Das Technische Rathaus Herne

Im neuen Technischen Rathaus arbeiten rund 400 städtische Mitarbeiter aus sieben Fachbereichen und dem Dezernat V. Die Bürger können dort viele Anliegen, zum Beispiel in Bauangelegenheiten, an einem Ort klären.

Die Fachbereiche im Technischen Rathaus

Barrierearm und leicht erreichbar

Das Technischen Rathauses ist zentral gelegen. Vom Wanner Hauptbahnhof und der Wanner Innenstadt sind es ist es leicht erreichbar. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgt über die Haltestelle "Am Solbad".

Das Gebäude wurde barrierearm gestaltet und ist mit Rampen und Aufzügen für den Zugang sowie zwei behindertengerechten Toilettenanlagen ausgestattet. Fünf Parkplätze sind für Menschen mit Behinderungen reserviert.

Für alle, die mit Elektro-Fahrzeugen anreisen, haben die Stadtwerke Ladestationen für Elektro-Autos aufgebaut. Eine Leihstation von metropolradruhr befindet sich direkt am Technischen Rathaus an der Ecke Landgrafen- / Langekampstraße.

Seit Juni 2018 gibt es auch die für die Öffentlichkeit zugängliche Kantine "Schmackofatz". Sie wird durch die wewole Stiftung e.V. betrieben. Die Speisekarte wird ein vielfältiges Frühstücks- sowie Mittagsangebot bestehend aus jeweils zwei täglich wechselnden Gerichten sowie einem festen Standardangebot umfassen. Bereits ab 7 Uhr werden Brot, Brötchen, Kaffee und andere Heißgetränke angeboten.

Vom Bauernhof zum Technischen Rathaus - eine Retrospektive

Bauer Heitkamps Weide

Dort, wo jetzt das Technische Rathaus der Stadt Herne seinen Standort gefunden hat, war vor 125 Jahren noch ein Bauernhof. Schon im 13. Jahrhundert erwähnte ein Chronist den Heitkamphof, der damals zum Kloster Herdecke an der Ruhr gehörte. Seinen Namen bekam das Landstück durch eine simple Beschreibung: Heide und Kamp, also eine von Hecken eingefasste Weide, wurden zuerst zu "Heidkamp", dann zu "Heitkamp". Der Name ging bald auch auf die Familie über, die den Bauernhof bewirtschaftete.

Das Bauunternehmen

1892 gründete Engelbert Scharpwinkel, genannt Heitkamp, auf der Fläche, wo sich heute Langekampstraße und Landgrafenstraße kreuzen, ein Bauunternehmen. 1964 begann der Bau der neuen Firmen-Zentrale, dem ersten Gebäudeteil, der heute noch steht. Im selben Jahr wurde der langgezogene Bau mit sechs Ebenen fertiggestellt. "Eine Vielzahl von Fenstern gewährt lichtdurchflutete Arbeitsräume. Ohne Zweifel wird dieser Bau das Bild unserer Stadt verschönern.", urteilte die WAZ am Dienstag, 24. November 1964.

Die Lohnhalle

Schon bald wurde dem Unternehmen das Gebäude zu klein und 1969 wurde ein zweiter Gebäudeteil errichtet, der quer zum ersten angebaut wurde. Mehr als 800 Heitkamp-Mitarbeiter sollten dort arbeiten, das "Technische Büro" alleine belegte drei Etagen. In dem heutigen Gebäudeteil B befand sich die Lohnhalle, dort wo sich heute der Eingang B befindet. In Papiertüten bekamen die Mitarbeiter in dieser Halle ihren Lohn ausgehändigt – in D-Mark und Pfennig.

Glasmalerei

Aus dieser Zeit stammt auch die Glasmalerei des Künstlers Edmund Schuitz, die früher schon im Heitkamp-Gebäude hing. Jetzt schmückt das Kunstwerk die Eingangshalle des Technischen Rathauses. Die Glasmalerei zeigt eine historische Karte von Wanne-Eickel mit den Gemeindegrenzen von 1824. Eingezeichnet sind Wanne, Crange, Eickel und Bickern sowie Holsterhausen mit den Adelssitzen Haus Bönninghausen, Haus Crange, der Dorneburg, den Bickerer Höfen wie Stratmannshof und Laarmannshof, Haus Grimberg und der Kirche auf dem Eickeler Markt. Beschriftet sind die Orte mit den alten Flurbezeichnungen, unter anderem auch dem "Heidkamp".

Entstanden ist die Karte 1955, als die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. den Künstler Edmund Schuitz beauftragte, die Karte von 1824 grafisch zu gestalten. In den 1960er Jahren beauftragte Robert Heitkamp, der selbst Mitglied der Gesellschaft für Heimatkunde war, den Künstler, die Karte als Glasmalerei umzusetzen. Mehr als ein Vierteljahr arbeitete Schuitz daran, bis diese fertig war. Dann wurde sie in der Eingangshalle der Firmenzentrale ausgestellt. Nach der Insolvenz von Heitkamp kaufte die Gesellschaft für Heimatkunde die Glasmalerei vom Insolvenzverwalter und ließ sie restaurieren.

Das Technische Rathaus zieht ein

Als die Firma Heitkamp 2013 in den neuen Firmensitz auf dem Pluto-Gelände zog, wurde das Gebäude mit inzwischen drei Bauteilen für eine neue Nutzung frei. Ursprünglich sollte das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft dienen, war dafür aber zu groß. Deswegen beschloss die Stadt Herne 2015, nur einen Trakt als Unterkunft herzurichten und den anderen Trakt als Verwaltungsgebäude zu nutzen, der die Keimzelle für ein Technisches Rathaus werden sollte. Als weniger Geflüchtete nach Herne kamen als ursprünglich vermutet, konnte die Stadt beide Gebäudeteile für die Verwaltung nutzen. Da die Sanierung bereits lief, wurden die Pläne angepasst und statt Wohnräumen für Geflüchtete Büros gebaut, anstelle von großen Waschräumen entstanden weitere Arbeitsplätze. Am Donnerstag, 31. August 2017, übergab die neue Eigentümerin HGW den fertiggestellten Block B an die Stadt Herne.

Die Farben des neuen Stadtlogos finden sich im gesamten Gebäude wieder: Das Farbleitsystem kennzeichnet mit grün die Flure in Block A und in gelb die Flure in Block B. Der Dorneburger Bach, der an dem Gebäude entlang fließt, steht für die Farbe blau im Stadtlogo. Vor dem Haus erstrecken sich neue Beete und Parkplätze für Elektro-Autos.