Ein Herner Stein für Auschwitz

Im Rahmen einer Gedenkinitiative beschäftigte sich das Herner Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) mit den Hintergründen der Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland und beteiligte sich an einem Kunstprojekt, das im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz mit Steinen aus der ganzen Welt einen "Hügel der Erinnerung und Versöhnung" zusammentragen will.

Schon 1994 hatte der polnische Künstler Josef Szanja, selbst ein Überlebender des Lagers, die Idee einer ganz besonderen Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Ein „Hügel der Erinnerung und Versöhnung" soll entstehen. Zur Errichtung des Monuments werden Steine aus aller Welt gesammelt. Die ersten sind inzwischen angekommen.

Josef Szanja selbst wird die Errichtung dieses Mahnmals nicht mehr erleben. Er verstarb im Frühjahr dieses Jahres im Alter von 86 Jahren. Doch seine Idee lebt weiter, inzwischen unter anderem von den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament unterstützt, Als Norbert Gresch vom Herner Kinder- und Jugendparlament von dem Projekt hörte, war er sofort begeistert: „Es ist eine gute Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche sich nicht nur theoretisch mit diesem Thema der deutschen Vergangenheit beschäftigen, sondern praktisch."

Die Idee wurde diskutiert und ein Mitmachen beschlossen. Für die künstlerische Betreuung des Projektes konnte die Herner Künstlerin Beate Matkey gewonnen werden, inhaltlich begleitete der Historiker Ralf Piorr das Projekt. Neun Jugendliche haben sich zusammengetan und Ideen gesammelt. Erste Skizzen und Entwürfe lagen schnell vor. Dann ging es an die Arbeit. Neben dem Schriftzug „Herne“ legt sich eine Menschenkette um den Stein. Ausgeschnitten wurden die kleinen, farbig gestalteten Figuren aus Metall.

Der fertige Stein wurde dem Herner Oberbürgermeister Horst Schiereck vorgestellt, der sich sehr beeindruckt von dem Engagement der Jugendlichen zeigte. Ende August 2008 fuhr die Delegation des Kinder- und Jugendparlament dann ins polnische Oświecim, um den Stein dem dortigen Stadtpräsidenten Janusz Marszalek zu übergeben. Zum Programm der Reise gehörte auch ein Besuch des ehemaligen KZ Auschwitz, das seit 1979 zum Weltkulturerbe gehört.


(unter Verwendung eines Artikels von Falko Herlemann, WAZ, 19. August 2008)