Seit 2012 gibt es in Herne das Projekt „Energiesparen macht Schule“, um Kindern und Jugendlichen einen ressourcenbewussten Umgang mit Energie nahezubringen. Beteiligt sind nicht weniger als 27 Schulen und 19 Kitas; gestartet war das Projekt vor fast anderthalb Jahrzehnten mit 18 Schulen.
Die Stadt Herne hat sich nach einer erfolgreichen Startphase entschieden, das Projekt dauerhaft in Eigenregie weiterzuführen. Es finanziert sich maßgeblich aus den durch das Projekt selbst eingesparten Energiekosten. Als Anreiz und Anerkennung für das Engagement erhalten die Einrichtungen eine Grundprämie – bei Nachweis von mindestens drei Aktivitäten in Kitas bzw. vier in Schulen. Bei höherem Engagement erhöht sich die Prämie nochmals.
Auch im jetzt ausgezeichneten Schuljahr 2024/2025 konnten sich die Erfolge der Herner Kinder und Jugendlichen sehen lassen: 43 von 46 Schulen erhielten am Donnerstag, 5. Februar 2026, beim Festakt in der Aula des Haranni-Gymnasiums eine Prämie sowie Urkunden überreicht.
In seinem Grußwort dankte Hernes Schuldezernent Andreas Merkendorf den Schulen und Kitas der Stadt für ihr großes und anhaltendes Engagement in Sachen Energiebewusstsein: „Im Durchschnitt wurden an jeder Schule und in jeder Kita sieben Projekte und Aktivitäten durchgeführt. Auf diese Weise haben die Schulgemeinden für sich selbst Prämien von zusammengenommen rund 40.000 Euro erarbeitet. Dieses Geld fließt nun zurück in die Schulen und wird dort direkt in die pädagogische Arbeit und fachliche Ausstattung der Schulen und Kitas reinvestiert“, so Andreas Merkendorf.
Zu den Aktivitäten, die im Rahmen des Projekts an Schulen und Kitas umgesetzt wurden, zählen unter anderem die Benennung von Energiebeauftragten in den Klassen, das Aushängen von Energiespartipps auf Plakaten und in Schaukästen in der Schule oder Kita, die Behandlung des Themas im Unterricht und den Lehrer*innenkonferenzen sowie zahlreiche weitere praktische Projekte von Schüler*innen für Schüler*innen rund um das Thema Energiesparen, Energieeffizienz und Ressourcenschonung.
Möglich wird dies, weil die Stadt Herne das Projekt mit Unterstützung eines Projektbüros intensiv begleitet. So gelingt es, mit Hilfe der e&u energiebüro gmbh aus Bielefeld, den teilnehmenden Schulen und Kitas spezielle Lern- und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, sie mit regelmäßigen Energiespartipps zu versorgen, Austauschtreffen der Energiebeauftragten zu organisieren oder auch die Gebäude zu begehen und energiespezifische Messungen durchzuführen.
Ziel des Projekts ist es, durch bewusstes Nutzer*innenverhalten Heizenergie, Strom und Wasser zu sparen. Schulen und Kitas leisten damit nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, sondern fördern gleichzeitig wichtige Kompetenzen für eine nachhaltige Lebensweise bei Kindern und Jugendlichen. Indem Schüler*innen ihre Schule beispielsweise auf Energiefresser untersuchen, Stand-by-Stromverbraucher stoppen und effektives Lüften praktizieren, mindern sie messbar die CO2-Emissionen ihrer Schulen. Ihr Wissen tragen sie im Idealfall nach Hause, so dass sich die Wirkung bis in die Familien entfaltet.
„Die Ergebnisse des Projekts über die vergangenen Jahre hinweg sind sowohl in energetischer wie auch pädagogischer Hinsicht ausgezeichnet: Die Kinder und Jugendlichen lernen, die Konsequenzen ihres Verbrauchsverhaltens zu erkennen und ihr Verhalten entsprechend umzustellen. Über den geminderten Ressourcenverbrauch und die dafür fälligen Prämierungen erleben sie zugleich ihre eigene Selbstwirksamkeit. Beides sind wichtige und wertvolle Lernerfahrungen für junge, heranwachsende Menschen“, bringt es Andreas Merkendorf auf den Punkt.