Gelungene Jahrestagung der Allianz für das Kreativquartier in Wanne-Mitte: Am Freitag, 27. Februar 2026, trafen sich rund 40 Vertreter*innen von Unternehmen, Verbänden, Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtungen, der Stadtverwaltung Herne, sowie Akteur*innen aus der Politik und dem Kunst- und Kreativbereich im Mondpalast in Wanne.
Hausherr Marvin Boettcher begrüßte die Anwesenden und gab das Wort weiter an den Botschafter des Urban Arts Districts, den Prinzipal Christian Stratmann. Er informierte darüber, dass er über ein persönliches Anschreiben Immobilieneigentümer*innen und Gewerbetreibende zur Mitwirkung eingeladen hat. Im Anschluss führten Michaela Bonan und Martina Liehr von der Abteilung Zukunft der Gesellschaft der Stadt Herne durch das Allianztreffen und informierten die Teilnehmenden zum aktuellen Stand der Entwicklungsaktivitäten.
Berichtet wurde unter anderem zum Fassadenbild „rotes Pferd“ am Haus, in dem die „GG Open Lobby“ beheimatet ist, zu Aktionen zum Thema Grün und Sauberkeit, über die Initiativen rund um die Gestaltung von Stromkästen und über die künstlerischen Darstellungen an weiteren Fassaden. Auch die angedachte Lichtwegeverbindung vom Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel in die Innenstadt sowie die Illumination des Bunkers am Hauptbahnhof waren Thema. Besonders hervorgehoben wurde, dass viele der Ideen und Umsetzungskooperationen im Kontext der ersten Allianztagung im Sommer 2025 entstanden sind und erfreulicherweise auch umgesetzt wurden.
Michaela Bonan zeigte sich begeistert über das Engagement der Beteiligten: „Wir sind sehr dankbar, Christian Stratmann mit seinen Netzwerken und seinem Fachwissen an unserer Seite zu haben. Besonders freuen wir uns darüber, dass sich so viele Akteurinnen und Akteure beteiligen und mit Ihren Ideen, egal wie groß oder klein sie sind, ein Puzzleteil zum Gesamtbild beisteuern. Das gilt auch für unsere aktiven Kolleg*innen in den städtischen Entwicklungsteams, die jederzeit mit Rat und Tat den Prozess unterstützen. Zusammen können wir vieles erreichen, was Verwaltung alleine nicht umsetzen kann.“
„Kreative Pause“ bündelt Ideen
In einer „kreativen Pause“ entwickelten die Teilnehmenden an drei Thementischen Ideen für die Weiterentwicklung der Wanner Kulturmeile. Am Tisch „Urban Arts Community“ ging es um das Schaffen einer Gemeinschaft, die sich eigenständig trifft und Ideen bis zur Umsetzung weiterentwickelt. Ein möglicher Ort dafür könnte ein „Kulturmeilen-Café“ sein, was als erste Idee noch entwickelt und realisiert werden müsste. Am Thementisch „Öffentlichkeitsarbeit“ ging es darum, wie die Wanner*innen auf dem Weg zum Urban Arts District beteiligt werden können und wie man sie dabei unterstützen könnte, ihre eigenen Ideen weiterverbreiten zu können. Beim Thema „Leerstandsbespielung“ wurde intensiv darüber diskutiert, wie vorhandene, leerstehende Geschäfte, die Potenzial für Zwischennutzungen wie Galerien, Ateliers, Pop-up-Stores oder Co-Working-Spaces bieten, nutzbar gemacht werden könnten.
Das ist der Urban Arts District
Die Entwicklung von Wanne-Mitte hin zu einer Kreativmeile soll wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen eröffnen. Durch die Förderung von Kreativität soll das Quartier die regionale kulturelle Identität bereichern sowie ein attraktives Umfeld für die Bewohnerschaft und Besuchende schaffen. Es soll Strahlkraft entwickeln über die Stadtgrenzen und die Region hinaus.
Vernetzung mit der „Manifesta 16“
Dabei helfen wird die Vernetzung mit der „Manifesta 16“, die in diesem Jahr im Ruhrgebiet stattfindet. Die Stadt Herne wird Teil der europäischen Kulturbiennale sein: Pottporus e.V. mit der Jugendkunstschule und dem Herner Künstlerbund bringen mit „Catch the Light – build bridges“ (auf Deutsch: „Fang das Licht – bau Brücken“) ein Projekt ein, das künstlerische Praxis, soziale Teilhabe und urbane Transformation zusammenführt. Im Zentrum steht die Christuskirche in der Wanner Innenstadt mit ihrem Umfeld. Sie wird im kommenden Jahr zu einem offenen Labor für Kunstformen wie Tanz, Literatur und Lichtkunst. Gleichzeitig entsteht ein Begegnungsraum für Nachbarschaft, Jugend und internationale Stadtgesellschaft.
Fotos: Michael Böhm, Herne Business.