Der Dorneburger Mühlenbach wurde von 1908 bis 1917, wie die meisten Zuläufe zur Emscher, auch in Eickel aufgrund von Bergsenkungen des Kohlenbergbaus ausgebaut, begradigt und in Betonprofilen befestigt. Im Bachbett wurden sowohl das Regenwasser wie auch das Abwasser der neu entstandenen Siedlungen, etwa der neugebauten Gartenstadt Dorneburg, abgeführt. Der Bach wurde zur stinkenden, abwasserführenden „Köttelbecke“.
Mit dem Umbau des Emschersystems begann auch in der Stadt Herne die Renaturierung. Zunächst wurden unterirdische Kanäle gebaut, die das Abwasser abführen. Im Bach verblieb nur das saubere Quell- und Regenwasser.
Der nun wieder saubere Dorneburger Mühlenbach wurde in einem ersten Schritt von Oktober 2009 bis Ende 2010 bis zur Eintrachtstraße aus seinem Betonkorsett befreit. Im angrenzenden Abschnitt verzögert sich der Umbau, da die teure und aufwändige Sanierung der sehr langen Verrohrung, unter dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel hindurch, abgewartet werden muss.
Der renaturierte Bach wurde von Beginn an wieder von der Natur in Besitz genommen. Die Ufer sind in der renaturierten Strecke großenteils von einem von alleine aufgewachsenen Ufergehölz aus Weidenbäumen begleitet.
Auf den angrenzenden Böschungen wachsen Brombeerhecken, Staudenfluren und Wiesen.
Im Bach leben heute neben Wasserschnecken, Strudelwürmern und Köcherfliegen auch die Larven der Gebänderten Prachtlibelle, einer prächtigen, blaumetallisch schillernden Libellenart. Mit dem Dreistacheligen Stichling, einer kleinen, aber bei den Männchen farbenprächtigen Fischart, sind auch die Fische in den Bach zurückgekehrt.
Quelle: Biologische Station, Östliches Ruhrgebiet.