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Vorlage - 2013/0738  

Betreff: Sachstandsbericht Parkplatzsituation und Alternativen zur Parkplatzerweiterung an der Akademie Mont-Cenis
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Frau Martin
Federführend:Gebäudemanagement Herne Bearbeiter/-in: Teering, Anna
Beratungsfolge:
Bezirksvertretung Sodingen Vorberatung
26.11.2013 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen zur Kenntnis genommen   
Betriebsausschuss Gebäudemanagement Herne Vorberatung
27.11.2013 
des Betriebsausschusses Gebäudemanagement Herne (GMH) zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

Ausgangspunkt des Berichts ist die Ablehnung der zunächst vorgestellten Erweiterung des bestehenden Parkplatzbereiches um weitere 93 Stellplätze, die das Fällen von ca. 50 Bäumen erforderlich gemacht hätte.

 

Stattdessen wurde beschlossen, die verschiedenen unterbreiteten Vorschläge zur Lösung des Parkplatzproblems einschließlich der im Ausschuss für Umweltausschuss beschlossenen Ergänzungen prüfen und die  Ergebnisse in einer der nächsten Sitzungen darstellen zu lassen.

 

Darüberhinaus ist in einer angemessenen Testphase von mindestens 3 Monaten auch zu prüfen, in welcher Größenordnung bei einer ausschließlichen Nutzung des Akademie-Parkplatzes durch angemeldete Seminarteilnehmer und Besucher Bedarf an weiteren Stellplätzen besteht. Die Akademie kann dazu zeitlich begrenzte Parkausweise o.ä. ausgeben, die auch im Rahmen des Möglichen vom Kommunalen Ordnungsdienstes zu kontrollieren sind.

 

Der öffentliche Parkplatz an der Akademie wird von Seminarteilnehmern der Fortbildungsakademie des Landes (FAH), Spaziergängern und Besuchern der Altenbegegnungsstätte, Anwohnern der nahen Wohnbebauung sowie Mitarbeitern der FAH, der Stadt Herne und des Restaurantbetreibers genutzt. Es wurde eine Baulast zugunsten der Akademie eingetragen, die besagt, dass die Stellplatzanlage für die Benutzer der Akademie ständig freizuhalten ist. Die öffentliche Widmung erfolgte nahezu zeitgleich.

 

Durch die Fortbildungsakademie wurde in den letzten Jahren vermehrt Bedarf für den Seminarbetrieb angemeldet, da durch geänderte Rahmenbedingungen, durch Verkürzung der Seminardauer und vermehrte Tagesveranstaltungen ein erhöhter Parkdruck entstanden ist.

 

Laut Aussage der FAH sind bei vollem Seminarbetrieb ca. 150 – 170 Teilnehmende im Hause, die überwiegend mit dem Auto anreisen. Die durchschnittliche Seminardauer beträgt laut Aussage der FAH 2 Tage. Demnach gibt es fast täglich An- und Abreisen. Für die Parksituation heißt das, dass Teilnehmende, deren Seminar endet, noch im Hause sind und neu Anreisende hinzukommen. Des Weiteren führt die Akademie zunehmend Tagesveranstaltungen durch. Hierfür wird ebenfalls Parkraum benötigt. Offensichtlich wurde bei der Planung des Gesamtprojektes auch die Zahl derer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, zu hoch eingeschätzt. Hinzu kommt, dass sich das Seminargeschäft seit Eröffnung der Akademie im Jahre 1999 durch die ständige Verkürzung der Seminardauer verändert hat. In den seminarstarken Monaten (2. Quartal, sowie September bis November) gibt es hier einen Bedarf von ca. 180 – 200 Parkplätzen; in den übrigen Monaten liegt der Bedarf immer noch weit über dem, was tatsächlich zur Verfügung steht.

 

Diese Aussage der FAH wird durch die Durchführung der Testphase überprüft, die im Zeitraum September bis Dezember 2013 durchgeführt wird.

