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Vorlage - 2013/0832  

Betreff: Aufwertung des Grünzuges am Hölkeskampring in Herne-Mitte
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Susanne Wischnewski, Tel. 42 39
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Schulz, Susanne
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
15.01.2014 
des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Vorberatung
21.01.2014 
des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung beschlossen   
Landschaftsbeirat Vorberatung
11.02.2014 
des Landschaftsbeirates beschlossen   
Bezirksvertretung Herne-Mitte Entscheidung
13.02.2014 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/Aufwand (-)

Nr.: 51.04

Bez.: Stadterneuerung

Nr.: 13 (Aufwand)

Bez.: Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen

Nr.: 2 (Ertrag)

Bez.: Zuwendungen und allg. Umlagen

-          1.050.000 €

 

 

840.000 €

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.: Bilanzielle Abschreibungen

Nutzungsdauer

20 Jahre

52.500 € pro Jahr

 

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr.:

Bez.:

Nr.:

Bez.:

 

 

 

 


Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Herne-Mitte beschließt, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt sowie der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg zur Förderung der Maßnahme die Aufwertung des Grünzuges am Hölkeskampring auf Grundlage der Planung des Büros Landschaftsarchitekten Munder und Erzepky, vom10.12 2013.

 


 

 

Sachverhalt:

 

  1. Allgemeines

 

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am 18.10.2011 das Stadtumbaugebiet „Herne-Mitte“ festgelegt und das entsprechende städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen.

Das Stadtumbaugebiet umfasst das Herner Hauptzentrum und angrenzende Quartiere. Es weist städtebauliche Funktionsverluste (überdurchschnittliche Wohnungsleerstände, Leerstände und Trading-Down-Prozesse im Bereich des Hauptzentrums, Brachflächen und Mindernutzungen von Gewerbe- und Bahngrundstücken), funktionale und gestalterische Defizite im öffentlichen Raum, Defizite in der Freiflächenversorgung der Wohnbevölkerung und Umweltbelastungen insbesondere durch Verkehrslärm auf. Die Bevölkerung ist überdurchschnittlich von sozialen Problemlagen betroffen. Als Potentiale für die Gebietsentwicklung kann auf gute städtebauliche Qualitäten im Bestand, eine hervorragend entwickelte private und öffentliche Versorgungsinfrastruktur, eine gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsträgern, funktionale Mischungen im Sinne einer „Stadt der kurzen Wege“ und eine breite und engagierte Akteursstruktur im Bereich der Händlerschaft und der sozialen Träger zurückgegriffen werden.

Mit der Stadtumbaumaßnahme soll das Gebiet in seiner Funktion als zentraler Versorgungsbereich und als Wohnstandort gestärkt werden. Hierzu sieht das städtebauliche Entwicklungskonzept ein Paket von Maßnahmen vor, welche in einem Zeitraum von mehreren Jahren mit Hilfe von Mitteln der Städtebauförderung umgesetzt werden. In diesem Rahmen soll auch der Grünzug am  Hölkeskampring umgestaltet werden.

 

  1. Planung

 

Das mit der Entwurfsplanung beauftragte Ingenieurbüro für Freiraumplanung Munder und Erzepky erläutert die Planung wie folgt:

 

Vorhandene Situation

 

Der Grünzug erstreckt sich entlang der Straße Hölkeskampring als östlicher Ring um die Herner Innenstadt und ist im Durchschnitt 40 m breit. Der neu zu gestaltende Abschnitt zwischen Bochumer Straße und Wiescherstraße hat eine Länge von gut 1.000 Meter. Der Grünzug gliedert sich in fünf Teilstücke und wird dabei durch die Flottmannstraße, die Jean-Vogel-Straße, die Altenhöfener Straße, die Jauerstraße und die Wiescherstraße getrennt. Insgesamt stellt sich das Areal als Durchgangsfläche mit geringer Aufenthaltsqualität dar. Problematisch sind Rand- und Eingangssituationen. Die vorhandenen wassergebunden Wegeflächen und Teile der gepflasterten Hauptwegeverbindung sind in einem schlechten Zustand. Orientierungspunkte sind nicht oder schlecht erkennbar. Zielpunkte wie die diversen Spiel- und Aufenthaltsflächen können nur bedingt wahrgenommen werden. Sichtbeziehungen werden ständig unterbrochen und an verschiedenen Stellen entwickeln sich sogenannte Angsträume. Der Baumbestand ist prägend, wirkt jedoch in seiner raumbildenden Struktur konzeptlos und beliebig. Einige Bäume befinden sich in einem abgängigen oder alten Zustand. Insgesamt stehen im Grünzug laut Baumkataster 351 Bäume. Besonders die Zu- und Eingangsbereiche sind derzeit aufgrund des dichten Bewuchses wenig einsehbar, Wege- und Sichtbeziehungen zugewachsen und die Orientierung erschwert. So entstanden sogenannte Angsträume, die die Aufenthaltsqualität mindern sowie die soziale Kontrolle erschweren

