Bund und Land unterstützen den Breitbandausbau in Herne

Trommel mit Glasfaserkabel an der Realschule Sodingen

Die Digitalisierung ist nicht nur der gravierendste Umbruch unserer Zeit, sondern vollzieht sich auch erheblich schneller und durchgreifender als die Einführung früherer Basistechnologien. Eine möglichst flächendeckende Breitbandversorgung wird so zu einem immer wichtigeren Standortfaktor. Dem Bürger kann sie einen Zugewinn an Komfort, Vielfalt und Qualität der Inhalte bieten. Aber Internet und Digitalisierung beeinflussen auch die Wirtschaft immer stärker, ermöglichen eine Optimierung von Prozessen und eröffnen neue Geschäftsfelder.

Vor diesem Hintergrund gewährt der Bund seit Ende 2015 Fördermittel für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur in den Gebieten, in denen kein marktgetriebener Ausbau stattfindet. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt dies mit einer Kofinanzierung.

Im Rahmen des 4. Förderaufrufs beteiligt sich die Stadt Herne an diesem Förderprogramm und konnte in einem aufwendigen Antrags- und Vergabeprozess Förderzusagen in Höhe von 11,4 Millionen Euro akquirieren. Fördergeber sind zu gleichen Teilen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, vertreten durch die ateneKOM GmbH, und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg. Die Fördermittel dienen der Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke, die einem eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Netzbetreiber bisher entgegengestanden hatte.

Die Fördermaßnahme umfasst all die Bereiche, in denen zum Zeitpunkt der Antragstellung keine Bandbreite von mindestens 30 Mbit/s zur Verfügung stand (EU-Vorgabe). So werden insgesamt gut 1.000 Adressen mit über 2.000 Haushalten, die bisher unterversorgten Gewerbegebiete und insgesamt 16 Schulen demnächst von einer Glasfaserversorgung profitieren können.

Der Ausbau wird durch die Deutsche Telekom erfolgen, die sich in einem umfangreichen Vergabeverfahren durchsetzen konnte. Da mehr als 60 Kilometer Tiefbau erforderlich sind und über 300 Kilometer Glasfaser verlegt beziehungsweise eingezogen werden müssen, wird es voraussichtlich bis Ende 2023 dauern, bis alle Bereiche in Betrieb genommen werden können.

Soweit möglich, sollen im Ausbau die Schulen prioritär angebunden werden.

Der symbolische Spatenstich am 1. September 2020 fand daher auch an der Realschule Sodingen statt.

Bevor in größerem Umfang mit Tiefbaumaßnahmen begonnen werden kann, muss die bisher automatisierte Ausbauplanung verfeinert werden. Zum Zweck der digitalen Vermessung wird die Deutsche Telekom daher zunächst mit einem Kamerawagen die Situation in den Straßen aufnehmen. Im Interesse möglichst geringer Störungen und gegenseitiger Beeinträchtigungen ist eine sorgfältige Abstimmung mit anderen Baumaßnahmen in der Stadt, insbesondere auch dem Ausbau der A 43 erforderlich, bevor die notwendigen Genehmigungen erteilt werden können.

Über den weiteren Baufortschritt wird regelmäßig an dieser Stelle berichtet werden.

2020-09-10