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Vorlage - 2014/0564  

Betreff: Haranni-Gymnasium, Hermann-Löns-Straße 58, 44623 Herne - Stadtbezirk Herne-Mitte -
hier: Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule
Status:öffentlichVorlage-Art:öffentliche Beschlussvorlage
Verfasser:Schöbel, Ellen - Tel.: 3301
Federführend:FB 31 - Schule und Weiterbildung Bearbeiter/-in: Bartkowiak, Heike
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
16.09.2014 
des Schulausschusses beschlossen   
Integrationsrat Vorberatung
Bezirksvertretung Herne-Mitte Vorberatung
25.09.2014 
der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte beschlossen   
Haupt- und Personalausschuss Vorberatung
30.09.2014 
des Haupt- und Personalausschusses beschlossen   
Rat der Stadt Entscheidung
21.10.2014 
des Rates der Stadt beschlossen   

Finanzielle Auswirkungen
Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Finanzielle Auswirkungen: Ausgaben/Einnahmen in €:

 

Finanzielle Auswirkungen in €

 

Teilergebnisplan (konsumtiv)

Produkt

Kontengruppe

Ertrag/ Aufwand (-)

Nr.     2104

Bez.: Bereitstellung von

         Gymnasien

 

Nr. 11 - Personalaufwendungen

Nr. 13 - Aufwendungen für    

             sonstige Sach- und

             Dienstleistungen

Nr. 14 - Bilanzielle

             Abschreibungen

 

2015: -3.300 €   ab 2016:  -7.900 €

2015: -3.975 €   ab 2016:  -9.450 €

 

 

2014:   -2.600 €   2015: -10.300 €

2016: -13.400 €   2017: -18.400 €

 

Teilfinanzplan (investiv)

Maßnahme

Kontengruppe

Einzahlung/Auszahlung (-)

Nr. 7.210803

Bez.: Anpassung     

         Schulinfrastruktur

 

 

 

 

 

Nr. 7.210807

Bez.: E-nitiative

 

 

 

Nr. 7.210422

Bez.: Haranni-Gymnasium
        - gebundener Ganztag

 

 

 

 

 

 

 

Nr. 8 - Auszahlungen für

          Baumaßnahmen

 

Nr. 9 - Auszahlungen für den

           Erwerb von Anlage-

           vermögen

 

 

 

Nr. 8 - Auszahlungen für

         Baumaßnahmen

 

 

 

Nr. 8 - Auszahlungen für

          Baumaßnahmen

 

 

Nr. 8 - Auszahlungen für den

           Erwerb von Anlage-

           vermögen

 

 

 

 

 

 

2014:         -20.000  €

 

 

2014          -11.000  €

 

 

 

 

 

2014:          -50.000 €
 

 

 

2015:         -77.000  €

2016:        -26.000  €

 

 

2015:        -45.000

2016:          -24.000 €

2017:          -50.000 €

 

Gesamt: -303.000  €

 

 


Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt beschließt gemäß § 81 Abs. 2 Satz 1 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG) vom 15. Februar 2005 (GV. NRW. S. 102), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 17. Juni 2014 (GV. NRW. S. 336):

 

  1. Das Haranni-Gymnasium wird gemäß § 9 Abs. 1 SchulG zum Schuljahr 2015/2016
    01.08.2015 jahrgangsweise aufbauend und beginnend mit der Klasse 5 in eine gebundene  Ganztagsschule umgewandelt.

 

  1. Im Rahmen der Einführung des gebundenen Ganztagsbetriebes wird die Nutzung von Räumlichkeiten der ehemaligen Förderschule Viktor-Reuter-Straße als Nebengebäude sichergestellt.

 

  1. Die für den gebundenen Ganztagsbetrieb erforderlichen Räume werden im Rahmen der in der Finanzplanung 2014 ff bereitzustellenden Haushaltsmittel umgebaut bzw. her- und eingerichtet.