 

Die insgesamt 17 Vorschläge lassen sich in 4 Gruppen  zusammenfassen:

  1. Bewirtschaftung/Anmietung bereits vorhandener Flächen
  2. Neubau/Erweiterung der vorhandenen Flächen
  3. Umwidmung von Flächen im Umfeld der Akademie, die zur Zeit nicht als Parkfläche genutzt werden
  4. Optimierte Nutzung des bestehenden Parkraumes und des Parksuchverkehres.

Nachfolgend werden die Vor- und Nachteile der 17 Vorschläge zusammengestellt:

 

Zu 1.  Bewirtschaftung/Anmietung bereits vorhandener Flächen.

1.1. Bewirtschaftung Akademieparkplatz

Seit dem 18.09.2013 läuft die Testphase, in der die Bewirtschaftung des Platzes durchgeführt wird. Kontrolliert wird durch den Kommunalen Ordnungsdienstes seit dem 24.9.2013.

Als Beschilderung wurde an beiden Fahrbahnseiten im vorderen Teil des Parkplatzes für insgesamt 122 Stellplätze das Verkehrszeichen 250 (Verbot für Fahrzeuge aller Art) mit dem Zusatz „Montag 07:00 Uhr bis Freitag 17:00 Uhr“ und „ Parkberechtigte mit gültigem Ausweis frei“  aufgestellt.              

Die Seminarteilnehmer und Besucher der Akademie können eine Ausnahmegenehmigung erhalten, die gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe des Fahrzeuges ausgelegt werden muss. Die Fortbildungsakademie gibt dazu für die Stadt Herne zeitlich begrenzte Parkausweise an ihre Seminarteilnehmer aus. Im Rahmen des Möglichen erfolgt eine Kontrolle des Parkplatzes durch den Kommunalen Ordnungsdienst.

 

Am Anfang des Parkplatzes sind 12 Parkplätze von dieser Regelung ausgenommen. Diese Parkplätze werden zeitlich bewirtschaftet  ( Parkzeit 2 Stunden mit Parkscheibe).

 

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten läuft die Ausgabe der Berechtigungen durch die FAH und die Ausgabe der Ausweise für Teilnehmer der Veranstaltungen im Bürgersaal  durch die Rezeption relativ reibungslos.

 

Durch die FAH werden täglich die Teilnehmerzahlen, freie Plätze/ bzw. Überbelegung des Parkplatzes protokolliert. Eine Seminarteilnehmerbefragung ist eingeleitet worden, um ÖPNV-Nutzung und Parkgewohnheiten in Erfahrung zu bringen.

 

Der Fachbereich Öffentliche Ordnung berichtet von einigen Anwohnerbeschwerden. Inhalt der Beschwerden:  Es wären jetzt keine zusätzlichen Abstellmöglichkeiten mehr im öffentlichem Parkraum für die eigenen Autos bzw. Besucherfahrzeuge vorhanden.  

 

Mittlerweile ist eine schriftliche Beschwerde vom 10.11.2013 mehrerer Anwohner beim Oberbürgermeister und der Bezirksbürgermeisterin eingegangen. Es gibt aber auch mündliche und schriftliche positive Reaktionen.

 

Insgesamt sind seit Beginn der Testphase deutlich weniger Verstöße notiert worden. Nach Auffassung der Verwaltung hat sich die Parksituation bisher deutlich entspannt.

 

1.2. Bewirtschaftung Kurt-Edelhagen-Platz

Der Kurt-Edelhagen-Platz weist als öffentlich-gewidmete Verkehrsfläche öffentliche Stellplätze aus, die nicht zeitlich bewirtschaftet werden. Von daher kann dieser Parkplatz wie auch ein Teil des Parkplatzes vor Ort ohne zeitliche Limitierung durch Besucher und Anwohner genutzt werden.

1.3 und 1.4.  Anmietung des „Aldi“- und des EDEKA-Parkplatzes,

Beide Parkplätze befinden sich in privater Hand. Seitens der FAH wurde signalisiert, die Ergebnisse der Testphase abzuwarten. Nach bisherigen Erkenntnissen scheint es keinen weiteren Bedarf an zusätzlichen Stellflächen zu geben.

