Aus weiblichem Blickwinkel hinter die Fassade der Exponate zu schauen, die weibliche Komponente an den Gegenständen zu entdecken und sie nach ihrer Bedeutung für Frauen, für deren Leben und Arbeiten zu befragen: darum geht es bei diesem Rundgang durch das Schloss.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Herner Frauenwoche
Paula Modersohn-Becker (1876-1907) lebte für eine Frau um 1900 ein ungewöhnlich eigenständiges Leben, denn sie verwirklichte kühn ihren Traum, Malerin zu werden. Im September 1898 zog sie in die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen, einem kleinen Bauerndorf am Rande des Teufelsmoors, wo neben Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler und ihrem späteren Ehemann Otto Modersohn auch einige Frauen künstlerisch tätig waren und sich vom einfachen ländlichen Leben neue Impulse versprachen. Paula Modersohn-Becker gestaltete in naturalistischem Stil poetische Stimmungslandschaften und Darstellungen von Frauen und Kindern. Doch während mehrerer Paris-Aufenthalte emanzipierte sie sich und entdeckte in ihren farbkräftigen Bildern einen eigenen Zugang zum Expressionismus.
Ein Angebot im Rahmen der Herner Frauenwoche.
Informativ, unterhaltsam und anregend präsentiert sich an festgelegten Samstagnachmittagen die „Schlossakademie“, wo in geselliger Runde Bilder betrachtet und besprochen werden.
In bunten Seminarreihen stellt die Kunsthistorikerin Dr. Birgit Poppe ausgewählte Bilder aus unterschiedlichen Epochen vor.
Im dritten und letzten Seminar dieser Reihe lernen wir das Leben und Werk von Wassily Kandinsky näher kennen.
Der russische Künstler Wassily Kandinsky (1866-1944) war ein kreatives Genie und ein charismatischer Pädagoge, der zuerst in expressionistischem Stil malte, ehe er zur Abstraktion fand, wo die Farben Rot, Gelb, Blau und geometrische Grundformen im Mittelpunkt standen. Mit der Gründung der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ wurde Kandinsky berühmt, später lehrte er in Weimar und Dessau am Staatlichen Bauhaus. Er verbildlichte in der Malerei „Klänge“ und entwickelte faszinierende künstlerische Theorien.
Kunsthistorische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der Österreicher Gustav Klimt (1862-1918) gilt als der berühmteste Jugendstilkünstler, er porträtierte in unnachahmlicher Weise die reichen und schönsten Damen Wiens. Als um 1900 der Jugendstil als neue europäische Kunstbewegung mit ungewöhnlichen pflanzlichen und abstrakten Ornamenten in der Architektur, Plastik, im Kunstgewerbe und in der Malerei für Aufsehen sorgte, entwickelte Klimt dekorative Gemälde in einem mosaikartigen Stil, die er teils mit Gold schmückte. Dieser Vortrag erzählt von dem Leben des modernen Künstlers und seiner Bedeutung als Mitbegründer der Wiener „Secession“, auch von den außergewöhnlichen abstrakt-ornamentalen Bildern und seinen vielen Porträts – vor allem von Frauen.
Nachdem Hans Göttmann in seinem ersten Abenteuer Im Glück die Freiheit gesucht und gefunden hat, meint seine Mama, dass es nun Zeit für ihn ist, erwachsen zu werden. Er bekommt ein Paket mit allem, was man für’s Erwachsenwerden braucht. Voller Vorfreude öffnet er das Paket und entdeckt darin eine Herausforderung nach der anderen. Aber mit kindlicher Neugier versucht er, die Hindernisse Schritt für Schritt zu bewältigen.
Während wir über Göttmann lachen, bekommen wir durch ihn einen neuen, ganz anderen Blick auf uns selbst und unser Erwachsen- oder Kindsein, unser Erwachsenwerden oder Kindbleiben.
Eine freie Stückentwicklung über die Hürden und Fragen des Erwachsenwerdens – clownesk anders.
Ein clowneskes Solo über das Erwachsen-werden und das Kind-bleiben
Für Kinder ab 6 Jahre
Emil Nolde (1867-1956) entwickelte sich, angeregt von der farbkräftigen, neoimpressionistischen Malerei van Goghs und Gauguins, zum Expressionisten, indem er sich auf die reine Farbe konzentrierte, die er zu höchster Leucht- und Ausdruckskraft steigerte. Durch zahlreiche Reisen inspiriert, die ihn u. a. in die Südsee führten, malte Nolde viele ausdrucksstarke Landschaftsbilder vom Meer. Neben Gartenbildern widmete er sich zudem in ungewöhnlich exotischen Farben Porträts, Figurenbildern und religiösen Szenen.
In diesem Vortrag stellt uns die Kunsthistorikerin Dr. Birgit Poppe sein Leben und Werk vor, ebenso seine umstrittene politische Rolle im Nationalsozialismus.