Projektschritte

Innerhalb des 2. Quartals 2019 wurde seitens der Stadt eine weitere Initiative für die Entwicklung des Quartiers Wanne-Süd eingeleitet. Neben dem First Mover Projekt und der Koordination der baulichen Maßnahmen und des Verfügungsfonds über das Stadtteilmanagement, wird zukünftig die sozial-integrative Entwicklung die Stadt Herne betreut. Gemeinsam bilden die Verantwortlichen der Projekte nun das „Stadtteilteam“ in Wanne-Süd. Das insgesamt dritte Netzwerktreffen in Wanne-Süd wurde gemeinsam im Stadtteilteam geplant und organisiert.

Bei diesem Treffen wurde die Idee, zukünftige Maßnahmen in Wanne-Süd unter eine „Dachmarke“ zu fassen, vorgestellt. So soll die Öffentlichkeitsarbeit vereinfacht und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure vor Ort koordinierten werden. Außerdem soll über die Dachmarke ein Wiedererkennungswert für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden.

Außerdem wurden Arbeitsgruppen zum Thema Aktivierung des Quartiers gebildet, die folgende Herausforderungen als Schwerpunkte herausarbeiteten:
1. Fehlen eines kommerziellen Zentrums und leerstehende Ladenlokale
2. Fehlen von Orten der Begegnung und Integration sowie Stärkung der Identifikation mit Wanne-Süd

Diesbezüglich wurde über Ideen und Lösungsvorschläge gesprochen, die im Laufe der weiteren Projektarbeit gemeinsam weiterverfolgt werden.

Am Weltumwelttag, dem 05. Juni wurde am Emschertal Berufskolleg ein Tag der offenen Tür des Bereichs Gesundheit/Soziales durchgeführt. An diesem Tag wurde den Besucher*innen ein umfangreiches Programm geboten, das die Schüler*innen des Berufskollegs durchgeführt haben. Auße-dem wurde an diesem Tag um 18 Uhr eine „Plogging“-Aktion mit dem Kooperationspartner Outlex-Fitness aus Herne durchgeführt. Dabei wurde Bewegung in Form von Joggen mit den Themen Klima- und Naturschutz verbunden, indem während des Joggens Müll aus der Umgebung gesammelt und ordentlich entsorgt wird. Die Aktion wurde in die Datenbank #tatenfuermorgen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit aufgenommen.

Wie in der Projektplanung vorgesehen, wird das Projekt First Mover derzeit von einer Studierenden der Hochschule Rhein-Waal im Rahmen einer Masterarbeit wissenschaftlich unterstützt. Bezüglich der Auswirkungen der Wohnumgebung auf die individuelle Gesundheit – die Verhältnisebene – steht bei dieser Arbeit der Faktor Lärm und die Zielgruppe Kinder im Fokus. Im April und Mai wurden mehrere Lärmspaziergänge mit Gruppen von sechs bis acht Kindern zwischen 8 und 12 Jahren durchgeführt. Einer der Spaziergänge wurde von der Projektkoordination First Mover begleitet, die weiteren Spaziergänge hat die Studierende Roes in Kooperation mit Schulsozialarbeiter*innen der Europaschule und Sozialarbeiter*innen aus dem Jugendzentrum Heisterkamp durchgeführt. Die Auswertung der interaktiven Befragung, wird bis Oktober fertiggestellt.

Ausgehend von dem, im Herbst 2018 veranstalteten Netzwerktreffen wurde die Idee eines zusätzlichen Bewegungsangebots in den Kitas in Wanne-Süd entwickelt. Mit den Leitungen der Einrichtungen wurde ein Konzept zur Implementierung von Yoga- und Tanzstunden in den Kitas gestaltet. Die Finanzierung des zusätzlichen Bewegungsangebots wurde Ende Januar 2019 über das Präventionsgesetz beantragt.

Im ersten Quartal der Jahres 2019 fand die Veranstaltung „Wanne-Süd leuchtet auf“ im Sportpark Eickel statt. First Mover, Stadtteilbüro, Inklusionsbüro und DRK luden gemeinsam zu einem Spaziergang ein an dem etwa 40 Bewohner*innen teilnahmen. Mit Anbruch der Dunkelheit wurde der Park entlang einer beleuchteten Strecke begangen. Während des Spaziergangs, vor allem aber während des anschließenden gemeinsamen Ausklangs bei Kaffee und Waffeln im Familienzentrum St. Joseph, wurden Wünsche, sowie Lob und Kritik am Quartier erfragt. Die Ergebnisse wurden anschließend bei einem Termin im März ausgestellt und erste Ideen zur Umsetzung der Wünsche präsentiert. Geplant ist, dass zukünftig weitere, inklusive Veranstaltungen in Wanne-Süd geplant werden.

Da die Zielgruppe der Alleinerziehenden in Wanne-Süd überproportional vertreten ist, sollen spezifische, bedarfsgerechte Angebote geschaffen werden. Die Idee für ein zusätzliches Betreuungsangebot für Kinder von alleinerziehenden Eltern wurde gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne weiterentwickelt.

Außerdem wurde unter dem Arbeitstitel „FRANKA“ verwaltungsintern die Arbeit zur psychischen und physischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Ziel ist es, Prävention und Gesundheitsförderung für diese Zielgruppe in das Setting Quartier zu tragen und in Form von Ferienaktionen und Familienangebote zu verwirklichen.

Im April 2019 fand das zweite Netzwerktreffen in Wanne-Süd statt. Dieses Netzwerktreffen wurde genutzt, um die bisherige Schritte vorzustellen und gemeinsam weitere Projekte anzustoßen.

Gemeinsam mit den Fachkräften des Stadtteilbüros Wanne-Süd wurden im Herbst 2018 die ersten beiden Netzwerkveranstaltungen durchgeführt. Ziel beider Veranstaltungen war die Vorstellung des First Mover-Projekts sowie des Stadtteilverfügungsfond für das Quartier. Zudem wurden die Ergebnisse der Datenanalyse vereinfacht dargestellt, um eine bedarfsgerechte Ableitung von Maßnahmen zu ermöglichen, die die Lebensqualität in Wanne-Süd verbessern.

Neben den Netzwerkveranstaltungen fanden weitere Termine statt, die der Ableitung und Konzeption von Maßnahmen für Wanne Süd dienten:

  • Mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne wurden Ideen für die Zielgruppe der Alleinerziehenden ausgetauscht.
  • In Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt wurde ein Projekt zur Mensaverpflegung in die Wege geleitet.
  • Mit der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Mitte, welche in Wanne-Süd eine Begegnungsstätte unterhält, wurden gemeinsam Pläne zur zukünftigen Nutzung dieser Stätte entwickelt. Die Idee, einen Generationenaustausch vor Ort zu etablieren und so die soziale Integration zu steigern wird angedacht.

Konkret wurde mit dem Deutschen Roten Kreuz eine Veranstaltung für das 1. Quartal 2019 konzipiert. Diese soll die Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier zu mehr Bewegung im Stadtteil motivieren. Unter dem Titel „Wanne-Süd leuchtet auf“ wird ein Quartiersspaziergang zum Anbruch der Dunkelheit im Februar durchgeführt, bei dem auch eine Abfrage nach Wünschen und Ideen für das Quartier durchgeführt wird.

In der ausführlichen Datenanalyse wurde deutlich, dass in Wanne-Süd einige Armuts- und Gesundheitsrisiken zusammentreffen. Basierend auf der empirischen Grundlage wurden Bedarfe formuliert und Ziele definiert.

