Die Stadt Herne hat im August 2024 mit dem Konsortium Trianel GmbH und greenventory GmbH begonnen einen Wärmeplan für das Stadtgebiet Herne zu erstellen. Der Wärmeplan wurde als Entwurf für die Möglichkeit zur Einsicht und Abgabe von Stellungnahmen vom 20. Februar bis zum 22. März 2026 veröffentlicht. Derzeit wird der Bericht finalisiert und fristgemäß bis zum 30. Juni 2026 verabschiedet. Nachdem der Rat der Stadt den Wärmeplan beschlossen hat, wird dieser auf der Webseite zur Verfügung stehen. Die Veröffentlichung wird zudem bei einer Pressekonferenz bekannt gemacht.
Nachfolgend auf die Verabschiedung sind im Sommer 2026 mehrere Informationsveranstaltungen geplant. Nähere Details dazu werden zeitnah auf dieser Internetseite bekannt gegeben.
Zudem wird eine kostenlose Software-Lösung bereitgestellt, mit der Gebäudeeigentümer die Ergebnisse des Wärmeplanes für ihr Objekt einsehen können und eine erste Einschätzung zur Energieeffizienzklasse und dem Sanierungspotenzial modellieren können. Der Link dazu wird mit der Veröffentlichung des Wärmeplanes auf der Internetseite erscheinen.
Die Wärmeversorgung macht einen großen Teil des Energieverbrauchs in Herne aus. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 schrittweise klimaneutral, wirtschaftlich tragfähig und sozial ausgewogen gestaltet werden kann. Der Wärmeplan:
Wichtig:
Der veröffentlichte Bericht ist ein Entwurf. Die darin dargestellten Wärmeversorgungsgebiete dienen gemäß Wärmeplanungsgesetz der Orientierung. Sie begründen weder einen Anschlusszwang noch eine Verpflichtung zur Nutzung bestimmter Heiztechnologien.
Die kommunale Wärmeplanung schafft Transparenz und Planungssicherheit. Sie zeigt auf, welche Versorgungsoptionen in verschiedenen Stadtgebieten perspektivisch sinnvoll sein können – etwa:
Individuelle Entscheidungen über Heizungsanlagen richten sich weiterhin nach den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Hier finden Sie allgemeine Informationen zur kommunalen Wärmeplanung .
Die sogenannte Eignungsprüfung (siehe Wärmeplanungsgesetz § 14 ) ermöglicht es Kommunen grundsätzlich bereits zu Beginn der Wärmeplanung (noch vor der Bestandsanalyse), Teilgebiete der Stadt von der detaillierten Analyse für eine mögliche Versorgung mit einem Wärme- oder Wasserstoffnetz auszuklammern. Das bedeutet, dass solche Gebiete ein verkürztes Verfahren durchlaufen und direkt als dezentrale Versorgungsgebiete im Wärmeplan dargestellt werden. Für die Eignungsprüfung werden Teilgebiete untersucht, die bisher über kein Netz verfügen und sich sehr wahrscheinlich nicht für eine netzgebundene Versorgung eignen.
Die Stadt Herne hat die Eignungsprüfung zusammen mit der Bestandsanalyse durchgeführt, um keine Gebiete frühzeitig von der Versorgung durch ein Wärme- oder Wasserstoffnetz auszuschließen. Das bedeutet, dass zunächst die Bestandsanalyse erfolgt ist und, basierend auf allen vorliegenden Daten, Teilgebiete auf eine mögliche netzgebundene Versorgung untersucht wurden.
Für die Bestandsanalyse wurden zahlreiche Daten ausgewertet – unter anderem von Energie- und Wärmeversorgern. So entstand ein genaues Bild davon, wie die Wärmeversorgung in der gesamten Stadt derzeit aussieht. Untersucht wurde dabei, auf welche Weise Wärme erzeugt wird und wie viel Wärme insgesamt benötigt wird. Dazu gehören Informationen über den Energiebedarf für Raumheizung, Warmwasser und – soweit vorhanden – für industrielle Prozesse.
Die Bestandsanalyse ergab, dass die Nutzungsformen Raumwärme und Warmwasser einen Anteil von 63 Prozent am Wärmebedarf der Stadt haben und überwiegend durch die Sektoren Wohnen, Gewerbe/Handel/Dienstleistung und öffentliche Gebäude beeinflusst werden. Hier liegt ein Fokus der Wärmeplanung für Herne.
Erdgas ist aktuell der wichtigste Energieträger für die Wärmeversorgung in Herne. Um langfristig unabhängiger von Erdgasimporten zu werden und die CO2-Emissionen im Wärmesektor zu senken, legt das Gebäudeenergiegesetz fest, welche Technologien beim Austausch einer Heizung künftig eingesetzt werden dürfen.
Neben der Erdgasversorgung spielen die Wärmenetze in Herne eine wichtige Rolle für die Versorgung vieler Haushalte, Betriebe und öffentlicher Gebäude. Sie ermöglichen eine effiziente Bereitstellung von Wärme, da diese zentral erzeugt und anschließend an viele Gebäude verteilt wird. Durch den Anschluss weiterer Gebäude und die Einbindung erneuerbarer Energiequellen – wie zum Beispiel industrieller Abwärme oder Wärme aus Grubenwasser – können Wärmenetze künftig noch stärker zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in Herne beitragen.
Für die Potenzialanalyse haben die Ergebnisse der Bestandsanalyse die Grundlage gebildet. Darauf aufbauend wurde untersucht, wie sich der Wärmebedarf in der Stadt senken lässt und welche Möglichkeiten bestehen, die Wärmeerzeugung schrittweise klimaneutral zu gestalten.
Bei einer umfassenden Sanierung aller Gebäude und der Umsetzung weitergehender Effizienzmaßnahmen ließe sich der Wärmebedarf theoretisch um rund 44 Prozent reduzieren. In der Praxis werden jedoch neben den möglichen Einsparungen auch die Kosten berücksichtigt, sodass das wirtschaftlich realisierbare Potenzial geringer ausfällt. Dieses wurde im Rahmen des Zielszenarios abgeschätzt.
Das technische Potenzial dezentraler Wärmequellen umfasst in Herne insbesondere Wärme aus Erdkollektoren, Erdsonden, Solarthermie sowie Photovoltaik-gestützten Wärmepumpensystemen. Diese Potenziale übersteigen die künftig benötigte Wärmemenge um ein Vielfaches, sind jedoch durch verfügbare Flächen sowie geologische und bauliche Bedingungen begrenzt. Das Potenzial von Luft-Wärmepumpen wird dagegen als nahezu unbegrenzt eingeschätzt, da sie keinen zusätzlichen Flächenbedarf haben und flexibel einsetzbar sind; allerdings sind hier Geräuschemissionen bei der Standortwahl zu berücksichtigen. Insgesamt zeigt die Gegenüberstellung, dass ausreichend dezentrale Optionen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung vorhanden sind.
Nachdem die Potenzialanalyse fertiggestellt wurde, sind Zielszenarios ausgearbeitet und Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt worden. Der Wärmeplan stellt dar, welche Versorgungsart im Zieljahr 2045 für die verschiedenen Teilgebiete möglich ist und welche Umsetzungsmaßnahmen dafür nötig sind.
Diese Informationen werden in dem fertigen Wärmeplan veröffentlicht, sobald dieser beschlossen ist.
Daniel Wirbals
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