Sachverhalt:

Land und Kommune haben es sich zum Ziel gesetzt, Ganztagsschulen und Ganztagsangebote sukzessive weiter auszubauen. Hierdurch sollen Kindern mehr Bildungschancen eröffnet und Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Der Ausbau des Ganztags soll in den kommenden Jahren bedarfsgerecht fortgesetzt werden. Diese Zielsetzung folgt dem vom Rat der Stadt beschlossenen Leitbild Bildung „Lernen! in Herne“ und ist Gegenstand der weitergehenden konkretisierenden Handlungsziele.

 

In den im Vorfeld der aktuellen Schulentwicklungsplanung vom Schulausschuss beschlossenen Grundsätzen zur Weiterentwicklung der Herner Schulstruktur heißt es u. a.:

 

„Ganztagsschulen bieten durch ein größeres Zeitfenster Raum für eine andere Kultur des Lernens mit zusätzlichen Bildungs- und Freizeitangeboten. Sie sind ein ganztägiger Lern- und Lebensort, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entfalten können. Der Ausbau gebundener Ganztagsangebote wird daher angestrebt.“

 

Der am 10.12.2013 vom Rat der Stadt beschlossene Schulentwicklungsplan 2012 – 2018

– Sekundarstufe I und II – führt zur Situation der Ganztagsschulen in Herne aus:

 

„Der Anteil der Herner Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I, der im (erweiterten) gebundenen Ganztag unterrichtet wird, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Er beträgt im Schuljahr 2012/2013 insgesamt 49,6 Prozent. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich die Realschulen Sodingen und Crange sowie das Gymnasium Wanne noch in der Aufbauphase befinden. Gleichzeitig gehen jedoch Kapazitäten mit dem Auslaufen der Hauptschulen Gustav-Adolf und Melanchthon verloren. Die aktuelle Situation in den einzelnen Stadtbezirken wurde eingangs beschrieben. Danach lassen sich Handlungsbedarfe erkennen. In seinen Grundsätzen zur Weiterentwicklung der Herner Schulstruktur hat sich der Schulausschuss des Rates der Stadt zum weiteren Ausbau gebundener Ganztagsangebote bekannt.“

 

Weiter wird mit Blick auf den Stadtbezirk Herne-Mitte formuliert:

 

„Im Stadtbezirk Herne-Mitte werden lediglich zwei der sechs Schulstandorte (2 HS, 1 RS,                  2 GYM, 1 GES) im (erweiterten) gebundenen Ganztag geführt. Dies sind die Hauptschule Hans-Tilkowski sowie die Erich-Fried-Gesamtschule. Die Versorgungsquote liegt bei rd.                   30 Prozent. Dabei muss die vierzügige Erich-Fried-Gesamtschule im Aufnahmeverfahren regelmäßig Schülerinnen und Schüler abweisen.                

 

Ein besonderes Augenmerk liegt seit dem Jahr 2012 auf dem zentralen Bereich von Herne-Mitte, für welchen ein städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet worden ist. In einem voraussichtlich zehnjährigen Stadterneuerungsprozess werden im Rahmen der Städtebauförderung Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern umgesetzt. Hierzu gehört u. a. auch die Gestaltung von Grünanlagen, Spielplätzen und Schulhöfen. Im Stadtumbaugebiet befinden sich aus dem Bereich der weiterführenden Schulen die Hauptschulen Hölkeskampring und Hans-Tilkowski sowie das Haranni-Gymnasium.

 

Das Entwicklungskonzept beschreibt im Rahmen der Bestandsanalyse, dass der Suchraum Herne-Mitte deutliche städtebauliche Problemlagen und Handlungsbedarfe aufweist. So kommen u. a. in den sozioökonomischen Kennzahlen deutliche soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen der im Suchraum Herne-Mitte lebenden Menschen zum Ausdruck.