Innerhalb des Projekts soll Bedarfen in Wanne-Süd wie folgt begegnet werden:

  • Niedrigschwellige Angebote im Quartier ermöglichen es allen Bewohnerinnen und Bewohnern ihre Lebensqualität durch Prävention und Gesundheitsförderung zu verbessern.
  • Über vernetzte Settingansätze wird die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen systematisch und nachhaltig verbessert.
  • Nachbarschaft, soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe werden über partizipativ gestaltete, leicht zugängliche, generationenübergreifende Angebote und Maßnahmen im Nahraum ermöglicht.
  • Die Vermittlung von Gesundheitskompetenzen erfolgt über verschiedene Kanäle und Formate; vor allem vulnerable Zielgruppen im Quartier werden erreicht und erhalten verbesserte Handlungsmöglichkeiten.
  • Ein spezifisches Angebot der Gesundheitsförderung und Prävention für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden im Quartier angeboten.
  • Ein aktives Netzwerk trägt zur Verstetigung der Prozesse im Quartier bei.
  • Die Überprüfung von Walkability und Bikeability des Quartiers findet statt.
  • Der Zugang zu qualitativen Grün-, Bewegungs- und Erholungsflächen ist für alle Bewohnerinnen und Bewohnern gewährleistet.
  • Die Wohnumgebung wird durch die Belegung von Leerständen auf der Hauptstraße, sowie die Aufwertung von Höfen und Fassaden verbessert.
  • Neben der theoretischen Planung wurden innerhalb und außerhalb der Verwaltung gemeinsame Themen mit verschiedenen Akteuren weiter bearbeitet; Im Juli wurde der aktuelle Projektstadt auf der Kommunalen Präventions- und Gesundheitskonferenz in Herne vorgestellt.

Im Anschluss an die Sichtung und Aktualisierung vorhandener Daten, wurden diese auf räumlicher Ebene gegliedert und in Karten aufbereitet. Dies dient zukünftig sowohl als Grundlage für die datenbasierte Bedarfsermittlung, als auch für mögliche Forschungsanträge, beispielsweise im Rahmen des Präventionsgesetzes. Zusätzlich wurde auf dem Herner Gartentag und auf dem Stadtteilfest Eickel eine eigene Befragung durchgeführt. Diese bot den Anwesenden die Chance, sich aktiv einzubringen und Auskunft über ihre die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten geben. Außerdem konnten die insgesamt 200 Teilnehmenden aus einer Auswahl verschiedener „Wünsche“ zur Gesundheitsförderung im Sozialraum wählen.

Im Mai eröffnete im Rahmen des Soziale Stadt Programms das Stadtteilbüro an der Hauptstraße in Wanne-Süd. Neben dem Besuch der Eröffnungsveranstaltung fanden weitere persönliche und telefonische Gespräche statt. Eine intensive Zusammenarbeit und eine gemeinsame Stakeholderanalyse und -ansprache sind geplant.

Zum 15. Januar 2018 wurde die durch das LZG.NRW geförderte Stelle in der Abteilung Gesundheitsförderung und -planung im Fachbereich Gesundheit der Stadt Herne durch Marie Meinhardt besetzt. Marie Meinhardt ist B.A. Soziologin und M.A. Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum.

Nach der Einführung in das Arbeitsumfeld der Stadt Herne fand eine grundlegende inhaltliche Einarbeitung in die Strukturen und Aufgaben der Abteilung sowie die Projektplanung statt. Gemeinsam mit dem Projektteam „First Mover“ der Stadt Herne – Lisa Binse, Abteilung Gesundheitsförderung und -planung und Dennis Neumann, Stabsstelle Zukunft der Gesellschaft – wurden regelmäßige Planungstreffen und Jour Fixes eingerichtet. Innerhalb der Austauschtreffen werden aktuelle, für das Projekt relevante Themen reflektiert und weitere Projektschritte geplant. Die eigentliche Projektarbeit startete wie vorgesehen mit der Analysephase. Diese umfasst neben der Analyse vorhandener Daten das Kennenlernen der lokalen Akteure und Netzwerke.

Außerdem wurde das Projekt im Rahmen des Kongress „Armut und Gesundheit“ von Dr. Katrin Linthorst und Marie Meinhardt in Berlin vorgestellt.