytik bestätigt, dass eine Beseitigung bzw. Sicherung des in der Kanalisation verbliebenen Schlamms aus ordnungsrechtlicher Sicht erforderlich ist. Eine vollständige Entschlammung der Kanalisation wird nach bisherigen Erfahrungen weitere Kosten in der oben angegebenen Höhe  verursachen.

 

Nach einer Verdämmung des Kanals, der durch die Deponie Südstraße führt, muss das anfallende Kanalwasser anderweitig abgeleitet werden.

Eine kostengünstige unmittelbare Einleitung in das Gewässer „Gracht“ auf dem Hibernia-Gelände ist aufgrund der PAK-Gehalte zurzeit nicht möglich.

 

Demzufolge muss das anfallende Wasser – oder, je nach Qualität, Teilströme daraus – in die öffentliche Schmutzwasserkanalisation gepumpt werden. Hierzu bietet sich die Schmutzwasserkanalisation in der Holsterhauser Straße an.

 

Durch die o. g. Reinigung wird sich wahrscheinlich mittelfristig eine Wasserqualität im Kanal ergeben, die eine Überleitung des Wassers in das Gewässer „Gracht“ erlaubt.

 

 

Die vorgenannten Optionen sind aus ordnungsrechtlicher und technischer Sicht zielführend und realisierbar. Nach Reinigung der Kanalisation ist jedoch für eine genauere Maßnahmen-, Zeit- und Kostenübersicht eine Detailplanung erforderlich.

 

 

In Vertretung

 

 

 

Friedrichs

 

 


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Umweltausschuss Lageplan (725 KB)