Die fünfjährige Amtsperiode der bisherigen Mitglieder des Rates der Emschergenossenschaft endete in diesem Jahr. Im Rahmen der konstituierenden Genossenschaftsversammlung der Emschergenossenschaft wählten die Delegierten am Mittwoch, 11. März, den neuen Rat, der vergleichbar ist mit dem Aufsichtsrat eines Konzerns. Die Versammlung fand im RuhrCongress Bochum statt.
Das Aufsichtsgremium der Emschergenossenschaft geht hochkarätig besetzt in die neue fünfjährige Amtsperiode: Für die Städte und Gemeinden sitzen nun unter anderem die im vergangenen Jahr neu gewählten Stadtspitzen von Gelsenkirchen und Recklinghausen, Oberbürgermeisterin Andrea Henze und Bürgermeister Axel Tschersich, im Genossenschaftsrat. In seiner ersten konstituierenden Sitzung am Mittwochnachmittag wählte der neue Rat auch einen Vorsitzenden. Dabei wurde der amtierende Ratsvorsitzende Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister der Stadt Herne, im Amt bestätigt.
„Ich bedanke mich ganz herzlich für das erneute Vertrauen des Genossenschaftsrats und freue mich darauf, gemeinsam mit den Mitgliedern der Emschergenossenschaft in den kommenden Jahren weiterhin einen Beitrag für den nachhaltigen Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen für die klimaresiliente Entwicklung unserer Region leisten zu können. Das Ziel bleibt, das Ruhrgebiet zur grünsten Industrieregion der Welt zu machen“, sagt Dr. Frank Dudda. Bis 2030 will die Emschergenossenschaft in ihrer Rolle als Infrastrukturdienstleisterin für ihre Mitglieder im Schnitt jährlich 350 Millionen Euro investieren. Allein in die Renaturierung von Gewässern und in die weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes werden in diesem Zeitraum mehr als 700 Millionen Euro eingebracht.
Die neuen Ratsmitglieder verteilen sich auf die Städte und Gemeinden, die Kreise, den Bergbau, die gewerblichen Unternehmen sowie auf die Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertretenden.
Städte und Gemeinden:
Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister der Stadt Herne
Andrea Henze, Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen
Axel Tschersich, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen
Dr. Ecevit Agu, Dezernent für Stadtplanung und Bauen der Stadt Essen
Arnulf Rybicki, Stadtbaurat der Stadt Dortmund
Dr. Markus Bradtke, Stadtbaurat der Stadt Bochum
Kreise:
Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel
Bergwerke:
Michael Kalthoff, Vorstandsvorsitzender RAG Aktiengesellschaft
Gewerbliche Unternehmen:
Dipl.-Ing. Ulrich Vornhof, Leiter Gewässerschutz ThyssenKrupp Steel Europe AG
Dr. Olaf Breuer, Evonik Industries AG
Arbeitnehmervertretende:
Andreas Hottkowitz, Personalrats-Vorsitzender bei der Emschergenossenschaft
Olivier Ostrowski, Mitglied des Personalrats bei der Emschergenossenschaft
Janine Schwarz, stellv. Mitglied des Personalrats bei der Emschergenossenschaft
Gewerkschaftsvertretende:
Sven Kühn, ver.di
Moritz Fastabend, ver.di
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen.
Bild: Jannis Reichard / Bande für Gestaltung