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Vorlage - 2014/0355  

Betreff: KECK-Atlas
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Neumann, Dennis
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Dolatowski, Annette
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Anhörung
08.05.2014 
des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   
Schulausschuss Anhörung
15.05.2014 
des Schulausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

Im Jahr 2012 haben der Jugendhilfeausschuss sowie der Schulausschuss die Verwaltung beauftragt, eine bis Ende 2014 angelegte Kooperationsvereinbarung mit der Bertelsmann Stiftung zu schließen, um die Instrumente KOMPIK und KECK in Herne einzuführen (Vorlage Nr. 2012/0479). Ein Bestandteil dieses Projekts ist die Entwicklung des sogenannten KECK-Atlas, mit dessen Hilfe sich die kleinräumigen Entwicklungsbedingungen von Heranwachsenden in Herne analysieren und anschaulich visualisieren lassen.

 

Anlass für die Entwicklung des KECK-Atlas ist die Grundannahme, dass Kinder und Jugendliche in Abhängigkeit von ihrem Wohnort unter zum Teil ganz unterschiedlichen Bedingungen aufwachsen. Insbesondere die räumliche Konzentration von Familien in bestimmten Lebenslagen führt dazu, dass in den verschiedenen Wohnquartieren zum Teil unterschiedliche „Normalitäten“ des Aufwachsens bestehen. Diese Unterschiede werden durch kleinräumige Merkmale der nachbarschaftlichen Struktur, der gebauten Umwelt oder der vorhandenen Infrastruktur noch vergrößert, so dass sich die Bildungs- und Lebenschancen der Heranwachsenden letztlich erheblich unterscheiden.

 

Ziel des KECK-Atlas ist es, diese unterschiedlichen Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen transparent zu machen. Damit sollen pädagogische Fachkräfte in den zuständigen Institutionen wie Kindertageseinrichtungen und Schulen, aber auch Verantwortliche in Politik und Verwaltung bei der Diagnose von Handlungsbedarfen sowie bei der Planung von Maßnahmen unterstützt werden.

 

Wie werden die kleinräumigen Entwicklungsbedingungen von Kindern erfasst?

Im Rahmen des KECK-Atlas werden die Entwicklungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen mithilfe statistischer Daten in Form von Indikatoren erfasst. Ein Indikator steht jeweils für einen bestimmten Aspekt der Lebensbedingungen von Kindern. Beispielsweise ist der Indikator „Anteil der unter 15jährigen Kinder in SGBII-Bedarfsgemeinschaften“ ein

Hinweis auf die materiellen Lebensbedingungen unter denen Kinder in einem Quartier typischerweise aufwachsen. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil bedeutet, dass in diesem Gebiet vergleichsweise viele Kinder unter dem Eindruck materieller Einschränkungen aufwachsen.

 

Welche Indikatoren werden verwendet?

Um möglichst viele Aspekte der Lebensbedingungen von Kindern abzubilden, wurden Daten aus unterschiedlichen Bereichen einbezogen. Neben Daten zur sozioökonomischen Situation in den Stadtteilen wurden beispielsweise auch Indikatoren zur Kindergesundheit, zur gebauten Umwelt oder zur Inanspruchnahme frühkindlicher Bildung abgebildet.

 

Wie erfolgte die Auswahl der Indikatoren?

Die Auswahl erfolgte durch eine fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Fachbereichen Stadtentwicklung, Gesundheit, Kinder-Jugend-Familie, Schule sowie der städtische Datenschutzbeauftragte vertreten waren.

 

Wie kann auf den KECK-Atlas zugegriffen werden?

Der KECK-Atlas wird in Kürze unter der Internetadresse http://www.keck-atlas.de abrufbar sein. Durch die Web-Basierung ist der Zugriff auf den KECK-Atlas von jedem internetfähigen PC aus möglich. Dies hat den Vorteil, dass auch nicht städtische Einrichtungen und Schulen sowie die interessierte Öffentlichkeit den Atlas nutzen können.

 

Welchen Vorteil bringt die gemeinsame Nutzung von KECK und KOMPIK?

Im Rahmen des Projekts wurde parallel auch das Entwicklungsbeobachtungsverfahren KOMPIK in den Herner Kindertageseinrichtungen eingeführt. Durch die flächendeckende Nutzung von KOMPIK kann die KECK-Berichterstattung um Daten zum tatsächlichen Entwicklungsstand von Kindern in den verschiedenen Stadtteilen ergänzt werden. Dadurch können genauere Aussagen darüber getroffen werden, in welchem Maße die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern durch das Umfeld beeinflusst werden. Die Planung von Maßnahmen kann so noch zielgerichteter erfolgen.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin