Projektschritte

Zusammen mit dem Stadtteilbüro Wanne-Süd und der KiTa am Weustenbusch wurde das Konzept eines gesunden Lernkoffers entworfen. Das Ziel der Maßnahme ist es, KiTas und Grundschulen ein lernpädagogisches Angebot bereitzustellen.

Der Gesundheitskoffer ermöglicht den Kindern eine altersgerechte Auseinandersetzung mit den Themen gesundes Ernährungs- und Trinkverhalten und dem Sinnesorgan Ohr und der damit verbundenen Bedeutung von Lärmprävention im Alltag. In dem Gesundheitskoffer finden Interessenten Lernmaterialien sowie konkrete Ablaufpläne für die Bearbeitung eines Themas in der Betreuung und im Unterricht. Der Gesundheitskoffer ist dabei besonders auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern zugeschnitten und fokussiert sich auf spielebasierte Lerneinheiten, um die relevanten Inhalte altersgerecht zu adressieren.

Der Koffer wird zur kostenlosen Ausleihe im Stadtteilbüro Wanne-Süd platziert.

Das 4. Quartal 2020 wurde zudem dafür genutzt, die bisherigen Maßnahmen in Wanne-Süd zu evaluieren und somit Erkenntnisse für weitere gesundheitsförderliche und präventive Maßnahmen der Quartiersentwicklung zu sammeln. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf eine kritische Reflexion der zuvor gesteckten Ziele gerichtet. Zusammen mit den engsten Netzwerkpartner*innen vor Ort wurden die Einzelmaßnahmen im des First Mover Projekts diskutiert und im Rahmen einer Ziel-Umsetzungsanalyse ausgewertet.

Für die weitere Umsetzung quartiersbezogener Projekte mit gesundheitsförderlichem Schwerpunkt existieren bereits konkrete Ideen.

Mit Hilfe verschiedener Netzwerkpartner*innen konnten zwei Urban-Gardening Konzepte umgesetzt werden.

Zusammen mit der Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft, dem Stadtteilbüro Wanne-Süd und dem Kleingärtnerverein Wanne-Süd e.V. wurde zwei Palettenhochbeete im Jugendzentrum „Der Heisterkamp“ errichtet und bepflanzt. Unter der fachlichen Anleitung von Herrn Schröder, dem 1. Vorsitzenden des Kleingärtnervereins Wanne-Süd e.V. und Herrn Nell, dem Koordinator des First-Mover Projekts, schraubten die Kinder- und Jugendlichen mit tatkräftiger Unterstützung des Betreuerteams des Heisterkamps die Hochbeete zusammen und befüllten diese Schichtweise mit Laubschnitt, Kompost- und Hochbeeterde. Dabei erfuhren sie von Herrn Schröder viel Wissenswertes über die Gärtnerei und die Anzucht von Nutzpflanzen. Neben den Kindern lauschten auch die Anwesenden Erwachsenen aufmerksam den Worten, um nützliche Tipps auch für den heimischen Garten zu erhaschen. Die über die Gärtnerei der wewole-Stiftung bezogenen Jungpflanzen wurden von den Kindern und Jugendlichen eigenhändig eingepflanzt. Auf diesem Wege lernten sie dabei auch Gemüsearten wie Mangold oder Grünkohl kennen, welche wohl nicht auf dem alltäglichen Speiseplan der Kinder- und Jugendlichen stehen. Insbesondere das breite Sortiment an Kräutern entwickelte einen atemberaubenden Duft und machte den Tag zu einem sensorischen Erlebnis.

All diese Eindrücke dienen dem Ziel, bei den Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit zu entwickeln sowie eine Begeisterung für ein gesundes und nahrhaftes Ernährungsverhalten zu entfachen. Die Hochbeetaktion wird in der Folgezeit von mehreren niedrigschwelligen Maßnahmen flankiert, um eine langanhaltende Bewusstseinsveränderung zu forcieren. So sollen die Hochbeete weiterhin von den Kindern und Jugendlichen gepflegt werden. Dazu zählt auch die eigenständige Herstellung von Jauche um die Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Des Weiteren werden im wortwörtlichen Sinn die „Früchte der gemeinsamen Arbeit“ geerntet und zusammen zubereitet. Hierbei entsteht ein kreativer Spielraum, um spannende und trendige Rezepte auszuprobieren und so den eigenen Horizont zu erweitern.

Als weitere Maßnahme konnte zusammen mit der KiTa „Am Weustenbusch“ das Projekt „Kräuterdetektive Am Weustenbusch – Den Pflanzen auf der Spur!“ umgesetzt werden.

Die Leitidee hinter dem Projekt ist es, gemeinsam Fragen hinsichtlich Ernährung und Nachhaltigkeit auf den Grund zu gehen. Hierbei verfolgt das Projekt einen Upcycling-Ansatz. Konkret bedeutet dies, dass das Wiederverwerten und Aufbereiten von nicht mehr genutzten Gegenständen, die augenscheinlich keinen Zweck mehr erfüllen, wichtige Aspekte und die Grundlage des Projekts darstellen.

Hierfür haben die Kinder und Erzieher*innen in den vergangenen Wochen gemeinsam alte Konservendosen zusammengetragen. Diese wurden in liebevoller Arbeit mit Farbe bemalt und individuell gestaltet. Im Anschluss wurden die Konservendosen mit den Jungpflanzen (beziehungsweise den Samen) bestückt und in den Gartenzaun eingehängt. In diesem Zusammenhang diskutierten die Kinder auch, zu welchem Zweck alte Konservendosen noch genutzt werden könnten.

In Rahmen einer Aktionswoche Ende September wurden auf spielerische Art und Weise ernährungspädagogische Lerninhalte und ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen vermittelt. So untersuchten beispielsweise die Kinder die Kräuter mit Lupen und lernten so die unterschiedlichen Merkmale der einzelnen Kräuterarten kennen. Mit Hilfe von Bilderbüchern wurde das Wissen weiter vertieft und die gewonnenen Erkenntnisse in selbst gestalteten Plakaten festgehalten. Natürlich darf auch die sinnliche Erfahrung nicht zu kurz kommen. Durch Geschmackstestungen machten die Kinder erste Bekanntschaften mit der geschmacklichen Vielfalt der Welt der Kräuterpflanzen.

Im Rahmen des Projektes First Mover soll das Thema „Hören im Alter“ aufgegriffen und wichtige Informationen und Tipps an die Quartiersbewohnerschaft in Wanne-Süd adressiert werden. Hierfür soll zum Auftakt ein digitaler Audiowalk durch Wanne-Süd angelegt werden, um die Aufmerksamkeit auf das Thema Hören und die Bedeutung eines intakten Hörvermögens auf das Wohlbefinden und die soziale Partizipation von Menschen zu lenken.

Unter einem Audiowalk ist ein digitaler Hörpfad zu verstehen. An verschieden Stationen im Quartier Wanne-Süd sollen interessierte Menschen die Gelegenheit bekommen, über ein digitales Endgerät (Smartphone, Tablet) nähere historische Informationen über die entsprechende Örtlichkeit abzurufen. Insbesondere die ältere Quartiersbewohnerschaft soll am inhaltlichen Gestaltungsprozess beteiligt werden, so dass Lebens- und Erwerbsbiographien kreativ aufbereitet und digital archiviert werden. Die Maßnahme trägt dazu bei, die soziale Teilhabe älterer Menschen im Quartier zu erhöhen und die historischen Umbrüche im Lebensraum „Quartier“ in akustischer Form erfahrbar zu machen. An der Durchführung sind verschiedene Akteure im Quartier beteiligt. Durch die Einbindung des DRK, der Stabstelle Zukunft der Gesellschaft, des Stadtteilmanagements Wanne-Süd sowie der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. sollen die bestehenden Ressourcen im Quartier Wanne-Süd gebündelt und die Quartierbewohner*innen zum aktiven Mitgestalten angeregt werden.


Upcycling Kräuterbeete in Wanne Süd

Wie verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, kann ein ungesundes Ernährungsverhalten im Kindes- und Jugendalter dramatische Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg eines Kindes haben und die Gesundheitsbiografie und die damit verbundenen Lebenschancen eines Menschen vorskizzieren.

Aus diesem Grund stößt die Stadt Herne im Rahmen des Projekts „First Mover“ eine Aufklärungsoffensive an, um gesundes Ernährungsverhalten bei Kindern und Jugendlich zu fördern. Durch das Anpflanzen von Kräutern in Kindergärten und Schulen soll ein Bewusstsein für eine natürliche und ausgewogene Ernährung geschaffen werden.

Dabei dienen die Kinder- und Jugendlichen als Multiplikatoren und tragen ihr neu erworbenes Wissen und die selbst angebauten Kräuter in ihre Familien und somit in die häusliche Küche. Die frischen Kräuter dienen als Inspirationsgrundlage, um neue kulinarische Konzepte zu entwickeln, so dass es zu einem Umdenken im bisherigen familiären Koch- und Ernährungsverhalten kommt.

Die Leitidee hinter dem Projekt ist, dass die Kinder und Jugendlichen unter der Anleitung von Erzieher*innen und Lehrkräften einen DIY Ansatz(Do-It-Yourself) verfolgen. Sie pflanzen, gestalten und versorgen ihr kleines Kräuterbeet selbst und können dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das gestalterische Konzept kann dabei problemlos den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit können alltägliche Materialien eingesetzt und individuell gestalten werden. Nicht mehr benötigte und verschlissene Kleidungsstücke können beispielsweise als Ausgangsmaterial für Hängebeete dienen. Der Fachbegriff hierfür ist „Upcycling“.

Auch in diesem Jahr fand im Sportpark das erfolgreiche Format „Wanne-Süd leuchtet auf“ statt, das gemeinsam mit dem DRK und dem Stadtteilmanagement Wanne-Süd veranstaltet wird. Die bei dieser Veranstaltung wurden die gesammelten Wünsche und Anregungen der Teilnehmenden aus dem letzten Jahr an einer Stellwand präsentiert und erläutert, welche Maßnahmen daraus für das Projekt „First Mover“ abgeleitet worden sind. Darüber hinaus hatten die Menschen in Wanne-Süd weiterhin die Möglichkeit Verbesserungsvorschläge an die Projektverantwortlichen zu adressieren und so an der Entwicklung ihres Quartiers aktiv teilzuhaben.

Die bereits seit 2018 in Herne etablierte Veranstaltungsreihe „Open Sunday“ war zu Beginn des Jahres auch für Wanne-Süd vorgesehen. Das Konzept des Open Sunday zielt auf eine gezielte Aktivierung von Kinder- und Jugendlichen ab, und soll Spaß und Freude an Sport und Bewegung vermitteln. Unter der Anleitung von fachlich geschulten Studenten der Universität Duisburg-Essen wird den Kindern und Jugendlichen ein bunter Strauß an sportlichen Bewegungsangeboten präsentiert. Dabei wird auf eine spielerische Art und Weise ein niedrigschwelliger Zugang zur Welt des Sports geschaffen. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Vermittlung von Werten wie Teamfähigkeit, Zusammenhalt und Fairness. Leider mussten die geplanten Termine aufgrund der Coronapandemie und den damit verbundenen Hygienevorschriften verschoben werden.

In Kooperation mit dem Stadtsportbund und der Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft wird weiter nach Möglichkeiten gesucht, eine langfristige Finanzierung und somit eine Verstetigung des Angebots zu gewehrleisten.

Am 07. November fiel mit der Bewilligung des Förderantrags durch die GKV in NRW der Startschuss für das Projekt „Gesunde Begegnungsstätte“. Zusammen mit der AWO in Wanne-Süd werden bis zum Jahr 2022 verschiedene Projekte zum Thema Gesundheit und Prävention in der modernisierten Begegnungsstätte am Sportpark stattfinden. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die intergenerative Ausrichtung des Programmangebots gelegt. So soll in Zukunft die neue Begegnungsstätte ein Ort sein, der sowohl Jung und Alt zum verweilen einlädt und als zentraler Quartierstreffpunkt den Grundstein für ein erfolgreiches generationsübergreifende/s Kommunikation und Zusammenleben legt.

Ein besonderer Hingucker wird das geplante Hochbeet im Garten der Einrichtung sein. Dieses Beet soll in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit bepflanzt und bewirtschaften werden und somit die soziale Teilhabe und den Zusammenhalt im Quartier Wanne-Süd stärken.

Durch die neue technische Ausstattung der Einrichtung (WLAN, Beamer) werden in Zukunft verschiedene Veranstaltungsformate dazu beitragen, das gesundheitliche Bewusstsein von Jung und Alt zu schulen sowie die Freude an Sport und Bewegung zu vermitteln.

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts First Mover ein pädagogisches Lehrkonzept für die Ernährungs- und Gesundheitsaufklärung in Kitas entworfen. Das Konzept sieht vor, sogenannte Lernkisten zur Ausleihe im Quartiersbüro in Wanne-Süd zu platzieren. Die in den Kisten enthaltenen Materialien greifen kindgerecht und spielerisch die Themen „Ernährung“, „Trinken“ und „Hören“ auf. Mit zahlreichen Ideen und Arbeitshilfen können Kinder auf einfache Art für eine gesunde Lebensweise sensibilisiert werden.

Das neu gegründete Stadtteilteam (2. Quartalsbericht 2019) lud am 12. September zu einem Netzwerktreffen aller lokalen Akteure in Wanne-Süd ein. Insgesamt 28 Vertreter*innen verschiedener sozialen Träger, Einrichtungen und der städtischen Verwaltung fanden sich am 12. September im Ratssaal des Rathauses Wanne ein, um gemeinsam mit dem Stadtteilteam rege über bereits angelaufenen und geplanten Maßnahmen und Initiativen zu diskutieren. Zu den vorgestellten Ideen gehörten u.a. die Modernisierung und der Umbau der AWO-Begegnungsstätte am Sportpark zu einem intergenerativen Quartierstreffpunkt, die Umgestaltungskonzepte der Räumlichkeiten und der Außenanlage des Jugendzentrums Heisterkamp sowie die Ausbildung von ehrenamtlichen Technikbotschafter*innen, welche die älteren Quartiersbewohner*innen im Umgang mit digitalen Geräten schulen sollen. Außerdem wurde den Anwesenden das BIWAQ-Projekt (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier)vorgestellt, in dessen Rahmen Mittel des Europäischen Sozialfonds für die sozialräumliche Entwicklung im Quartier Wanne-Süd beantragt werden können.

Des Weiteren wurde das Projekt FRANKA mit den Projektpartner*innen weiterentwickelt sowie zusammen mit dem Herner Tageseltern e.V. ein Konzept zur Entlastung alleinerziehender Väter und Mütter erstellt.

Außerdem wurde auf der Rasenfläche vor dem Stadion im Sportpark Eickel ein Quartierspicknick veranstaltet. Die Teilnehmer*innen brachten eigens zubereitete Speisen und Getränke mit, welche vor Ort verzerrt wurden. Mit freundlicher Unterstützung des Harkort-Cafés wurde zudem ein gesundes Frühstück angeboten sowie Rezeptideen für ein ausgewogenes Frühstück ausgetauscht. Das Picknick wurde begleitet von kostenfreien Bewegungsangeboten. So bot das DRK ein Programm zum Erhalt der Beweglichkeit an, während der TV Röhlinghausen sportinteressierte Teilnehmer*innen auf einen Schnupperkurs Nordic-Walking durch den Park mitnahm.

Innerhalb des 2. Quartals 2019 wurde seitens der Stadt eine weitere Initiative für die Entwicklung des Quartiers Wanne-Süd eingeleitet. Neben dem First Mover Projekt und der Koordination der baulichen Maßnahmen und des Verfügungsfonds über das Stadtteilmanagement, wird zukünftig die sozial-integrative Entwicklung die Stadt Herne betreut. Gemeinsam bilden die Verantwortlichen der Projekte nun das „Stadtteilteam“ in Wanne-Süd. Das insgesamt dritte Netzwerktreffen in Wanne-Süd wurde gemeinsam im Stadtteilteam geplant und organisiert.

Bei diesem Treffen wurde die Idee, zukünftige Maßnahmen in Wanne-Süd unter eine „Dachmarke“ zu fassen, vorgestellt. So soll die Öffentlichkeitsarbeit vereinfacht und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure vor Ort koordinierten werden. Außerdem soll über die Dachmarke ein Wiedererkennungswert für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden.

Außerdem wurden Arbeitsgruppen zum Thema Aktivierung des Quartiers gebildet, die folgende Herausforderungen als Schwerpunkte herausarbeiteten:
1. Fehlen eines kommerziellen Zentrums und leerstehende Ladenlokale
2. Fehlen von Orten der Begegnung und Integration sowie Stärkung der Identifikation mit Wanne-Süd

Diesbezüglich wurde über Ideen und Lösungsvorschläge gesprochen, die im Laufe der weiteren Projektarbeit gemeinsam weiterverfolgt werden.

Am Weltumwelttag, dem 05. Juni wurde am Emschertal Berufskolleg ein Tag der offenen Tür des Bereichs Gesundheit/Soziales durchgeführt. An diesem Tag wurde den Besucher*innen ein umfangreiches Programm geboten, das die Schüler*innen des Berufskollegs durchgeführt haben. Auße-dem wurde an diesem Tag um 18 Uhr eine „Plogging“-Aktion mit dem Kooperationspartner Outlex-Fitness aus Herne durchgeführt. Dabei wurde Bewegung in Form von Joggen mit den Themen Klima- und Naturschutz verbunden, indem während des Joggens Müll aus der Umgebung gesammelt und ordentlich entsorgt wird. Die Aktion wurde in die Datenbank #tatenfuermorgen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit aufgenommen.

Wie in der Projektplanung vorgesehen, wird das Projekt First Mover derzeit von einer Studierenden der Hochschule Rhein-Waal im Rahmen einer Masterarbeit wissenschaftlich unterstützt. Bezüglich der Auswirkungen der Wohnumgebung auf die individuelle Gesundheit – die Verhältnisebene – steht bei dieser Arbeit der Faktor Lärm und die Zielgruppe Kinder im Fokus. Im April und Mai wurden mehrere Lärmspaziergänge mit Gruppen von sechs bis acht Kindern zwischen 8 und 12 Jahren durchgeführt. Einer der Spaziergänge wurde von der Projektkoordination First Mover begleitet, die weiteren Spaziergänge hat die Studierende Roes in Kooperation mit Schulsozialarbeiter*innen der Europaschule und Sozialarbeiter*innen aus dem Jugendzentrum Heisterkamp durchgeführt. Die Auswertung der interaktiven Befragung, wird bis Oktober fertiggestellt.

Ausgehend von dem, im Herbst 2018 veranstalteten Netzwerktreffen wurde die Idee eines zusätzlichen Bewegungsangebots in den Kitas in Wanne-Süd entwickelt. Mit den Leitungen der Einrichtungen wurde ein Konzept zur Implementierung von Yoga- und Tanzstunden in den Kitas gestaltet. Die Finanzierung des zusätzlichen Bewegungsangebots wurde Ende Januar 2019 über das Präventionsgesetz beantragt.

Im ersten Quartal der Jahres 2019 fand die Veranstaltung „Wanne-Süd leuchtet auf“ im Sportpark Eickel statt. First Mover, Stadtteilbüro, Inklusionsbüro und DRK luden gemeinsam zu einem Spaziergang ein an dem etwa 40 Bewohner*innen teilnahmen. Mit Anbruch der Dunkelheit wurde der Park entlang einer beleuchteten Strecke begangen. Während des Spaziergangs, vor allem aber während des anschließenden gemeinsamen Ausklangs bei Kaffee und Waffeln im Familienzentrum St. Joseph, wurden Wünsche, sowie Lob und Kritik am Quartier erfragt. Die Ergebnisse wurden anschließend bei einem Termin im März ausgestellt und erste Ideen zur Umsetzung der Wünsche präsentiert. Geplant ist, dass zukünftig weitere, inklusive Veranstaltungen in Wanne-Süd geplant werden.

Da die Zielgruppe der Alleinerziehenden in Wanne-Süd überproportional vertreten ist, sollen spezifische, bedarfsgerechte Angebote geschaffen werden. Die Idee für ein zusätzliches Betreuungsangebot für Kinder von alleinerziehenden Eltern wurde gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne weiterentwickelt.

Außerdem wurde unter dem Arbeitstitel „FRANKA“ verwaltungsintern die Arbeit zur psychischen und physischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitsförderung für diese Zielgruppe in das Setting Quartier zu tragen und in Form von Ferienaktionen und Familienangebote zu verwirklichen.

Im April 2019 fand das zweite Netzwerktreffen in Wanne-Süd statt. Dieses Netzwerktreffen wurde genutzt, um die bisherige Schritte vorzustellen und gemeinsam weitere Projekte anzustoßen.

Gemeinsam mit den Fachkräften des Stadtteilbüros Wanne-Süd wurden im Herbst 2018 die ersten beiden Netzwerkveranstaltungen durchgeführt. Ziel beider Veranstaltungen war die Vorstellung des First Mover-Projekts sowie des Stadtteilverfügungsfond für das Quartier. Zudem wurden die Ergebnisse der Datenanalyse vereinfacht dargestellt, um eine bedarfsgerechte Ableitung von Maßnahmen zu ermöglichen, die die Lebensqualität in Wanne-Süd verbessern.

Neben den Netzwerkveranstaltungen fanden weitere Termine statt, die der Ableitung und Konzeption von Maßnahmen für Wanne Süd dienten:

  • Mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne wurden Ideen für die Zielgruppe der Alleinerziehenden ausgetauscht.
  • In Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt wurde ein Projekt zur Mensaverpflegung in die Wege geleitet.
  • Mit der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Mitte, welche in Wanne-Süd eine Begegnungsstätte unterhält, wurden gemeinsam Pläne zur zukünftigen Nutzung dieser Stätte entwickelt. Die Idee, einen Generationenaustausch vor Ort zu etablieren und so die soziale Integration zu steigern wird angedacht.

Konkret wurde mit dem Deutschen Roten Kreuz eine Veranstaltung für das 1. Quartal 2019 konzipiert. Diese soll die Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier zu mehr Bewegung im Stadtteil motivieren. Unter dem Titel „Wanne-Süd leuchtet auf“ wird ein Quartiersspaziergang zum Anbruch der Dunkelheit im Februar durchgeführt, bei dem auch eine Abfrage nach Wünschen und Ideen für das Quartier durchgeführt wird.

In der ausführlichen Datenanalyse wurde deutlich, dass in Wanne-Süd einige Armuts- und Gesundheitsrisiken zusammentreffen. Basierend auf der empirischen Grundlage wurden Bedarfe formuliert und Ziele definiert.