 

Vorteile

-          Erhalt der Bäume, kein weiterer Verbrauch von Landschaft

-          Durch Bewirtschaftung des Akademieparkplatzes stehen ausreichend Plätze entsprechend der Baulast für die Nutzer der Akademie in einem zeitlich begrenzten Zeitraum (Montag-Freitag) zur Verfügung.

-          Deutlich weniger Parkverstöße durch den Kommunalen Ordnungsdienst registriert

-          Bei der zeitlichen Bewirtschaftung der 12 vorderen Parkplätze stehen Kurzparkmöglichkeiten für Spaziergänger und Besucher des Seniorenheims zur Verfügung

 

Nachteile

-          Anwohnerbeschwerden, weil zusätzliche öffentliche Parkmöglichkeiten wegfallen

-          Bei Anmietung von „EDEKA-Stellplätzen“ Verdrängung von Kunden, erhöhter Suchverkehr

-          Erhöhter Aufwand durch die Kontrolle der Berechtigungen erforderlich


Zu 2. Neubau/Erweiterung der vorhandenen Flächen

2.1 Steinfeld rechts

2.2. Tiefgarage im Steinfeld

2.3  Steinfeld links

2.4 Nutzung des Akademiegartens

2.5 Ergänzung des vorhandenen Parkplatzes rechts und links des Belvedere (ohne Baumfällungen)

Im Vorfeld der Planungen zur Parkplatzerweiterung wurden seitens der Verwaltung untersucht, ob das Steinfeld oder der Akademiegarten auf dem Grundstück der Akademie als zusätzliche Fläche genutzt werden könnten. Diese Planungen sind bereits unter Beteiligung der zuständigen Akteure (Fortbildungsakademie des IM NRW, Landschaftsarchitekten Latz Riehl und Partner, Land NRW, Stadt Herne, GMH) diskutiert worden und sind aufgrund erheblicher Eingriffe in die Gestaltung und den Baugrund einhergehend und mit hohen Bau-und Erschließungskosten nicht umsetzbar. Bei der Nutzung des Akademiegartens wäre es erforderlich gewesen, die Feuerwehrumfahrt erheblich zu erweitern, was hohe Erschließungskosten (Kurvenradien, Problem Gegenverkehr, Ausbaustandard, Anschluss an die Entwässerung und Folgekosten) bedeutet hätte.

 

Die Errichtung einer Tiefgarage ist aufgrund der hohen Baukosten als unrealistisch anzusehen.

 

Bei einer Ergänzung des vorhandenen Parkplatzes ohne das Fällen von Bäumen können max. 8 – 10 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Am Belvedere verläuft die Grenze zum Landschaftsschutzgebiet.

 

Vorteile

-          Nutzen der vorhandenen Infrastruktur

-          Nutzung der öffentlichen Parkplätze für Anwohner bleibt möglich

 

Nachteile

-          Beim Bau auf dem Steinfeld entstehen sehr hohe Bau-und Erschließungskosten

-          Massiver Eingriff in das Architektonische Konzept beim Bau von Stellplätzen innerhalb des Akademieovals

-          Ergänzungen im Bestand ergeben nur wenig zusätzliche Plätze, keine wirkliche Verringerung des Parkdrucks

-          Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet

 

 

 

zu 3. Umwidmung von Flächen im Umfeld der Akademie, die zur Zeit nicht als Parkfläche genutzt werden

3.1 Hénin-Beaumont-Straße  rechts

 

3.2 Hénin-Beaumont-Straße Streifen

 

3.3.Hénin-Beaumont-Straße „Wendehammer“

 

3.4 Mont-Cenis-Straße – Marktplatz

 

3.5 Beton-Vorplatz

 

 

3.1 – 3.3 Bereich Henin-Beaumont-Straße

Die bestehende STVO-Beschilderung im Bereich der Henin-Beaumont-Straße weist ein einseitiges Parkverbot aus. Diese Anordnung dient der Sicherstellung von Rettungswegen und bleibt unverändert bestehen.

 

Die Nutzung des sogenannten „Wendehammers“  als Stellplatzfläche wird ausgeschlossen, da es sich hier um einen Verkehrsberuhigten Bereich (VZ 325) handelt. Dieser Bereich wurde unter Verwendung von Fördermitteln mit Zweckbindung hergestellt.

