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Meldung vom 04. Mai 2026

Pilotprojekt der Städte Herne und Bochum: Anwerbung von Auszubildenden aus Brasilien

Die Städte Herne und Bochum gehen mit Blick auf den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel in den Verwaltungen einen ungewöhnlichen Weg. In einer Ausbildungspartnerschaft werden Auszubildende aus Brasilien angeworben. Starten wird dieses Pilotprojekt schon zum Ausbildungsbeginn 2026.

Dass mit Blick auf Nachwuchsförderung und –gewinnung auch dieser Weg gegangen werden muss, machen folgende Zahlen deutlich: Die Stadt Herne zum Beispiel verliert bis zum Jahr 2030 circa 650 Mitarbeitende allein durch den Eintritt in den Ruhestand. Aufgefangen werden soll dieser Fachkräftemangel durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen: Es geht dabei um Ausbildung, Quereinstiege, die Einführung fachpraktischer Ausbildungswege, die weitere Etablierung der Stadtverwaltungen als attraktiver Arbeitgeber und das Anwerben von Auszubildenden aus dem Ausland. Letzteres ist ein Baustein in einem umfassenden Maßnahmenkatalog, der vor allem greifen soll, wenn die Bedarfe nicht mehr nur im Inland gedeckt werden können.

Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister der Stadt Herne, betont auf einer gemeinsamen Pressekonferenz beider Städte am Montag, 4. Mai 2026, im Rathaus Herne die Wichtigkeit dieses Projekts: „Wir müssen schlichtweg reagieren. Die Generation der sogenannten Babyboomer scheidet allmählich aus dem Erwerbsleben aus und diese Lücke müssen wir in der Stadtverwaltung mit diversen Maßnahmen schließen. Die Akquise von Auszubildenden im Ausland ist dabei ein Baustein in einem umfassenden Maßnahmenkatalog, der dann greifen soll, wenn Bedarfe nicht mehr anders abgedeckt werden können. Wir starten jetzt gemeinsam das Pilotprojekt, welches bei den entsprechenden Erfolgen verstetigt werden soll.“

Jörg Lukat, Oberbürgermeister der Stadt Bochum, bestätigt: „Natürlich haben wir unseren heimischen Arbeitsmarkt im Blick, aber auch mit allen Bemühungen die wir unternehmen, werden perspektivisch die bisher bewährten Instrumente der Nachwuchsgewinnung nicht mehr ausreichen, um den steigenden Bedarf zu decken. Es ist deshalb sinnvoll und fördert außerdem die Diversität der Belegschaft, wenn wir Auszubildende außerhalb des deutschen Arbeitsmarktes gewinnen. Mit diesem innovativen Projekt erproben wir proaktiv neue Wege und kooperieren gerne mit Partner*innen aus unserer Nachbarstadt.“

In Zusammenarbeit mit den Goetheinstituten in Brasilien, der Agentur für Arbeit Herne und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) setzt die Stadtverwaltung Herne in einem Unternehmensverbund mit der Stadtverwaltung Bochum und weiteren Unternehmen wie der Straßenbahn Herne Castrop-Rauxel GmbH (HCR) und den Stadtwerken Herne auf die Anwerbung von Auszubildenden aus Brasilien. Die Bildung eines Verbunds reduziert die Kosten und den organisatorischen Aufwand zum Beispiel beim Einwanderungsverfahren.

Matthias Schmidt, Personalleiter der Stadtwerke Herne führt aus: „Wir wollen aktiv werden, bevor uns der Fachkräftemangel mit voller Härte trifft. Hierzu müssen wir künftig die unterschiedlichsten Wege beschreiten. Diese Ausbildungskooperation ist ein Baustein, den wir nutzen möchten. Ziel ist es nicht nur, eine hochwertige Ausbildung zu vermitteln, sondern dauerhaft gute Mitarbeiter zu gewinnen.“

„Wir freuen uns besonders, dass mit den Städten Bochum und Herne zwei öffentliche Arbeitgeber den Mut hatten, neue Wege bei der Fachkräftesicherung zu beschreiten. Wir können viel über Statistik reden, wie viele Fachkräfte und Auszubildende aus dem Ausland wir in Deutschland brauchen, aber es muss auch Arbeitgeber geben, die sie einstellen, damit es nicht nur bloße Theorie bleibt“, fügt Thorsten Rolfsmeier, Geschäftsbereichsleiter International Services der ZAV, hinzu. Bei den „Ausbildungspartnerschaften mit Asien und Lateinamerika“ (APAL) handelt es sich um ein Projekt der Bundesagentur für Arbeit. Die Rekrutierung der Auszubildenden erfolgt durch die ZAV.

Die Auszubildenden aus Brasilien müssen mindestens 18 Jahre alt sein und werden in Deutschland von Mentor*innen des „Senior Expert Service“ (SES) Bonn begleitet. Der SES ist die führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder in einer beruflichen Auszeit. Seit 1983 gibt er weltweit Hilfe zur Selbsthilfe – in allen Branchen und Sektoren. Zurzeit stellen dem SES mehr als 14.000 Expert*innen aus allen beruflichen Richtungen ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Verfügung. Der SES hat seinen Sitz in Bonn, ein besonderen Schwerpunkt in Deutschland bildet die Förderung junger Menschen.

„Um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen, reichen die inländische Kapazitäten langfristig nicht mehr aus. Auch in Bochum und Herne bleiben Ausbildungsplätze zunehmend unbesetzt. Internationale Nachwuchstalente sind ein wichtiger Teil der Lösung. Mit internationalen Patenschaften bündeln wir unsere Kräfte und eröffnen jungen Menschen aus Sao Paulo neue Perspektiven und stärken zugleich unsere Standorte. Unser Ziel ist, dass schon bald sechs jungen Menschen aus Südamerika hier vor Ort ihre Ausbildung starten. Das ist ein weiterer konkreter Schritt, um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen“, sagt Christopher Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bochum.

Die nach aktuellem Stand sechs Teilnehmenden am Pilotprojekt werden folgende Berufe erlernen: Die Stadt Herne konnte eine Veranstaltungstechnikerin gewinnen, die HCR bietet eine Ausbildung zur KfZ-Mechatronikerin. Ein Fachinformatiker sowie eine Kinderpflegerin/Erzieherin werden bei der Stadt Bochum die Ausbildung beginnen. Bei den Stadtwerken Herne können zwei Projektteilnehmer eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik starten.

Details der Meldungen
2017-04-26