Innerhalb des Projekts soll Bedarfen in Wanne-Süd wie folgt begegnet werden:

  • Niedrigschwellige Angebote im Quartier ermöglichen es allen Bewohnerinnen und Bewohnern ihre Lebensqualität durch Prävention und Gesundheitsförderung zu verbessern.
  • Über vernetzte Settingansätze wird die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen systematisch und nachhaltig verbessert.
  • Nachbarschaft, soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe werden über partizipativ gestaltete, leicht zugängliche, generationenübergreifende Angebote und Maßnahmen im Nahraum ermöglicht.
  • Die Vermittlung von Gesundheitskompetenzen erfolgt über verschiedene Kanäle und Formate; vor allem vulnerable Zielgruppen im Quartier werden erreicht und erhalten verbesserte Handlungsmöglichkeiten.
  • Ein spezifisches Angebot der Gesundheitsförderung und Prävention für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden im Quartier angeboten.
  • Ein aktives Netzwerk trägt zur Verstetigung der Prozesse im Quartier bei.
  • Die Überprüfung von Walkability und Bikeability des Quartiers findet statt.
  • Der Zugang zu qualitativen Grün-, Bewegungs- und Erholungsflächen ist für alle Bewohnerinnen und Bewohnern gewährleistet.
  • Die Wohnumgebung wird durch die Belegung von Leerständen auf der Hauptstraße, sowie die Aufwertung von Höfen und Fassaden verbessert.
  • Neben der theoretischen Planung wurden innerhalb und außerhalb der Verwaltung gemeinsame Themen mit verschiedenen Akteuren weiter bearbeitet; Im Juli wurde der aktuelle Projektstadt auf der Kommunalen Präventions- und Gesundheitskonferenz in Herne vorgestellt.

Im Anschluss an die Sichtung und Aktualisierung vorhandener Daten, wurden diese auf räumlicher Ebene gegliedert und in Karten aufbereitet. Dies dient zukünftig sowohl als Grundlage für die datenbasierte Bedarfsermittlung, als auch für mögliche Forschungsanträge, beispielsweise im Rahmen des Präventionsgesetzes. Zusätzlich wurde auf dem Herner Gartentag und auf dem Stadtteilfest Eickel eine eigene Befragung durchgeführt. Diese bot den Anwesenden die Chance, sich aktiv einzubringen und Auskunft über ihre die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten geben. Außerdem konnten die insgesamt 200 Teilnehmenden aus einer Auswahl verschiedener „Wünsche“ zur Gesundheitsförderung im Sozialraum wählen.

Im Mai eröffnete im Rahmen des Soziale Stadt Programms das Stadtteilbüro an der Hauptstraße in Wanne-Süd. Neben dem Besuch der Eröffnungsveranstaltung fanden weitere persönliche und telefonische Gespräche statt. Eine intensive Zusammenarbeit und eine gemeinsame Stakeholderanalyse und -ansprache sind geplant.

Zum 15. Januar 2018 wurde die durch das LZG.NRW geförderte Stelle in der Abteilung Gesundheitsförderung und -planung im Fachbereich Gesundheit der Stadt Herne durch Marie Meinhardt besetzt. Marie Meinhardt ist B.A. Soziologin und M.A. Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum.

Nach der Einführung in das Arbeitsumfeld der Stadt Herne fand eine grundlegende inhaltliche Einarbeitung in die Strukturen und Aufgaben der Abteilung sowie die Projektplanung statt. Gemeinsam mit dem Projektteam „First Mover“ der Stadt Herne – Lisa Binse, Abteilung Gesundheitsförderung und -planung und Dennis Neumann, Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft – wurden regelmäßige Planungstreffen und Jour Fixes eingerichtet. Innerhalb der Austauschtreffen werden aktuelle, für das Projekt relevante Themen reflektiert und weitere Projektschritte geplant. Die eigentliche Projektarbeit startete wie vorgesehen mit der Analysephase. Diese umfasst neben der Analyse vorhandener Daten das Kennenlernen der lokalen Akteure und Netzwerke.

Außerdem wurde das Projekt im Rahmen des Kongress „Armut und Gesundheit“ von Dr. Katrin Linthorst und Marie Meinhardt in Berlin vorgestellt.

2021-01-13