 

3.4 Marktplatz Mont-Cenis-Straße

Der Markt findet Mittwoch und Samstag vormittags statt. Er wurde bewußt als neue Mitte für den Stadtteil Sodingen konzipiert.

 

Bei einer Nutzung des „Marktbereiches“ als Stellplatzfläche ist zur Gewährleistung der Sicherheit aller – jedoch aber insbesondere der schwächeren – Verkehrsteilnehmer eine Umgestaltung und Umplanung notwendig. Diese Umbauten widersprechen den Planungsgrundsätzen in diesem Bereich.

 

3.5 Beton-Vorplatz

Der Vorplatz ist nicht als Parkplatz konzipiert worden.  Es ist bereits zu Unfällen gekommen (Autos im  Wasserbecken). Das Vordach wird durch Holzstämme getragen, die nicht für den Straßenverkehr konzipiert wurden.

Vorteile

-          Bestehende Infrastruktur kann teilweise genutzt werden

-          Nähe zur Akademie

Nachteile

-          Beeinträchtigung des Straßenverkehrs durch Verengung der Rettungswege

-          Zweckbindung von Fördergeldern

-          Verdrängung des Wochenmarktes

-          Hohe Baukosten bei Umgestaltung des Marktesolzbau

 

zu 4) Optimierte Nutzung des bestehenden Parkraumes und des Parksuchverkehres

4.1 Shuttle-Bus

Ein Shuttle-Bus ist nur bei Großveranstaltungen sinnvoll. Durch die fast gleichzeitige An-und Abreise der Teilnehmer ist dafür ein Shuttle-System kostengünstig und effizient zu organisieren.

 

Die Seminarteilnehmer treffen aber täglich über einen Zeitraum von mehreren Stunden ein, da die Anreise individuell gestaltet wird, ebenso die Abreise. Ein Shuttle-Bus ist daher nicht effizient zu organisieren.

 

 

4.2 Parkleitsystem

Die Einrichtung eines elektronischen Parkleitsystems ist immer unter dem Aspekt einer Kosten/Nutzen-Analyse zu betrachten. Die möglichen Parkplatzflächen liegen hier relative nah beieinander, so dass keine aufwendigen Parksuchverkehre entstehen.

Die Parkplätze sind bereits jetzt heute mit einer wegweisenden Beschilderung  kenntlich gemacht und somit leicht auffindbar. Zur Nutzung eines elektronischen Parkleitsystems wäre das Erfassen der Parker zwingend erforderlich. Hierzu müssten alle Parkplätze elektronisch überwacht werden (z.B. durch Bodenindikatoren, Schrankenanlagen oder ähnliches). Die insgesamt hohen notwendigen Gesamtinvestitionen lassen kein positives Ergebnis einer Kosten/ Nutzen-Analyse erwarten.

 

4.3 ÖPNV

Durch die FAH wird in den Einladungen zu den Seminaren explizit auf die Anreise mit dem ÖPNV hingewiesen. Die Anbindung der Akademie an den ÖPNV ist sehr gut.

 

Da die Teilnehmer/-innen aus dem gesamten NRW-Gebiet anreisen, wird die Anfahrt mit dem eigenen Auto von ca. 80 – 90 % der Seminarteilnehmer bevorzugt. Im Rahmen der Testphase werden die Seminarteilnehmer/-innen durch die FAH nach ihren Anreisegewohnheiten gefragt. Eine Auswertung der Daten wird Anfang 2014 erfolgen.

 

 

 

Vorteile

-          Förderung des ÖPNV stärkt den Umweltschutz

-          Effiziente Nutzung des vorhandenen Parkraums für Alle

 

 

Nachteile

-          Hohe Kosten bei der Einführung eines Parkleitsystems

-          Akzeptanz des ÖPNV der Seminarteilnehmer kann wahrscheinlich nicht weiter gesteigert werden

 

 

Nach Beendigung der Testphase zum Ende des Jahres und einer umfassenden Auswertung, wird es im Frühjahr 2014 möglich sein, weitergehende Ergebnisse zu präsentieren.

 

Der Betriebsleiter

In Vertretung

 

 

 

(Dahms)