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Vorlage - 2014/0104  

Betreff: Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz -BImSchG-;
Antrag der Firma Steag GmbH auf Genehmigung zur wesentlichen Änderung des Heizkraftwerkes Herne durch Erweiterung der Lagerflächen für Schmelzkammergranulat gem. § 16 BImSchG
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Krüwel, Friedrich
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Bensel, Heike
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz Anhörung
26.02.2014 
des Ausschusses für Umweltschutz zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die Fa. Steag GmbH hat bei der Bezirksregierung Arnsberg eine wesentliche Änderung des Heizkraftwerkes Herne beantragt. Die beantragte Änderung bezieht sich auf die Erweiterung der Lagerflächen für Schmelzkammergranulat.

 

Das Schmelzkammergranulat entsteht in der Feuerung des Blocks III. Das anfallende Granulat wird in einem Freilager auf dem Kraftwerksgelände zwischengelagert. Schmelzkammergranulat wird in vielen Bereichen eingesetzt, wie z. B. als Bettungsmaterial für Platten und Pflaster, als Gas- und Wasserdrainagebaustoff, zur Herstellung von Hohlblocksteinen oder als Pflanzensubstrat für Dachbegrünungen. Das in Herne anfallende Granulat wird bevorzugt zu quarzstaubfreien (silikoseungefährlichen) Strahlmittel aufgearbeitet.

 

Die Aufarbeitung des Granulats erfolgt in dem Strahlmittelwerk der Steag Power Minerals GmbH in Lünen. Durch wechselnde Blockauslastungen kommt es zu schwankenden Produktionsmengen die nicht immer im bestehenden Lager untergebracht werden können. Überschüssiges Granulat muss deshalb zur Abnahme und Aufarbeitung an Dritte abgegeben werden. Die Abgabe der Überschussmengen an Dritte soll durch die Erweiterung der Lagerflächen vermieden werden, so dass die Aufarbeitung vollständig durch die betriebseigene Anlage in Lünen erfolgen kann.

 

Die Antragstellerin beantragt die bis Ende 2018 befristete Erweiterung der Flächen zur Lagerung von Schmelzkammergranulat auf dem Kraftwerksgelände. Dazu soll die Grundstücksfläche westlich unmittelbar angrenzend am bestehenden Granulatlager genutzt werden, um zusätzlich rund 21.000 t Schmelzkammergranulat zwischenzulagern. Die Lagerung auf dieser Fläche schließt ein einmaliges Auf- und Abhalden mit ein. Der Abtransport des Schmelzkammergranulats erfolgt unverändert wie bisher mit LKW.

 

      

    Abb. 1:  Bestehende und beantragte Lagerfläche für Schmelzkammergranulat

 

 

Auswirkungen auf die Emissionen

Schmelzkammergranulat fällt produktionsbedingt als gewaschenes Material an, der Feinstaubanteil ist dementsprechend sehr niedrig. Die für das Vorhaben erstellte Immissionsprognose kommt zu dem Ergebnis, dass das beantragte Vorhaben nur unwesentlich zu den Staubemissionen der Gesamtanlage beiträgt.

 

Die beantragte Maßnahme führt nicht zu einer Änderung der Schallimmissionen im Umfeld des Standortes. Fahrzeugbewegungen finden nur tagsüber während der genehmigten Zeiträume statt, zu denen auch das bestehende Granulatlager betrieben wird.

 

 

 

 

Stellungnahme der Verwaltung

Die Verwaltung hat im Rahmen der Beteiligung das beantragte Vorhaben geprüft und zu dem Vorhaben Stellung genommen. Bedenken gegen das beantragte Vorhaben bestehen nicht. Nebenbestimmungen zu der beantragten Genehmigung ergaben sich aus bauordnungsrechtlichen, artenschutzrechtlichen und landschaftsrechtlichen Gründen.