 

Zur Verbesserung der Einsehbarkeit und der Orientierung sowie Steigerung der Aufenthaltsqualität ist es sinnvoll, den vorhanden Baum- und Strauchbestand auszulichten, bereits abgängige und altersschwache Bäume zu entnehmen und vorhandene Einzelbäume durch Freistellung langfristig zu sichern.

 

 

Zielsetzung

 

Zielsetzung der Neugestaltung des Grünzuges Hölkeskampring ist die Sicherstellung eines gestalterisch ansprechenden Grünraumes, welcher in seiner gesamten räumlichen Ausdehnung ein umfangreiches Angebot an Spielmöglichkeiten, Sportelementen und Erholungsräume für Jung und Alt bietet.

 

Bürgerbeteiligung:

 

Die vorliegende Planung wurde im Rahmen einer Versammlung den Bürgern am 14.11.2013 vorgestellt und erörtert. Anregungen und Bedenken aus dieser Veranstaltung sind berücksichtigt worden und anschließend in die weitere Bearbeitung mit eingeflossen.

Des Weiteren wurde die vorliegende Planung im Rahmen einer Kinder- und Jugendbeteiligung den Kindern und Jugendlichen vor Ort am 21.11.2013 vorgestellt und erörtert. Anregungen zu den einzelnen Spielflächen aus dieser Veranstaltung sind berücksichtigt worden und anschließend in die weitere Bearbeitung mit eingeflossen.

 

Maßnahmenbeschreibung

 

Die kinderfreundliche und generationsübergreifende Gestaltung spiegelt sich in diversen baulichen Maßnahmen, unterteilt in drei Prioritätsstufen in zwei zu realisierenden Bauabschnitten für die Jahre 2014 und 2015 wieder:

 

-          Maßnahmen der ersten Stufe

Ein offen und großgig gestalteter Eingangsbereich an der Flottmannstraße lädt zum Besuch des Grünzuges ein. Im Bereich zwischen Jean-Vogel-Straße und Altenhöfener Straße bilden mehrere Sitzbänke verteilt um eine atmosphärisch anmutend gestaltete Staudenpflanzung eine großumige Erholungszone. Im weiteren Verlauf des Grünzuges wird der Grünraum durch ergänzende Wegeführungen und verbindungen erfahrbarer und besser passierbar. Sämtliche stadträumliche Wegeverbindungen sind barrierefrei gestaltet. Die Hauptspielzone in Form eines in eine Geländemodellierung eingebetteten Spieltals am östlichen Ende des Grünzuges besteht aus einem fugenlosen Kunststofffallschutzbelag und bietet genügend Platz für großumige Spielgeräte.

 

-          Maßnahmen der zweiten Stufe

Als Anschlussmaßnahme zur Reaktivierung des Spiel- und Freizeitangebotes im Grünzug wird der bestehende Bolzplatz überarbeitet. Eine liebevoll gestaltete Spielfläche für Kleinkinder im Bereich Altenhöfener Straße bietet Raum für spannenden Spielspaß auch für die kleinsten Besucher. Zwischen der Altenhöfener Straße und der Jauerstraße ergänzt ein Kletterparkour das umfangreiche Spiele- und Sportangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Auf einer insgesamt 1,6 Kilometer langen Route durch den Grünzug in Form einer großen Wegeschleife vom Staudengarten bis hinaus an die Wiescherstraße verteilen sich insgesamt 13 Fitnessstationen mit Sportgeräten für Jung und Alt, welche eine Fitnessrunde als großes verbindendes Element durch weite Teile des Parks bilden.