 

Die Herner Gymnasien weisen - dem Landesdurchschnitt folgend - die geringste Versorgungsquote im gebundenen Ganztagsbereich auf. Lediglich das Gymnasium Wanne bietet einen solchen seit dem Schuljahr 2009/2010 an. Tendenziell ist festzustellen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zunehmend an Gymnasien angemeldet werden. Darüber hinaus entscheiden sich Eltern vermehrt für die Schulform Gymnasium, obwohl eine anderslautende oder eingeschränkte Schulformempfehlung durch die Grundschule abgegeben wurde. Das Konzept der gebundenen Ganztagsschule ist hier in besonderer Weise dazu geeignet, Bildungschancen durch individuelle Förderung zu erhöhen, Benachteiligungen auszugleichen und Defizite abzubauen.“

 

Folgende Handlungsempfehlung wird formuliert:

 

         Der Ausbau gebundener Ganztagsangebote an Gymnasien wird angesichts der sich verändernden Schülerstruktur angestrebt und unterstützt.

         Die sozialräumlichen Strukturen sowie die Zusammensetzung der Schülerschaft lassen Handlungsbedarf vorrangig im Stadtbezirk Herne-Mitte erkennen.

         Das städtebauliche Entwicklungskonzept Herne-Mitte bietet den Rahmen, in
welchem die Weiterentwicklung der Ganztagsstruktur eingebunden werden kann. 

         Das Haranni-Gymnasium wird gebeten, sich intensiv mit der Frage eines gebundenen Ganztagsangebotes auseinanderzusetzen.

 

 

Antrag der Schulkonferenz

 

Die Schulkonferenz des Haranni-Gymnasiums hat am 18.02.2014 beschlossen, die Einführung des gebundenen Ganztagsbetriebes – beginnend und aufbauend mit dem Schuljahr 2015/2016 – zu beantragen Das Haranni-Gymnasium begründet seinen Antrag (Anlage 1) wie folgt:

 

„Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die in der pädagogischen Übermittagsbetreuung unserer Schule angemeldet werden, steigt von Jahr zu Jahr. Das bestätigt auch die Entwicklung in den Grundschulen, in denen immer mehr Kinder den Ganztag besuchen.                 Es  ist festzustellen, dass es immer wichtiger wird, Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

 

Die Arbeitslosenquote in Herne, die SGB II-Quote im Einzugsgebiet der Schule, der Anteil von Alleinerziehenden sowie die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (zurzeit ca. 40% am Haranni-Gymnasium) führen unweigerlich zu Situationen in Familien, in denen erhebliche Lernprobleme entstehen. Benachteiligte Kinder benötigen Lernhilfen.

 

Vor dem Hintergrund der bestehenden erfolgreichen pädagogischen Übermittagsbetreuung und dem zunehmenden Bedarf an Lernförderung möchten wir die Zukunftschancen für unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Ganztagskonzept in Herne-Mitte verbessern, indem wir ihnen mehr Bildungschancen bieten.

 

Die Schulgemeinde des Haranni-Gymnasiums möchte die Schule als Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens bewusst miteinander gestalten. Fachliche, soziale, sprachliche, mediale und methodische Kompetenzen soll durch Prozesse des Forderns, Förderns und Begleitens stufenweise aufgebaut und erweitert werden. Unsere Schule soll ein ganztägiger Lern- und Lebensort sein, an dem Schülerinnen und Schüler ihre jeweiligen Potenziale entfalten können, um damit ihre Zukunftschancen zu verbessern. Dies bedeutet nicht nur, ihnen Unterricht zu bieten. Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Freizeitangebote, Bewegung, Spiel und Sport sowie kulturelle Angebote, die Zusammenarbeit der Schule mit Kultureinrichtungen, Sportvereinen und weiteren Partnern sind zentrale Grundlagen für die individuelle Förderung von Kindern.“

 

 

Pädagogisches Ganztagskonzept

 

Für die Entwicklung des stufenweisen Aufbaus des Ganztags soll an die bisherigen Angebote angeknüpft werden. Bereits jetzt sind zahlreiche außerschulische Partner im Stadtbezirk und darüber hinaus in die Gestaltung des Schullebens des Haranni-Gymnasiums eingebunden. Das Evangelische Schulreferat gestaltet seit 2009 zusammen mit der Schule das Übermittagsangebot zur Förderung der schulischen Leistungen. Das Haranni-Gymnasium beabsichtigt, die Gestaltung des Ganztags zusammen mit dem Evangelischen Schulreferat fortzuführen.

