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Gleichstellungsarbeit in der Verwaltung

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Artikel 3, Absatz 2 Grundgesetz).

Der verfassungsrechtliche Auftrag aus dem Grundgesetz ist auch bei der Stadtverwaltung Herne umzusetzen.

Eine Analyse der Beschäftigtenstruktur der Stadt Herne verdeutlicht, dass nach wie vor Chancengleichheit für beide Geschlechter nicht vollständig umgesetzt ist. Frauen sind in höherwertigen Positionen der Stadtverwaltung weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Eigenständige Maßnahmen zur Frauenförderung sind daher unverzichtbar.

Das Landesgleichstellungsgesetz verpflichtet Kommunen, Gleichstellungpläne aufzustellen, um bestehende Benachteiligungen für Frauen zu identifizieren und Maßnahmen zu formulieren, diese auszugleichen oder abzubauen. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer soll gefördert werden.

Der aktuelle Gleichstellungsplan wurde am 17. April 2018 vom Rat der Stadt Herne verabschiedet.

Das Büro für Gleichstellung und Vielfalt bietet, auch in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Personal, verschiede Angebote an, wie zum Beispiel Mentoring-Projekte oder Coachings. Diese haben bereits zu einer Erhöhung des Frauenanteils geführt.

Begriffsklärung:
In der englischen Sprache wird der Geschlechterbegriff sprachlich differenziert:
Mit dem Begriff „sex“ ist das biologische Geschlecht gemeint. Der Begriff "gender" umfasst gesellschaftliche und kulturell geprägte Rollen, Rechte, Pflichten, Ressourcen und Interessen von Frauen und Männern.
"Mainstreaming" besagt, dass ein bestimmtes Handeln zum normalen und selbstverständlichen Handlungsmuster einer Organisation gehört.

Gender Mainstreaming ist ein Konzept, das davon ausgeht, dass sich die Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern in vielen Bereichen unterscheidet. Es ist eine Strategie, die die Anliegen und Erfahrungen von Frauen und von Männern in der Planung, Durchführung, Überwachung und Auswertung politischer Maßnahmen selbstverständlich einbezieht.

1996 hat sich die Europäische Union erstmals dem Gender Mainstreaming verpflichtet. Für die Mitgliedstaaten besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung des Konzeptes.
Die Stadt Herne hat sich 2006 zu den Grundsätzen des Gender Mainstreaming bekannt.

Konflikte am Arbeitsplatz gehören zum Berufsalltag. Sie sollen jedoch dort, wo sie entstehen, frühzeitig und rechtzeitig bearbeitet werden, um eine möglichst einvernehmliche Lösung zu erzielen. Ein konstruktive Umgang mit Konflikten sollte ein selbstverständlicher Bestandteil des Berufsalltags sein.

Von den betroffenen Mitarbeiter*innen werden solche Konflikte jedoch durchaus als starke Belastung empfunden.

Durch Beratung und Information kann ein angemessener Umgang mit der Situation erarbeitet werden. Es kann gemeinsam nach Strategien und Entlastungsmöglichkeiten gesucht werden.

Für die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung sind in der Dienstvereinbarung „Partnerschaftliches Verhalten bei der Stadtverwaltung Herne“ Grundsätze zur Konfliktbearbeitung festgeschrieben. Erste Ansprechstelle ist in diesen Fällen die Betriebliche Sozialberatung, Kerstin Windoffer Tel. 02323/16-3047.

Werden die Mitarbeiterinnen des Büros für Gleichstellung und Vielfalt in solchen Fällen angesprochen, sind sie selbstverständlich grundsätzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Das Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG NRW) bestimmt die Aufstellung eines Gleichstellungsplans für die öffentlichen Verwaltung. Der Gleichstellungsplan enthält Ziele und Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zum Abbau der Unterrepräsentanz von Frauen in der Verwaltung. Er hat eine Laufzeit von 4 Jahren.

Ein regelmäßiges Controlling führt den Nachweis über die Zielerreichung oder hinterfragt die Nichterreichung von angestrebten Vorhaben.

Der aktuelle Gleichstellungsplan (PDF, 1.718 KB) der Stadt Herne gilt für den Zeitraum 2018-2021.

Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft und schafft Realitäten. Was nicht benannt wird, ist mitunter weder wichtig noch existent. Allgemein gibt es eine starke männliche Prägung im allgemeinen Sprachgebrauch. Frauen werden oftmals nicht ausreichend berücksichtigt - weder in Wort noch Schrift.

"Frauen sind doch mitgemeint."
Dies ist eines der häufig angeführten Argumente gegen die Einführung und den Gebrauch einer geschlechtergerechten Sprache.
Gerade dieses Argument entlarvt die subtile Aufrechterhaltung althergebrachter Geschlechterverhältnisse, die das "männliche Prinzip" zur Leitkultur erheben.

Für die öffentliche Verwaltung gilt § 4 des Landesgleichstellungsgesetzes NRW.

„Gesetze und andere Rechtsvorschriften tragen sprachlich der Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung. In der inneren wie externen dienstlichen Kommunikation ist die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu beachten. In Vordrucken sind geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu verwenden. Sofern diese nicht gefunden werden können, sind die weibliche und die männliche Sprachform zu verwenden.“

Das Büro für Gleichstellung und Vielfalt berät, informiert und begleitet die Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache und hat, zusammen mit dem Pressebüro der Stadt Herne, den „Leitfaden für eine gendergerechte Sprache bei der Stadtverwaltung Herne“ herausgegeben. Dieser soll den Mitarbeiter*innen bei der Anwendung einer geschlechtersensiblen Sprache in der täglichen Arbeit Unterstützung anbieten.

Zum Genderleitfaden (PDF, 291 KB)

Sabine Schirmer-Klug
Telefon: 0 23 23 / 16 - 22 05
Telefax: 0 23 23 / 16 - 12 33 92 58
E-Mail: gleichstellung-vielfalt@herne.de

Carina Schulte im Walde
Telefon: 0 23 23 / 16 - 31 74
E-Mail: carina.schulteimwalde@herne.de

Büro für Gleichstellung und Vielfalt
Berliner Platz 5
44623 Herne
E-Mail: gleichstellung-vielfalt@herne.de

2020-07-30