Kunstrasenplätze sind bei Fußballvereinen sehr beliebt. Nicht ohne Grund hat die Stadt Herne hier in der Vergangenheit bereits zahlreiche Standorte entsprechend modernisiert. Doch welche Zukunft haben die acht verbliebenen Tennenplätze im Stadtgebiet? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich am Dienstag, 3. März 2026, der „Runde Tisch Fußballsport“.
Auf Einladung der Stadtverwaltung gingen Vertretende des Sportausschusses, des Stadtsportbundes sowie des Fußballkreises im Veranstaltungszentrum Gysenberg in den gemeinsamen Austausch. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie sich der Bedarf an Fußballflächen perspektivisch entwickelt und welche Standorte langfristig sinnvoll gesichert, angepasst oder in ihrer bisherigen Form noch benötigt werden.
Die Sportverwaltung hatte im Vorfeld alle Plätze umfassend analysiert. Dazu gehören die Sportplätze Wiescherstraße, Voßnacken, Vödestraße, Pantrings Hof, Gelsenkirchener Straße/Bickernplatz, Cranger Straße, Bladenhorster Straße und Am Volkspark. Auf dieser Basis wurden ergebnisoffene Überlegungen und mögliche Entwicklungsszenarien vorgestellt. Jörg Kämper, Leiter des Fachbereichs Sport, betonte mehrfach, dass es sich hierbei um Denkanstöße handele, die als Diskussionsgrundlage genutzt werden können, um den weiteren Beratungsprozess zu unterstützen.
Aufgeteilt auf zwei Arbeitsgruppen diskutierten und vertieften die Teilnehmenden im Anschluss die angesprochenen Szenarien der einzelnen Fußballplätze. Neben der nachhaltigen Sicherung zukunftsfähiger Standorte ging es auch um weitere Nutzungsoptionen. Da teilweise auch Naturschutzgebiete betroffen sind, gab es dazu Einschätzungen von David Hucklenbroich, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün.
Für Flächen, die möglicherweise nicht mehr sportlich benötigt werden, könnten sich auch städtebauliche Perspektiven ergeben. Achim Wixforth, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtplanung, erinnerte an Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. So entstand an der Schaefer- und Reichsstraße neuer Wohnraum, auf dem ehemaligen Fußballplatz Forellstraße das heutige Kaiserquartier, an der Nordstraße der Fortuna-Park.
Wie geht es weiter?
Die Teilnehmenden werden die diskutierten Ansätze in ihre jeweiligen Gremien einbringen und dort weiter beraten. Bei einer Folgeveranstaltung soll auf dieser Grundlage eine Prioritätenliste erarbeitet werden. Im Anschluss wird die Sportverwaltung eine entsprechende Beschlussvorlage für die politischen Gremien vorbereiten.
Über die offene und vertrauensvolle Atmosphäre freute sich besonders Andreas Merkendorf: „Es war ein sehr intensiver und konstruktiver Austausch. Uns ist es wichtig, dass wir alle Beteiligten bei diesem Prozess mitnehmen, da wir unseren Fußballvereinen langfristig eine gute Perspektiven bieten wollen“, so das Fazit des Sport-Dezernenten.
Rückblick
Mit dem Format „Runder Tisch Fußballsport“ knüpft die Sportverwaltung an eines an, mit dem sie bereits 2016 in ähnlicher Form gute Erfahrungen gemacht hat. Auch damals wurde eine Prioritätenliste erarbeitet, die in den Jahren danach abgearbeitet wurde.