 

Die genaue Ausgestaltung des Ganztags soll durch die Steuerungsgruppe des Haranni-Gymnasiums erfolgen. Das pädagogische Ganztagskonzept befindet sich aktuell in der Abstimmung mit der oberen Schulaufsicht.

 

 

Mittagsverpflegung

 

Die künftige Mittagsverpflegung ist wie folgt geplant:

 

         Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit zur Teilnahme an einer warmen Mittagsmahlzeit an einzelnen Wochentagen. Die Erfahrungen der letzten Schuljahre haben gezeigt, dass mit steigender Attraktivität des Mittagessens (Vielfalt, kindgerechtes Angebot) die Anzahl der Kinder, die verbindlich am Mittagessen angemeldet werden, stetig steigt. Danach wird für die nächsten Schuljahre mit einer wachsenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern gerechnet, die am warmen Mittagessen teilnehmen (geschätzte Gesamtzahl bei fünf Ganztagsjahrgängen: ca. 240 Essen).

 

         Das Mittagessen soll zukünftig über verschiedene Verpflegungssysteme (Mischform) bereitgestellt und in Büffetform angeboten werden. Dabei sollen einzelne Elemente der Mahlzeiten von Portioniererinnen ausgegeben werden und andere in „Selbstbedienung“ entnommen werden. Das Essen wird tiefgekühlt angeliefert und vor Ort regeneriert.                   Für die kontinuierliche Übernahme der vielfältigen Aufgaben in Bezug auf das Mittagessen werden zwei Portionierer/Portioniererinnen beschäftigt.

 

         Die im Kiosk angebotenen Speisen und Getränke werden durch die städtische Beschäftigungsgesellschaft (GBH) eingekauft und verkauft. Das Personal wird durch die GBH gestellt.

 

         Bereits im Jahr 2009 wurden für die Übermittag-Betreuung einschließlich der Ganztagsangebote eine Ausgabeküche und zwei Aufenthaltsräume geschaffen und eingerichtet (Gesamtkosten rd. 86.000 €, davon 42.500 € Landesförderung aus dem 1000-Schulen-Programm).

 

         Der Schulausschuss hat am 22.04.2014 beschlossen, den Mensabereich im Rahmen der bestehenden Übermittag-Betreuung und mit Blick auf den Ganztagsausbau umbauen, erweitern und teilweise neu einrichten zu lassen. Folgende Maßnahmen sind für 2014 geplant:

 

-          Die vorhandene Zubereitungs-/Ausgabeküche wird geringfügig umgebaut und einrichtungsmäßig ergänzt.

-          Ein Raum wird zu einem Küchen-Lager umgebaut und eingerichtet.

-          Die alte Lehrküche wird abgebaut. Ein neuer Speiseraum wird dort eingerichtet. Die vorhandenen Speiseräume / Betreuungsräume werden baulich optimiert und so eingerichtet, dass gleichzeitig ca. 125 SchülerInnen dort essen können.

 

 

Aktuelle Gebäude-/ Raumsituation

 

Das Raumangebot des Haranni-Gymnasiums besteht aktuell aus einem Hauptgebäude, einem Erweiterungsbau aus dem Jahr 1999 sowie der sog. Villa, in welcher das Oberstufencafé sowie Aufenthalts-, Gruppen- und Verwaltungsräume untergebracht sind.                 Es stehen zur Verfügung

 

         37 Unterrichtsräume

         3 Gruppenräume

         11 Fach-/ Mehrzweckräume (tlw. in der sog. Villa)

         Räume für Hausaufgabenbetreuung, Kiosk und Schülercafé (213 qm – tlw. in der sog. Villa)

         Räume für Schulleitung, Lehrkräfte und Verwaltung.

