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Vorlage - 2015/0044  

Betreff: Errichtung eines Seniorenspielplatzes / Bewegungsparcours im Stadtbezirk Eickel - Sachstandsbericht -
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Verfasser:Rettig, Frank
Federführend:FB 55 - Stadtgrün Bearbeiter/-in: Fischer, Bernd
Beratungsfolge:
Sportausschuss Anhörung
11.03.2015 
des Sportausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt

Sachverhalt:

    

Der Sportausschuss hat in seiner Sitzung am 03. Dezember 2014 beschlossen, einen Seniorenspielplatz / Bewegungsparcours für Senioren zu errichten. Als Standortoptionen sind der Sportpark Eickel oder der Volkspark Eickel vorgesehen.

 

Im Folgenden werden einige Überlegungen zur Errichtung eines solchen Parcours angestellt, die letztlich als Entscheidungshilfe dienen sollen:

 

 

Grundsätzliches

 

Namensgebung

Der „Seniorenspielplatz“ ist kein Kinderspielplatz mit lediglich Zusatzgeräten für die ältere Generation. In der sportfachlichen Literatur werden verschiedene adäquate Bezeichnungen wie Vitalparcours, Mehrgenerationenplatz, Generationen-Aktiv-Platz oder Bewegungs-Begegnungsparcours für die Art der Sport- und Bewegungsmöglichkeit im öffentlichen Raum gewählt.

 

Zielgruppen

Ein öffentlich zugänglicher Bewegungs-Begegnungsparcours sollte nach allgemein vertretener Auffassung in der Sportfachliteratur nicht nur für eine Zielgruppe geeignet sein. Empfohlen wird eine Kombination der Zielgruppen:

 

      Ältere Nutzer / SeniorenInnen

(altersgerechtes Bewegungsangebot für Mobilisation, Koordination von Auge-Hand und  Schulung des  Gleichgewichtssinns,

      „Nichtbeweger“

(spielerisches, spaßorientiertes Bewegungsangebot),

      Sportliche Nutzer / Sportvereine und Gruppen

(ausgewogenes Bewegungsangebot für körperliche Fitness mit Kraft / Koordination / Beweglichkeit / Ausdauer),

      Kinder / Jugendliche

(spielerisches Bewegungsangebot).

 

Planungspartner/Netzwerkpartner

Die Möglichkeiten von guter Kommunikation sind für eine nachhaltige Nutzung des Bewegungs-Begegnungsparcours sehr hilfreich. Bei der Planung sollten Vertreter der gewünschten Zielgruppen und anderer relevanter Gruppen früh mit einbezogen werden. Damit schafft man eine größtmögliche Identifikation.

 

Zielrichtung (in Abhängigkeit von den Zielgruppen)

Unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und dem Trend zu mehr selbstorganisiertem  Sport außerhalb der „klassischen Sportstätten“ kann ein solcher Parcours Bewegungs- und Kontaktanreize schaffen. Jung und Alt, Sportler und „Nichtbeweger“ können auf altersgerechte Weise dazu animiert werden, die eigene Bewegungs- und Feinmotorik zu erhalten, einer Vereinsamung vorzubeugen und den Spass am Sport zu fördern.

 

Allgemeine Standortoptionen / Standortanforderungen

Öffentliche Park- und Grünflächen bieten dabei die besten Voraussetzungen, da diese über einen hohen Bewegungs- und Erholungswert verfügen.

 

Im Gegensatz zu den alten Trimm-Dich-Pfaden gilt es den modernen Bewegungs-Begegnungsparcours in der Nähe der Zielgruppen zu verorten, denn Nähe fördert eine nachhaltige Nutzung. Wichtig ist dabei auch, dass kein schwer einsehbarer „Angstraum“ geschaffen wird. Eine gegenseitige soziale Kontrolle ist von Bedeutung, die einzelnen Bewegungs- und Kontaktmodule sollten aber untereinander nicht störend wirken. Wichtige Anforderungen sind u. a.:

 

-          Barrierefreiheit,

-          möglichst zentrale Lage,

-          gute Erreichbarkeit (zu Fuß, per Rad, ÖPNV), ggf. Parkplätze,

-          ggf. Nähe zu Seniorenzentrum, Kitas, Jugendtreffs,

-          ggf. Beleuchtung, öffentlich zugängliche Toiletten,

-          Sitz- und Ablagemöglichkeiten, Unterstände,

-          Ausgewogenes Verhältnis von Sonne- und Schattenflächen.

