Ein besonderes Schmuckstück der Stadt Herne erstrahlt im neuen Glanz. Die Städtische Galerie wurde von April 2024 bis März 2026 aufwendig saniert. Dafür gab es umfassende Fördermittel vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD).
Bei der feierlichen Wiedereröffnung am Freitag, 24. April 2026, machten sich unter anderem Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Stadtkämmerer Marc Alexander Ulrich, Stadtrat Andreas Merkendorf, Dr. Kirsten Bernhardt vom LWL-Museumsamt und Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums, ein Bild von der umfassenden Sanierung des Gebäudes.
„Wir präsentieren hier ein neues Aushängeschild der Stadt Herne. Es freut mich zu sehen, dass es uns gelungen ist, ein Stück des kulturellen Erbes der Stadt zu sichern und einen mehr als ansehnlichen Ort für Ausstellungen und Konzerte zu schaffen. Der Schlosspark Strünkede ist um ein Kleinod reicher“, freute sich Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.
Der Kämmerer der Stadt Herne, Marc Alexander Ulrich, ergänzte: „Wir sind bei dieser Sanierung im Zeitplan geblieben und haben die prognostizierten Kosten unterschritten. Ein sehr erfreuliches Ergebnis. Eines steht aber auch fest: Ohne die Unterstützung der Fördermittelgeber wäre diese aufwendige Sanierung für die Stadt Herne nicht zu stemmen gewesen. Deswegen gilt unser Dank dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Heimatministerium NRW.“
Für Besuchende des Schlossparks Strünkede in Herne-Mitte sind die Veränderungen an der Gründerzeit-Villa deutlich zu sehen. Nach umfangreichen Arbeiten an der Fassade, den Fenstern und dem Dach sind pünktlich zur Eröffnung auch die Sanierungen im Innenbereich abgeschlossen. Im Rahmen der Arbeiten wurde die technische Infrastruktur erneuert. Die sanitären Einrichtungen, die elektrotechnischen Anlagen sowie die Heizungsanlage sind jetzt modernisiert. Im Bereich des Daches, der Kellerdecke und der Fenster erfolgte eine Verbesserung des Wärmeschutzes und Brandschutzes. Ein wichtiges Anliegen ist die Barrierefreiheit, die durch rollstuhlgerechte Toiletten und den barrierefreien Zugang zum Erdgeschoss gewährleistet wird.
Durch den Umbau sind typische Jugendstilelemente der ehemaligen Innenausstattung freigelegt und sichtbar gemacht worden. Informationsstehlen dienen der Erläuterung dieser Elemente. Zu sehen sind sie im Dekor des Fußbodens im Vestibül und im ehemaligen Küchenbereich, den Decken- und Wandvertäfelungen im Foyer und in der Gestaltung der Heizkörper und Stuckdecken im Erdgeschoss. Der Eindruck wird durch ein Jugendstil-Zimmer im Erdgeschoss vervollständigt.
Die Planung erfolgte durch das Herner Büro blome.gronotte.architekten, das auch die Umsetzung der Baumaßnahmen betreute. Die Projektleitung hat der Fachbereich Gebäudemanagement der Stadt Herne inne. Die Kosten der Sanierung liegen bei circa 2 Millionen Euro, davon sind circa 1,2 Millionen Euro Fördermittel. Das MHKBD förderte mit knapp einer Million Euro, der LWL gab rund 200.000 Euro. „Der Stadt Herne steht mit der sanierten Städtischen Galerie ein weiterer sehr attraktiver Raum für Kultur zur Verfügung. Das Gebäude bildet mit dem Schloss und der Kapelle einen wunderbaren Dreiklang und macht auch den Schlosspark selbst zum Erlebnis“, betont Kulturdezernent Andreas Merkendorf.
Die Städtische Galerie am Karl-Brandt-Weg 2 gehört zusammen mit dem Schloss Strünkede und dem Heimatmuseum Unser Fritz zum Ensemble des Emschertal-Museums. Das Museum freut sich, dass nach Abschluss der Baumaßnahmen der Herner Bevölkerung wieder ein weiteres kulturelles Highlight im Schlosspark Strünkede zur Verfügung steht. „Die Fertigstellung der Städtischen Galerie freut uns sehr, schließlich ist das Gebäude-Ensemble unseres Museums nun wieder komplett nutzbar“, betont Dr. Oliver Doetzer-Berweger. „Wir präsentieren zur Eröffnung der Städtischen Galerie unter dem Titel ‚Meisterwerke‘ ausgewählte Werke aus unserer umfangreichen Sammlung“, ergänzt der Museumsleiter.
Die Villa diente zum Zeitpunkt der Erbauung 1896 zunächst als Ersatzwohnhaus für die Familie von Forell, die als Eigentümer ihr Schloss Strünkede nach Bergschäden nicht mehr bewohnen konnte. Die Gründerzeitvilla bewohnte die Familie nur vier Jahre und verließ Herne im Jahr 1900 für immer. Das Gebäude ging an die Harpener Bergbau-AG, die es als Direktoren-Villa nutzte. 1960 ging das Gebäude an die Stadt Herne über, die es zu einem Heimatmuseum umgestaltete. Seit 1978 wird es für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst genutzt.