 

Die Raumsituation kann auf der Grundlage der Klassen-/ Kursbildung im Schuljahr 2013/14 für den Bereich der allgemeinen Unterrichtsräume als ausgeglichen beschrieben werden. Deutliche Defizite sind im Fachraumangebot zu verzeichnen. Für einen gebundenen Ganztagsbetrieb ist das Haranni-Gymnasium nicht ausgelegt. Bei 4-Zügigkeit ist eine Unterdeckung von rd. 500 qm festzustellen. Ferner ist das Raumangebot nicht auf die Anforderungen einer inklusiven Beschulung ausgerichtet.

 

In die weiteren Überlegungen zur Raumneuplanung wird das auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche Gebäude der ehemaligen Förderschule Viktor-Reuter-Straße einbezogen.

 

Die Schulentwicklungsplanung prognostiziert für das Haranni-Gymnasium eine mittelfristige 3-Zügigkeit. Ausgehend von der Einführung des gebundenen Ganztagsangebotes wird eine positivere Gesamtentwicklung erwartet.

 

 

Raumplanung / Raumprogramm für Ganztag und Inklusion

 

Ganztag und Inklusion bedeuten, dass sich mehr Menschen – mit unterschiedlicheren Bedarfen – über einen längeren Zeitraum des Tages in Schule aufhalten und dort arbeiten. Damit sind an das schulische Raumangebot nachvollziehbar erhöhte Anforderungen für

 

         Schüleraufenthalts- und Schülerarbeitsräume,

         Mittagsverpflegung und Essenseinnahme,

         Lehrerarbeitsräume,

         Räume für nichtlehrendes Personal und Kooperationspartner,

         Möglichkeiten der Differenzierung und individuellen Förderung sowie

         ggf. weitere Förder- und Therapiebedarfe

 

zu stellen.

 

Die neu zu erarbeitende Raumplanung basiert im Wesentlichen auf dem ehemaligen Musterraumprogramm des Landes für ein 4-zügiges Gymnasium mit Ganztagsbetrieb.                    Das Thema Inklusion war diesem Programm noch unbekannt. Folgendes Raumprogramm wird im Zuge der Neustrukturierung angestrebt und wäre im weiteren Verfahrensverlauf der Bezirksregierung zur Genehmigung vorzulegen:

 

 

Raumbezeichnung

Raumplanung „neu“                          (Anzahl bzw. qm)

Raumbedarf

(Anzahl bzw. qm)

Differenz

(Anzahl bzw. qm)

Unterrichtsräume

 

35

35

+/- 0 Räume

Fachräume

    Informatik / SLZ

    NW-Räume

    Hauswirtschaft

    KU, MU, TE, MZR

 

 

3

7

190 qm

7

 

2

9

150 qm

7

 

+   1 Raum

-    2 Räume

+ 40 qm

+/- 0 Räume

Ganztagsbereich

 

680 qm

720 qm

-  40 qm

Sonstige Räume

    BOB

    Räume Differenz.

 

 

1

4

 

Keine Angaben im Raumprogramm vorhanden.

 

 

Räume

    Schulleitung / VW

    Lehrerzimmer

    Funktions-, Lehrerarbeitsräume

    Sonstige

 

113 qm

179 qm

208 qm

 

109 qm

 

Keine Angaben im Raumprogramm vorhanden.

 

 

 

Das ausführliche Raumprogramm liegt dieser Sitzungsvorlage als Anlage 2 bei.                             Der Raumplanung liegen dabei folgende Gesamtüberlegungen zugrunde:

 

  1. Die Nutzung der sog. „Villa“ wird aufgegeben (NGF: 462 qm). Das Gebäude ist nicht mehr für eine schulische Nutzung vorgesehen.