 

 

Geräteauswahl

Die Geräte sollten motivierende, koordinierende und kooperative Elemente verbinden. Dass alle Fitness-Outdoorgeräte sowie Bewegungs- und Spielgeräte TÜV geprüft und zertifiziert sind, wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Gerätewahl soll sich an den Zielgruppen orientieren und in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, d. h. eine jeweils auf die Zielgruppe bezogene ausreichende Anzahl, damit sinnvolle Trainings- und Bewegungseinheiten erfolgen können. Gewichtsüberladene Geräte wie z. b. in Fitnessstudios sind dabei nicht zu berücksichtigen.

Neben den Geräten an sich sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung:

 

-          gute Beschilderung,

-          unkomplizierte Handhabung,

-          Übungsanleitung in Text und Bild.

 

Kombination mit anderen Aktivitäten

Unter Beachtung möglicher Konkurrenzsituationen könnte der Bewegungs-Begegnungsparcours mit seinen v. g. Geräten auch durch nachfolgende Angebote erweitert werden:

 

-          Boule-Boccia,

-          Schachtischgruppe, Spieltischgruppe „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“

-          Slaglining,

-          Tischtennis.

 

Gliederung des Bewegungsraumes

Die nachfolgende optionale Gliederungsstruktur unterstellt die maximale Ausstattung an Modulen. Je nach Finanzierbarkeit und Flächenverhältnissen können auch vereinzelte Module für die Gestaltung des Bewegungs-Begegnungsraumes berücksichtigt werden.

 

BEWEGUNGSRAUM

 

                                     Kinderspielraum mit                        Bewegungsparcours mit

 

-          Kinderspielplatz                            -  Fitnessparcours

-          Abenteuerspielplatz                      -  Generationenparcours

                                                                                    -  Seniorenparcours

 

Geräteauswahl (optional)

 

Fitnessparcours

-          Modul Dehnen – Sprossenelement,

-          Modul Koordination – Springfeld-Reifenlaufen,

-          Modul Kraft – Klimmzug, Liegestütz, Calisthenic,

-          Modul Ausdauer – Lauf-Walking/Nordic-Walking Strecke auf Basis des vorhandenen Wegenetzes, Crosstrainer,

-          Modul Parkour.

 

Generationenparcours

-          Modul Dehnen – Sprossenelement,

-          Modul Koordination – Balancebalken, Pendelbrett jeweils mit Haltestangen,

-          Modul Kraft – Kniebeuge, Liegestütz, Armzug, Rückenstrecken universal,

-          Modul Mobilisation – Station Wellenlaufen, Station Hüftschwung, Station Beindrücker,

 

Seniorenparcours

-          Bank mit Radtrainer für Rollstuhlfahrer und Pedal,

-          Armkurbel und Nordic Trainer,

-          Armtrainer mit Hocker,

-          Seniorenschaukel,

-          Rotation.

 

Kosten

Für einen Bewegungsraum, der die beiden Module Kinderspielraum und Bewegungsparcours beinhaltet, werden insgesamt ca. 120.000,00 bis 160.000,00 € anzusetzen sein. Einzelmodule lassen sich mit insgesamt ca. 80.000,00 € realisieren.

 

Standortoptionen Herne / Planungsverlauf

Aus Sicht der Verwaltung sind grundsätzlich beide der im Antrag vorgeschlagenen Standorte für die Errichtung eines Bewegungsparcours geeignet.

 

Bei der Auswahl ist zu berücksichtigen, dass zurzeit für den Bereich Wanne-Süd ein Integriertes Handlungskonzept erarbeitet wird. Dieses Konzept ist Basis für einen Grundförderantrag „Städtebauförderung Stadterneuerung Wanne-Süd“. Die Maßnahme „Bewegungsflächen für Generationen“ soll als Einzelmaßnahme in das Konzept aufgenommen werden und könnte dann mit bis zu 80% der Kosten gefördert werden. Förderfähig sind Maßnahmen zur Qualitätssteigerung des festgelegten Quartiers. Eine Realisierung könnte bei positivem Ausgang ab dem Jahr 2017 erfolgen.

 

Bei der Planung zu beteiligen sind die Fachbereiche Stadtplanung sowie Kinder-Jugend-Familie.

 

 

Der Oberbürgermeister

in Vertretung

 

 

 

 

(Friedrichs)