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Meldung vom 10. März 2026

Sechs Jahre Familienbegleiterinnen Südosteuropa: Brücken bauen zwischen Schule und Familie

Seit nunmehr sechs Jahren unterstützt das Angebot „Familienbegleitung SOE“ Familien aus Südosteuropa an Herner Grundschulen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Bildungsteilhabe, Integration und Chancengleichheit. Was als niedrigschwelliges Elterncafé begann, hat sich zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil der schulischen Unterstützungsstrukturen entwickelt.

Die Familienbegleiterinnen sind an sechs Grundschulen in Herne tätig und sorgen dafür, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Erziehungsberechtigten erfolgreich in das Schulsystem eingebunden werden. Aktuell sind die Familienbegleiterinnen an den Grundschulen Kunterbunt, Freiherr-vom-Stein, Josef-, Laurentius-, Michael- und der Schillerschule im Einsatz. Entstanden ist das Angebot aus einem konkreten Bedarf der Schulen: Viele Familien aus Bulgarien und Rumänien waren für Schulen kaum erreichbar, sprachliche Barrieren führten zu Missverständnissen, Schulabsentismus und Bildungsnachteilen für Kinder. Mit der muttersprachlichen Begleitung durch die Familienbegleiterinnen konnte erstmals eine verlässliche Kommunikationsbasis zwischen Schulen und Eltern aufgebaut werden.

„Am Anfang ging es vor allem darum, überhaupt miteinander ins Gespräch zu kommen“, erinnert sich Leyla Demir, Familienbegleiterin der ersten Stunde. „Viele Eltern hatten große Sorgen, wenig Vertrauen und oft Angst vor der Schule. Durch unsere muttersprachliche Begleitung konnten wir Nähe schaffen und erklären, wie Schule in Deutschland funktioniert.“ Heute arbeiten die Familienbegleiterinnen an den Grundschulen eng mit Schulleitungen, Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden zusammen. Sie begleiten Elterngespräche, übersetzen Schulbriefe, unterstützen Kinder bei Lernrückständen, beraten Familien in schulischen und sozialen Fragen und vermitteln bei Konflikten. Der Fokus liegt dabei auf Vertrauensaufbau und langfristiger Beziehungsarbeit.

Auch aus Sicht der Schulen ist das Angebot unverzichtbar geworden. Necla Sezer, Schulleiterin der Michaelschule, betont: „Die Arbeit der Familienbegleiterinnen ist für uns Gold wert. Durch die Vermittlung auf Augenhöhe haben wir ein viel besseres Verständnis für die Lebensrealitäten der Familien gewonnen. Gleichzeitig fühlen sich die Eltern ernst genommen und kommen heute deutlich offener auf die Schule zu.“

Wichtiges Angebot in der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie zeigte sich die besondere Stärke des Angebots: Trotz des Lockdowns blieb der Kontakt zu den Familien bestehen. Durch enge telefonische Begleitung, Übersetzungen und praktische Unterstützung konnten Familien erreicht und Kinder im Schulsystem gehalten werden – selbst unter schwierigsten Bedingungen. „Gerade in dieser Zeit war es entscheidend, dass wir die Eltern in ihrer Muttersprache erreichen konnten“, sagt Familienbegleiterin Ionela Ghenov. „Viele Familien wären sonst komplett abgehängt worden.“

Aktive Teilnahme am Schulleben

Mittlerweile ist das Förderprogramm „Familienbegleitung SOE“ fester Bestandteil des Fachbereichs Integration. Aktuell werden über 200 Familien mit mehr als 240 Kindern begleitet. Viele Erfolge sind inzwischen sichtbar: Eltern nehmen aktiver am Schulleben teil, Schulabsentismus konnte reduziert werden und immer mehr Kinder erreichen schulische Abschlüsse, die ihnen zuvor kaum zugetraut wurden. Claudia Huhmann-Rohkämper, Schulleiterin der Grundschule Kunterbunt, fasst zusammen: „Die Familienbegleiterinnen entlasten unser Kollegium enorm. Vor allem aber schaffen sie Vertrauen. Eltern, die früher kaum erreichbar waren, sind heute präsent, engagiert und selbstbewusst.“

Claudia Heinrich, Leiterin des Fachbereichs Integration, ist besonders stolz auf den Erfolg des Projekts: „Wenn ich auf sechs Jahre Familienbegleitung zurückblicke, sehe ich vor allem Vertrauen, das gewachsen ist, und viele kleine Schritte, die Großes bewirkt haben. Die Familienbegleiterinnen leisten mit ihrer Nähe zu den Familien und ihrer Ausdauer eine Arbeit, die Schulen entlastet, Eltern stärkt und Kindern echte Zukunftschancen eröffnet – für unsere Stadt ein großer Gewinn.“ Mit Blick in die Zukunft bleibt das Ziel klar: Familien und Kinder nachhaltig im Bildungssystem zu stärken, Ängste abzubauen, Integration zu fördern und Schulen weiterhin zuverlässig zu unterstützen. Das sechsjährige Bestehen der Familienbegleiterinnen Südosteuropa ist damit nicht nur ein Jubiläum – sondern ein Beleg für gelungene, praxisnahe Integrationsarbeit in Herne.

Details der Meldungen
2017-04-26