 

  1. Das Gebäude der ehemaligen Förderschule Viktor-Reuter-Straße auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird teilweise (rd. 1.000 qm) einer schulischen Folgenutzung durch das Haranni-Gymnasium zugeführt:

 

    8 Unterrichtsräume für die Oberstufe (sukzessive Nutzung)

    1  Lehrküche (Ersatz für Lehrküche im Haranni-Gebäude)

    2 Fachräume (Naturwissenschaften, Werkraum)

    1 Lehrmittelraum (Ersatz für Lehrmittelraum im Haranni-Gebäude)

    2 Unterrichtsräume können für Differenzierungs-/ Förderzwecke genutzt werden.

    1 Oberstufencafé (Ersatz für Oberstufencafé in Villa)

    1 Lehrerzimmer

 

Die verbleibenden Raumflächen (rd. 600 qm) können anderweitig Verwendung finden.

 

  1. Im Gebäude des Haranni-Gymnasiums werden einige Räume umgenutzt sowie bedarfsgerecht her- und eingerichtet, u. a.

 

    Umbau der alten Lehrküche zum Speiseraum

    Aufgabe eines Lehrmittelraumes / Vergrößerung eines Speiseraums

    3 Unterrichtsräume werden  zu Aufenthaltsräumen für den Ganztag

    3 Unterrichtsräume  werden Lehrerarbeitsräume

    Vergrößerung des Lehrerzimmers (aus 3 Räumen)

    2 Unterrichtsräume können für Differenzierungs-/ Förderzwecke genutzt werden.

 

  1. Raumanforderungen „Inklusion“

Mit dem dargestellten Raumangebot werden die grundlegenden Anforderungen an eine inklusive Beschulung für den Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen als erfüllt angesehen. Neben vier Räumen für Zwecke der Differenzierung / Förderung können insbesondere auch die Fachräume in der ehemaligen Förderschule Viktor-Reuter-Straße in die Nutzung einbezogen werden. Für eine inklusive Beschulung von Kindern mit weitergehenden Förderbedarfen – insbesondere in den Bereichen der körperlichen und motorischen Entwicklung – sind zusätzliche Raumanforderungen zu erfüllen.

 

 

Im Rahmen der beschriebenen räumlichen Veränderungen und Anpassungen ist von folgenden Umbau-, Renovierungs- und Einrichtungskosten auszugehen:

 

 

Maßnahme

Kosten €

HHJ

Gebäude an der Viktor-Reuter Straße -

technische Vernetzung der Räume

50.000

2014

Gebäude an der Viktor-Reuter-Straße -

Umbau / Renovierung der Räume im Erdgeschoss 

20.000

2014

Gebäude Haranni-Gymnasium -

Baukosten für Herrichtung der Schüleraufenthalts- und Lehrerarbeitsräume und Erweiterung des Lehrerzimmers

77.000 

2015

Gebäude an der Viktor-Reuter-Straße -

Umbau / Renovierung der Räume im 1. und 2. OG
(Herrichtung von 6  Unterrichtsräumen)

12.000

2016

Ausstattung Außenanlagen Gebäude Haranni-Gymnasium und Gebäude an der Viktor-Reuter

14.000

2016

Baukosten gesamt:

 

173.000

 

Gebäude an der Viktor-Reuter-Straße -

Einrichtung der Räume im Erdgeschoss

11.000

22.000

2014

2015

Gebäude Haranni-Gymnasium -

Einrichtung der Schüleraufenthalts- und

Lehrerarbeitsräume und des Lehrerzimmers

23.000

2015

Gebäude an der Viktor-Reuter-Straße -

Einrichtung der Räume im 1. und 2. OG

(Herrichtung von 6  Unterrichtsräumen)

24.000

2016

Technische Ausstattung sowie ergänzende Ganztagseinrichtung

50.000

2017

Einrichtungskosten gesamt:

 

130.000

 

Gesamtkosten:

 

303.000

 

 

Die o. g. Maßnahmen sind Gegenstand der Finanzplanungsjahre 2014 ff.

 

 

Kosten des laufenden Betriebes (konsumtiv)

 

Schulsekretärin

Für die Mehrarbeit bei Ganztagsunterricht wurden laut der Konzeption der Stunden-bemessung in den Herner Schulsekretariaten zusätzliche Wochenstunden vereinbart. Die Personalkosten für die Schulsekretärinnen am Haranni-Gymnasium werden sich nach Angaben der Personalverwaltung für 7 Wochenarbeitsstunden 2015 um rd. 3.300 € und ab 2016 um rd. 7.900 € erhöhen.