 

-          Maßnahmen der dritten Stufe

Den gestalterischen Höhepunkt als wiederkehrende Thematik durch den gesamten Grüngürtel bildet die charakteristische Staudenbepflanzung der Stadt Herne als bepflanzte Kies- und Schotterbeete, welche ihren Höhepunkt in einer großgigen Staudenpflanzung zwischen Jean-Vogel-Straße und Altenhöfener Straße findet. Im Bereich der Sparkasse entsteht auf dem Hölkeskampring eine neue Straßenquerung als zusätzliche Erschließung des Grünzuges und zur stärkeren Anbindung des Grünraumes an das benachbarte Wohngebiet. Die generelle Öffnung der Eingangssituationen des Grünzugs wird über Wahrnehmungselemente als Sichtbetonmauerscheiben gestärkt. Die Neuplanung von taktilen Leitelementen in Bereichen der Grüngürtelzugänge schafft eine barrierefreie Zuwegung in den Grünraum. Durch Aufwertungsmaßnahmen im Straßenbegleitgrün werden Blickbeziehungen in und aus dem Grüngürtel verbessert und hergestellt.

 

Um die Einsehbarkeit und Untersichtigkeit in der Parkanlage zu gewährleisten, ist es notwendig, einzelne Strauchgruppen und Bäume dem Grünzug, insbesondere entlang der Randbereiche, zu entnehmen.

Verteilt über die gesamte Parkanlage werden Sitzbänke mit Rückenlehen teils in Gruppen aufgestellt, sowie diverse Abfallbehälter und Tütenspender für Hundekot platziert.

Die Möglichkeiten zum Abstellen von Fahrrädern werden mit Fahrradanlehnbügel an der großen westlichen Spielfläche und am Kletterfelsen angeboten.

 

  1. Verkehrsplanung

 

Im Nahverkehrsentwicklungsplan ist eine neue Busverbindung über den Hölkeskampring aufgenommen worden. Im Frühjahr 2014 soll die Planung in den politischen Gremien behandelt werden. Nach einem Beschluss werden die Ergebnisse eingearbeitet und die Ausführungsplanung entsprechend angepasst.

 

  1. Auflagen der Förderung

 

Sämtliche stadträumliche Wegeverbindungen sind barrierefrei gestaltet, taktilen Leitelementen in Bereichen der Zugänge schaffen eine barrierefreie Zuwegung. Aspekte der Geschlechtergerechtigkeit wurden berücksichtigt. Die Maßnahme hat keinen Einfluss auf die klimatischen Verhältnisse. Belange des Denkmalschutzes werden nicht berührt.

 

  1. Finanzierung:

 

Die Umgestaltung des Grünzuges am Hölkeskampring ist eine Maßnahme des Stadtumbauprojekts Herne-Mitte und kann vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel im Haushalt und der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg realisiert werden.

Die Gesamtkosten betragen 1.050.0000 Euro und sollen zu 80 % aus Mitteln der Stadterneuerung refinanziert werden (Förderung: ca. 840.000 Euro).

Für Planungskosten sind bereits 40.000 Euro verausgabt.

 

  1. Folgekosten

 

Die anfallenden Lohn-, Sach-, Fahrzeug- und Maschinenkosten werden ca. 50.000  / Jahr eine ähnliche Höhe wie in den Vorjahren betragen. In dieser Summe ist die Ersatzbeschaffung von Material nach Verschleiß und Zerstörung nicht eingerechnet. 

 

  1. Realisierung

 

Nach Maßnahmenzustimmung durch die Bezirksregierung kann die Baumaßnahme Anfang 2014 ausgeschrieben und im Sommer 2014 mit der Umsetzung begonnen werden. Die Fertigstellung soll im Herbst 2015 erfolgen.

 

In Vertretung

 

 

 

(Friedrichs)

Stadtrat


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich SMV18714013011570 (2641 KB)