Bei der Stadt Herne ist es in den zurückliegenden Tagen zu Auffälligkeiten in Teilsystemen der städtischen IT-Infrastruktur gekommen. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um einen unbefugten, kriminellen Zugriff handelt, hatte die Stadt Teile ihrer IT-Systeme vorsichtshalber planmäßig außer Betrieb genommen.
Parallel dazu hatte die Stadt Herne mit Unterstützung externer IT-Sicherheitsexpert*innen und in Absprache mit Sicherheitsbehörden die aufgetretenen Anomalien untersucht. Die dabei zusammengetragenen Erkenntnisse sprechen auch nach Einschätzung der externen IT-Expert*innen nicht für gezieltes, kriminelles Handeln als Ursache der Auffälligkeiten.
So kam es beispielsweise nicht zu einer sonst bei sogenannten Hacker-Angriffen typischen Verschlüsselung städtischer Daten durch Dritte oder zu einem Abfluss von Daten aus dem städtischen IT-System.
Darum hat die Stadt Herne in enger Abstimmung mit allen Beteiligten bereits am gestrigen Mittwoch, 11. März 2026, damit begonnen, die vorsichtshalber abgeschalteten IT-Systeme schrittweise wieder in Betrieb zu nehmen. Ziel ist es, bis Ende der laufenden Woche alle IT-Systeme wieder in den Regelbetrieb überführt zu haben.
Besonders betroffen von diesen Einschränkungen war in den vergangenen Tagen vor allem der Bereich Bürgerservice. Die Stadt Herne ist sich der damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die betroffenen Bürger*innen bewusst. Deshalb war die Stadt Herne zusätzlich zur Ermittlung der Ursachen der Systemstörung insbesondere darum bemüht, die vollständige Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung so rasch wie möglich wiederherzustellen.
Parallel zur Wiederinbetriebnahme der planmäßig vom Netz genommenen IT-Systeme geht auch die Ursachenforschung für die Beschäftigten des Fachbereichs „IT und Digitalisierung“ der Stadt Herne weiter: „Daher bitten wir um Verständnis, dass wir uns zu Details nicht äußern, um auch für die Zukunft die Sicherheit und Integrität der städtischen IT-Infrastruktur bestmöglich gewährleisten zu können“, erläutert Jan-Philip Hermes, der den Bereich bei der Stadt Herne verantwortet.
Seitens des IT-Dienstleisters, der die Stadt Herne in den zurückliegenden Tagen bei der Bearbeitung des Problems eng begleitet und intensiv unterstützt hat, wurde der Stadt bestätigt, dass sie sowohl mit Blick auf die grundsätzlichen IT-Sicherheitsmaßnahmen gut aufgestellt sei als auch bei der der Reaktion auf die potenzielle Bedrohungslage schnell und angemessen reagiert habe.
Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, wie oft gerade in den zurückliegenden Monaten Kommunen, staatliche Dienststellen oder auch Unternehmen Ziel von digitalen Angriffen wurden. Insofern war die zeitweilige Abschaltung von Teilen der städtischen IT trotz der damit unweigerlich verbundenen negativen Folgen für die Bürger*innen die einzig richtige Reaktion angesichts einer potenziellen digitalen Bedrohungslage. Dennoch – oder gerade deshalb – zieht Jan-Philip Hermes eine positive Bilanz: „Auch wenn wir heute schon gut aufgestellt sind, können wir aus den Erfahrungen der zurückliegenden Tage dennoch verschiedene Lehren ziehen, die uns dabei helfen werden, in Sachen IT-Sicherheit künftig noch besser zu werden.“
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