 

Portionierung

Die Ausgabe des Mittagessens / Mittagsimbisses und weitere hauswirtschaftliche Tätigkeiten sollen durch Portionierer/Portionierinnen erfolgen. Zu den Personalkosten wird ein städtischer Zuschuss in Höhe von jährlich 9.000 € gezahlt, in 2015 anteilig 3.750 €.

 

Schülerfahrkosten

Ganztagsangebote begründen gemäß § 9 Abs. 7 der Schülerfahrkostenverordnung keinen weitergehenden Anspruch auf Schülerfahrkosten als bis zur nächstgelegenen Schule der entsprechenden Schulform, unabhängig davon, ob diese Schule eine Halbtags- oder eine Ganztagsschule ist. Eine Erhöhung der Schülerfahrkosten durch die gebundene Ganztagsschule erfolgt daher nicht.

 

Lehr-und Unterrichtsmittel

Schulen mit gebundenem Ganztag erhalten im Rahmen der Zuweisung der Lehr- und Unterrichtsmittel einen Ganztagszuschlag in Höhe von 450 € jährlich, in 2015 anteilig 225 €.

 

Ganztagszuschlag

Das Land gewährt nach Maßgabe des Haushalts einen Ganztagszuschlag von zurzeit 20% der Grundstellenzahl nach der VO zu § 93 Abs. 2 SchulG.

 

 

Erreichbarkeit der nächsten Halbtagsschule

 

Eltern, die für ihr Kind ein Halbtagsgymnasium wählen wollen, haben weiterhin die Möglichkeit, ihr Kind an folgenden Herner Halbtagsgymnasien anzumelden:

 

-          Pestalozzi-Gymnasium Herne, Harpener Weg 6, 44629 Herne (Bezirk Herne Mitte)

-          Otto-Hahn-Gymnasium Herne, Hölkeskampring 168, 44625 Herne (Bezirk Sodingen)

-          Gymnasium Eickel, Gabelsbergerstraße 22, 44652 Herne (Bezirk Eickel).

 

Alle genannten Schulen sind aufgrund ihrer Lage mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Der Schulweg ist aus allen Stadtbezirken zumutbar.

 

 

Regionale Abstimmung mit Nachbarstädten

 

Im Rahmen der regionalen Abstimmung wurden die Stadt Bochum, die Stadt Recklinghausen und die Stadt Castrop-Rauxel beteiligt. Laut Stellungnahmen vom 03.06.2014, 11.06.2014 und 13.06.2014 wurden keine Bedenken geltend gemacht.

 

 

Schulorganisatorische Beratung durch die Bezirksregierung Arnsberg

 

Die Bezirksregierung Arnsberg wurde um schulorganisatorische Stellungnahme zu den o. g. Maßnahmen gebeten. Mit Mail vom 25.08.2014 teilte die Bezirksregierung Arnsberg mit, dass der beabsichtigten Umwandlung des Haranni-Gymnasiums in den Ganztagsbetrieb aus schulorganisatorischer Sicht grundsätzlich zugestimmt wird. Aus schulfachlicher Sicht bestehen gegen das Raumkonzept ebenfalls keine Bedenken.

 

 

Genehmigung

 

Der Beschluss über die Umwandlung des Haranni-Gymnasiums in eine gebundene Ganztagsschule bedarf gemäß § 81 Abs. 2 SchulG der Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg als obere Schulaufsichtsbehörde.

 

Der Oberbürgermeister

In Vertretung

 

 

 

 

Thierhoff

Stadträtin


Anlagen:

  • Antrag des Haranni-Gymnasiums (Anlage 1)
  • Raumplanung für ein 4-zügiges Gymnasium mit Ganztag (Anlage 2)
Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 Antrag Haranni-Gym. Ganztag (670 KB)      
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 Raumprogramm Haranni-Gym. (785 KB)