Die bewegende Ausstellung „Frauen geben Frieden ein Gesicht“ wurde am Dienstag, 25. November 2025, in der Christuskirche in Wanne eröffnet. Darin werden 20 Frauen aus allen Teilen Bosnien und Herzegowinas porträtiert, die ihre persönlichen Geschichten aus dem Krieg und der Nachkriegszeit erzählen.
Die Aktivistinnen haben nach dem Bosnienkrieg (1992 bis 1995) verschiedene Initiativen zur Versöhnung und Frieden ergriffen und arbeiten bis heute für Aussöhnung und ein friedliches Miteinander in dem Vielvölkerstaat. Zur Eröffnung waren vier der porträtierten Frauen, und Friedensaktivistinnen, Stefica Galic, Radmila Zigic, Mara Radovanovic und Suvada Selimovic, sowie eine der Ausstellungsmacherinnen, Dragana Petric, aus Bosnien und Herzegowina angereist.
Bereits am Abend vor der Eröffnung nahmen sie an einer Podiumsdiskussion im Kongresszentrum der St. Elisabethgruppe teil. Dr. Sabine Edlinger, Geschäftsführung der St. Elisabeth Gruppe, Bürgermeisterin Bettina Szelag, Cordelia Neige, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herne, Claudia Heinrich, Fachbereichsleitung Integration und Kommunales Integrationszentrum der Stadt Herne, sowie Azerina Schulz, Gesamtleitung Soforthilfe Herne und Witten, würdigten sie in ihren Grußworten für ihr Engagement.
„Wir kommen heute zusammen, um Frauen Raum zu geben, deren Stimmen im Lärm der Geschichte viel zu oft überhört wurden. Dieser Abend würdigt jene, die in Zeiten größter Bedrohung nicht resignierten, sondern mutig Verantwortung übernahmen, in Momenten, in denen alles Vertraute zusammenzubrechen schien“, betonte Bettina Szelag. „Sie sind nicht nur Zeuginnen eines grausamen Krieges, sondern Botschafterinnen der Hoffnung.“
Dr. Katrin Linthorst, Beigeordnete der Stadt Wuppertal, hielt anschließend einen Vortrag über „Starke Frauen für den Frieden“, an den sich die Podiumsdiskussion mit den Zeitzeuginnen anschloss.
Als Datum für die Eröffnung der Ausstellung in der Christuskirche wurde der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“, am 25. November, gewählt. „Es ist wichtig, das Schweigen zu brechen und sich gegen Gewalt zu stellen“, unterstrich Cordelia Neige zu diesem Anlass. Auch Dragana Petric, eine der Ausstellungsmacherinnen, richtete das Wort an die Anwesenden: „Die Ausstellung vereint 20 Gesichter, 20 Geschichten über Frauen, von ihrer Flucht, Verlusten und auch ihren Willen und die Gemeinsamkeit, Vertrauen in die Menschen zurückzugewinnen.“ Dabei deckten ihre Worte das auf, was Statistiken und Zahlen nie aufdecken könnten.
Die Portraits sind bis zum 11. Dezember 2025 in der Christuskirche in Wanne, Hauptstraße 245, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags und donnerstags von 16 bis 17:30 Uhr und Mittwoch von 11 bis 12 Uhr. Die Ausstellung konnte als gemeinsames Projekt der St. Elisabethgruppe, der Soforthilfe Herne und dem Caritasverband Herne e.V. sowie dem Büro für Gleichstellung und Vielfalt der Stadt Herne realisiert werden.
Ursprünglich ist diese aus der Zusammenarbeit der bosnischen Friedensinitiative „Mir sa zenskim licem“ und dem forumZFD in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), und mit der Unterstützung des Historischen Museums von Bosnien und Herzegowina in Sarajevo entstanden. Seit 2018 wird die Ausstellung in bosnischer und englischer Sprache in Sarajevo und anderen Orten des westlichen Balkans gezeigt. pax christi Aachen hat für die Übersetzung und die Herstellung der Ausstellung für Deutschland gesorgt. Sie ist bereits zum sechsten Mal in Deutschland zu sehen.